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Versicherungen – ein wichtiges Thema schon bei der Unternehmensgründung

Bei einer Unternehmensgründung müssen Sie als Existenzgründer vielerlei Dinge beachten; meist stehen kaufmännische, organisatorische und finanzielle Fragen im Vordergrund. Wichtige Details werden schnell bei der Informationsflut übersehen – gerade beim komplizierten Thema Versicherungen. Dadurch laufen Sie schnell Gefahr, entweder unter- oder auch überversichert oder schlimmstenfalls gar nicht versichert zu sein. Im Ernstfall erleben Sie dann ein böses Erwachen, da keine Versicherung den entstandenen Schaden übernimmt. Oder Sie haben jahrelang für eine Versicherung bezahlt, die Sie in dieser Form gar nicht benötigen.


Deshalb habe ich hier Informationen über die wichtigsten betrieblichen Versicherungsbausteine für Sie als Gründer zusammengestellt.



Die drei wichtigsten betrieblichen Versicherungen für Existenzgründer:


Betriebshaftpflicht

Dieser Baustein schützt Sie vor Gefahren, die von Ihrem Betrieb ausgehen.


Eine Betriebshaftpflicht-Versicherung sichert den Betrieb gegen sämtliche Ansprüche Dritter und ist für Sie als Franchise-Nehmer unverzichtbar, weil der Gesetzgeber für diese Gefahren keine Haftungsgrenzen kennt.


Das bedeutet:
  • Berechtigte Ansprüche Dritter werden reguliert
  • Unberechtigte Ansprüche werden auf Kosten der Versicherung abgewehrt.


Sie erspart denGang zum Anwalt, weil die Versicherung die Haftung prüft und – wenn erforderlich – für den Versicherungsnehmer vor Gericht geht.


Gedeckt sind Personen- und Sachschäden. Die Versicherung kommt nach Prüfung, ob die Ansprüche berechtigt sind, bis zur Höhe der vereinbarten Deckungssumme für den Schaden auf.


Versicherungsschutz besteht sowohl für den Inhaber als auch für seine Mitarbeiter.


Der Versicherungsschutz kann gegebenenfalls Ihrem Bedarf angepasst werden. Weitere Bausteine, wie z.B. die Produkthaftpflicht, können eingeschlossen werden. Andere, wie die Umwelthaftpflicht, sind standardmäßig meist enthalten.


Viele Versicherungsgesellschaften bieten außerdem speziell für bestimmte Branchen konzipierte Deckungskonzepte an (Baugewerbe, Handwerksbetriebe, Gaststätten- und Beherbergungsbetriebe etc.). Hier sollten Sie jedoch schauen, ob dies auch tatsächlich zu Ihrem Tätigkeitsfeld passt.


Beispiele für Schadenfälle, die über die Betriebshaftpflichtversicherung gedeckt sind:

  • Der Malergeselle verschmutzt beim Streichen der Wände den Teppich seines Kunden mit Farbflecken und hinterlässt Spuren im Treppenhaus (Sachschaden).
  • Beim Betreten des Ladens stolpert jemand über Warenkartons, die noch nicht ins Lager gebracht wurden und verstaucht sich den Knöchel (Personenschaden).
  • Der Kundendienst baut das falsche Ersatzteil in die Produktionsmaschine ein. Diese überhitzt deshalb beim Probelauf. Der Motor ist defekt. Die gesamte Produktion kommt zum Stillstand. Ein vertraglich vereinbarter Liefertermin kann nicht eingehalten werden, wodurch es zu einer Vertragsstrafe kommt (Vermögensschaden als Folge eines Sachschadens).


Was Sie außerdem bei dem Vertragsabschluss beachten sollten:

  • Die Deckungssumme sollte so hoch gewählt werden, dass sie für den schlimmsten Fall eines möglichen Schadenereignisses ausreicht.
  • Die Anzahl der Mitarbeiter bzw. die Lohn- oder Gehaltssumme sind für die Versicherung ein Kriterium für die Kalkulation der Prämie. Hier ist deshalb unbedingt auf korrekte Angaben zu achten. Änderungen sind dann jährlich zu melden.
  • Außerdem hilft eine umfassende Beschreibung der Tätigkeit Ihres Betriebs der Versicherung bei der richtigen Tarifierung. Um ein Beispiel zu nennen: Als Gartenbaubetrieb sollten Sie angeben, wenn Sie auch Maurer- und Abrissarbeiten verrichten. So können Sie sichergehen, dass es im Falle eines Schadens nicht zu Problemen mit dem Versicherungsschutz kommt.
  • Die Vereinbarung von Selbstbehalten kann helfen, Ihren Beitrag günstiger zu gestalten. Bei einer Vereinbarung in Prozent ist jedoch immer auf die Maximierung zu achten, die zudem auf einen konkreten Betrag begrenzt sein sollte, wie 10 %, maximal 500 € je Schadenfall. Damit gehen Sie im Falle eines Betriebshaftpflichtschadens sicher, dass Sie nicht mit größeren Beträgen rechnen müssen.


