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Ratgeber
für Franchise-Interessierte

Existenzgründung durch Immigranten in Deutschland

Autor: Hallo und guten Tag liebe Chat-Teilnehmer und -Teilnehmerinnen. Ich bin jetzt online und freue mich auf Ihre Fragen.

Leser: Guten Tag, Herr Deboben, folgende Frage: Ich bin Türke und spreche auch gut Deutsch. Aber es ist nicht perfekt. Wie wichtig ist die Frage insgesamt? Wie gut muss man deutsch sprechen können?

Autor: Gute Kenntisse in der Sprache sind sehr wichtig. Im Geschäftsleben ist es unabdingbar die rechtlichen Zusammenhänge zu verstehen. Ohne sprachlichen Grundkenntnisse fällt es um einiges schwerer, Kunden zu gewinnen, sich und sein Unternehmen darzustellen und auch mit seinen Mitarbeitern zu kommunizieren. Der Schriftverkehr stellt eine weitere Herausforderung dar. Aber gerade in einem guten Franchise-System hilft die Systemzentrale da bei vielem weiter.

Leser: Guten Tag Herr Deboben: Unterstützen Sie Ihre ausländischen Partner mehr als andere Franchisegeber?

Autor: Wir haben einige ausländische Partner und konnten uns daher auf deren Unterstützung besonders einstellen. Ob wir dass mehr als andere Franchise-Geber machen kann ich nicht beurteilen. Unsere ausländischen Partner fühlen sich bei uns jedoch sehr gut aufgehoben und sind äußerst erfolgreich.

Leser: Hallo Herr Deboben, gibt es spezielle Fördermittel für Ausländer, die sich in einem Franchise-System selbständig machen wollen?

Autor: Ist bis dato nichts bekannt. Eher nein, denn die Voraussetzungen für einen Existenzgründer sind bei der Bank immer die gleichen.

Leser: Hallo Herr Deboben: Müssen ausländische Partner anfangs mit Integrationsproblemen in einem Franchise-System rechnen?

Autor: Ganz und gar nicht. Bei uns wurden alle immer gut aufgenommen. Im Gegenteil, bei uns haben schon regelrechte Folklore-Abende stattgefunden. Ich selbst habe unseren türkischen Partnern (und auch anderen) das Wasserpfeiferauchen beigebracht.

Leser: noch mal zur Sprache. Unterstützen Franchiseunternehmen ausländische Partner, zum beispiel mit Sprachkursen?

Autor: Für uns ist das Beherrschen der deutschen Sprache eine Eingangsvoraussetzung ins awellSystem. Wir haben im Rahmen der Ausbildung des Franchise-Nehmers soviel Inhalt zu vermitteln, dass es ohne die notwendigen sprachlichen Grundlagen nicht funktionieren würde. Es gibt viele alternative Möglichkeiten, sich die Sprache anzueignen.

Leser: Gibt es in Ihrer Akademie besondere Kurse für Ausländer? In welchen Fächern?

Autor: Grundsätzlich nein. Es hat sich aber gezeigt, dass gerade in der EDV viel Schulungsbedarf besteht, auf den wir aktuell eingehen. Mit unseren ausländischen Partnern wird in diesem Bereich intensiver, häufig auch beim Partner vor Ort gearbeitet.

Leser: Kommt es bei einer größeren Zahl ausländischer Partner im Rahmen von ERFA-Tagungen zur Gruppenbildung und wie sollte der Franchisegeber darauf reagieren?

Autor: In der Tat ist das Zusammengehörigkeitgefühl bei den ausländischen Partnern, insbesondere bei den türkischen Partnern, sehr ausgeprägt. Dennoch sollte man als Franchise-Geber darauf achten, dass auch andere Partner in die Gruppe aufgenommen werden. Wenn man das geschickt moderiert, ist es möglich, insbesondere wenn es auf Grund der regionalen Nähe der Partner im täglichen Miteinander notwendig ist. Aber es müssen auch alle Beteiligten aufeinander zugehen. Ich selbst musste schon einige Konflikte in dieser Art geschickt moderieren, bis sich alle Beteiligten schließlich wieder die Hand gaben.

Leser: Sind ausländische Partner erfolgreicher? Und wenn ja, woran liegt das?

Autor: Eine recht pauschale Frage. Wir haben die Erfahrung gemacht, dass viele unserer ausländischen Franchisenehmerinnen und -nehmer in der Tat erfolgreicher sind. Gerade unsere türkischen Partern haben oftmals das unternehmerische Denken und Handeln einfach im Blut. Ihre Offenheit und ihr Geschäftssinn zeigt sich dann auch in den Unternehmenszahlen. Auch die Fähigkeit, in einem System zu arbeiten, sich in das System aktiv einzubringen, die Systemvorgaben zu akzeptieren und konsequent umzusetzen, ist stärker ausgeprägt als bei den deutschen Partnern.

Leser: Worauf müssen Franchisegeber beim Eintritt ausländischer Partner besonders achten?

Autor: Das Wesen des Franchising muß verstanden sein und der Franchise-Interessent muß auch die Geschäftsidee, die Grundlage der Franchise verstanden haben. Es dürfen diesbezüglich keine Mißverständnisse aufreten. Außerdem muß der Franchise-Interessent in das Partner-Profil des Franchise-Gebers passen. Der Franchise-Geber darf hier keinerlei Kompromisse zulassen.

Leser: Trifft es zu, dass Ausländer service-orientiert sind als Deutsche ?

Autor: Ich kann jetzt nur für unser Franchisesystem und meine persönliche Erfahrung sprechen. Und da meine ich, dass unsere ausländischen Partner (wobei dies nicht alle betrifft) den Service-Gedanken, d.h. mehr zu tun als notwendig, den Kunden nicht nur zufrieden zu stellen, sondern ihn zu beeindrucken, sehr ausgeprägt besitzen.

Leser: In welchen Branchen sind ausländische Franchisenehmer bisher besonders vertreten?

Autor: Im Allgemeinen die Gastronomie und der Handel. Bei den Franchise-Systemen kommt der Dienstleistungsbereich hinzu. Gerade hier liegt noch ein unerschlossenes Potenzial für die Franchise-Wirtschaft. Die ausländischen Mitbürger mit ihrem enormen unternehmerischen Potenzial in die komplexen Geschäftsideen unseres Marktes zu integrieren.

Leser: Ist es für den Franchisegeber nicht aufgrund der Mentalitätsunterschiede sehr viel schwerer, einen ausländischen Kandidaten richtig einzuschätzen? Gibt es hier geeignete Dienstleister?

Autor: Das ist in der Tat ein Probelm. Ob das von externen Dienstleistern gelöst werden kann, glaube ich nicht. Wir haben es so gelöst, dass wir z.B. einen türkischen Partner haben, der türkische Interessenten in der wichtigen vorvertraglichen Phase betreut und sie über die gesamten Zusammenhänge unseres Geschäftskonzeptes informiert.

Leser: Brauchen ausländische Partner besondere Unterstützung auf administrativem Gebiet?

Autor: Nahezu unsere gesamte Unternehmensführung ist EDV-gesteuert. Je nach Schulbildung und Berufsaubildung (sofern vorhanden) ist die Unterstützung sehr unterschiedlich. Die Bereitschaft zuzuhören und das Gelernte konsequent umzusetzen, ist jedoch nach meiner Erfahrung bei den ausländischen Partnern sehr stark ausgeprägt.

Leser: Haben Sie schon Ausländerfeindlichkeit gegenüber Franchisenehmern von Seiten der Kunden erlebt?

Autor: Ist mir nichts bekannt. