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Wie der Bringdienst lieferando das Franchising beeinflusst

Die Berliner Firma lieferando steht hungrigen Mitarbeitern in Unternehmen und Privatpersonen mit seiner Essens-Bestellplattform rund um die Uhr zur Verfügung. Per Mausklick haben Kunden die Möglichkeit, Essen zu bestellen, und auf Wunsch direkt online mit den bekanntesten Bezahlsystemen zu zahlen. Lieferando begann als Start-up und entwickelte sich im Laufe der Jahre zu einem der größten Mitspieler der Branche. Bis sich das Unternehmen zu dem entfaltete, was es heute ist, musste es viele Hürden überwinden, sein Angebot ständig erweitern und viel Geld investieren. Doch bereits nach wenigen Jahren ist lieferando nicht nur im TV zu sehen, wo die Größen der Franchising-Branche McDonald’s, Pizza Hut, Burger King und Co. auftreten, sondern auch bei vielen Menschen durch den Bringdienst bekannt.


Lieferando begann als kleines Wortspiel
Lieferando startete als yourdelivery im Jahr 2009 in Berlin. Bereits damals setzten sich die Gründer des Unternehmens ein klares Ziel vor Augen: Das ewige Blättern in Flyern sollte der Vergangenheit angehören.


Yourdelivery hatte von Anfang an einen entscheidenden Vorteil: Das Unternehmen wurde in Berlin gegründet, der scheinbar goldene Boden für Start-ups der Internetbranche. Zahlreiche andere kleine Firmen, die hier gegründet wurden, waren innerhalb von wenigen Jahren erfolgreich. Doch die Gründung in der deutschen Hauptstadt ist kein automatisches Erfolgsrezept. Das Leben eines Start-ups hat viele Schattenseiten und Probleme. Ein Großteil dieser Firmen hat eine bahnbrechende Idee, ihnen fehlt aber etwas Entscheidendes: Das notwendige Kapital, um ihre Idee zu verwirklichen. Jedes Start-up hat somit die Aufgabe, einen Investor von seiner Idee zu überzeugen, um das notwendige Kapital zu erhalten. So erging es auch lieferando.


Nachdem die Gründer Christoph Gerber, Jörg Gerbig, Kai Hansen ihre Idee präsentiert und das notwendige Kapital gesichert haben, begannen sie, ihren Traum zu verwirklichen. So entstand yourdelivery, eine clevere Art, möglichst einfach und bequem an Essen zu kommen. Unschwer zu erkennen ist die Ableitung des Namens vom Englischen „your delivery“, was so viel bedeutet wie „deine“, „Ihre“ oder „eure Lieferung“. Ein cleveres Wortspiel, schließlich richtet sich das Angebot an einzelne Privatpersonen als auch Gruppen und Unternehmen.


Der clevere Firmenname wurde später in das heute bekannte „lieferando“ umbenannt. Am Konzept hat sich nichts geändert: Großunternehmen und Privatkunden können weiterhin leckeres Essen bestellen und sich direkt nach Hause oder an den Arbeitsplatz liefern lassen. Mit dem Namenswechsel hat sich allerdings hinter den Kulissen einiges getan. Das Start-up hat nicht nur den Vorgang zur Essenbestellung mit individuellen Kundenlösungen revolutioniert, sondern expandiert auf internationaler Ebene. Lieferando agiert nicht länger ausschließlich deutschlandweit, sondern mithilfe zahlreicher Partner auch in umliegenden Ländern wie der Schweiz, Österreich, Frankreich und Spanien.


Millioneninvestition: Wie Investoren ihr Geld bei Lieferando anlegen
Ende 2010 begrüßte lieferando, damals noch unter yourdelivery bekannt, neben den bisherigen Investoren Michael Brehm, Mountain Partners und dem Dumont Verlag, einen Privatinvestor, welche eine siebenstellige Summe investierte. Ein halbes Jahr später folgte die vierte Finanzierungsrunde, welche zusammen rund sechs Millionen Euro Wachstumskapital aufbrachten. Neben den bisherigen Partnern DuMont Venture, Mountain Super Angel, Moraún und Rheingau Ventures gesellte sich die KfW-Bankengruppe und zwei private Investoren hinzu.


Im Laufe des Expansionskurses von Lieferando hat die Macquarie Group im Jahr 2012 rund 16 Millionen Euro in den Lieferdienstvermittler investiert. Das australische Private-Equity-Unternehmen ist als Anbieter für Finanzen, Banking, Beratung, Investment- und Fondsmanagement tätig. Für diese Summe erhielten die Australier 27 Prozent Anteile an dem Berliner Unternehmen, wodurch sie der am höchsten beteiligte Investor sind. Für lieferando ist die Investition durch Macquarie die nunmehr Fünfte: Mehr als zwei Drittel der Geschäftsanteile des Unternehmens liegen in den Händen von Investoren. Das dreiköpfige Gründerteam besitzt aktuell 22 Prozent ihrer Firma.


Wie Lieferando Millionen in seine Expansion investiert
Mit dem über die Jahre angesammelten Kapital hat lieferando in verschiedene Märkte investiert. Die jüngste Investition aus Down Under hat das Unternehmen in den Heimatmarkt in Deutschland investiert, welcher neben Großbritannien, in Europa am stärksten umkämpft ist.