Beginn des Versicherungsschutzes:

Es sollte schon vor der Eröffnung Deckung bestehen. Wenn Sie in Ihrer Eigenschaft als Unternehmer Schäden bei anderen verursachen, sind Sie nicht mehr über Ihre Privathaftpflicht versichert. Zum Beispiel wenn Sie selbst handwerklich beim Ausbau Ihres Ladenlokals tätig werden und beim Bohren die elektrische Leitung des Nachbarn treffen, ist dies ein Betriebshaftpflichtschaden. Beschäftigen Sie hingegen externe Handwerksunternehmen, sind diese über ihre eigene Betriebshaftpflicht versichert.


Sachversicherungen

Der zweite wichtige Bereich ist die Absicherung Ihres Betriebs gegen Gefahren von außen.


Hier gibt es verschiedene Bausteine, die je nach Art Ihres Betriebs interessant für Sie sein können.


Die beiden wichtigsten Versicherungen werden hier ausführlicher erläutert:


Inhaltsversicherung

Die Inhaltsversicherung ist vergleichbar mit der Hausratversicherung für Privathaushalte. Sie sichert Ihre gesamte technische und kaufmännische Betriebseinrichtung sowie Waren und Vorräte gegen folgende Gefahren ab:
  • Feuer
  • Einbruchdiebstahl
  • Vandalismus
  • Leitungswasser
  • Sturm
  • Hagel
Diese Gefahren können meist – je nach konkretem Bedarf und individuellem Risiko – einzeln oder im Paket gewählt werden.


Auch eine zusätzliche Absicherung gegen Elementargefahren (Überschwemmung, Erdrutsch, Schneedruck etc.) kann aufgrund der regionalen Lage Ihres Betriebs eventuell sinnvoll sein.


Diverse zusätzliche Einschlüsse sind möglich und sollten ebenfalls dem Bedarf angepasst werden. Eine Elektronikversicherung sichert Ihre technischen Geräte/ elektronischen Anlagen auch gegen Schäden ab, die durch Bedienungsfehler entstehen. Eine Glasversicherung wird häufig sogar vom Vermieter vorgeschrieben.


Die Inhaltsversicherung deckt im Falle eines Schadens außerdem auch entstehende Kosten für Lösch- und Aufräumarbeiten. Sie kommt für Reparatur-, Ersatz- und Instandsetzungskosten auf. Wenn Sie nach einem Leitungswasserschaden Ihre gesamten Bodenbeläge entfernen und entsorgen müssen, werden auch diese Kosten von der Versicherung getragen.


Die Höhe und Art der Kosten, die übernommen werden, können abweichen. Sie sind im Versicherungsvertrag genannt und kommen zusätzlich zur vereinbarten Versicherungssumme der Inhaltsversicherung hinzu.


Beispiele für Schadenfälle, die über die Inhaltsversicherung gedeckt sind:

  • Durch einem Wasserrohrbruch (Leitungswasser) wird die Geschäftseinrichtung, die technischen Geräte sowie der gesamte Lagerbestand durchnässt.
  • Bei einem Einbruch hebeln die Täter die Eingangstür auf und entwenden einige Laptops.
  • Ein Feuer bricht im Lager aus und vernichtet den gesamten Warenbestand.
  • Durch einen Sturm wird das Dach des Betriebsgebäudes abgedeckt. Die Büroeinrichtung und alle Computer kommen zu Schaden.


Was Sie außerdem bei dem Vertragsabschluss beachten sollten:

  • Besonders wichtig ist die Ermittlung einer ausreichenden Versicherungssumme, um eine mögliche Unterversicherung und damit Abzüge im Schadenfall zu vermeiden. Auch müssen Sie vom schlimmsten möglichen Schadenereignis ausgehen.

    Basis Ihrer Berechnungen sollte immer der Wiederbeschaffungswert bzw. Neuwert sein.

    Dies kommt auch zum Tragen, wenn bereits eine steuerliche Abschreibung erfolgt ist, oder Sie gebrauchte Möbel erstanden haben.

    Besser ist es außerdem, nicht zu knapp zu kalkulieren, falls einmal mehr Waren und Vorräte gelagert werden, ein zusätzlicher PC angeschafft wird usw.

  • Versichert sind die beweglichen Sachen (Betriebseinrichtung, Waren und Vorräte) am Versicherungsort. Dieser ist im Vertrag genannt.

    Zusätzliche Risiken müssen in die Police aufgenommen werden, damit auch dort Versicherungsschutz besteht.

    Sollten Sie Lagerräume haben, die sich nicht auf dem Versicherungsgrundstück befinden, weitere Niederlassungen an anderen Orten betreiben oder Ähnliches, gilt es, den Versicherer entsprechend zu informieren.


