Direct Franchising im Franchise-Glossar

 

Was bedeutet eigentlich Direct Franchising?

Direct Franchising (oder Direktes Franchising) bezeichnet die Direktvergabe von Franchiselizenzen durch den Franchisegeber im Rahmen der internationalen Expansion. Dabei verzichtet er auf die Einschaltung eines Dritten (z.B. Master oder Area Developer) und übernimmt die direkte Verantwortung für die Rekrutierung, Schulung und Unterstützung des Franchise-Netzwerks.

Es handelt sich neben Master Franchising und Area Development um einen weiteren Weg, mit einem Franchisesystem international zu expandieren. 

Wenn der Franchisegeber es aufgrund seiner Ressourcen vermag, sein Partner-Netzwerk im Ausland selbst aufzubauen, wird er sich in der Regel für Direct Franchising entscheiden. Es  setzt voraus, dass der Franchisegeber seine ausländischen Franchisepartner über die eigene Systemzentrale im Ursprungsland oder ein eigenes Auslandsbüro bzw. einen Bevollmächtigten im Zielland kompetent unterstützen kann.

 

Vor- und Nachteile von Direktfranchising

Mit anderen Worten kommt Direktfranchising dann infrage, wenn der Franchisegeber den Pflichten zur partnerschaftlichen Unterstützung seiner Franchisenehmer auch vom Startland aus im Zielland nachkommen kann – das heißt, über größere Distanzen sowie mögliche Sprach- und Kulturgrenzen hinweg. Die Betreuung seiner Partner kann der Franchisegeber selbst, aber auch über ein Auslandsbüro oder einen Beauftragten für das Zielland organisieren. Vorwiegend wird dieser Weg der Internationalisierung der Franchise-Aktivitäten für sprachlich und kulturell verwandte Nachbarländer gewählt.

Der Weg der Direktvergabe von Franchiselizenzen ist für Franchisegeber meist lukrativer und ermöglicht ihm die zentrale Steuerung des ausländischen Netzwerkes. Zudem sammelt er die Auslandserfahrung für die weitere Internationalisierung im eigenen Unternehmen an.    

Der Nachteil des direkten Franchising liegt im hohen Betreuungsaufwand im Fall von Sprachbarrieren sowie abweichenden Gesetzen, Vorschriften und Marktbedürfnissen. Franchisesysteme müssen sich diesen Gegebenheiten anpassen, um auf fremdem Terrain vergleichbare Erfolgschancen wie im Ursprungsland zu haben. Zur Steuerung größerer Auslandsaktivitäten sowie zum Aufbau flächendeckender Netzwerke bevorzugen viele Franchisegeber daher die Möglichkeiten des Area Development (Gebietsentwicklung) oder vergeben Lizenzen zum Master-Franchising (Masterlizenzen).

Autor:

FranchisePORTAL-Redaktion
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