Doppelte Buchführung im Franchise-Glossar

Was ist unter einer doppelten Buchführung zu verstehen?

Die doppelte Buchführung erfasst alle Geschäftsvorfälle eines Unternehmens in mindestens zwei sogenannten Büchern bzw. Konten. Die doppelte Buchführung wird auch als kaufmännische Buchführung oder Doppik bezeichnet, oft gleichgesetzt mit Finanzbuchhaltung (FiBu). Die doppelte Buchführung ist für alle Unternehmen verbindlich, bei denen Umsatzsteuer- und Buchführungspflicht besteht.

Die Anforderungen der kaufmännischen Buchführung gelten auch für Franchisenehmer als rechtlich selbstständige Unternehmer. Ausgenommen sind zum Beispiel Kleinunternehmer, Kleingewerbetreibende oder Freiberufler, die eine bestimmte, gesetzlich festgelegte Jahresgewinn-Grenze nicht überschreiten, siehe Kleinunternehmerregelung.

 

Geschichte der doppelten Buchführung

Im Venedig des späten Mittelalters entstanden, hat sich die doppelte Buchführung nördlich der Alpen unter anderem durch das seinerzeit übermächtige Bank- und Handelshaus der Fugger verbreitet.

 

Kaufmännische Buchführung, vielfacher Aufwand?

Die doppelte Buchführung ist wesentlich komplexer als die einfache Buchführung, bei der lediglich Einnahmen und Ausgaben zu verzeichnen sind. Hier wird jeder Geschäftsvorgang in zwei Konten geteilt und in einer Soll- und Haben-Buchung gegenübergestellt. Diese wird verschiedenen Konten bzw. Büchern zugeordnet. Früher musste die Zuordnung mit viel Aufwand handschriftlich geschehen. Moderne Buchführungssoftware übernimmt sie meist automatisch. Manche Franchise-Zentralen unterstützen die Franchisenehmer bei der Buchführung im Rahmen des Franchise-Leistungspaketes.

 

Welche Bücher gibt es?

Man unterscheidet in der doppelten Buchführung zwischen dem Grundbuch oder Journal, dem Hauptbuch sowie den Nebenbüchern. Das Grundbuch verzeichnet alle Buchungen und Belege chronologisch mit Datum, Betrag und Bezeichnung des Geschäftsvorgangs. Seinen Abschluss bildet die Einnahmen-Überschuss-Rechnung, kurz EÜR. Im Hauptbuch ordnet der Unternehmer oder Buchhalter die Vorgänge Sachwerten wie Vermögen, Verbindlichkeiten oder Steuern zu. Der Abschluss des Hauptbuches bildet die Gewinn- und Verlustrechnung (GuV) als Basis zum Jahresabschluss oder zur Bilanz. Mittels des Hauptbuches werden auch Einkommensteuer, Gewerbe- oder Körperschaftssteuer ermittelt.

 

Grundbuch, Hauptbuch und Nebenbücher

Je nach Art und Größe des Unternehmens werden mehrere Nebenbücher benötigt. Zu ihnen zählt zum Beispiel die Kontokorrentbuchhaltung, auch Kreditoren- und Debitoren-Buchhaltung genannt. Sie hält den Geschäftsverkehr mit Kunden und Lieferanten fest. In der Lohn- und Gehalts-Buchhaltung werden die Personalkosten vorausberechnet. Die Lagerbuchhaltung erfasst Bestände sowie Warenein- und Ausgänge. Die Anlagenbuchhaltung zeichnet Zukäufe, Veräußerungen und Abschreibungen des Anlagevermögens auf. Auch das Wechselbuch und Kassenbuch zählen zu den Nebenbüchern, die in der Finanzbuchhaltung geführt werden.

Autor:

Jens Kügler
Jens Kügler
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