Zum Bereich für Franchisegeber
Zum Bereich für Franchisegeber
Ratgeber
für Franchise-Interessierte

Knackpunkt Finanzierung: Wichtige Tipps vor, während und nach der Unternehmensgründung

Die Finanzierung der Unternehmensgründung stellt bei der Planung neben dem Konzept die größte Hürde für Neugründer dar. Über viele Jahre zu planen und Kosten, Einnahmen und Fluktuation zu berücksichtigen, erfordert vor allem Zeit und Geduld. Die Zahl der Unternehmensgründungen in Deutschland liegt auf einem mittleren Niveau, da in den letzten zehn Jahren die Zahl der Gründungen rückläufig war. 2012 gab es zum Beispiel 346.000 neue Existenzgründungen, von denen 17,7 Prozent mit einer neuen Erfindung oder Leistung auf den Markt kamen.

Existenzgründung in Deutschland
Quelle: http://www.heise.de

Die Finanzierung der Unternehmensgründung stellt bei der Planung neben dem Konzept die größte Hürde für Neugründer dar. Über viele Jahre zu planen und Kosten, Einnahmen und Franchising ist darunter eine beliebte Form der Existenzgründung, denn zum einen profitiert der Franchise-Nehmer von der Marke und der Größe des bestehenden Systems und zum anderen kann er flexible Entscheidungen dem Markt entsprechend treffen. Der Nehmer kauft im Prinzip eine Geschäftsidee als Lizenz und nutzt Markennamen, Marketing und Kontakte. Der selbstständige Franchise-Unternehmer investiert in das System und kann bei einigen Hausbanken auf Förderprogramme setzen und staatliche Unterstützung erhalten. Darüber hinaus gibt es die Option durch den Franchise-Geber öffentliche Fördermittel zugestanden zu bekommen, was jedoch individuell auszuhandeln ist. Die meisten Franchise-Nehmer setzen bis zu 50 Prozent auf externe Finanzierungsquellen. Der Vorteil des Franchisings sind die steuerlichen Abschreibungsmöglichkeiten, die der Franchise-Nehmer vollständig geltend machen kann. In Deutschland liegt die Anzahl der Franchise-Nehmer bei über 72.000 Unternehmen.

Bei der Finanzierung und Förderung durch staatliche oder private Einrichtungen sind die Anforderungen besonders hoch und 20 Prozent vieler Gründungen überleben keine drei Jahre, 50 Prozent keine fünf Jahre. Deshalb sind ein ausführlicher Plan und ausreichende Reserven für ein erfolgreiches Unternehmen von Anfang an essentiell.


1. Finanzplan erstellen und pflegen
1.1 Gewinn- und Verlustrechnung

Bei dem Finanzplan für die Neugründung geht es in erster Linie um die Balance von Gewinn und Verlusten. Dadurch lässt sich der Erfolg des Unternehmens messen und es ist ersichtlich woher Erfolg oder Verluste entstanden sind. Mit genauen Angaben von Quellen und Höhen können Unternehmen nachvollziehen, wie sich ihr Geschäft entwickelt und welche Maßnahmen dagegen oder dafür möglich sind. Die Gewinn- und Verlustrechnung bildet den Jahresabschluss und stellt darin Aufwendungen und Erträge gegenüber. Firmen, die ein selbstständiges Handelsgewerbe betreiben sind verpflichtet zu einer doppelten Buchführung:

  • Einzelunternehmen
  • Offene Handelsgesellschaften (OHG)
  • Kommanditgesellschaften (KG)
  • Kapitalgesellschaften (GmbH, AG)

Zusätzlich zu dieser Rechnung gibt es die Bilanz und das Konzept besagt, dass für jeden Posten in der Bilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung mindestens ein Konto existiert. Dadurch lässt sich der Erfolg des Unternehmens erstens anhand des Vergleichs von Eigenkapital zu Beginn und Ende der Periode und zweitens anhand des Vergleichs von Aufwand und Ertrag bemessen.