Besonders teuer sind die Werbekosten für Kunden: Fernseh- und Plakatwerbungen sind nicht mehr alleine ausreichend. Lieferando und seine Konkurrenten investieren in Google-Anzeigen und anderes Internet-Marketing. Zusätzlich entwickelt der Essens-Lieferdienstvermittler eine Applikation für Smartphones, um das Bestellen unterwegs möglich zu machen. Ein TV-Spot wurde Anfang 2011 in Zusammenarbeit mit der Agentur 111 Media produziert und waren zunächst auf dem Kanal DMAX zu sehen. In der TV-Werbung wurden Pizza, Sushi, Baguette und andere Speisen schlicht aber eindringlich präsentiert und sollte dem Zuschauer genau das zeigen, was lieferando repräsentiert: Einfach Essen bestellen, auf das der Verbraucher gerade Lust hat.


Nachdem lieferando 2011 auch den Konkurrenten Eat-Star übernahm, expandierte das Unternehmen in die Nachbarmärkte in Österreich, Schweiz, Frankreich und Polen. Der Einstieg auf dem polnischen Markt wurde durch die Akquisition des Mitbewerbers Pyszne möglich. Im selben Jahr begann lieferando eine Zusammenarbeit mit dem Empfehlungsportal und Stadtmagazin Qype. Nutzer der Plattform können die Nutzer neben den bekannten Funktionen auch direkt Essen bestellen. Damit integriert Qype gleich eine weitere nützliche Funktion auf seinem Portal: Qype-Nutzer können über Empfehlungen von anderen Usern stolpern, testen den Lieferservice und schreiben hinterher eine Empfehlung.


Mit den zahlreichen Investitionen in den vergangenen Jahren versucht lieferando der deutsche Marktführer in der Branche der Lieferdienste zu werden. Das Unternehmen bietet Lieferdienste bereits in vielen Städten Deutschlands an, darunter auch Leipzig, Berlin, München und viele mehr.


Wie der Smartphone- und Tablet-Boom die Bringdienst-Branche revolutioniert
Abseits der Marktexpansion in andere Länder zwingt die rapide Verbreitung von Smartphones und Tablets lieferando einen weiteren Markt zu erschließen: Den Markt der mobilen Nutzer. Das Start-up ist davon überzeugt, das Pizza, Pasta und Co. in Zukunft im Büro über ihr Smartphone auf der Webseite des Bringdienstes bestellen werden. Laut statista gab es Anfang 2013 bereits 33,4 Millionen Smartphone-Nutzer, sie alle sind potenzielle Kunden für lieferando. Aus diesem Grund hat das Unternehmen eine eigene App entwickelt, die im Google Play Store, Windows Phone Store und App Store von Apple erhältlich ist. Kunden des Bringdienstes haben die Möglichkeit, über ihr Smartphone oder Tablet bequem Essen zu bestellen und es sich zum Beispiel direkt an den Arbeitsplatz liefern zu lassen. Oder sie bestellen auf dem Heimweg über die Smartphone-App und sie erhalten das Essen, wenn sie zu Hause ankommen - die Speise ist so garantiert noch schön warm und der Hunger wird sofort gebändigt.


Lieferservice vs Franchising
Dass Bringdienste wie lieferando im Sturm den Markt erobert haben, ist Franchising-Größen wie McDonald’s nicht entgangen. Zwar konkurrieren diese Unternehmen (noch) nicht direkt miteinander, da sie eigentlich in verschiedenen Branchen tätig sind, dennoch können sich die Gruppen in Zukunft überschneiden. Lieferdienste machen vielen Menschen das Leben einfacher: Verbraucher bestellen ihr Essen bequem online und lassen es sich direkt nach Hause liefern. Diese Menschen gehen dann nicht mehr bei McDonald’s und Co. essen, wodurch dem Unternehmen Kunden „gestohlen“ werden.


Dass sich die Franchising-Größen dies nicht gefallen lassen, zeigt McDonald’s bereits: In den USA, Rumänien, den Philippinen, Thailand, Singapur und anderen Ländern testet das Unternehmen einen eigenen Bringdienst unter dem Namen „McDelivery“. Der Konkurrent Burger King ist McDonald’s hierzulande bereits voraus: In Greifswald werden Pommes, Burger, Shakes und andere Speisen für einen geringen Mindestbestellwert nach Hause geliefert.


Der Bringdienst könnte ein Muss für Franchising-Unternehmen werden
Die Kunden von bekannten Franchising-Unternehmen wünschen sich seit vielen Jahren, dass ihre geliebte Fast-Food-Kette nach Hause liefert, um sich den Weg in die zahlreichen Filialen zu sparen. Noch sträuben sich diese Unternehmen gegen die Einrichtung flächendeckender Lieferdienste, weil sich das Modell in vielen Situationen schlichtweg nicht lohnt. So beliefert McDonalds in Bukarest zum Beispiel lediglich einen kleinen Teil der Stadt rund um die Filiale. Diese kleine Fläche lässt sich mit kleinen Mopeds zurücklegen, sodass sich die Sprit- und Zeitkosten nicht nur in einem akzeptablen Rahmen halten, sondern auch die Bestellung warm beim Kunden ankommt.


In Zukunft werden diese Unternehmen allerdings Lösungen finden müssen, um ihr Liefergebiet auszuweiten beziehungsweise ein flächendeckendes Liefernetz zu entwickeln. Noch sind traditionelle Lieferdienste wie lieferando zu klein, um spürbar in die Gewinne der Großen einzuschneiden. In Zukunft könnte sich diese Situation allerdings ändern. Mehr Konkurrenz beflügelt das Geschäft und davon profitieren letztendlich die Kunden.

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