Hospitation im Franchise-Glossar

Was ist eine Hospitation?

Unter einer Hospitation versteht man den Besuch eines Außenstehenden an einem Arbeitsplatz zum Kennenlernen einer Tätigkeit oder eines Geschäftsmodells. Dabei wird der Hospitant (Gast) vom Stelleninhaber oder gastgebenden Unternehmer in das Unternehmen bzw. die spezifische Funktion eingeführt. Im Franchising findet Hospitation oft in der Frühphase der Franchisenehmer-Gewinnung statt.

Der Begriff Hospitation leitet sich vom lateinischen hospitari – zu Gast sein – ab. Der Gast wird daher auch Hospitant genannt.

 

 

Warum Hospitation?

Bei seinem Besuch erhält der Gast Einblicke in das Unternehmen, den Betrieb, die Einrichtung oder die Behörde sowie insbesondere seine – vermutlich zukünftige – Arbeit. In der Regel hängt dies mit beruflichen Veränderungen zusammen, etwa einer betrieblichen Umstrukturierung, einem bevorstehenden Aufstieg des Hospitanten in der Hierarchie (verbunden mit neuen Tätigkeiten) oder einem Sprung in die Selbstständigkeit als Quereinsteiger in ein neues Geschäftsmodell. Der Hospitant arbeitet in der Regel probeweise mit und übernimmt unter Beobachtung Teile des Jobs, etwa Bestellabwicklungen oder einen Verkaufsvorgänge. Eine Hospitation kann unterschiedlich lange dauern – von mehreren Stunden bis hin zu mehreren Wochen. In der Regel ist sie jedoch kurz, etwa einen oder ein paar Tage lang.

 

 

Wie sieht eine Hospitation aus?

Hospitationen gibt es in verschiedenen Berufsfeldern in unterschiedlicher Form. Bei Schülern oder Studien-Absolventen dienen Hospitationen als „Berührungspunkte“ zu möglichen späteren Berufsfeldern und zum Sammeln erster Arbeitserfahrungen. Hier haben die Hospitationen Ähnlichkeit mit einem Praktikum, sind aber meist von kürzerer Dauer und unbezahlt oder werden nicht separat vergütet.

In der Medizin versteht man unter Hospitation Dreierlei: Erstens die Arbeit eines Gast-Arztes oder einer Gast-Pflegekraft. Sie dient dazu, festzustellen, ob sich der Gast für die Stelle eignet. Zweitens die Einarbeitung von Ärzten aus dem Ausland, die sich auf die Akzeptanz-Prüfung ihrer ärztlichen Approbation vorbereiten. Drittens die Gast-Arbeit von Ärzten mit spezieller Expertise, die in Krankenhäusern ihre Methode vorstellen, etwa ein neues Operations-Verfahren.

In der Ausbildung von Lehrern hat Hospitation eine andere Bedeutung. Hier besuchen Fachleiter als Hospitanten den Unterricht von Referendaren und analysieren bzw. bewerten die Referendare anschließend. Beim Theater erfüllt die Hospitation eine ähnliche Funktion: Hier wird die Eignung eines Schauspielers zur Besetzung einer Stelle im Ensemble geprüft.

In der Kirche schließlich versteht man unter Hospitation den Besuch eines Superintendenten in einer seiner Gemeinden.

 

 

Was ist Hospitation im Franchising?

Viele Franchise-Systeme bieten potenziellen Partnern, die Interesse an einem Lizenzerwerb haben, Hospitationen an. Manche Franchisegeber fordern sogar die Teilnahme daran. Die Hospitationen finden vor der Unterzeichnung des Franchise-Vertrags statt – in der Regel in einer Frühphase des gegenseitigen Kennenlernens. Orte der Hospitationen sind meist die Pilotbetriebe der Systeme.

Bei den Hospitationen erhalten die Teilnehmer nicht nur Einblicke ins Geschäftsmodell, die ihnen als Entscheidungshilfe pro oder kontra des Systems dienen. Vielfach wird eine Franchise-Hospitation auch als Möglichkeit für den Franchisegeber angesehen, den Bewerber näher kennenzulernen und somit auch seinerseits den Kandidaten zu überprüfen. Hospitationen sind umso wichtiger, je mehr es sich bei den Kandidaten um Quereinsteiger handelt.

Ein Nachteil der Hospitation aus Sicht des Franchise-Gebers ist, dass er von vermeintlichen Bewerbern ausgeforscht werden kann und somit spätere Konkurrenten fördert.

Finden Sie Ihr passendes Franchise-System mit unserer Komfortsuche!
Angebote suchen
Informieren
Gründen!
Jetzt mein System finden

Glossar