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Ratgeber
für Franchise-Interessierte

Vor- und Nachteile des Franchisingsystems, anhand abstrakter Gedanken

Langjährige Selbstständige sowie Unternehmer wissen, wie sehr die vorangehende Planung doch ausschlaggebend dafür sein kann, Krisenzeiten und Branchen-veränderungen die notwendigen Anpassungen folgen zu lassen. Das Franchise-System macht dabei keine Unterschiede, bringt man sich doch ungleich stärker in ein Abhängigkeitsverhältnis ein, deren Auswirkungen und Besonderheiten man nur nach jahrelanger Geschäftstätigkeit in ausreichendem Maße beurteilen kann. Oftmals spielen dann fehlende Branchenkenntnisse sowie am Anfang begangene Fehler ein Rolle, wenn eine Selbständigkeit im Begriff ist, zu scheitern.


Wir möchten in diesem Artikel daher zunächst, in Stichpunkten und weitergehender Erläuterung, auf Vor- sowie Nachteile eingehen, um im Anschluss daran auf Besonderheiten des Franchiserechts einzugehen.


Vorteile, die Sicherheit schaffen
Zunächst einmal muss festgehalten werden, dass Franchisenehmer überaus davon profitieren, dass im Hintergrund ein bewährtes System die Dinge ordnet, sodass man sich auf das Alltagsgeschäft konzentrieren kann. Im Umkehrschluss heißt dies jedoch auch, dass Nachlässigkeiten sich entsprechend stark auswirken, sodass im schlimmsten Fall das Vorhaben vor dem Scheitern steht. Erfolgreiche Franchisesysteme werden auch von Banken honoriert, da in diesem Bereich Erfahrungswerte über Alles gehen, wenn es heißt, den Geschäftserfolg in ausreichendem Maße zu beurteilen.

  • Schneller Marktzugang Viele Bereiche erfordern eine genaue Marktkenntnis, ohne die es scheinbar unmöglich ist, auf Dauer erfolgreich zu arbeiten und zu wirtschaften. Sie profitieren von dem Image der Firma oder des Produktes, haben somit in der Regel einen geringeren Werbeaufwand und Eckdaten, welche Preise sich erzielen lassen und welche Margen daraus resultieren. Gleichzeitig haben Sie zunächst die Gewissheit, dass ein bestimmter regionaler Einzugsbereich nicht von anderen Unternehmer derselben Kette untermauert wird.
  • Geringeres Risiko Sie bauen auf ein bestehendes Servicekonzept, auf ein bewährtes Produktangebot und die Tatsache, dass einzelne Vorgänger schon schlecht laufende Experimente gewagt haben, die Sie nun nicht mehr in Angriff nehmen müssen. Gleichzeitig schaffen Erfahrungswerte eine geeignete Grundlage, um Finanzierungen auf ein solides Fundament zu stellen. Des Weiteren erhalten Sie, wenn gleich unterschiedlich starke, Unterstützung seitens des Franchisegebers. Dieser hat, über kurz oder lang gesehen, nämlich ein Interesse am Erfolg Ihrer Unternehmung.
  • Leichter Einstieg Sie müssen sich nicht mit Einrichtungskonzepten und derlei auseinandersetzen, um Ihrem Betrieb eine eigene Note zu geben. Alle Objekte und Gegenstände sind aufeinander abgestimmt, was den Reinigungs- sowie Wartungsaufwand immens verringert. Zudem schafft ein weit verzweigtes Vertriebsnetz für eine schnelle Problemlösung und die gemeinsame Werbepräsenz dafür, dass Ausfallrisiken vermindert werden.
  • Standortwahl Der Franchisegeber analysiert in Frage kommende Gebiete, um eine optimale Präsenz zu erreichen. Da Sie jedoch das Risiko tragen, empfiehlt sich eine eigene Recherche in dem Maße, dass Alternativen eingebracht werden.
  • Regelmäßige Schulungen Für diejenigen, die den Service am Kunden zwar von der Pieke auf gelernt haben, die Stellung als Geschäftsführer und Unternehmer jedoch neu ist, erfahren durch regelmäßige Schulungen ein gutes Training und wertvolle Tipps zur Unternehmensführung. Der Zusammenschluss mit einem starken Verbund an Unternehmern, die jeder für sich über vielfältige Erfahrungsschätze verfügen, bietet Ihnen eine stabile Grundlage. Sie erfahren Veränderungen am Markt in der Regel vor unabhängigen Einzelhändlern, können geeignete Maßnahmen ergreifen und investieren, um auf zukünftige Umstände vorbereitet zu sein.
  • Gemeinsame Werbung Die Werbebranche ist für Außenstehende nur sehr schwer zu durchdringen, zu vielfältig und fluktuativ ist sie, um langjährige Erkenntnisse zu bieten. Ein Umstand, der insbesondere für die gemeinsame Werbung spricht, da so jeder Einzelne aus der Poolwirkung profitiert und gleichzeitig geringere Kosten hat. Ein geschützter Name, die Marktmacht gegenüber Großhändlern sowie ein aufeinander abgestimmtes Distributionsnetz bieten effektiv Kostenvorteile und damit zugleich eine Subventionierung auf Kosten der Gemeinschaft, die Sie sich zunutze machen.
  • Kreditzugang Banken zeigen sich offener und gesprächsbereit, wenn ein starker Name hinter dem Vorhaben steckt. Dies führt zu größeren Zinsabschlägen und damit, in Relation zum Investitionsaufwand, werthaltigen Einsparungen. Ein Vorteil, der gleichzeitig in individuelle Maßnahmen münden kann, um Mittbewerbern einen Schritt voraus zu sein.


