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Ratgeber
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Franchising: Wie die unternehmerische Selbstständigkeit für Absolventen immer interessanter wird

Für junge Absolventen einer Hochschule ist die Berufswelt ein unendlich großes Meer, ohne eine rettende Küste in Sicht. Nicht selten wälzen Studierende jahrelang die Bücher, nur um nach erfolgreichem Abschluss keinen Arbeitsplatz zu finden. Gründe für die schlechten Aussichten gibt es viele: Ein Überangebot an potenziellen Kandidaten und eine problematische Wirtschaft sind die häufigsten Ursachen dafür, dass Absolventen keinen Arbeitsplatz finden und stattdessen nicht bezahlte Praktika annehmen müssen. Viele können es sich allerdings nicht leisten, mehrere Monate oder Jahre unbezahlt zu arbeiten, schließlich müssen sie die Kosten für ihr Leben selbst tragen. Und so suchen immer mehr junge Menschen nach Alternativen. Für viele ist der Plan B der Weg in die Selbstständigkeit.


Hier hat sich in den vergangenen Jahren einiges getan. Nie zuvor war es einfacher, selbstständig zu werden. Gerade im Bereich der Heimarbeit hat sich vieles verändert. Immer mehr Menschen arbeiten beispielsweise im Bereich Marketing von zu Hause aus und sparen sich somit den Weg zur Arbeit, verlorene Stunden im Stau und Stress mit langen Arbeitsstunden. Doch auch die Selbstständigkeit hat ihre Schattenseiten: Ein erhöhtes Maß an Verantwortung und das Risiko, dass nicht alles nach Plan verläuft, ist immer vorhanden. Deshalb kombinieren einige junge Menschen den Traum von der Selbstständigkeit mit einem erprobten Geschäftskonzept, für das sie eine Gebühr zahlen. Franchising nennt sich das Ganze und es eröffnet Gründern die Möglichkeit, mit einem am Markt erprobten Geschäftskonzept selbstständig zu werden.


Franchising – das Konzept
Das Franchising soll sowohl dem Franchise-Nehmer als auch dem Franchise-Geber Vorteile bringen. Ersterer erhält die Möglichkeit, auf eigene Rechnung selbstständig zu werden. Dem Franchise-Geber dagegen werden Expansionen ermöglicht, die er alleine nur mit großem Aufwand schaffen würde. Ein Franchisekonzept kann jungen Unternehmern den Einstieg in die Selbstständigkeit erleichtern und das Risiko des Scheiterns minimieren.


Das Prinzip ist simpel: Franchise-Nehmer zahlen eine Gebühr, die ihnen das Nutzungsrecht für ein am Markt etabliertes Geschäftskonzept und damit verbundenen Produkten oder Dienstleistungen verleiht. Unternehmer haben dadurch drei große Vorteile:

  • Das Geschäftskonzept ist am Markt etabliert und besitzt einen hohen Bekanntheitsgrad; dadurch ist die Wahrscheinlichkeit des Erfolgs deutlich erhöht im Vergleich zu Unternehmensneugründungen ohne Franchise-Hintergrund.
  • Das Geschäftsmodell an sich und die Abläufe im Arbeitsalltag sind bereits bekannt und bewährt.
  • Von Seiten des Franchise-Gebers werden kontinuierlich Fortbildungen angeboten, um auch langfristig und konstant erfolgreich zu bleiben.

An wen die Lizenzen vergeben werden, variiert und liegt im Ermessen der einzelnen Franchise-Geber. Grundsätzlich gilt: Absolventen jeder Art, auch Quereinsteiger ohne einen Masterabschluss in BWL, können Franchise-Nehmer werden. Eine gewisse „Unternehmerqualifikation“ oder kaufmännische Grundausbildung sollte aber dennoch gegeben sein, sodass der Franchise-Nehmer seinen Betrieb auch selbstständig und verantwortlich führen kann.


Gleichermaßen Vor- und Nachteil sind die vertraglichen Regelungen: Franchise-Geber haben meist viele Regelungen im Bereich Dienstleistungen und Kostenteilung in puncto Public Relations und Marketing. Einerseits können Unternehmer so Synergieeffekte nutzen, Erfahrungen teilen und von besseren Einkaufskonditionen profitieren. Andererseits unterliegen sie auch strengen Systemen im Bereich Marketing, Weisung und Kontrolle, wodurch ihr unternehmerischer Entscheidungsspielraum spürbar eingeschränkt wird.


Franchising ist keine Erfolgsgarantie
Wenn sich Absolventen an dieser Stelle denken, dass sie lediglich einen Vertrag mit etablierten Größen wie Starbucks, McDonald’s, KFC und Co. abschließen müssen und schon klingelt die Kasse – ganz so einfach ist es nicht. Tatsächlich bietet das Franchising viele Vorteile, wodurch sich der Franchise-Nehmer leichter auf seinen Betrieb und seine Kunden konzentrieren kann. Gleichzeitig trägt er aber auch viel Verantwortung. Das Franchising ist außerdem bei Weitem kein Selbstläufer. Ausschlaggebend für den Erfolg sind in erster Linie der Franchise-Nehmer und alle weiteren beteiligten Personen.


