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Finanzierung einer Existenzgründung im Franchising

Klaus Lockemann: Grüß Gott und herzlich willkommen. Ich bin ab sofort online und freue mich auf Ihre Fragen. Klaus Lockemann

Leser: Wir möchten ein Wellness-Studio eröffnen mit Heilpraktiker und med. Fußpflege. Die Investionssumme beläuft sich auf 75.000 € bei 7.000 € Eigenkapital. Wir finden keine Bank die uns Finanziert? Können Sie eine Bank nennen? Was können wir tun? Mit freundlichen Grüßen B.Ludwig

Klaus Lockemann: Guten morgen. Da ich nicht weiß, wo Ihre Investitionen gemacht werden, kann ich nicht so einfach ein Geldinstitut empfehlen. Mehr als 90% aller Gründungen werden zurzeit von den Sparkassen und den Volks- und Raiffeisenbanken finanziert. Neben Ihrer Hausbank, sollten Sie u.U. diese Geldinstitute anfragen. Sie benötigen einen prof. Businessplan mit Prognoseberechnungen und Investitionsplan. Aus diesem geht hervor, wofür Sie wie viel Geld benötigen. Des Weiteren brauchen Sie auch evtl. Sicherheiten für die Kreditsumme. Als Eigenkapital sollten sie ca. 15% bis 20% der Investitionssumme nachweisen können.

Leser: Guten Morgen Herr Lockemann, ich habe eine interessante Geschäftsidee, eine einprägsame Marke und erste potentielle Kunden. Allerdings besitze ich nach längerer Arbeitslosigkeit kein Geld und schleppe noch einen alten Schufa-Eintrag mit mir herum. Ein Kredit in Höhe von 10.000 EUR würde mir bereits helfen. Was soll ich tun?

Klaus Lockemann: Für ‚Kleinstgründungen’ hat die KfW-Mittelstandsbank zwei Förderprogramme heraus gebracht. Sie können bei dieser Investitionssumme (10.000,00 EUR) z.B. das MicroDarlehen beantragen. Dieses Programm kann bis max. 25.000,00 EUR Ihrer Gründung finanzieren. Allerdings ist der Schufa-Eintrag u.U. ein Ablehnungsgrund. Sprechen Sie zuerst mit Ihrer Hausbank und erläutern Sie Ihrer Hausbank das Vorhaben und den Eintrag bei der Schufa. Auch hier benötigen Sie den Businessplan, Prognoseberechnung, etc. Nähere Infos über das MicroDarlehen können Sie auf der Homepage der KfW-Mittelstandsbank entnehmen (www.kfw-mittelstandsbank.de).

Leser: Hallo Herr Lockemann, wir benötigen 75.000 € haben 7.000 € Eigenkapital und finden keine Finanzierung?

Klaus Lockemann: Hallo, ich glaube diese Frage ist doppelt gestellt worden. Meine Antwort habe ich schon oben gegeben (erste Frage).

Leser: Wie lange wird es Überbrückungsgeld, Ich-AGs und Minijobs bei einem Regierungswechsel noch geben? Muss ich mich mit der Beantragung beeilen oder habe ich bis zum Jahresende Zeit?

Klaus Lockemann: Da ich heute noch nicht absehen kann, wann und ob überhaupt eine Regierungswechsel stattfinden wird, kann ich nicht so einfach eine Prognose abgeben. Ich gehe davon aus, dass das Überbrückungsgeld bis Ende dieses Jahres noch geben wird. Des Weiteren kann ich mir vorstellen, dass bei einem evtl. Regierungswechsel noch eine so genannte Überbrückungsphase (Überbrückungszeit) gibt. Vielleicht kann Ihnen aber die Agentur für Arbeit (alt: Arbeitsamt) weitere Auskünfte geben.

Leser: Sehen Sie Chancen, ein vielversprechendes junge Franchisesystem – Zentrale inklusive FN-Betriebe – mit Venture Capital zu finanzieren?

Klaus Lockemann: Die Erfahrung aus der Vergangenheit hat gezeigt, dass leider kein Venture-Capital im Bereich Franchising gegeben worden ist. Dies hat mehrere Gründe. Venture-Capital wird vorwiegend in Forschung, Entwicklung und andere Bereiche gegeben. Teilweise sind auch die Investitionssummen für die Venture-Vapital-Geber zu klein, so dass ein erhöhter Aufwand entsteht und damit ein zu kleiner Gewinn für die VC-Geber anfällt. Ich kann Ihnen hier leider nur wenig Hoffnung machen.

Leser: kein eigenkapital, weil arbeitslos aber nicht ideenlos – was raten Sie?

Klaus Lockemann: Es kommt auf die Investitionssumme an. Grundsätzlich, sollten Eigenkapital bzw. Eigenmittel vorhanden sein. Für fehlende Sicherheiten können Sie u.U. eine Haftungsfreistellung (je nach Bundesland) oder eine Ausfallbürgschaft beantragen. Für kleinere Gründungen können Sie entweder das MicroDarlehen (max. 25 TEUR) oder das StartGeld (max. 50 TEUR) der KfW-Mittelstandsbank über Ihre Hausbank beantragen. Auf jeden Fall sollten Sie zuerst immer den Kontakt zu Ihrer Hausbank suchen. Anschließend müssen Sie einen detaillierten Businessplan erstellen und diesen Ihrer Hausbank vorlegen. Sollten Sie nicht weiter kommen, empfehle ich Ihnen prof. Hilfe durch einen seriösen Berater. Aber, ….. dieser kostet Geld.

Leser: Mein Lizenzgeber rekrutiert noch immer Lizenznehmer, nimmt die Gebühr, hält aber keinen im Vertrag festgelegten Punkt ein. Wie kann man sich wehren?

Klaus Lockemann: Leider hat Ihre Frage mit dem heutigen Thema ‚Finanzierung’ wenig zu tun. Mein Tipp: Kontaktieren Sie einen Rechtsanwalt, der sich mit dem Franchise-Recht gut auskennt. Wenn Sie keinen entsprechenden Rechtsanwalt kenn, so kontaktieren Sie mich per Email (sv-lockemann@t-online.de), damit ich Ihnen eine Empfehlung in Ihrer Nähe aussprechen kann.

Leser: Welche ersten Schritte empfehlen Sie im neuen Land im Rahmen von Internationalisierungs-Strategien? Wo sehen Sie die hauptsächlichen Erfolgsfaktoren?

Klaus Lockemann: Zu diesem Thema (leider wieder nicht Finanzierung) hat Herr Kirst am 22.04.05 einen Live-Chat gehabt. Vielleicht finden Sie im Protokoll eine Antwort auf Ihre Frage. Ansonsten empfehle ich Ihnen, sich mit Herrn Kirst in Verbindung zu setzen. Mit Sicherheit können Ihnen auch unsere Verbände (DFNV e.V. und DFV e.V.) weiterhelfen. Die entsprechenden Kontaktdaten finden Sie hier im Franchiseportal.

Leser: Hallo Herr Lockemann, da Sie den Businessplan ansprechen. Kann man den selbst erstellen bzw. wo kann ich das lernen? Gruß M.R.

Klaus Lockemann: Zu diesem Thema gibt es gute Fachliteratur und Software, die Sie erwerben können. Aber aufpassen! Einen Businessplan mit allen wichtigen Punkten zu erstellen, ist nicht ganz einfach. Sie sollten sich prof. Hilfe durch einen seriösen Berater bedienen. Dieser kostet zwar Geld, aber diese Investitionen lohnen und rentieren sich. Die zuständige IHK bzw. HWK kann Ihnen evtl. bei der Suche nach einem Berater behilflich sein. Vielleicht kann Ihnen Ihre Hausbank sogar eine Empfehlung aussprechen.

Leser: Was ist von dem Angebot eines Maklersystems zu halten, das die Hälfte der Vermittlungsprovision des Franchisenehmers einbehält? Sind solche Geschäftspraktiken seriös?