1.2 Liquiditätsrechnung und Zeitpläne
Dem neugegründeten Unternehmen ist es wichtig, seine Liquidität ständig aufrecht zu erhalten. Firmen, die hohe Leistungen erzielen, aber keine stabile Liquidität besitzen, können den eigenen Fortbestand nicht gewährleisten. Die Rechnung bewertet die aktuelle Liquidität oder den Liquiditätsgrad, ob die zu erfüllenden Verbindlichkeiten durch diverse Vermögensobjekte in Geld umgewandelt sein können. Eine weitere Bezeichnung dafür stellt der Deckungsgrad dar. Für Unternehmensgründer ist ein akkurater Zeitplan besonders wichtig, um die ersten Phasen der Gründung überleben zu können. In der Regel handelt es sich zunächst um die ersten sechs bis zwölf Monate, um die geplanten Einnahmen und Ausgaben und die Liquidität einschätzen zu können. Mit dem Plan kann das Unternehmen im Laufe der Monate eventuelle Defizite ausgleichen und in angemessener Zeit darauf reagieren. Viele Unternehmensgründungen hadern mit Liquiditätsschwierigkeiten, da die Einschätzung von Kapitalbedarf und Ausgaben meist zu niedrig liegen.


1.3 Kapitalbedarf und Rentabilität

Mit der richtigen Planung steht die Finanzierung auf guter Grundlage

Der Kapitalbedarf berechnet, wie viel Mittel notwendig sind, bis die Firma sich rentiert und tragen kann. Auch bei Erweiterungen oder einer Übernahme von Unternehmen braucht die Neugründung eine genaue Ermittlung des Kapitalbedarfs. Der Businessplan gibt Auskünfte über die geplanten Kosten und laufenden Ausgaben zu Investitionen, Kosten für die Gründung und die Startphase. Das Finanzpolster ist dann zu ermitteln, wenn Liquidität und Rentabilität bekannt sind. Die Rentabilitätsprognose oder Vorschau soll die Berechnung des Erfolgs über einen gewissen Zeitraum, meist drei Jahre, vornehmen. Die Ertragskraft eines Unternehmens und die Gewinnmaximierung stehen dabei im Vordergrund. Die Prognose gibt außerdem Informationen darüber, ob sich das geplante Vorhaben überhaupt rentiert und hilft, Darlehensgeber von der eigenen Idee zu überzeugen. Darüber hinaus kann die Vorschau unterstützend auf die Zielsetzung wirken und mögliche Abweichungen erkennbar machen. Die drei Jahre stellen die kritische Phase der Gründung dar, denn die Darlehenstilgung sorgt in späterer Planung für einen Anstieg der finanziellen Belastung, der zu berücksichtigen ist. Unternehmer sollten sich deshalb ausreichend Zeit für die Berechnungen nehmen.


1.4 Sicherheiten und Startkapital
Das Startkapital für die Gründung kann als Darlehen von einer Bank kommen oder über diverse Investoren, die von der neuen Idee des Unternehmens überzeugt sind. Dafür ist der Kapitalbedarf zu berechnen, der zunächst von dem Eigenkapital des Unternehmers ausgeht. Für die unterschiedlichen Gründungsformen sind verschiedene Summen notwendig; so benötigt eine GmbH mindestens 25.000 Euro Startkapital, während eine Unternehmergesellschaft (UG) nur einen Euro braucht. Die UG muss allerdings jedes Jahr eine Rückstellung von 25 Prozent des Gewinns bilden, bis die Summe für das Startkapital auf 25.000 Euro gewachsen ist.

Unternehmensgründung in Deutschland
Quelle: http://de.statista.com/

Nehmen Neugründer Kredite auf, so sind dafür meist Sicherheiten erforderlich. Einige Möglichkeiten sind Bürgschaft durch Dritte, Sachwerte, Immobilien, Wertpapiere oder Fahrzeuge. Für das Darlehensgespräch bei der Bank ist neben dem Finanzplan eine Liste der Sicherheiten notwendig, um die Kreditgeber zu überzeugen. Kredite ohne Sicherheiten gibt es bei einigen Anbietern, allerdings sind sehr strenge Bonitätsprüfungen oder sehr hohe Zinskosten möglich. Mikrokredite kommen ebenfalls in Frage, denn für diese Form des Kredites ist oft nur eine Bürgschaft als Sicherheit notwendig. Für GbRs, OHGs und KGs ist kein Startkapital notwendig.

