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Existenzgründung nach der Corona-Krise: Foodtrucks im Fokus

Die Corona-Krise hat nicht nur Deutschland, sondern die ganze Welt fest im Griff. Einige Branchen sind von den Maßnahmen, die zur Eindämmung des Virus ergriffen wurden, besonders betroffen. Hierzu zählt die stationäre Gastronomie, die den Gästebetrieb vollständig einstellen musste. Viele Gaststättenbetreiber haben eilends einen Lieferdienst eingerichtet, um ihre Speisen doch noch verkaufen zu können und sich finanziell über Wasser zu halten. Dennoch werden es voraussichtlich viele nicht schaffen, sich durch die Krise zu retten. Es ergeben sich jedoch Chancen für Existenzgründer, die sich nach der Krise z.B. mit einem Foodtruck selbständig machen möchten. Sie könnten das Angebot angestammter Gastronomen im Hinblick auf die Versorgung der Bevölkerung mit zubereiteten Speisen ergänzen. 

Foodtrucks liegen im Trend

Leckeres und individuelles Streetfood erfreut sich seit Jahren anhaltend hoher Beliebtheit. Ganz gleich ob Pulled Pork, Burritos oder ganz klassische regionale Spezialitäten, frisch und qualitativ hochwertig zubereitet überzeugen sie Kunden aller Altersklassen. Wie beliebt Foodtrucks in Deutschland mittlerweile sind, zeigt die Schätzung der Experten von Craftplaces. Sie gehen davon aus, dass es derzeit rund 1.700 Foodtrucks in Deutschland gibt. Deren Zahl steigt außerdem stetig weiter. Ebenfalls von Craftplaces stammt die Studie zu Foodtrucks in der Bundesrepublik mit Daten aus dem Jahr 2016. Diese hatte unter anderem die Umsätze von Foodtrucks zum Gegenstand. Mehr als 40 Prozent der Befragten gaben an, dass sie pro Jahr einen Umsatz von bis zu 50.000 Euro mit ihrem Foodtruck erzielen. Vier Prozent der Befragten konnten gar einen Umsatz von mehr als einer halben Million Euro pro Jahr vermelden. Dies zeigt deutlich, wie viel Potenzial eine Existenzgründung mit einem Foodtruck in sich birgt. 

Hohe Investitionskosten zu Beginn der Gründung berücksichtigen

Den oben genannten möglichen Umsätzen mit einem Foodtruck stehen selbstverständlich hohe Kosten zu Beginn der Gründung gegenüber. Daher ist in der Regel nicht damit zu rechnen, dass der Foodtruck sofort Gewinn erwirtschaftet. Denn zunächst einmal müssen die getätigten Investitionen wieder hereingeholt werden. Die meisten Kosten entfallen zu Beginn der Gründung auf 

  • den Kauf und eventuell den Umbau des Trucks 
  • die benötigten elektrischen oder gasbetriebenen Küchengeräte 
  • die Innenausstattung des Foodtrucks 
  • Außenbestuhlung für den Foodtruck, falls gewünscht 
  • eine Vorbereitungsküche sowie ein Büro 

Alleine für diese Posten müssen je nach Ausführung des Trucks und abhängig von den eigenen Ansprüchen mehrere 10.000 Euro eingeplant werden. Gebrauchte Trucks, die noch umgebaut werden müssen, verursachen Kosten in Höhe von 30.000 bis 60.000 Euro. Wer sich einen neuen Foodtruck anschaffen will, sollte mit Investitionen von mindestens 100.000 Euro rechnen. Wer bereit ist, beim Umbau viel Eigenleistung zu erbringen, kann die Kosten erheblich senken. 

Ein wohl durchdachtes Konzept ist unerlässlich

Bedenkt man die hohen Kosten, die schon zu Beginn der Existenzgründung mit einem Foodtruck ins Haus stehen, wäre es blauäugig, ohne ein individuelles und vor allem bis ins letzte Detail durchdachtes Unternehmenskonzept in die Selbständigkeit zu starten. Schon bevor der Truck gekauft wird, muss zum Beispiel feststehen, welche Speisen angeboten werden sollen, damit das Design des Foodtrucks entsprechend angepasst werden kann. Möchte man die Speisen nur auf die Hand verkaufen, oder regelmäßig auch eine Außenbestuhlung aufstellen? In diesem Fall ist es wichtig, die notwendigen Möbel für die Bewirtung im Freien passend zum Konzept auszuwählen. Foodtrucks sind außerdem in der Regel regional unterwegs. Das Konzept sollte daher die regionalen Eigenheiten berücksichtigen: 

