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So vermehren Gründerinnen ihr Eigenkapital

Wer ein Unternehmen ins Leben rufen möchte, steht früher oder später vor der Finanzierungsfrage: Eigen- oder Fremdkapital? Besonders Frauen greifen bei der Gründung vor allem auf eigene Ersparnisse zurück, wohingegen Männer auch andere Quellen nutzen. Dieser Beitrag gibt eine Übersicht über die Entwicklung der Unternehmensgründungen durch Frauen und zeigt, welche weiteren Möglichkeiten der Eigenkapitalvermehrung Gründerinnen zur Verfügung stehen.

Immer mehr Frauen werden Gründerinnen

Dem KfW-Gründungsmonitor 2019 zufolge ist der Anteil von Frauen, die ein Unternehmen gründen, über die Jahre hinweg stetig gewachsen: Von 34 Prozent im Jahr 2002 auf mittlerweile 40 Prozent in 2018. Ein deutlich geringerer Anteil der Frauen entscheidet sich hingegen dafür, ein Start-up, also ein junges Unternehmen mit einer innovativen Geschäftsidee und geringem Startkapital, ins Leben zu rufen. Nur 15,1 Prozent der Start-up-Gründungen kommen laut Female Founders Monitor 2019 von Frauen. Dabei zeigt der Female Founders Monitor ebenfalls, dass Frauen andere Arten der Eigenkapitalerhebung nutzen als Männer. Männer-Teams finanzieren sich deutlich häufiger durch staatliche Fördermittel, Business Angels oder Venture Capital, wohingegen Frauen eher eigene Ersparnisse oder Familie und Freunde als Finanzierungsquelle nutzen. 

Frauen sparen zielgerichteter und weniger risikofreudig als Männer

Eine Umfrage des digitalen Finanzportals Joonko aus dem März 2020 zeigt zudem, dass mit 53 Prozent deutlich mehr Frauen darauf bedacht sind, Geld zu sparen, als das bei Männern (46 Prozent) der Fall ist. Besonders für die Frauen der Generation Y im Alter zwischen 18 und 39 Jahren sind die eigenen Finanzen ein wichtiges Thema. Darüber hinaus sparen Frauen der Umfrage zufolge deutlich zielgerichteter als Männer: 57 Prozent der Frauen legen sich Geld für einen bestimmten Zweck zurück, bei den Männern sind es nur 43 Prozent. 

Dabei sind Männer bei der Vermehrung des Eigenkapitals deutlich risikofreudiger als Frauen: Jeder fünfte Mann (20,16 Prozent) investiert in Geldanlagen mit hoher Rendite wie Aktien oder Fonds, während es bei den Frauen nur 10,42 Prozent sind. Doch auch hier spielt das Alter eine entscheidende Rolle: Je jünger die befragten Frauen sind, desto höher fällt die Risikofreudigkeit aus

So können Frauen ihr Eigenkapital für die Gründung vermehren

Frauen bringen also gute Voraussetzungen für die Existenzgründung durch Eigenkapital mit: Sie achten auf ihre Finanzen und sparen zielgerichtet. Doch wie genau lässt sich das Eigenkapital vermehren, damit es für die Existenzgründung reicht? 

Vorab zunächst noch einmal die genaue Abgrenzung von Fremd- und Eigenkapital: Fremdkapital ist Geld, dass man auf Zeit von einem Gläubiger (z. B. einer Bank) bekommt, beispielsweise in Form eines Darlehens. Im Gegenzug erhält der Gläubiger eine Verzinsung sowie die fristgerechte Rückzahlung des Kapitals zu einem festgelegten Zeitpunkt. 

Eigenkapitalgeber verlangen hingegen weder eine feste Verzinsung noch einen bestimmten Rückzahlungstermin. Sie werden zu Miteigentümern, haben häufig Mitspracherecht und bringen Know-how in das Unternehmen ein, da sie von einem positiven Geschäftsverlauf profitieren. 

Freunde und Familie als Eigenkapitalgeber

Diese Form der Eigenkapitalgenerierung wird bereits vielfach von Gründerinnen genutzt. Wenn das eigene Kapital nicht ausreicht, kann auch das Privat- und Sachvermögen von anderen Personen wie Verwandten oder Freunden als Einlage in das Unternehmen eingebracht werden – dies zählt ebenfalls als Eigenkapital. Zu beachten ist dabei, dass an Eigenkapital keine Bedingungen geknüpft sind, sodass diese Einlagen nicht abgesichert und unwiderruflich verloren sind, sollte das Unternehmen Insolvenz anmelden. 