2. Finanzierung während der Gründungsphase
2.1 Grund- und Stammkapital

Sobald die Gründung vollzogen ist, wird das Startkapital zum Stamm- oder Grundkapital. Das bedeutet, dass erst nach Eintragung in das Handelsregister Ausgaben für die Gesellschaft aus dieser Finanzierung möglich sind. Für GmbHs gilt das Stammkapital, für AGs das Grundkapital, das als Garantie für die Finanzierung herhalten muss. Mit diesem Kapital sind die ersten Anschaffungen zu tätigen und dabei ist es nicht notwendig, jederzeit die festgelegte Summe auf dem Konto vorliegen zu haben. Der Nachweis des Startkapitals ist folglich erbracht und die Arbeit kann nun richtig losgehen. Bei einer GmbH mit mehreren Gesellschaftern kann das Stammkapital unterschiedlich aufgeteilt sein, bei zwei Gesellschaftern zum Beispiel auch mit 90 und 10 Prozent.


2.2 Notwendige Verträge: Gesellschaftsvertrag, Notar, Handelsregister
Für die Gründung vieler Unternehmen, wie einer GmbH oder einer UG, bedarf es einer notariellen Beurkundung. So untersucht der Notar, ob der Gesellschaftervertrag mit gängigen Regelungen und Gesetzen übereinstimmt und erläutert, welche Punkte noch verbessert werden müssen. Die Kosten, die dafür anfallen, richten sich nach den Gebühren für:

  • Entwurf und Beurkundung des Gesellschaftsvertrages
  • Entwurf der Anmeldung und Beglaubigung der Unterschrift
  • Erstellung der XML-Daten und Übermittlung an das Handelsregister

Für die Gründung können so Kosten von rund 400 Euro zusammen kommen. Eine genaue Auflistung der Gebühren liefert das Notar- und Gerichtskostengesetz, das 2013 erneuert wurde unter diesem Link.


Der Gesellschaftsvertrag ist vor allem bei Mehrpersonengesellschaften von Bedeutung. Bei Aktiengesellschaften sind die Regelungen für den Vertrag sehr streng und lassen kaum Abweichungen zu. Im Laufe der Entwicklung sollte der Vertrag geprüft werden, falls eine Veränderung zu einer anderen Unternehmensform notwendig ist. Viele Anwälte empfehlen statische Abfindungsklauseln zu überprüfen und die gesetzlichen Musterprotokolle mit fachkundigen Beratern für das eigene Unternehmen anzupassen. Folgende Punkte fallen mindestens unter die Vertragsinhalte:

     o Nennung des Firmennamens
     o Sitz der GmbH
     o Gegenstand des Unternehmens
     o Betrag des Stammkapitals
     o Geschäftsanteile pro Gesellschafter

Der Eintrag ins Handelsregister bedeutet die faktische Gründung der GmbH und wenn alle Unterlagen vorliegen, ist dieser Vorgang meist innerhalb von zwei Wochen realisiert. Anzugeben sind:

      Gesellschaftsvertrag
      Legitimation des Geschäftsführers
      Liste der Gesellschafter
      Genehmigungsurkunde bei einer Zulassungsbeschränkung
      Versicherung der unangelasteten Einlagen
      Versicherung der Geschäftsführereignung
      Sachgründungsbericht bei Sachgründen

Weitere Hinweise gibt es unter gmbh-guide.de.

2.3 Betriebsräumlichkeiten: Bedarf, Größe, Ausstattung
Bei Auswahl der Räumlichkeiten ist es wichtig, dass die Gründer zwischen den Gründungskosten und den Investitionen unterscheiden. Die Ausgaben für Investitionen liegen oft über den Kosten der Gründung und gehören in die Bilanz des Unternehmens. Bei produzierenden Firmen sind Gewerbegebiete oft eine gute Wahl, während andere Unternehmen mit Laufkundschaft zentralere Standorte wählen. Es gibt die Möglichkeit, die Gründungszentren der Städte aufzusuchen, die oft günstigere Mieten und Angebote für Neugründer aufweisen. Ein weiterer Tipp ist es, auf aktuelle Gründungswettbewerbe zu achten, in denen mietfreie Büros oder Geschäftsräume als Preis ausgezeichnet sind. Wer über genügend Kapital verfügt, sollte nach einer gewissen Zeit über einen Immobilienkauf nachdenken und vor allem mit Blick auf die Zukunft genügend Raum oder Erweiterungen einplanen. Dafür sind jedoch meist weitere Kredite notwendig. Beim Immobilienkauf sollten Unternehmensgründer verschiedene Angebote der Kreditinstitute einholen und vor allem auf eine saubere Bilanz der Gewinn- und Verlustrechnung achten. Zu den erforderlichen Unterlagen gehören unter anderem:

      Einkommensnachweise (letzte Bilanz)
      Vermögens- und Schuldenaufstellung
      Liquiditätsplan
      Bonitätsauskünfte
      Unterlagen der gewünschten Objekte

In dieser Übersicht der weiteren notwendigen Unterlagen gibt es zusätzlich dazu Informationen zu eventuellen Zinsaufschlägen und Tipps für erfolgreiche Verhandlungen. Es ist dabei darauf zu achten, transparent und gewissenhaft mit den eigenen Finanzen umzugehen, um die Wunschimmobilie zu den passenden Konditionen erhalten zu können.


2.4 Personalbedarf und externe Kräfte
Die laufenden Kosten gehören zu den wichtigsten Faktoren, die vor der Gründung und während der Gründungsphase berücksichtigt sein sollten. Das Personal wird sich während der Entwicklung des Unternehmens erweitern und die Gehälter sind meist ebenfalls anzupassen. Gründer sollten dabei ihren Zeitplan im Auge behalten und dementsprechende Veränderungen nur im Einklang mit der Finanzierung vornehmen. Am Anfang genügen meist wenige Mitarbeiter, doch die Anmeldung bei Krankenkassen, Finanzämter und Berufsgenossenschaften kostet Zeit und die Gehälter verschlingen einen Großteil der Finanzierung. Weitere wichtige Anmeldungen sind bei der Sozialversicherung, Unfallversicherung, Krankenkasse und gegebenenfalls dem Gesundheitsamt notwendig. Die Bundesagentur für Arbeit vergibt fortlaufende Betriebsnummern, ohne die eine Anmeldung bei Krankenkassen oder Sozialversicherung nicht möglich ist.

3. Entwicklung des Kapitalbedarfs
3.1 Steuerung und Überwachung der Personalkosten

Wer auf externe Mitarbeiter und Freelancer setzt, kann anfangs sehr flexibel auf die Marktsituation reagieren und zu einem späteren Zeitpunkt in Ruhe weitere Stellen einplanen. Dies spart anfängliche Personalkosten, doch Unternehmer sollten dabei auf die Gefahr der Scheinselbstständigkeit achten. Diese liegt vor, wenn eine Person selbstständige Dienste leistet, aber das Arbeitsverhältnis tatsächlich nicht selbstständig ist, zum Beispiel wenn der Umsatz fünf Sechstel eines Auftraggebers ausmacht. Eine Möglichkeit ist es außerdem, Mitarbeiter zunächst auf Teilzeitbasis arbeiten zu lassen oder eine Förderung oder Zuschüsse zu erhalten, wenn Langzeitarbeitslose eingestellt werden.


3.2 Evaluierung von Produktionsbeginn und Markteinführung
Die Überwachung der eigenen Produkte und Leistungen sollte besonders in den ersten Monaten stattfinden. Die Evaluierung hat verschiedene Ziele und Funktionen, vor allem die Legitimität und Dokumentation des eigenen Erfolges.

Evaluierung Produktionsbeginn und Markteinführung

Dabei ist es wichtig, die Marktsituation im Auge zu behalten und vergleichende Analysen zu anderen Unternehmen und Produkten herzustellen. Für die Markteinführung ist ebenfalls der Zeitplan von Bedeutung, der den eigenen Erfolg kontrollieren soll. Je genauer und detaillierter die Untersuchung stattfindet, desto besser können Unternehmer erste Fehler oder Probleme im Ablauf korrigieren.

