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Informatives zum Risiko Betriebsunterbrechung: Ansprüche & Versicherungsschutz



Neben Cyber-Angriffen gehört die Betriebsunterbrechung zu den gefürchtetsten Risiken für Unternehmer weltweit. Das geht aus dem Allianz Risk Barometer 2019 hervor. Kommt es zu einem schädigenden Ereignis, kann die Beeinträchtigung des Unternehmens existenzbedrohende Vermögensschäden verursachen. Wie sich Franchisegeber und Franchisenehmer schützen können, wird nachfolgend thematisiert.

Das unterschätzte Risiko der Betriebsunterbrechung

Um die Bedeutung des Betriebsunterbrechungsrisikos zu verdeutlichen, lohnt sich der Blick auf die potenzielle Differenz zwischen Sach- und Vermögensschaden. Kommt es beispielsweise in der Produktion des Franchisegebers zu einem Brand, der eine unverzichtbare Maschine zerstört, würde sich der Sachschaden womöglich mit mehreren Tausend Euro in Grenzen halten. Derartige Summen lassen sich in gut geführten Betrieben problemlos auffangen. Eine Bedrohung für die Existenz ist hingegen der potenzielle Vermögensschaden, wenn die Produktion aufgrund fehlender Maschinen für mehrere Tage, Wochen oder gar Monate zum Erliegen kommt. Entgangene Umsätze in Millionenhöhe sind keine Seltenheit. Hinzu kommen die laufenden Kosten, die trotz Zwischenfall gestemmt werden müssen wie Gehälter oder Miete. Nicht zu vergessen die drohenden Verluste an Stamm- sowie Neukunden. Auch im Dienstleistungssektor, der im Franchising gängiger ist, sind derartige Szenarien denkbar. Wird ein Geschäftsführer oder Projektleiter aufgrund eines Verkehrsunfalls vorübergehend arbeitsunfähig, ist ein finanzieller Schaden zu erwarten, der weit über das schädigende Ereignis hinausgeht. Sind Dritte Verursacher des Schadens, besteht die Möglichkeit Schadensersatz zu verlangen.

Schadensersatzanspruch bei Gewinneinbußen

Vereitelt ein Schädigender Erwerbschancen eines Unternehmens, besteht ihm gegenüber ein Schadensersatzanspruch. Bestandteil dessen ist der entgangene Gewinn, welcher alle Vermögensvorteile umfasst, von denen ein Geschädigter profitiert hätte, wäre das Schadensereignis nicht eingetreten. Grundlage dieses Anspruchs ist § 252 BGB. Der entgangene Gewinn soll die Nachteile Geschädigter ausgleichen. Aufgrund der Tatsache, dass für die Berechnung die tatsächlichen Gewinne mit der hypothetischen Entwicklung verglichen werden müssen, macht die Geltendmachung äußerst schwierig. Wahrscheinlichkeiten von Geschäftsabschlüssen müssen bewiesen und schadensbedingte, entgangene Vermögensvorteile kalkuliert werden. Um zu verhindern, dass es wegen mangelnder Grundlagen für die Schadenseinschätzung zur Abweisung der Schadensersatzklage kommt, ist die Kontaktaufnahme mit erfahrenen Sachverständigen für Betriebsunterbrechungsschäden ratsam. Sie kennen potenzielle Fallstricke und sind in der Lage optimale Voraussetzungen für eine erfolgreiche Geltendmachung zu schaffen. Wie entgangener Gewinn berechnet wird, ist hier gut beschrieben.

Tipps zur Betriebsunterbrechungsversicherung

Ob sich Schadensersatzansprüche letztlich erfolgreich geltend machen lassen, hängt von diversen Faktoren ab. Um sich effektiv vor den existenzbedrohenden Risiken zu schützen, sind sowohl Franchisegeber als auch Franchisenehmer gut beraten eine Betriebsunterbrechungsversicherung abzuschließen. Bereits in unserem Ratgeber für Existenzgründer wurde erläutert, dass sie neben Inhalts- und Betriebshaftpflichtversicherung zu den drei wichtigsten betrieblichen Policen überhaupt zählt. Die Betriebsunterbrechungsversicherung hat eine wettbewerbserhaltende Funktion. Sie deckt Gewinneinbußen und laufende Fixkosten bei einer Betriebsunterbrechung ab. Der Versicherer zahlt unter anderem entgangene Gewinne, Löhne, Gehälter, Miete und übernimmt die Kosten zum Beheben von Sachschäden. Zu den versicherten Schäden zählen:

  • Einbruchdiebstahl
  • Brand
  • Hagel
  • Sturm
  • Leitungswasser

In Bezug auf die Betriebsunterbrechungsversicherung gilt eine teilweise oder vollständige Unterbrechung der Geschäftstätigkeit als Betriebsunterbrechungsschaden. Voraussetzung für eine Schadensregulierung seitens der Versicherer ist, dass es an einer versicherten Sache zu einem Sachschaden kam. Folgen darauf Gewinneinbußen, erhalten Versicherte eine Entschädigung für den Ertragsausfallschaden. Interessant ist in diesem Zusammenhang, dass Betriebsunterbrechungsrisiken immer häufiger mit Cyber-Risiken verknüpft sind. Schließlich sind IT-Ausfälle und Angriffe durch Schadprogramme häufig für Betriebsunterbrechungen verantwortlich. „So sind Cybervorfälle laut Allianz Risk Barometer der am meisten gefürchtete Auslöser von Betriebsunterbrechungen (50% der Antworten), gefolgt von Feuer/Explosion (40%) und Naturkatastrophen (38%)“, erklärt die Redaktion zur achten Umfrage der Allianz Global Corporate & Specialty (AGCS). Wie eine Schadenanalyse der AGCS aufzeigt, beinhalten fast alle großen Sachschäden inzwischen ein Betriebsunterbrechungselement, welches meist den Großteil des Schadens bestimmt.

Bedarfsgerechter Versicherungsschutz ist elementar

Betriebsunterbrechungsversicherungen unterscheiden sich hinsichtlich der versicherten Sachen, Risiken und individuellen Bestimmungen. Gleichzeitig wird zwischen Policen entsprechend der Unternehmensgröße beziehungsweise des Leistungsumfangs und Deckungssummen unterschieden:

  • KBU – kleine Betriebsunterbrechungsversicherung: Sie ist Teil der Geschäftsinhaltsversicherung und in der Regel von einer Versicherungssumme in Höhe von einer Million Euro geprägt. Ideal für kleinere Handwerksbetriebe und Ladengeschäfte. Eine bestehende Inhaltsversicherung könnte um die Betriebsunterbrechung erweitert werden. Kombinationen mit Sturm- oder Feuerversicherungen sind gleichermaßen möglich.
  • MBU – mittlere Betriebsunterbrechungsversicherung: Ab der MBU handelt es sich um eigenständige Versicherungen mit höheren Versicherungssummen. Folgekosten wie Zuschläge für Überstunden sind abgedeckt. Ratsam für den Mittelstand.
  • GBU – große Betriebsunterbrechungsversicherung: Siehe MBU. Für Großbetriebe von Vorteil.

Die Police muss optimal zum Bedarf passen, um im Ernstfall den nötigen Schutz vor existenzbedrohenden Einbußen zu gewährleisten. Womöglich ist die Versicherung spezieller Gefahren notwendig. Bei MBU und GBU lassen sich zum Beispiel Elementarschäden, die böswillige Schädigung und der Ausfall des Inhabers durch Unfälle oder Erkrankungen absichern.

Schadensminderungskosten als sinnvolles Extra

Ebenfalls eine Option: Die Aufnahme von Schadensminderungskosten in den Versicherungsschutz. Bei Schadensminderungskosten handelt es sich um Kosten, die durch schadenseindämmende Maßnahmen entstehen. Gemeint sind Aufwendungen zur Verkürzung der Unterbrechung des laufenden Betriebs. Macht das Team eines Franchisenehmers beispielsweise Überstunden, um nach dem Schadensereignis die Wettbewerbsfähigkeit aufrechtzuerhalten oder müssen vorübergehend zusätzliche Räumlichkeiten gemietet werden, zahlt die Versicherung diese Zusatzkosten.

Allgemeine Tipps zum Versicherungsschutz

Die Verpflichtung des Franchisenehmers, seinen Betrieb zu Mindestversicherungssummen gegen das Betriebsunterbrechungsrisiko abzusichern, ist für beide Vertragsparteien aus betriebswirtschaftlicher Sicht bedeutend und rechtlich relevant. Eine derartige Verpflichtung kann als Indiz für die Selbstständigkeit von Franchisenehmern betrachtet werden. Es sollte im Interesse aller Beteiligten sein, dass eine entsprechende Police zur Aufrechterhaltung des Unternehmens abgeschlossen wird. Besteht eine Gruppenversicherung seitens des Franchisegebers, könnte letzterer seinen Franchisenehmern die vertragliche Möglichkeit zur Beteiligung einräumen. Das kann die Versicherungsprämie mindern und bringt damit einen zusätzlichen Franchisesystemvorteil. Wichtig: Versicherungsschutz besteht nur an den Risikoorten, die im Versicherungsvertrag vereinbart wurden.

Empfehlenswert ist der Abschluss von Sachversicherung und Betriebsunterbrechungsversicherung bei der gleichen Versicherungsgesellschaft, weil dies die Schadensregulierung vereinfacht und beschleunigt. Sind zweierlei Versicherer zuständig, kann es passieren, dass Betriebe mit Mehrkosten konfrontiert werden.

Bildquelle: pixabay.com / paine_z


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