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So gewinnen Franchisenehmer leichter Arbeitnehmer

Trotz der weltweit wirtschaftlich schwierigen Lage stieg die Anzahl der deutschen Franchisenehmer im vergangenen Jahr auf knapp unter 1.000 und verzeichnete laut Deutschen Franchiseverband gegenüber 2019 bundesweit ein Wachstum von rund vier Prozent. Auch künftig wird weiteren positiven Entwicklungen der 176.240 Franchisebetriebe entgegengesehen. Doch wie lassen sich für eine gewinnbringende Entwicklung die besten Arbeitnehmer rekrutieren? Wer passt in das Unternehmen? Zählt Erfahrung noch immer mehr als Persönlichkeit? Wie kann die Konkurrenz auf dem umkämpften Arbeitsmarkt ausgestochen, wie die potenziellen neuen Mitarbeiter erreicht und gehalten werden? Fest steht: So beliebt Franchise-Systeme als unternehmerisches Konzept sind und so bekannt viele der Marken international sein mögen: Der Name allein reicht für ein erfolgreiches Business nicht aus.

Employer Branding: der Grundstein zum Erfolg

Wie bekannt und populär das Image des Franchise-Unternehmens auch sein mag: Nur durch regelmäßige Werbung in eigener Sache wird sich das Unternehmen als guter Arbeitgeber positionieren können. Dabei gilt wie auch bei anderen Unternehmen: Immer bei der Wahrheit bleiben! Vertrauen ist das A und O und gilt als Basis für ein langfristig funktionierendes Verhältnis zwischen Betriebsführung und Mitarbeitern. Ob Fach- und Führungskräfte oder Angestellte ohne Berufserfahrung: Um künftige Arbeitskräfte anzuziehen, müssen Arbeitgeber eine Strategie entwickeln, wie sie sich und ihr Unternehmen als attraktiven Arbeitgeber darstellen können. Genauso strategisch, wie Unternehmen ihre Marke positionieren, sollten sie sich auf dem Arbeitsmarkt präsentieren. Dabei kann das sogenannte „Employer Branding“, auf unterschiedliche Arten erfolgen: 

  • Motivierende Erfahrungsberichte aktueller Angestellter (auch von anderen Standorten)
  • Arbeitgeberspezifische Extra-Leistungen wie ein unternehmenseigenes Fitnessstudio
  • Fest im Unternehmensprofil verankertes soziales und umweltgerechtes Engagement
  • Unabhängiges Gütesiegel als Zeugnis für hohen Qualitätsstandard 

Sich absetzen und faire Angebote abgeben

Mit dem Konkurrenzkampf auf dem Arbeitsmarkt, haben Arbeitnehmer in ihrer Entscheidung immer mehr Möglichkeiten und Angebote. Flexible Arbeitszeiten, Gleitzeitsysteme, Sportangebote im Unternehmen, Urlaubs- und Weihnachtsgeld oder Homeoffice sind nur ein paar der Auswahlmöglichkeiten. Als attraktiver Arbeitgeber muss man mithalten und weitere Optionen ins Auge fassen. 

Gütesiegel schaffen bei Kunden und potenziellen Mitarbeitern Vertrauen und führen zu einer Steigerung des Firmenumsatzes. Neben der Qualität des kontrollierten Franchise-Unternehmens ist hierfür auch die Qualität des Gütesiegels selbst entscheidend. Das Top Arbeitgeber Zertifikat des Deutschen Instituts für Qualitätsstandards und -prüfung e. V. (DIQP) garantiert als private Non-Profit-Organisation nach strengsten Qualitätsmaßstäben Neutralität. Die Gütesiegel des DIQP lassen sich nicht erkaufen und genießen dadurch einen hohen Ruf.

Ohne Mitarbeiter kein Unternehmenserfolg

Auch wenn die Franchise-Unternehmensform in dieser Form noch nicht im BGB verankert ist, hat ein Franchisenehmer Rechte und Pflichten. Dazu zählt auch die Einstellung oder Entlassung von Personal sowie die vertragliche Verpflichtung zu Werbung und Marketing. Zwei Aspekte, die eng miteinander verflochten sind. 

Kompetenz ist nicht alles

Wer neue Mitarbeiter in seinem Franchise-Unternehmen beschäftigen möchte, sollte zunächst ein auf die ausgeschriebene Jobposition zugeschnittenes Suchprofil erstellen. 

  • Welche Eigenschaften soll der künftige Angestellte vorweisen, 
  • über welche Erfahrung, Ausbildung, Kompetenz verfügen, 
  • welche Persönlichkeitsmerkmale mit in seine neue Aufgabe einbringen können? 

Unabhängig davon, ob Persönlichkeiten mit technischen Kenntnissen, kreative Köpfe oder Allrounder gesucht werden: Neben fachlicher Qualifikation dürfen Arbeitgeber persönliche Eigenschaften nicht unterschätzen. Mitarbeiter eines Unternehmens sollten zuverlässig sein und sich mit der Firmenphilosophie identifizieren. Ein angenehmes Arbeitsklima unter den Mitarbeitern motiviert nicht nur, sondern wirkt sich auch nach außen positiv aus. 