3.3 Marketing- und Werbekosten

Geschickt platziert und auf den Punkt gebracht, kann Werbung stark wirken

Selbst wenn das Unternehmen ein innovatives Konzept vorweisen kann, muss es erst einmal bekannt werden. Zu Beginn sollten sich Gründer auf wenige Werbemittel konzentrieren und die Zielgruppen gezielter ansprechen, um Kosten einzusparen. Eine gute Werbeidee kann sich bereits von Anfang an lohnen, während breit gestreute Werbemaßnahmen ohne Zielgruppenanalyse meist ins Leere laufen. Die Reichweite und die Effizienz sind dabei ausschlaggebend. Für Startups mit kleinem Budget bietet sich das Guerilla-Marketing an, eine Strategie, die auf Überraschung, Provokation und Witz setzt und sich mit bewusster Positionierung an Tabus Gehör verschafft. Allerdings sollten Unternehmer auf Stil und Inhalt achten, um potentielle Kunden nicht abzuschrecken. Ein Beispiel zeigt dieses Video einer DHL-Kampagne:

3.4 Einschätzung und Entwicklung der Finanzrückflüsse und Rendite
Wenn das Geschäft gut läuft und die Rückflüsse positiv sind, sollten Unternehmer trotzdem die Rendite im Blick haben. Die Amortisationsrechnung ermittelt den Zeitpunkt bis die Ausgaben der Anschaffung durch finanzielle Vorteile ausgeglichen sind oder sie sogar übersteigen. Die Rückflüsse zahlen die Kredite zurück und liefern ein Budget für zukünftige Investitionen. Die Rendite des Eigenkapitals oder Gesamtkapitals in das Unternehmen sollte größer sein, als die Kosten des Kapitals. Sonst ergeben sich kaum Gewinnausschüttungen oder Wachstum.

4.2 Förderkredite: Beispiel KfW und EIB
Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KFW) ist eine Anstalt öffentlichen Rechts und fördert Existenzgründer, Privatpersonen, Unternehmer oder öffentliche Einrichtungen. Innerhalb der ersten drei Jahre können Unternehmensgründer einen Gründerkredit erhalten, der je nach Unternehmensform eine Finanzierung bis zu 10 Millionen Euro vorsieht. Der Vorteil liegt in möglichen tilgungsfreien Startjahren und fairen Konditionen. Meist liegt die Laufzeit bei fünf bis zehn Jahren und es sind keine speziellen Sicherheiten vorgesehen. Wichtig hierbei sind ein aussagekräftiges Konzept und ein ausgearbeiteter Businessplan.

Die Europäische Investitionsbank fördert kleine und mittlere Unternehmen. Die Bank will keine Gewinne erzielen und vergibt Darlehen mit günstigen Zinsen, die nur die nötigsten Kosten abdecken sollen. Schwerpunkt liegt auf den Bereichen Energie, Infrastruktur oder Industrie. Das Projekt muss allerdings den wirtschaftspolitischen Zielen der EU dienlich sein.


4.3 Öffentliche Beteiligungsgesellschaft
In dieser Finanzierungsform nutzt diese Gesellschaft Eigenkapital oder stille Beteiligungen als Nachrangdarlehen, das dadurch Eigenkapitalcharakter erhält. Dabei setzt sich der Kapitalgeber hinter alle anderen Verpflichtungen der Firma, so dass das Darlehen vom Eigenkapital zurückgezahlt wird. Öffentliche Gesellschaften verlangen dabei meist niedrigere Rendite. Außerdem darf die öffentliche Beteiligung nicht höher sein, als das bestehende Eigenkapital. Die Gesellschafter sind meist Banken, Versicherungen oder Verbände, die dabei auf die Einflussnahme auf die Geschäftsführung verzichten, um die unternehmerische Freiheit zu gewährleisten. Beihilfen in einem Zeitraum von drei Jahren dürfen aber keine 200.000 Euro überschreiten, um einen gerechten Wettbewerb erhalten zu können.


4.4 Produkte und Geräte online leasen und Firmeninvestitionen einholen

Das Leasen von Dienstwagen ist eine übliche Praxis bei Neugründungen

Gründer können am Anfang sowohl auf Freelancer, freie Mitarbeiter und Mieträumlichkeiten setzen, als auch auf gemietete Ausstattungen. Besonders Firmenwagen, Maschinen oder weitere Einrichtungen können durch Leasing zunächst zu finanziellen Polstern verhelfen, da die Produktion der Firma mit niedrigeren Grundkosten starten kann. Das schont die Zahlungsfähigkeit und kann in vielen Fällen den Kapitalbedarf reduzieren. Unternehmer sollten dabei auf Laufzeiten und Knebelverträge achten. Wenn Firmen ihr Kapital in einem Unternehmen anlegen, ist von Investorenfirmen die Rede. Private Investoren erwerben Anteile und werden zu Miteigentümern, abhängig von der Rechtsform. Dies kann je nach Firma und Ziele einen längeren oder kürzeren Zeitraum bedeuten.

