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Franchise-Gebühren und Investitionen – Es gibt nichts geschenkt

Für einen Franchisenehmer entstehen neben den normalen Aufwendungen auch Kosten für die Inanspruchnahme des Franchise-Systems. Neben der Startinvestition müssen zusätzlich monatliche Zahlungen an den Franchisegeber entrichtet werden, für die entsprechende Leistungen in Anspruch genommen werden können. Welche Gebühren und Gegenleistungen im Franchising üblich sind, wird in folgendem Artikel dargestellt.


Bild: Bei Franchise-Gebühren steht die Höhe der Zahlungen meist im Zusammenhang mit den erhaltenen Leistungen – Vergleiche sind hier also sinnvoll. Bildquelle: Trueffelpix – 243827908 / Shutterstock.com


Gebühren, die von Franchisepartnern zu zahlen sind:

  • Eintrittsgebühren (Startinvestition)
  • Laufende Franchise-Gebühren
  • Evtl. monatliche Werbegebühren
  • Evtl. „Verdeckte Gebühren“


Franchise-Nutzer sind selbstständige Unternehmer und tragen somit die Verantwortung für ihren Betrieb selbst. Auf der anderen Seite erhalten sie vom Lizenzgeber Unterstützung in unterschiedlichen Bereichen. Dazu gehören nicht nur die Überlassung des Markennamens, sondern auch eine Reihe weiterer Leistungen über Schulungen bis hin zur Geschäftsausstattung.


Verdeckte Gebühren
Den Bedarf für Büroartikel oder Ähnliches deckt der Franchisegeber oft in großer Stückzahl über den Großhandel, dank Seiten wie Kopierpapier.de ist dies sogar bequem vom PC aus möglich, und beliefert damit seine Franchisenehmer. Hierdurch entstehen eventuell Kostenvorteile für die Partner, die von den bestehenden Distributionswegen profitieren können. Der Franchisegeber kann hingegen aus sogenannten "Kick-Backs" der Lieferanten Nutzen ziehen, die aus möglichen Boni, Skonti oder Rückvergütungen bestehen können.


Reicht der Franchisegeber etwaige Einkaufsvorteile nicht weiter, können diese darüber hinaus als „verdeckte Gebühren“ bezeichnet werden. Eine rechtliche Pflicht für die Weiterleitung diverser Einsparungen besteht nicht, außer es ist im Franchise-Vertrag festgehalten.


Oftmals verdient der Franchisegeber hier also mit. Gleiches kann z.B. auch für die Miete des Standortes gelten. Wenn dadurch andere Gebühren sinken, kann der Franchisenehmer hiervon allerdings profitieren – Transparenz beim Lizenzgeber vorausgesetzt.
Je nach Franchise-System und Partner können die Ausgaben für die Lizenz in verschiedenen Größenordnungen angesetzt sein. Unterschiedlich und abhängig von den angebotenen Leistungen stellen sich ebenso die laufenden Gebühren dar. Ein Vergleich der Kosten und Leistungen des Franchisegebers empfiehlt sich demnach unbedingt. 


Startinvestition
Die Startinvestition, auch Einstiegs- oder Eintrittsgebühr genannt, stellt eine Vergeltung für den Franchisegeber und dessen Entwicklungskosten des Systems dar. Ebenso werden hierdurch in vielen Fällen die Kosten für Eröffnung und Inbetriebnahme des konkreten Unternehmens des Franchisenehmers, zumindest anteilig, gedeckt.


In der Regel beläuft sich die einmalige Investition auf 5.000€ bis 15.000€. Allerdings kann dieser Betrag bei einzelnen Franchise-Systemen bis zu 75.000€ und mehr erreichen. Zu beachten ist, dass die Eintrittsgebühr meist nicht zurückgefordert werden kann, wenn der Franchise-Vertrag vorzeitig beendet wird, da die Leistung im Vorfeld der Partnerschaft erbracht wird. Freilich wird dieser Umstand aber grundsätzlich in den Franchise-Verträgen festgehalten.


Auf der anderen Seite gibt es dagegen genauso Lizenzgeber, die keine oder nur eine geringe Einstiegsgebühr verlangen. Eventuell muss man in dem Fall jedoch höhere laufende Gebühren zahlen oder erhält eine geringere Gegenleistung. Zu den Leistungen, die Franchisegeber nach erbrachter Einstiegsgebühr anbieten, zählen:

  • Die Entwicklung und Überlassung der Corporate Identity und des Corporate Design
  • Die Bereitstellung von Inventar und Betriebsmitteln
  • Die Beteiligung am Aufbau und der Planung des Betriebes
  • Eine Standortberatung und einhergehender Gebietsschutz
  • Die Organisation von Basisschulungen
  • Die Überlassung von Know-how
  • Die Erstellung von Handbüchern


Durch die Startinvestition wird der Franchisegeber Nutznießer einiger Vorzüge, die ihm einen Wettbewerbsvorteil einbringen können. Je mehr Vorteile entstehen, desto höhere Einstiegsgebühren sollte man bereit sein, zu zahlen. Durch die Eingliederung in das Franchise-System erhält der Unternehmer die Möglichkeit, das Unternehmenskonzept umzusetzen sowie vorhandenes Marketing zu nutzen.


