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Ratgeber
für Franchise-Interessierte

Franchising in Deutschland

Was bedeutet eigentlich Franchising?
Die Vertriebsform stammt ursprünglich aus den USA, doch das Wort „Franchise“ hat seinen Ursprung aus dem Französischen: Unter einer ‚Franchise‘ verstand man das Privileg, gegen Entgelt die Produktion oder den Handel mit bestimmten Waren zu betreiben. Auch heute geht es um die Gewährung von Wirtschaftrechten an Dritte. Diese Rechte werden in einem Vertrag – dem so genannten Franchise-Vertrag geregelt. Der Franchise-Geber gewährt seinen Franchise-Nehmern das Recht, Zugang zu seinen System-Leistungen zu erhalten. Diese Leistungen beinhalten in der Regel die Unterstützung beim Aufbau des lokalen Franchise-Betriebes durch den Franchise-Nehmer, Unterstützung in Marketing-Fragen und Zugang zu den Produkten und Dienstleistungskomponenten, die dann durch den Franchise-Nehmer am Markt vertrieben werden sollen.


Für die Vorarbeiten, die der Franchise-Geber zum Aufbau dieses Geschäftskonzeptes erbringen musste und für die kontinuierliche Unterstützung des Franchise-Partners leistet der Franchise-Nehmer im Gegenzug an den Franchise-Geber einmalige und laufende Entgelte. Bei den laufenden Entgelten handelt es sich zumeist um monatliche Beträge die prozentual um Umsatz gekoppelt sind, es können aber auch feste monatliche Beträge sein.


Institutionen
Franchising in Deutschland wird von unterschiedlichen Organisationen gefördert und unterstützt. Neben dem Deutschen Franchise-Verband (DFV), der sich als Repräsentant der deutschen Franchise-Wirtschaft gegründet hat, versteht sich der Deutsche Franchise-Nehmer-Verband (DFNV) als Interessenvertretung der Franchise-Nehmer in Deutschland.


Für die Unterstützung beim Aufbau von nationalen und internationalen Unternehmen, die innerhalb Deutschlands als Franchise-Geber auftreten wollen oder für Personen, die planen, als Franchise-Nehmer ein passendes Franchise-System zu finden, steht der Deutsche Franchising Service (DFS) mit seinen bundesweiten Geschäftsstellen zur Verfügung.
Darüber hinaus wird die Idee des Franchisings von regionalen Industrie- und Handelskammern (IHK) sowie lokalen Wirtschaftförderungsämtern mittels Vorträge und andere Veranstaltungen gefördert. Der Franchise-Interessierte kann in Deutschland wichtige Informationen über das Internet beispielsweise über ‚wiki-franchise.de‘ oder dem ‚franchiseportal.de‘ erhalten oder er greift auf die Fachzeitschrift ‚FranchiseErfolge‘ zurück.


Franchising in Zahlen
Der enorme Anstieg an Franchise-Systemen in Deutschland wird sich sicherlich in den nächsten Jahren beruhigen. Obwohl innerhalb der letzten 10 Jahre die Zahl der in Deutschland tätigen Franchise-Systeme von 600 auf über 900 Franchise-Systeme angewachsen ist und auch die Anzahl von Franchise-Nehmern im gleichen Zeitraum einen Zuwachs von fast 100%(!) verzeichnen konnte, wird eine gewisse Bereinigung auf dem deutschen Franchise-Markt zu verzeichnen sein. Die Zukunft wird Franchise-Systemen gehören, die sich sowohl sehr intensiv bei der anfänglichen Markteinführung Ihrer Franchise-Nehmer kümmern als auch betreuend bei der Umsetzung der erforderlichen Marketing-Aktivitäten seinen Franchise-Nehmern zur Seite stehen.


Innerhalb der unterschiedlichen Branchen behält der ‚Dienstleistungsbereich‘ mit einem Anteil von gut 50% weiterhin die Oberhand und wird diese Führungsrolle auch in der Zukunft sicherlich noch weiterhin ausbauen können. Der Bereich ‚Handel‘, mit einem Anteil von derzeit fast 30%, wird auch in Zukunft seiner Rolle als zweitgrößte Branche im Franchising gerecht werden, den die Kauflust bleibt trotz des stets „pessimistischen“ Deutschen auf einem respektablen Niveau aufrecht. Der ‚Handwerksbereich‘ (8%) hat es dagegen am schwierigsten. Bestehende Einschränkungen durch die deutsche Handwerksordnung sowie Auflagen der Handwerkskammern behindern nach wie vor ein Wachstum der Handwerksbranche in der deutschen Franchise-Wirtschaft. Das ‚Gastgewerbe‘ (11%) wiederum erfreut sich steigender Beliebtheit, und stets neue Konzepte aus der System-Gastronomie werden das Bild an Franchise-Systemen in Deutschland weiter bereichern.


Die Eröffnung eines Franchise-Betriebes ist für einen Franchise-Nehmer jedoch mit nicht geringen Investitionskosten verbunden. In den meisten Fällen (45%) betragen diese bis zu 50.000 €. Bei ca. 22% der Franchise-Systeme müssen vom Franchise-Nehmer zwischen 50.000 und 100.000 € und bei rund 28% der Systeme über 100.00 € investiert werden.