Beginn des Versicherungsschutzes:

Sobald sich etwas von Wert in Ihrem Objekt befindet, sollte hier Versicherungsschutz bestehen. So sind Ihre Sachwerte (Inneneinrichtung, Computer, Waren etc.) im Falle eines versicherten Schadens auch schon vor der offiziellen Eröffnung abgesichert.


Ertragsausfall- / Betriebsunterbrechungsversicherung

Ihre Einrichtung ist bereits über die Inhaltsversicherung abgesichert. Allerdings kann es Monate dauern, bis Sie nach einem Schaden in der Lage sind, mit Ihrem Betrieb wieder Ihr volles Einkommen zu erzielen.


Die Ertragsausfall-/Betriebsunterbrechungsversicherung sorgt für den Erhalt des qualifizierten Personals und den Ausgleich des entgangenen Gewinns im Falle eines Schadens im Sachbereich am Versicherungsort (siehe auch unter „Inhaltsversicherung“).


Der Baustein kann häufig als Zusatz zur Inhaltsversicherung oder auch separat abgeschlossen werden. Um Prämie zu sparen, ist es möglich einzelne Gefahren (z.B. nur Feuer) abzusichern, oder auch das gesamte Paket.


Schadenbeispiel zur Ertragsausfall-/ Betriebsunterbrechungsversicherung:

Der Betrieb steht wegen eines Feuers ein halbes Jahr still, die Kosten laufen weiter (Miete, Gehälter, Energiekosten usw.) und der Inhaber benötigt auch ein Einkommen.


Die Ertragsausfall-/ Betriebsunterbrechung kommt nach entsprechendem Nachweis bis in Höhe der Versicherungssumme für die Kosten auf. Berücksichtigt werden der Zeitfaktor sowie eventuelle saisonale Schwankungen.


Was Sie außerdem bei dem Vertragsabschluss beachten sollten:

  • Wichtig ist die Ermittlung einer bedarfsgerechten Versicherungssumme, damit Sie im Schadenfall ausreichend abgesichert sind.
    Gibt es saisonale Schwankungen wie bei einem Eiscafé, welches seinen Hauptumsatz innerhalb weniger Monate erzielt, sollten Sie dies unbedingt berücksichtigen. Tritt der Schaden zu Beginn ein und der Betrieb ist erst nach dem Ende der Saison wiederhergestellt, sind die notwendigen Einkünfte nicht mehr zu erzielen.
  • Ausgehend vom (im Falle des Existenzgründers prognostizierten) Jahresnettoumsatz abzüglich Waren-/ Materialeinsatz sollte der Rohertrag die Versicherungssumme sein.
  • Standardmäßig wird der Unterbrechungsschaden für ein Jahr gedeckt (Haftzeit). Diesen Zeitraum können Sie jedoch auch bedarfsgerecht erweitern.
  • Die sogenannte Vorsorge - prozentual über die vereinbarte Deckungssumme hinaus - sichert gegebenenfalls auch die Expansion Ihres Unternehmens.

Beginn des Versicherungsschutzes:

Mit der Aufnahme der Geschäftstätigkeit.


Schlussbemerkung:

Sicherlich gibt es noch weitere Versicherungen, die für Sie als Franchise-Nehmer interessant sein können. Zumal es immer auch auf die Art Ihrer Tätigkeit und die Umstände ankommt. Auch bieten einige Versicherungen „Rundum-Sorglos-Pakete“ an. Da für einen Existenzgründer jedoch immer eine kostengünstige Grundabsicherung im Vordergrund stehen sollte, geht es meiner Meinung nach, zu Beginn um die Deckung der wesentlichen Risiken.


Ich bin hier auf die wichtigsten Bausteine für die Absicherung eines Unternehmens eingegangen, um Ihnen einen ersten Überblick zu verschaffen.


Bisher wurden die Versicherungen für das Unternehmen behandelt. Selbstverständlich ist Ihre Absicherung als Unternehmer ein mindestens ebenso wichtiges Thema. Diesen Bereich werde ich deshalb in einem gesonderten Beitrag behandeln.


Auf jeden Fall sind schon bei der Gründung Fachleute im Bereich Versicherungen gefragt, die Licht in das Versicherungsdickicht bringen und Sie in allen wichtigen Phasen des Geschäftslebens begleiten. Von der Existenzgründung bis zur Expansion, immer Ihrer jeweiligen Situation angepasst.


Gern erzähle Ich Ihnen mehr darüber und stehe Ihnen im Bereich Versicherungen und Finanzdienstleistungen mit Rat und Tat zur Seite.


Bildquelle: pixabay.com / edar

 Diana Cyris

Diana Cyris

CYRIS Service-Agentur e.K.

Diana Cyris ist seit 1995 hauptberuflich tätig im Bereich Versicherungen und Finanzdienstleistungen. Seit 2000 ist sie spezialisiert auf die Kooperation mit Franchise-Unternehmen.

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