Darüber hinaus wird ihm das nötige Know-how geliefert, wodurch der Unternehmensstart ermöglicht und vereinfacht wird. Der Gebiets- bzw. Expansionsschutz verhilft zur Erschließung des Marktes ohne „hauseigene“ Konkurrenz, da der Franchisegeber sich verpflichtet, keine eigenen Betriebe in der Nähe zu errichten oder weitere Franchisenehmer in dem Gebiet zuzulassen.
 
Durchschnittliche Eintrittsgebühren

Bild: Durchschnittliche Eintrittsgebühren für Franchisenehmer in Deutschland 2009 - 2015


Laufende Franchise-Gebühren

Nach der Integration des Franchisenehmers in das Franchise-System sind periodische Zahlungen an den Geber der Lizenz zu leisten. Die laufenden Gebühren sind in der Regel vom Franchisenehmer monatlich zu entrichten, aber es sind ferner andere Regelungen wie Quartalszahlungen o.Ä. möglich. Je nach erbrachter Leistung und der Branche, in der der Franchisegeber tätig ist, fallen die laufenden Gebühren unterschiedlich hoch aus.


Die Zahlungen orientieren sich meist am Umsatz, können andererseits aber auch als fixe Monatsbeträge festgeschrieben sein. Übliche Monatsbeträge liegen normalerweise bei 50 bis 500€. Bei der Umsatzbeteiligung liegt die Spannweite bei 1-12% Prozent des Umsatzes. In der Regel wird eine Gebühr von etwa 4-5 % erhoben und ein Mindestbetrag festgelegt.


Liegen die zu leistenden Gebühren in keinem angemessenen Verhältnis zu der vom Franchisegeber erbrachten Leistung, können die Vereinbarungen zur Franchise-Gebühr nach § 138 BGB rechtswidrig und somit nichtig sein. Zu den Leistungen, die Franchisegeber fortlaufend anbieten, zählen:

  • Die Weiterentwicklung des Know-how und des Sortiments bzw. der Dienstleistungen
  • Eine stetige Beratung und Qualitätssicherung
  • Die Bereitstellung von Weiterbildungsmaßnahmen
  • Eine Markt- und Wettbewerbsanalyse
  • Verschiedene Statistiken, Erfolgsrechnungen und Betriebsvergleiche
  • Die Bereitstellung des Marketings- und Vertriebskonzeptes
  • Eine eventuelle Pflege der IT-Systeme
  • Die Ergänzung der Handbücher


Werbegebühren
Manche Franchisegeber erheben separat zu den monatlichen Kosten fortlaufende Werbegebühren, wenn diese nicht in den Franchise-Gebühren enthalten sind. Diese Kosten für Marketing und PR finanzieren auch regionale, aber vorrangig überregionale Werbemaßnahmen. Ähnlich wie bei Franchise-Gebühren werden die Werbegebühren meist anteilig berechnet und liegen im Bereich von 1-3% des Umsatzes.
 
Durchschnittliche Franchisegebühren

Bild: Durchschnittliche Franchise-Gebühren für Franchisenehmer in Deutschland 2009 - 2015


Dank Franchising in die Selbstständigkeit

Der Weg in die Selbstständigkeit ist mit einigen Hürden verbunden und die Nutzung eines Franchise-Systems kann die bestehenden Widerstände eventuell verringern. Die Nutzung von externem Know-how und einer bekannten Marke bringt Vorteile mit sich, die man bei der kompletten Neugründung eines Unternehmens nicht hat.


Andererseits muss man bei der Partizipation an einem Franchise-System beachten, ob die zu zahlenden Beiträge in einem angemessenen Verhältnis zur erlangten Gegenleistung stehen. Ebenfalls nicht außer Acht lassen darf man bei der Berechnung der Kosten die eigenen Lebenshaltungskosten sowie die Anlaufkosten bis zur Erreichung der Gewinnzone.


Die Höhe der Investitionen variiert stark je nach Branche und Franchisegeber, so dass eine große Spanne möglich ist, mit der man beim Einstieg rechnen kann bzw. muss. Die meisten Investitionen liegen allerdings unter 50.000€, aber es sind selbst Größenordnungen von über 200.000€ möglich.


Ein Großteil der Franchisenehmer legt überdies eine Mindesthöhe des Eigenkapitals fest, die bei den meisten Systemen bei mindestens 25.000€ liegt, bei manchen aber auch bei bis zu 50.000€. Dafür erhält man hingegen ein erprobtes Geschäftskonzept, dass sich bereits bewährt hat, so dass das Risiko des Scheiterns geringer ausfällt als bei der Gründung eines Start-ups. Trotz der Vorteile, die das Franchising bietet, herrscht momentan in Deutschland ein Mangel an Franchisepartnern.


Bildquelle: Trueffelpix – 243827908 / Shutterstock.com

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