  • Wie groß ist die Region, die bedient werden soll? 
  • Gibt es regionale Gerichte, die besonders beliebt sind? 
  • Kann man diese Gerichte "neu erfinden", um mit seinem Foodtruck etwas ganz Besonderes anbieten zu können? 
  • Wie viele Foodtrucks gibt es schon in der Region und was bieten sie an? 
  • Gibt es eventuell Marktlücken, die man mit dem eigenen Foodtruck bedienen könnte? 
  • Wie ist das Preisniveau der zukünftigen Wettbewerber und lässt sich mit diesen auf Dauer Gewinn erzielen? 

Erst wenn alle Punkte der Konzeptplanung zweifelsfrei geklärt sind, sollte man den nächsten Schritt im Gründungsprozess angehen. 

Das eigene Foodtruck-Konzept intensiv testen

In den eigenen Ohren klingt ein Konzept meist vielversprechend. Doch kommt es auch tatsächlich bei der potenziellen zukünftigen Kundschaft an? Um festzustellen, ob man die richtigen Speisen für das eigene Foodtruck-Portfolio ausgewählt hat, empfehlen sich daher ein oder mehrere Testläufe. Hierbei kommt es darauf an, ein möglichst breites Publikum zu einem kostenlosen Testessen einzuladen. Dies kann zum Beispiel in einer gemieteten Location erfolgen. Wichtig ist es, sich danach das Feedback der Testesser zu holen, am besten mittels eines detaillierten Fragebogens. Anhand der Antworten der Gäste erfährt man am ehesten, was am Konzept noch verbesserungsbedürftig ist und was unverändert übernommen werden kann. Mangelt es an eigenen Ideen, kann auch ein Franchise-Konzept aus der Branche in Erwägung gezogen werden. 

Einen aussagekräftigen Businessplan erstellen

Da aufgrund der hohen Anfangskosten für eine Existenzgründung mit einem Foodtruck in der Regel eine Fremdfinanzierung notwendig wird, ist es wichtig, einen aussagekräftigen und überzeugenden Businessplan zu erstellen. Dieser kann möglichen Finanzierungspartnern vorgelegt werden. Da jedoch die wenigsten Gründer in diesem Bereich Erfahrungen oder gar BWL studiert haben, lohnt es sich, hierfür professionelle Unterstützung in Anspruch zu nehmen. Denn nur ein hieb- und stichfester Businessplan, der im Übrigen zahlreiche Punkte rund um das Geschäftsmodell abhandelt, wird Banken oder Finanzdienstleister davon überzeugen, dass die Gründung eine Chance hat. 

Behördengänge im Vorfeld der Gründung

Wie für alle anderen Gründungen müssen auch für ein Foodtruck-Business eine ganze Menge Behördengänge erledigt werden, um zum Beispiel notwendige Genehmigungen einzuholen. Diese sollten alle bereits vorliegen, ehe der Foodtruck zum ersten Mal zum Einsatz kommt, um rechtliche Schwierigkeiten zu vermeiden. Unter anderem benötigt man für einen Foodtruck 

  • Eine steuerliche Unbedenklichkeitsbescheinigung vom Finanzamt 
  • Ein polizeiliches Führungszeugnis 
  • Einen Nachweis der Gaststättenunterrichtung durch die IHK 
  • Eine Bescheinigung vom Gesundheitsamt über eine erfolgte Hygienebelehrung sowie ein Gesundheitszeugnis 
  • Einen spezielle Gewerbeschein für Imbisswagen bzw. eine Reisegewerbekarte vom Gewerbeamt 
  • einen genehmigte Antrag für Bewirtung im Freien vom Gewerbeamt 
  • eine Schanklizenz vom Gewerbeamt, sofern alkoholische Getränke verkauft werden sollen 
  • notwendige Gewerbeversicherungen von privaten Versicherern 
  • Eine Anmeldung bei der Berufsgenossenschaft für Nahrungsmittel und Gastgewerbe 

Abhängig davon, wie und wo der Foodtruck eingesetzt werden soll, sind unter Umständen noch weitere Genehmigungen notwendig. Sowohl die IHK als auch die Berufsgenossenschaft kann dazu im Zweifelsfall weitere Auskünfte geben.


Bildquelle: pixabay.com / EricrollandRH  


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