Nachteilige Umstände beachten
Die Anzahl der reinen Nachteile dürfte kürzer sein, stellt sich zugleich jedoch ungleich gewichtiger dar, da Fehler häufig Kettenreaktionen auslösen können. Wussten Sie beispielsweise, dass ein Großteil der Selbständigkeiten nur daraus entsteht, weil vormalige Arbeitnehmer das nötige Maß an Eigenverantwortung und Unabhängigkeit suchen, um sich selbst zu verwirklichen? Mit einem Franchisevertrag jedoch unterwerfen Sie sich ebenso dem Konzept sowie den Handlungen eines Dritten, der selbständig entscheiden kann, welche Maßnahmen getroffen werden. Weichen diese Faktoren von Ihren eigens gestrickten Zielen ab, fehlt zumeist das nötige Durchhaltevermögen, um veränderte Marktsituationen lange zu überstehen. Die Folge ist ein Zusammenbrechen des Systems, mit allen langfristigen Folgen für Sie als Unternehmer selbst.

  • Auswahl des Systems Insbesondere aus den USA stammende Konzepte brauchen eine lange Vorlaufzeit, bis diese zu irgend einem Zeitpunkt einmal im deutschsprachigen Raum mit Erfolg gekrönt sind. Zu häufig konnte man in den letzten Jahren beobachten, wie Systeme und Konzepte mit einem anderen Anspruch an Kundenservice gescheitert sind, weil Analysen und Berechnungen des Franchisegebers fehl gelaufen sind. Zumeist lag dies an der mangelhaften Kenntnis des neuen Marktes, sodass erfahrene Manager zwar Erprobungen anstellten, diese jedoch nicht in ausreichendem Maße in der Praxis anwandten. Da Sie sich als Franchisenehmer aber mit dem Franchisegeber darüber einig sein müssen, an welchen Standorten Sie bauen beziehungsweise ein Geschäft übernehmen, eignen sich vor allem junge Systeme nur für Wagemutige.
  • Immerwährende Abhängigkeit Dies vorausgeschickt, können Franchisegeber im Zuge einer starken Expansion Überlegungen außer Acht lassen, die eine Anpassung des Geschäftsmodells zur Folge haben. Mangelndes Durchhaltevermögen und das Streben nach Profit sorgt dann im Umkehrschluss für fehlgeleitete Entscheidungen, die Sie als Unternehmer in erster Linie treffen. Da Sie in der Regel über ein nur kleines Mitspracherecht verfügen, bleibt Ihnen aufgrund der vertraglichen Konstruktion nichts anderes übrig, als diese Entscheidungen stillschweigend mitzutragen.
  • Fehlender Einfluss Ideen die Sie haben, wie man etwa neue Produkte einführen kann oder Gäste mehr einbinden sollte, lassen sich in der Regel nicht durchsetzen. Die Geschäftspolitik des Franchisegebers ist strikt auf Expansion und Gleichschaltung ausgelegt, und sofern die Zahlen zumindest aus deren Sicht stimmen, haben Sie keinerlei Einflussmöglichkeiten. Sie müssen sich in diesem Sinne auch deutlich machen, dass ein Franchiseunternehmen auch dann von Ihnen profitiert, wenn Sie selbst womöglich in einer Krise stecken. Geregelt ist dies durch Mindestabnahmemengen, verpflichtende Umbaumaßnahmen und derlei Anpassungen, die für Sie ein zu Teilen undurchschaubares unternehmerisches Risiko darstellen.
  • Langfristige Bindung Verträge sind üblicherweise langfristig abgeschlossen und berücksichtigen persönliche Umstände nur zu wenigen Teilen. Dies macht es überaus schwer, Konflikte in dem Maße zu lösen, indem sich eine Partei aus dem Geschäftsmodell verabschiedet. Zusätzlich können Sie in Ihrer Substanz bedroht sein, wenn fortlaufend Entscheidungen für Investitionen getroffen werden, die Sie nicht mittragen möchten. Das erschwert es zusätzlich, einen Aufhebungsvertrag zu schließen und einen Dritten ins Boot zu holen, der das Geschäft mit all seinen Risiken übernimmt.


Franchiserecht im Groben
Seitens des Gesetzgebers gibt es keine spezifische Rechtsordnung, welche Angelegenheiten unter Franchisepartnern regelt. Dies liegt daran, dass derlei verschiedene Vertragsarten eine Rolle spielen, indem beispielsweise Elemente aus dem Kaufvertrags-, Darlehensvertrags-, Mietvertrags- sowie Pachtvertrags- und Werksvertragsrecht enthalten sind.


Ein Rechtsanwalt mit Tätigkeitsschwerpunkten oder Zusatzausbildungen in diesem Bereich ist in der Lage, die dynamische Entwicklung in ausreichendem Maße abzudecken. Da einerseits die möglichen Risiken, aufgrund der Langfristigkeit der Verträge und der eingeschränkten Unternehmerentscheidungsgewalt groß sind, andererseits aber auch die finanziellen Verpflichtungen und vorausgehenden Investitionen so belastend sind, empfiehlt sich dieser Schritt für alle zukünftigen Franchisenehmer.

  • Lassen Sie Franchiseverträge überprüfen, Anpassungen älterer Vereinbarungen auf ihre Rechtmässigkeit hin checken.
  • Stellen Sie konkrete Fragen zur Mobilmachung eigener Marketingkampagnen, der Benutzung der Werbemittel und anderer Schutzrechte.
  • Betrachten Sie mögliche Risikofelder aus Ihrer persönlichen Sicht, um geeignete Schutzmaßnahmen zu ergreifen.
  • Bringen Sie zu Beginn in Erfahrung, mit welchen Mitteln Sie doch noch aus einem zwickenden Franchisevertrag heraus kommen, ohne den für Sie so einschneidenden Einbußen.

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