Master-Franchisegeber im Franchise-Glossar

Master-Franchisegeber vergeben meist exklusive Master-Franchise-Lizenzen zum Aufbau eines Franchise-Netzwerks in einer Region (z.B. in einem Bundesland), sehr häufig aber in einem Land (einem Staat/einer Nation). Erworben wird die Lizenz von Master-Franchisenehmern.

Master-Franchising kann als ein dreistufiges System betrachtet werden. Die gängigste Abstufung: weltweit, national, lokal. Der Master-Franchisegeber ist im Besitz der weltweiten Markenrechte. Er überträgt sie an den nationalen Master-Franchisenehmer. Dieser wird durch seine „Mittelstellung“ in dem dreistufigen System auf nationaler Ebene wiederum zum Franchisegeber gegenüber den lokalen Partnern (Einzelfranchising).

Vorteile für Master-Franchisegeber:

  • Expansion mit geringerem Investitions- und Kapitalbedarf. Der Master-Franchisegeber muss im Land des Masterlizenz-Nehmers keinen Pilotbetrieb aufbauen. Ferner muss er die lokalen Franchise-Nehmer i.d.R. weder auswählen noch einarbeiten oder überwachen
  • Nationale Anpassung. Nationale Gesetze weisen oft erhebliche Unterschiede auf – z.B. in den Sicherheitsbestimmungen oder im Arbeits-, Marken- oder Lebensmittelrecht. Hinzu kommen unterschiedliche kulturelle Erwartungshaltungen der Kunden. Der Master-Franchisenehmer passt das Franchise-System den Gegebenheiten an, die er im Idealfall als Einwohner des Landes kennt
  • Wenig Administrationsaufwand. Die meisten Funktionen der Franchise-Zentrale wie z.B. Einkauf, Controlling oder die sonstige Betreuung der lokalen Franchise-Nehmer übernimmt der nationale Master-Franchisenehmer

Nachteile für den Master-Franchisegeber:

  • Fehlende Rechtssicherheit. Die Möglichkeiten, Master-Franchisegeber und -nehmer vertraglich aneinander zu binden, können beschränkt sein
  • „Schwierigere“ Markenhoheit. Der Master-Franchisegeber hat ggf. geringere Möglichkeiten, Einfluss auf die Markenführung durch seine nationalen Master- Franchisenehmer und deren Partner vor Ort zu nehmen. Durch Eigenmächtigkeiten oder Verwässerung kann das weltweite Image der Franchisemarke Schaden nehmen.
  • Höhere Kosten der Markenentwicklung. Der Umkehrschluss zum obigen Punkt: Eine Franchise-Marke mit Firmenphilosophie und Corporate Design zu entwickeln, die weltweiten und kulturellen Anpassungen standhält, kann einen deutlich höheren Zeit- und Kostenfaktor bedeuten, als eine rein nationale oder lokale Markenentwicklung
  • Geringere Gebühren-Einnahmen. Der Master-Franchisegeber erhält nur ein Minimum der Einnahmen aus den Franchisegebühren oder anderen Lizenzgebühren. Ein Großteil fällt dem Master-Franchisenehmer zu

Autor:

Jens Kügler
Jens Kügler
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