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Wie sich die Gründung eines Franchise-Unternehmens auf die Versicherungen auswirkt

Der Selbstständigkeits-Eignungstest wurde gut überstanden? Vielleicht wurde sogar schon ein passendes Franchise gefunden oder zumindest die infrage kommenden Kandidaten ausgedünnt? Dann befinden sich angehende Franchise-Nehmer bereits auf einem guten Weg. Allerdings sollten sie dabei eines nicht aus den Augen verlieren: Der Wandel vom Angestellten zum selbstständigen Franchise-Unternehmer wird sich auch auf die Versicherungen auswirken – auch als Privatperson, nicht nur als Franchise-Betreiber. Dabei gibt es drei Versicherungen, die von besonderem Interesse sind. 

1. Die Krankenversicherung: Jetzt heißt es entweder oder

In Deutschland gilt eine allgemeingültige, allumfassende Pflicht zur Krankenversicherung. Niemand darf keine Versicherung haben. Diese Maßgabe macht auch vor Ausländern nicht Halt, die sich länger hier aufhalten und umfasst auch Selbstständige. 

  • Als Angestellter ist man sehr wahrscheinlich in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) untergebracht. Denn für die private Krankenversicherung (PKV) gelten Hürden. Nur wer durch sein Bruttogehalt über die sogenannte Jahresarbeitsentgeltgrenze gelangt (ein jährlich neu angepasster Wert), hat die Wahl, in die PKV überzuwechseln. 2020 liegt die Grenze übrigens bei 62.550 Euro Jahresbruttogehalt. 
  • Für selbstständige Franchise-Unternehmer sieht es etwas anders aus: Wer zuvor in der GKV war, kann entweder freiwillig dort verbleiben oder aber nun unabhängig von seinen Umsätzen in die PKV wechseln. Das gilt jedoch nicht unbedingt, wenn derjenige schon als Angestellter in der PKV war und/oder als Privatversicherter über 55 ist – in diesen beiden Fällen ist die freiwillige gesetzliche Krankenversicherung nur noch erschwert bzw. gar nicht mehr möglich (ab 55). 

Was den Ausschlag geben sollte, sind die Kosten und Leistungen: Oftmals ist die PKV dabei die für Franchise-Unternehmer günstigere und gleichzeitig leistungsstärkere Wahl. Dabei sollten Interessenten sich jedoch unbedingt sorgsam beraten lassen – es gibt unzählige PKV-Angebote und Leistungen. Zudem hängt vieles davon ab, was die Arbeit als Selbstständiger an Einnahmen einbringt, wie es um die persönliche Gesundheit und den Familienstand aussieht – bei der PKV sind Kinder und Partner nicht zwangsläufig mitversichert, was hingegen bei der freiwilligen GKV Usus ist. Umgekehrt müssen Selbstständige dort mindestens 14 Prozent und Zusatzbeiträge einzahlen. Es ist wie gesagt ein sorgfältiges Durchrechnen nötig. 

2. Die Rentenversicherung

Was genau ist für Franchise-Nehmer hinsichtlich ihrer Rente wichtig? Vor allem das: Es bestehen mehrere Optionen für die Altersabsicherung. Daraus ergeben sich einige Handlungstipps – die mit hoher Priorität umgesetzt werden sollten, da wirklich jeder Einzahlungsmonat zählt. Zu den Optionen für Selbstständige gehören primär: 

  1. Das halbstaatliche System der Basisrente, besser als „Rürup-Rente“ bekannt. Doch wie der Name schon sagt, ist diese Absicherung in der Regel nur die Basis. 
  2. Die klassische private Rentenversicherung über Banken, Versicherer und dergleichen. Diese Verträge sind wesentlich flexibler als die der Rürup-Rente. Allerdings ist ihre Effektivität stark an das Zinsniveau gebunden – wodurch sie aktuell wegen der extremen Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank nur sehr geringes Ansparpotenzial haben. 
  3. Alternative Wege, die Geld im Alter ermöglichen. Dazu gehören (vermietete) Immobilien, Aktienfonds und andere Anlageformen. Der primäre Fokus sollte dabei auf einer sehr guten Sicherheit liegen, weniger auf einer maximal hohen Rendite. 

