Mitarbeitergewinnung im Franchise-Glossar

Maßnahmen zur Gewinnung qualifizierter Mitarbeiter gehören mehr denn je zu den Herausforderungen, vor denen Unternehmer, Personalchefs oder auch Existenzgründer stehen. In vielen Branchen und Berufsfeldern herrscht Fachkräftemangel und ein „Kampf um die besten Köpfe“. Dabei kehrt sich das klassische Muster oft um – und es sind nicht mehr die Arbeitnehmer, die sich um Stellen bemühen. Immer häufiger „bewerben“ sich Unternehmen um Arbeitnehmer. Dabei steigen die Chancen für Absolventen von Hochschul- oder Berufsausbildungen („Generation Y“) wie auch die Möglichkeiten zur Weiterbeschäftigung älterer Arbeitnehmer („Generation 50-Plus“) – besonders in Führungspositionen

Herausforderung Mitarbeitergewinnung im Fachkräftemangel

Die 2015 Global Reputation Study des weltweit führenden Markt- und Medienforschungs-Unternehmens Nielsen ergab, dass junge Führungskräfte und Hochschulabsolventen („Future Talents“) ihre Arbeitsstellen nicht mehr in erster Linie nach klassischen Kriterien wie Gehalt oder Karrierechancen oder Marke und Bekanntheit aussuchen. Über 15 Länder übergreifend – einschließlich Deutschland – sind ihnen andere Faktoren wichtiger. Dazu zählen Mitarbeiterbehandlung und Mitarbeiterführung, vielfältige Arbeitsmöglichkeiten, Work-Life-Balance und flexible Arbeitszeitmodelle sowie sinn- und verantwortungsvolle Tätigkeiten.

Fairness und Engagement statt Geld und Karriere

Die Arbeitgebermarke rückt in den Mittelpunkt – und dazu zählen die „Future Talents“ mehr denn je auch soziale Aspekte. 86 Prozent aller Studienteilnehmer gaben an, es sei wichtig für sie, in einem sozial verantwortlich handelnden Unternehmen zu arbeiten. In einer parallel durchgeführten Nielsen-Studie kritisierten 52 Prozent aller jungen Meinungsführer aus 16 Ländern jedoch, dass viele Unternehmen soziale Programme nur durchführen, um ihr Image aufzupolieren. Nur 33 Prozent glaubten, dass ihre Firmen eine aktive Rolle in der Unterstützung der Gesellschaft auf lokaler Ebene spielen. Hier besteht für viele Unternehmen Entwicklungspotenzial.

Auch in Zukunft führen offenbar keine Wege an den klassischen Strategien vorbei – Personalmarketing, Recruiting, Ansprache möglichst vieler potenzieller Mitarbeiter, Präsenz in Schulen und Universitäten, Fördermaßnahmen und natürlich Unternehmenskommunikation nach innen wie außen. Vor allem aber müssen die Unternehmen für Mitarbeiter attraktiver werden und sich offenbar auch sozial stärker engagieren.

Autor:

Jens Kügler
Jens Kügler
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