Am Anfang der Idee: Business Angel

Als Business Angel wird ein erfahrener und vermögender Unternehmer bezeichnet, der sich an einem jungen Unternehmen mit Eigenkapital beteiligt und es mit Praxiserfahrungen und seinem Netzwerk unterstützt. Sie greifen jungen Unternehmen zu Beginn der Gründung unter die Arme, wenn es anderen Investoren noch zu riskant ist. Im Gegenzug erhalten sie einen Anteil am Unternehmen. Für größere Finanzierungen bringen Business Angel Eigenkapital oft in einem sogenannten Club Deal mit mehreren Business Angels auf. 

So findet man einen Business Angel: 

  • Im Internet finden sich viele Angel-Listen und Angel-Netzwerke beispielsweise das „Business Angels Netzwerk Deutschland“ 
  • Auf Start-up-Konferenzen wie dem „IdeaLab!“ 
  • Bei Pitching Events (z. B. „Gründermarkt“) präsentieren Start-ups ihre Idee in kurzer Zeit auf der Bühne 

Venture Capital: Wagniskapital für die Gründung

Venture-Capital-Gesellschaften sind Unternehmen, die in junge, vorwiegend technologisch orientierte und innovative Unternehmen investieren. Dies geschieht meist über einen Venture-Capital-Fonds. Der VC-Investor wird dabei Mitgesellschafter, erwirbt aber nicht die Mehrheit am Unternehmen. Im Gegensatz zu Business Angels investieren Venture-Capital-Investoren häufig erst zu einem späteren Zeitpunkt, wenn das Unternehmen aus der Anfangsphase grob heraus ist. Sie bringen fundierte Branchenkenntnisse sowie Management-Expertise mit, bieten jedoch meist keine so intensive Beratung wie Business Angels. 

So findet man einen Venture Capital Investor: 

  • Die Online-Liste der Mitglieder des Bundesverbands Deutscher Kapitalbeteiligungsgesellschaften beinhaltet verschiedene Venture-Capital-Gesellschaften 
  • Auf Messen, Fachkonferenzen und Netzwerkveranstaltungen lassen sich entsprechende Kontakte knüpfen 

Weitere Formen der Eigenkapitalfinanzierung 

Neben Business Angels und Venture-Capital-Investoren gibt es noch viele weitere Möglichkeiten, die Gründerinnen bisher noch wenig nutzen, um ihr Eigenkapital zu vermehren: 

  • Accelerator-Programme bieten zeitlich begrenzte Unterstützung vor allem bezüglich Infrastruktur, Know-how und Investor-Pitch 
  • Inkubatoren vereinen Elemente von Business Angels, Venture-Capital-Investoren und Acceleratoren, indem sie junge Unternehmen durch Eigenkapital finanzieren, aber auch operative und personelle Unterstützung bieten 
  • Beim Crowdfunding stellen eine Vielzahl von Geldgebern über ein Online-Portal Kapital zur Verfügung, ohne dafür Zinsen oder eine Gewinnbeteiligung zu erhalten. Meist wird so eher eine vergleichsweise geringe Höhe an Eigenkapital generiert 
  • Beim Crowdinvesting erhalten Gründer Kapital von mehreren kleinen Investoren über spezielle Plattformen. Im Gegensatz zum Crowdfunding bekommen die Investoren im Gegenzug eine Beteiligung am Unternehmen 
  • Fördermittel und Zuschüsse dienen der Förderung von Existenzgründungen und werden weder verzinst noch müssen sie zurückgezahlt werden 

Fazit: Gründerinnen stehen viele (Finanzierungs-)Wege offen 

Frauen greifen derzeit bei der Existenzgründung meist auf das eigene Ersparte zurück, während das männliche Geschlecht deutlich häufiger von anderen Arten der Eigenkapitalfinanzierung wie Business Angels oder Venture-Capital-Investoren profitiert. Die Wahrnehmung, dass die von Gründerinnen vorgestellten Geschäftsmodelle weniger erfolgreich scheinen, sodass Investoren lieber in die männlichen Kollegen investieren oder die Unterstellung, dass bei Frauen der Ausgleich zwischen Beruf und Familie im Zweifelsfall zugunsten der Familie ausfallen könnte, sind mögliche Hindernisse, die es zu beseitigen gilt. 

Gute Kontakte zu Investoren und etablierten Unternehmen sind wichtig, wenn die Finanzierung vorangetrieben werden soll. Dem Female Founder Monitor zufolge haben Gründerinnen in diesem Punkt noch Nachholbedarf, da sie bisher deutlich schlechter vernetzt sind als männliche Gründer-Teams. Eine gute Vernetzung ist für Gründerinnen daher ein entscheidender Faktor der helfen kann, die oben genannten Hindernisse zu überwinden.


Bildquelle: pixabay.com / FotografieLink


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