Folgende Auswahlkriterien können helfen, die eingegangenen Bewerbungen zu sondieren und am Ende den geeigneten Kandidaten zu finden: 

  • Das Bewerbungsschreiben darf keine Grammatik- und Tippfehler, dafür aber Indizien enthalten, weshalb die Kandidaten dieses Unternehmen gewählt haben. Kennen sie das Produkt, sind sie mit der Marke vertraut? 
  • Das Vorstellungsgespräch sollte in einer entspannten Atmosphäre stattfinden und erste Eindrücke von Kompetenz und Sympathie des Bewerbers schriftlich festgehalten werden. Dies erleichtert den späteren Auswahlprozess. 

Alle Kanäle zeitgleich schalten

Sicher, es gibt auch Blindbewerbungen. Doch gerade wegen ihres oftmals hohen Bekanntheitsgrades kommen Bewerbungen in Eigeninitiative seltener vor. Zur Ausschreibung eines offenen Postens bieten sich unterschiedliche Optionen: 

  • Schnell und kostenlos: Eine Anzeige auf der eigenen Website. So können sich Bewerber sogleich über das Franchise-Unternehmen informieren. Die Reichweite allerdings ist stark eingeschränkt. 
  • Mund-zu-Mund-Propaganda: Der eigene Bekanntenkreis lässt sich ebenso nutzen wie Netzwerke von Mitarbeitern. 
  • Online-Jobbörsen wie Monster oder StepStone, soziale Medien wie LinkedIn oder Xing können ebenso weiterhelfen wie Anzeigen in Printmagazinen – welche allerdings kostenpflichtig sind. Dies gilt auch für professionelle Personalvermittlungen, die mit einem großen Kandidaten-Pool und der Übernahme des ersten Auswahlverfahrens zwei Vorteile bieten. 
  • Schließlich können die Agentur für Arbeit sowie im Bedarfsfall Zeitarbeitsagenturen in Anspruch genommen werden. Auch Informationsveranstaltungen, Seminare oder Workshops sind Alternativen. Je breiter der Bekanntheitsgrad, desto höher die Aufmerksamkeit und damit die Anzahl der Bewerber. 

Das gewisse Extra bieten

Oft sind es Kleinigkeiten, die den entscheidenden Stein in die Waagschale werfen. Im Bereich von Fachkräften ist die globale Konkurrenz auf Arbeitsmarkt groß und ein Umzug für einen Jobwechsel nicht mehr ungewöhnlich. Wie also lassen sich wertvolle Mitarbeiter erreichen? Und wie Arbeitnehmer langfristig an das Unternehmen binden? 

  • Nicht erst seit vermehrtem Homeoffice sind flexible Arbeitszeiten aus dem heutigen Berufsalltag nicht mehr wegzudenken. Wer verschiedene Beschäftigungs- und Zeitmodelle anbietet, wird einen größeren Kreis potenzieller Bewerber ansprechen. 
  • Mitarbeiter müssen nicht ständig gelobt werden, doch Erfolge sollten honoriert werden. Wer zusätzlich Abwechslung und die Möglichkeit einer Aufstiegschance geboten bekommt, wird dem Unternehmen nicht den Rücken kehren. 
  • Als Vorgesetzter leiten, aber nicht befehlen: Studien zufolge erreichen die erfolgreichsten Führungskräfte ihre Unternehmensziele durch eine Kultur der Wertschätzung. 
  • Leistung sollte auch bezahlt werden: Sind Arbeitgeber nicht an Tarifverträge gebunden, können sie bezüglich der Gehaltsabsprache mit ihren Mitarbeitern recht frei agieren. Eine Orientierung an ortsüblichen Einkommen kann sich als hilfreich erweisen. 

Daneben lässt sich die finanzielle Situation des Angestellten durch Zusatzleistungen aufbessern: 

  • Mit Pensionsfonds oder Aktienpaketen, freien Tagen oder einem 13. Gehalt, Handys oder Firmenwagen. Auch Kindergärten für den Nachwuchs oder Extras zur Krankenversicherung werden von vielen Angestellten geschätzt. Dabei sollte das Angebot immer dem Stil des Franchise-Unternehmens angepasst sein: Wer zum Beispiel Technikartikel anbietet, sollte sich überlegen, ob Wander-Gutscheine der Philosophie entgegenstehen. 
  • Berufliche Weiterentwicklungsmöglichkeiten wie Ausbildungen und Schulungen steigern die Motivation ebenso, wie Karrierechancen und Freiräume in der Gestaltung ihrer Tätigkeiten. 
  • Schließlich gilt: Auch das Äußere zählt. Ein sauberer Arbeitsplatz, funktionierende Infrastrukturen und ansprechendes Büroequipment können mehr bewirken als man auf den ersten Blick vermutet.

Drei statt sieben W-Fragen

Im Journalismus gibt es sieben W-Fragen – wer als Franchisenehmer neue Mitarbeiter sucht, kann diese auf drei reduzieren: 

  • Wie erreicht der eigene Franchise-Betrieb eine optimale Außenwirkung? 
  • Welche Eigenschaften sollte der Bewerber erfüllen? 
  • Was sollte man seinen Angestellten bieten? 

Sind die Antworten auf diese Fragen gefunden und wird nach ihnen gehandelt, lassen sich die gewünschten Mitarbeiter finden, überzeugen und halten – für eine erfolgreiche und langfristige gemeinsame Zukunft.


Bildquelle: Unsplash.com / Amy Hirschi

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