5. Fazit

Eine Neugründung ist ein komplexes und langwieriges Unterfangen, das nicht in jedem Fall zum Erfolg führt. Diverse Faktoren spielen dabei eine Rolle und viele Wirtschaftsverbände und Vereine fordern eine größere Investition und Förderungsmöglichkeiten für neue Unternehmen und kreative Startups. Der Markt lebt vom Wettbewerb und Erfinder müssen ihre eigenen Ideen nicht verkaufen, sondern können sie mit Unterstützung selbst umsetzen. Der Weg in die Selbstständigkeit schreckt viele jedoch immer noch ab und Umfragen ergaben, dass rund ein Drittel der Deutschen keine Zukunft in der Selbstständigkeit sieht. Dabei gaben 81 Prozent der Männer und 77 Prozent der Frauen die Angst vor dem Scheitern als Hauptgrund an. Die Unternehmensgründung kann mit ausführlicher Vorbereitung jedoch große Erfolge erzielen. Hilfreiche Tipps lassen sich unter akademie.de finden.

Bildquellen:
Abbildung 1: © Spectral-Design - Fotolia.com
Abbildung 2: Wikimedia.commons.org © Herranderssvensson
(CC BY-SA 3.0)

Quellen:
http://www.heise.de/resale/artikel/Geringes-Interesse-an-Selbstaendigkeit-1810442.html
http://de.statista.com/statistik/daten/studie/235702/umfrage/kosten-und-dauer-einer-unternehmensgruendung-in-deutschland/
https://www.aktuelle-bauzinsen.info/immobilien-insider/finanzierung/unterlagen-immobilienfinanzierung.html
https://www.youtube.com/watch?v=iN1gkM8hSBg&list=PLM4KfIcxSDh11cuPZT4qizrs-L48XwUHZ
http://www.rechnungswesen-verstehen.de/gewinn-und-verlustrechnung/gewinn-und-verlustrechnung-beispiel.php
http://www.akademie.de/wissen/top10-gruender-tipps
http://www.ceval.de/typo3/fileadmin/user_upload/PDFs/workpaper9.pdf
http://www.unternehmer.de/finanzen-steuern/164088-unternehmensgruendung-finanzieren
http://www.gmbh-guide.de/gruendung/anmeldung-handelsregister.html
http://www.gesetze-im-internet.de/gnotkg/BJNR258610013.html

Der Newsletter für Franchise-Gründer
Weitere Infos zu den Vorteilen des Newsletters und der regelmäßigen Inhalte für den Interessenten.

Ausgewählte Top-Gründungschancen

  • vomFASS
    vomFASS

    vomFASS

    Einzelhandelsfachgeschäft mit flüssigen Delikatessen
    Sie sind Genießer und träumen vom eigenen Geschäft mit flüssigen Köstlichkeiten für die feine Küche? Mit uns machen Sie Ihre Leidenschaft zum Beruf!
    Benötigtes Eigenkapital: 25.000 EUR
    Schnellansicht
    Details
  • TeeGschwendner
    TeeGschwendner

    TeeGschwendner

    Tee-Fachhandel
    Ein Top-Sortiment, servicebetonter Verkauf, fachmännische Beratung und höchste Qualität sind unsere Erfolgsparameter als Marktführer im Tee-Fachhandel.
    Benötigtes Eigenkapital: ab 12.000 EUR
    Schnellansicht
    Details
  • bazuba
    bazuba

    bazuba

    Handwerk & Management kombiniert – intelligente Badsanierung
    Innovative Lösungen von der Reparatur und Beschichtung von Sanitäroberflächen bis zur hochwertigen Badezimmersanierung im Bestand.
    Benötigtes Eigenkapital: ab 25.000 EUR
    Schnellansicht
    Details