Klaus Lockemann: Es ehrt mich, dass heute viele Fragen auch außerhalb des Themenbereichs ‚Finanzierung’ gestellt werden. Aber ich bitte um Verständnis, dass hier und heute vorwiegend das Thema Finanzierung behandelt werden muss. Deshalb nur eine kurze Antwort: Kontaktieren Sie mich später über Email, damit Ich ihnen weiterhelfen kann.

Leser: Können Sie mir die im Shop des FranchisePORTAL angebotene Software BizOne für die Erstellung von Businessplänen empfehlen? Gruß M.R.

Klaus Lockemann: Es gibt eine Vielzahl von Software, mit der Sie einen Businessplan erstellen können. Deshalb kann ich nicht alle Software-Produkte persönlich kennen. Die von Ihnen genannte Software habe ich nicht geprüft, so dass ich Ihnen keine Aussage über das Produkt machen kann.

Leser: Gibt es staatliche Förderung für eine GbR mit mehreren Gründern? Ich habe in einem anderen Internetforum gelesen, dass Fördermittel nur bei einem Anteil von 50% gewährt werden.

Klaus Lockemann: Die GbR ist nichtsweiter, als der Zusammenschluss von mehreren Einzelfirmen. Bei den entsprechenden Einzelfirmen (Personen) gibt eine Vielzahl von so genannten Personenförderprogrammen. Diese könnten entsprechend beantragt werden. Nur ein Beispiel, wo die Beteiligung weit unter 50% liegt, ist bei dem Förderprogramm ‚StartGeld’ der KfW-Mittelstandsbank. Da ich nicht weiß, im welchen Bundesland Sie eine Gründung beabsichtigen, kann ich leider keine Aussage über die regionalen Förderprogramme machen. Des Weiteren kenne ich auch nicht den Finanzierungsbedarf. Aber die Aussage, dass mind. 50% Beteiligung vorhanden sein muss, bezweifle ich sehr. Ich persönlich habe eine GbR beraten, mit 3 Partnern, jeder 33,33% und jeder hat eine entsprechende Förderung erhalten.

Leser: Hallo, wie ist die Einstellung der Franchisegebern gegenüber Arbeitslosen? Ist sie von Vorurteilen geprägt oder sieht man in der Arbeitslosigkeit eine Rekrutierungschance?

Klaus Lockemann: Viele Franchisen-Geber und auch ich, haben keine Vorurteile. In der heutigen Zeit kann es sehr schnell passieren, dass jemand ungewollt arbeitslos wird. Fast ca. 50% meiner Klienten sind leider arbeitslos und beziehen Arbeitslosen- bzw. Überbrückungsgeld. Auch die Geld- und Förderinstitute haben diesbezüglich keine Vorurteile. Und für viele Arbeitslosen ist der Schritt in die Selbständigkeit der ideale Ausweg. Gerade das Franchising bietet hier hervorragende Möglichkeiten (Consulting, Schutz, Unterstützung, u.v.m), was auch von den Geld- und Förderinstituten positiv bewertet wird.

Leser: Welches Förderinstrument des Arbeitsamtes (Überbrückungsgeld, Ich-AGs und Minijobs) ist am erfolgreichsten?

Klaus Lockemann: Welche Förderung Sie von der Agentur für Arbeit (Arbeitsamt) in Anspruch nehmen, muss für Sie persönlich herausgefiltert werden. So kann es sein, dass entweder die ICH-AG oder das Überbrückungsgeld für Sie in Frage kommt. Ich kann Ihnen nur meine Erfahrung hier wiedergeben: Fast 99% meiner Klienten beantragen das Überbrückungsgeld. Aber bitte, dies ist nur ein Erfahrungswert. Es muss im Einzelnen geprüft werden, welche Förderung für Sie in Frage kommt.

Leser: noch vergessen.... Gibt es überhaupt Ich-AGs im Franchising? Kennen Sie Franchisesysteme, die eine Gründung von Ich-AGs in ihr Konzept aufgenommen haben?