Interessierte sollten sich, bevor sie sich an einen Vertrag binden, über Folgendes im Klaren sein:

  • Das Franchising ist eine Kooperation, die einer Ehe gleicht. Eine ausführliche Recherche über den Franchise-Geber und sein Leistungspaket ist Pflicht.
  • Als Informationsquellen stehen Franchise-Verbände, die Industrie- und Handelskammer sowie Handwerkskammer und Banken zur Verfügung.
  • Franchise-Nehmer sind selbstständige Unternehmer, die für das Tagesgeschäft verantwortlich sind. Ihre Aufgabe ist es, die Spielregeln des Franchise-Gebers ständig zu erfüllen.
  • Konflikte zwischen Franchise-Geber und -Nehmer können das gesamte Franchisesystem bedrohen. Wirtschaftliche Schwierigkeiten können aus der harmonischen Ehe schnell einen erbitterten Kampf machen.
  • Das Franchising an sich bietet keine Erfolgsgarantie. Betriebswissenschaftliches Hintergrundwissen ist dabei – wenngleich nicht obligatorisch – durchaus von Vorteil.


Der Aufbau mit Bürgschaften und Beteiligungen
Auch wenn Franchise-Nehmer bereits eine Erfolgsidee in der Tasche haben, benötigen sie zur Umsetzung dennoch das nötige Kleingeld - und genau das fehlt den meisten angehenden Unternehmern. Franchise-Nehmer können Unterstützung von Bürgschaftsbanken anfordern. Diese übernimmt Ausfallbürgschaften für Förderbankkredite in Höhe von bis zu 1,25 Millionen Euro. Einzige Voraussetzung ist, dass das zu finanzierende Vorhaben betriebswirtschaftlich tragfähig ist. Unternehmer können dementsprechend Bürgschaften bei ihrer Gründung, zur Finanzierung von Investitionen und Wachstumsmaßnahmen, Betriebsübernahmen sowie Mietkauf- und Leasingfinanzierungen nutzen.


Gründung mit der richtigen Finanzierung
Auf dem deutschen Markt sind derzeit mehr als 1.000 Franchise-Systeme und über 72.000 Franchise-Nehmer vertreten. Zusammen erwirtschaften sie rund 61 Milliarden Euro. Viele Gründungswillige scheitern bei der Erstellung ihres Geschäftskonzepts. Franchise-Nehmer überschreiten diese Hürde fast automatisch. Das nächste Problem ist dann die Finanzierung.


Wie zuvor erwähnt, kann auch ein hervorragendes Franchise-System nicht für Erfolg garantieren. Gründer müssen im Bankgespräch klar machen, wie sie das Konzept des Franchise-Systems langfristig erfolgreich machen können. Bei diesem Gespräch darf somit ein ausgearbeiteter Businessplan nicht fehlen. Dieser sollte in etwa Folgendes enthalten:

  • Zusammenfassung
  • Rechtsform, Eigenkapitalstruktur und weitere Gesellschafter
  • Produkte und Dienstleistungen
  • Branche und Markt
  • Marketing und Vertrieb
  • Unternehmensleitung
  • Planzahlen
  • Finanzierung


Bei der Erstellung eines Businessplans geben viele Franchise-Geber Hilfestellung. Dennoch muss der Franchise-Nehmer zeigen, warum das Franchise-Konzept am gewünschten Standort funktionieren wird und ob der Finanzplan plausibel ist.


Vergessen Sie bei der Ausarbeitung des Businessplanes nicht, dass Sie unter Umständen Möbel, Maschinen und andere Dinge anschaffen müssen – und diese müssen bestimmten Qualitätsrichtlinien des Franchise-Gebers genügen. Werfen Sie einen Blick in das Verzeichnis der Maschinenhersteller aus Deutschland und machen Sie sich mit dem Angebot der Maschinenhersteller aber auch anderen Unternehmen, von denen Sie Möbel und andere Dinge kaufen könnten, vertraut.


Bei diesen 5 Punkten sollten Franchise-Nehmer skeptisch sein:

  1. Neuheit: Neue Franchise-Systeme wirken attraktiv, ihr Konzept ist aber meist nicht erprobt. Die Gefahr vor dem Scheitern ist hier entsprechend groß.
  2. Fehlendes Pilotprojekt: Kann der Franchise-Geber keine Pilotprojekte vorweisen und wirtschaftliche Eckdaten vorlegen, ist Vorsicht geboten.
  3. Keine Referenzen: Weigert sich der Franchise-Geber, Referenzen zu nennen, sollten Absolventen das Angebot direkt ablehnen.
  4. Ohne Franchise-Handbuch: Seriöse Franchise-Geber dokumentieren ihre Geschäftsidee und bieten dieses Handbuch ihren Franchise-Nehmern an.
  5. Zeitdruck: Niemand sollte sich unter Druck setzen lassen, einen Franchising-Vertrag zu unterschreiben. Nehmen Sie sich Zeit und prüfen Sie das Angebot sorgfältig.


FAQ - Häufig gestellte Fragen

Habe ich als Franchise-Nehmer eine höhere finanzielle Sicherheit als andere Existenzgründer?

Im Grunde haben Neulinge, die sich einem professionellen und organisierten Franchise-System anschließen, höhere Erfolgsausschichten als unabhängige Gründer. Dieser Vorteil wird, wie zuvor erwähnt, auch von Kreditinstituten anerkannt.


Wie hoch sind die Einstiegsgebühren?

Die Höhe der Einstiegsgebühren variiert sehr stark, sodass diese Frage für jedes einzelne Franchise-Konzept individuell beantwortet werden muss.


Muss ich weitere Gebühren an den Franchise-Geber zahlen?

Zusätzlich zu den Einstiegsgebühren fallen laufende Gebühren an, die meist zwischen 1 und 15 Prozent des Netto-Umsatzes pro Monat liegen. Auch hier gibt es aber starke Unterschiede zwischen den einzelnen Franchise-Gebern.

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