Die Einstiegsgebühren, die ein Franchise-Nehmer zu entrichten hat, sind dabei sehr unterschiedlich. Rund 15% der Franchise-Systeme verlangen keine Einstiegsgebühr, und der größte Anteil (45%) fällt auf Systeme, bei denen die Einstiegsgebühr nur bis 10.000 € beträgt. Immerhin verlangen ca. 10% der Systeme eine Einstiegsgebühr von über 20.000 €, während bei 30% der Systeme die Einstiegsgebühr zwischen 10.000 € und 20.000€ liegt.


Franchise-Recht in Deutschland
Obgleich Deutschland zu den Ländern gehört, die für seine Bürger sehr viele Gesetzte und Verordnungen erlassen hat, gibt es in der Gesetzgebung kein spezielles Franchise-Recht. Wichtigstes Fundament in der Beziehung zwischen Franchise-Geber und Franchise-Nehmer stellt der Franchise-Vertrag dar. In ihm sind die Rechte aber auch die Pflichten sowohl für den Franchise-Geber als auch für den Franchise-Nehmer geregelt. Da die Kosten eines Rechtsstreites in Deutschland recht hoch ausfallen können, werden die Vorlagen eines solchen Franchise-Vertrages zumeist in Zusammenarbeit mit spezialisierten Anwälten ausgearbeitet. Und auch vor Unterzeichnung dieses Vertrages behält sich nicht selten ein Franchise-Nehmer die Prüfung dieses Vertrages durch einen Anwalt seines Vertrauens vor.


Doch auch in der teils mehrwöchigen Phase vor dem Vertragsabschluss hat der Franchise-Geber so genannte vorvertragliche Pflichten gegenüber den einzelnen Franchise-Interessenten zu erfüllen. Diese schlagen sich in der so genannten vorvertraglichen System-Information nieder, in welcher der Franchise-Geber alle entscheidenden Informationen darlegen muss, die es einem Franchise-Interessenten ermöglichen, sich ein aussagekräftiges Bild von seinem künftigen Franchise-Geber machen zu können. Diese Information kann sehr umfangreich sein, schützt aber beide Seiten vor Missverständnisse während der Vertragsschließung.


Kulturelle Besonderheiten in Deutschland
Es ist gemeinhin bekannt, dass der Deutsche sehr viel mehr Vorschriften oder Verordnungen benötigt, als dies in anderen Ländern der Fall ist. Der Straßenverkehr in Marseille oder Kairo verläuft beispielsweise nicht schlechter, als der in Berlin oder Hamburg, aber es werden in Deutschland eine weitaus höhere Zahl an Ampeln, Schildern oder Fahrbahnmarkierungen benötigt, damit der Verkehrsfluss auf Deutschlands Straßen funktioniert. Auch gehört es zur deutschen Mentalität, dass der Deutsche sich immer irgendwie ein Stück weit benachteiligt gegenüber seinen Mitmenschen fühlt.


Für ausländische Unternehmen, die ihr Franchise-Konzept in Deutschland etablieren wollen, bedeutet dies, dass sie sicher viel mehr Informations-Unterlagen, Handbücher, Musterberechnungen oder Vertragsvorlagen vorbereitet haben müssen, als sie dies vielleiht in ihrem eigenen Land hätten tun müssen. Auch bei der Vorbereitung künftiger Vertriebs-Gebiete in Deutschland, die den künftigen Franchise-Nehmern angeboten werden, erwartet ein künftiger Franchise-Nehmer in Deutschland von seinem ausländischen Franchise-System ein sehr hohes Maß an Ausgewogenheit.


Wenn diese Voraussetzungen in erforderlicher Art und Weise vorliegen, kann man sich aber als ausländischer Franchise-Geber an andere typisch deutsche Tugenden erfreuen: dazu gehören beispielsweise ein hohes Maß an Fleiß, Zuverlässigkeit und der ausgeprägte Wille zum Erfolg.


Zukunftsaussichten
Der Anteil an älteren Menschen wird in den nächsten Jahren in der Bundesrepublik Deutschland spürbar zunehmen. Viele dieser Älteren sind und waren die treibende Kraft für den wirtschaftlichen Aufschwung und Erfolg der letzten Jahrzehnte. Die von ihnen verdienten Löhne und Gehältern wurden nicht nur für den Konsum ausgegeben, sondern es wurden auch erhebliche Sparrücklagen gebildet, die diesen Menschen in ihrer nachberuflichen Phase nun zur Verfügung steht. Diese überaus respektable Kaufkraft steht in den nächsten Jahrzenten selbstverständlich auch der Franchise-Wirtschaft zur Verfügung, wobei hier naturgemäß altersgerechte Dienstleistungen nachgefragt werden oder sogar noch weitere Dienstleistungen entwickelt werden müssen.


Insbesondere im Gesundheits- und Pflegebereich, aber auch im Bereich Energieeinsparung und Ausweitung der individuellen Bildung werden künftige Franchise-Systeme zu finden sein. Ob im häuslichen Pflegebereich, der Ausweitung altersgerechter Weiterbildungsmöglichkeiten, Schulungen für die einfache Anwendung moderner Kommunikationsmittel oder der Unterstützungen bei der Modernisierung und Energieeinsparungen im Wohnbereich - das Feld an Möglichkeiten an den künftig nachgefragten Dienstleistungen kann hier nur unvollständig aufgeführt werden und lässt ein weiteres Wachstum insbesondere der Dienstleistungsbranche in der deutschen Franchise-Wirtschaft weiter optimistisch erscheinen.

25.05.09 ©opyright Deutcher Franchising Service e.G. (DFS)

Stefan Neumann
Vorstandvorsitzender des Deutschen Franchising Service eG (DFS)

©copyright 25.05.09

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