Innovationspflicht im Franchise-Glossar

 

Was ist die Innovationspflicht in Franchisesystemen?

Franchise-Systeme stehen im Spannungsfeld zwischen vorgegebenen Standards und ständiger Erneuerung.

Der Erfolgsfaktor Standardisierung

Die Franchisegeber haben ein Geschäftsmodell entwickelt, das sich erfolgreich bewährt hat. Franchisenehmer müssen es 1:1 umsetzen, denn die Einheitlichkeit (u.a. einheitliches Auftreten), Marken-Bekanntheit und Wiedererkennbarkeit gehören zu den Erfolgsfaktoren im Franchising. Die Franchisenehmer dürfen das Geschäftsmodell nicht verfälschen oder verwässern, so schreiben es die Franchise-Verträge vor.

Standardisierung schafft Effizienz

Auch aus Sicht der Franchisenehmer gehören die Standards zu den wesentlichen Vorteilen des Franchisings. Denn Produktionsprozesse, Dienstleistungen, Verkaufsprozesse und auch die Sortimente sollten so weit vorgegeben sein, dass die Franchisenehmer das Geschäftsmodell schnell, einfach und wirtschaftlich höchst effizient umsetzen können.

Erfolgsfaktor Innovation: Erneuerung sichert Marktvorteile

Andererseits müssen Geschäftsmodelle weiterentwickelt werden, um Marktentwicklungen nicht zu verpassen oder sich Wettbewerbsvorteile zu sichern. Die Franchisenehmer sind die „Seismografen“ ihres Systems vor Ort, wie die Franchise-Expertin Jana Jabs erklärt. Sie nehmen das veränderte Nachfrageverhalten ihrer Kunden vor Ort aus erster Hand auf und behalten den lokalen Wettbewerb im Blick. Es ist ein Vorteil von Franchisesystemen gegenüber Einzelunternehmen, auf ein solches flächendeckendes Netzwerk an Antennen zurückgreifen zu können.

Innovationspflicht braucht Wissensmanagement

Voraussetzung hierfür ist, dass die Franchise-Zentrale transparente Kommunikations-Management-Prozesse einführt und pflegt. Über vorgegebene Kanäle müssen die Franchisenehmer jederzeit die Möglichkeit haben, ihr Feedback bei der Zentrale unterzubringen. Die Zentrale muss dafür ein „offenes Ohr“ und eine Struktur für Feedbacks schaffen, sodass aus der Masse der Reaktionen relevante Trends klar erkennbar werden. Aufgabe des Franchisegebers ist es zudem, nationale oder internationale Entwicklungen in Produkten, Dienstleistungen und Wettbewerb zu beobachten.

Die Zentrale bündelt und vermittelt neue Erkenntnisse

All dieses permanent einfließende Wissen muss in der Systemzentrale gebündelt und aufbereitet und den Franchisenehmern über die Kommunikationskanäle im Netzwerk zur Verfügung gestellt werden. geschieht beispielsweise über ständig aktualisierte Know-how-Dokumentationen wie etwa Intranet-Systemhandbücher sowie über laufende Weiterbildungen und Seminare.

Innovation: Pflicht statt Kür

Alle Informationsflüsse werden unter dem Begriff Innovationspflicht zusammengefasst. Sie gehört zu den Hauptaufgaben des Franchisegebers und ist oft im Franchise-Vertrag verankert. Wer seiner Innovationspflicht nicht nachkommt, riskiert nicht nur sinkende Umsätze und Marktanteile. Er verliert auch Partner, die ihre Verträge nicht verlängern, sondern ihre Betriebe nach dem Ausscheiden beispielsweise unter eigener Marke weiterführen und sich den Bedürfnissen ihrer Kunden erfolgreich anpassen.

Autor:

Jens Kügler
Jens Kügler
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