Ferner sei der Vollständigkeit halber angemerkt, dass Selbstständige auch ohne Pflicht weiterhin unter bestimmten Bedingungen die Option haben, in die gesetzliche Rentenversicherung einzuzahlen. Abermals handelt es sich hier um ein Thema, dessen richtige Vorgehensweise sich erst durch objektives und personenbezogenes Durchrechnen offenbart, zu dem also keine Pauschalaussagen für alle Franchise-Nehmer möglich sind. 

3. Die Rechtsschutzversicherung: Kombinieren ist oft möglich und sinnvoll

Als Privatperson haben viele Franchise-Nehmer auch eine Rechtschutzversicherung. Sie gehört zu denjenigen Versicherungsprodukten, die sozusagen als „Basis Plus“ bezeichnet werden können, da jeder völlig unvermittelt in Rechtsstreitigkeiten gezogen werden kann – teure Rechtsstreitigkeiten. 

Umgekehrt steht es jedoch auch völlig außer Frage, dass man auch in seiner Eigenschaft als Franchise-Selbstständiger das Unternehmen auf ähnliche Weise absichern sollte, ganz besonders, wenn auch Angestellte beschäftigt werden (sollen). Zwar handelt es sich hierbei nicht um eine berufliche Pflichtversicherung, wie sie beispielsweise in Form der Berufshaftpflichtversicherung bei vielen selbstständigen Berufsgruppen vorgeschrieben ist. Dennoch können dem Franchise-Nehmer und seinem Unternehmen beträchtliche Risiken entstehen, etwa das teure Abwehren unbotmäßiger Schadensersatzforderungen eines Kunden vor Gericht. 

Hier empfiehlt sich folgendes Vorgehen: 

  1. Wenn mit der bisherigen Privatrechtsschutzversicherung Zufriedenheit besteht, sollte zunächst diese Versicherung angesprochen und nachgefragt werden, ob es dort auch Unternehmensrechtsschutzprodukte gibt – mitunter sind diese für einen Privatversicherungsnehmer auf diese Weise wesentlich günstiger zu bekommen. 
  2. Wer sich hingegen generell für die Unternehmensrechtsschutzversicherung neu orientieren möchte, sollte auch dabei dann das umgekehrte Thema ansprechen, also eine Privatrechtsschutzversicherung.

Der Grund dafür: Viele Versicherer bieten mittlerweile Kombi-Produkte an. Sie haben erkannt, dass hinter Privatmenschen oftmals Selbstständige stehen – und vice Versa hinter jedem Gewerbetreibenden natürlich auch ein Privatmensch. 

Zusammen ergibt das Produkte, die sehr häufig günstiger sind als zwei getrennte Rechtsschutzversicherungen für das Unternehmerische und das Private. Doch auch hier gilt, dass es auf den Einzelfall ankommt. Überdies sollten Franchise-Nehmer in Sachen Versicherung auf weitere Punkte achten: 

  • Der Blick sollte nicht nur auf die zu zahlenden Prämien fallen. Niedrige Prämien gehen oft zulasten einer sehr hohen Selbstbeteiligung. Das bringt dann, wenn die Versicherung tatsächlich benötigt wird, eine insgesamt geringere Leistung. Am besten hat eine Rechtsschutzversicherung gar keine Selbstbeteiligungssätze. 
  • Es sollte auf eine niedrige Laufzeit möglichst nicht über einem Jahr geachtet werden. Tarife können sich rasch ändern, dann sollte immer die Option bestehen, schnell zu wechseln. 
  • Franchise-Nehmer sollten mit ihrem Franchise-Geber darüber sprechen, welche Risiken in ihrem Gewerbe besonders bestehen und die Leistungen der betrieblichen Rechtsschutzversicherung entsprechend anpassen lassen – wer beispielsweise keine Firmenfahrzeuge besitzt, benötigt natürlich keine Leistungen, die sich auf Verkehrsrechtsschutz erstrecken. Und wer keine Angestellten hat, benötigt entsprechend auch keinen Arbeitsrechtsschutz. 

Auch hier gilt deshalb abermals der Grundsatz vom sorgfältigen Vergleichen, damit ein wirklich für die persönlichen und unternehmerischen Notwendigkeiten zugeschnittener Schutz erlangt wird.


Bildquelle: Unsplash.com / Hush Naidoo

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