Klaus Lockemann: Ja, es gibt auch die ICH-AG im Bereich des Franchisings. Mir sind alleine ca. 10 Franchise-Geber bekannt, die auch eine ICH-AG zulassen. Sie sollten aber die Gründung und die Finanzierung Ihrer Gründung nicht nur alleine von der ICH-AG abhängig machen. Gerade im Franchising gibt es verschiedenen Möglichkeiten der Gründung. Als Erstes sollten Sie sich mit dem System (Franchise-Geber) und dessen Profile identifizieren. Suchen Sie auch unbedingt das Gespräch mit dem Franchise-Geber. Danach wird die entsprechende Gründung durchgeführt.

Leser: Hallo Herr Lockemann, mein Lebensgefährte hat nach seiner Scheidung eine Privatinsolvenz hinter sich. Jetzt will er ein eigenes Geschäft im Franchising aufmachen. Läuft er Gefahr, dass ihm die Gewinne gepfändet werden? Schöne Grüße V. Bäcker

Klaus Lockemann: Das hängt von mehreren Faktoren ab, wie z.B. in welcher Rechtsform die Gründung durchgeführt wird. Ich kann aber ein weiteres Problem erkennen: Durch die Privatinsolvenz kann es sein, dass Ihr Lebenspartner keine Finanzierung bekommt (Schufa, etc.). Somit kann es sein, dass eine evtl. Gründung anhand von fehlenden Finanzierungsmitteln nicht durchführbar ist. Sprechen Sie bitte hier ganz offen und ehrlich mit Ihrer Hausbank und mit dem zukünftigen Franchise-Geber.

Leser: Wie bereite ich konkret ein Bankgespräch vor und welche Dokumente muss ich mitbringen?

Klaus Lockemann: Das Bankgespräch ist Ihr erstes und zugleich wichtigstes Verkaufsgespräch. Sie müssen der Bank Ihre Gründung und das Vorhaben verkaufen bzw. überzeugen. Zu den Unterlagen gehören der Businessplan (kpl. d.h. inkl. Prognoseberechnung für 5 Jahre) und persönliche Unterlagen wie z.B. tabl. Lebenslauf, Selbstauskunft, Steuerbescheide der letzten 3 Jahren u.v.m dazu. Auch hier meine Empfehlung: Nehmen Sie bitte prof. Hilfe in Anspruch. Ihre zuständige IHK bzw. HWK kann Ihnen evtl. weiterhelfen. Und ganz wichtig: Fragen Sie Ihren zukünftigen Franchise-Geber, wie er Ihnen hier helfen kann. Da der Franchise-Geber evt. schon mehrere Franchise-Nehmer hat, kann er Ihnen auch hier entsprechende Hilfestellung (Erfahrungen) geben.

Leser: Ich habe verschiedentlich den Begriff ERP-Darlehen für Existenzgründungen gehört. Was bedeutet es konkret und wer kann es beantragen?

Klaus Lockemann: Das ERP-Gründungsdarlehen wird Ihnen von der KfW-Mittelstandbank zur Verfügung gestellt. Dieses Programm gibt es in verschiedenen Formen, welche aus der Historie entstanden sind (Marshall-Programm). Grundsätzlich kann der Existenzgründer diese Programme über die Hausbank beantragen (Hausbankprinzip). Weitere Informationen kann Ihnen die Hausbank geben, bzw. finden Sie auch auf der Homepage von der KfW-Mittelstandsbank (ww.kfw-mittelstandsbank.de).

Klaus Lockemann: Schade, die Zeit ist leider wieder viel zu schnell vergangen. Herzlichen Dank für die vielen und interessanten Fragen. Ein schönes und sonniges Wochenende wünscht Ihnen Klaus Lockemann

 Klaus Lockemann

Klaus Lockemann

Klaus Lockemann

Sachverständiger für Finanzierungen und Finanzplanung sowie Verfasser von zahlreichen Publikationen.

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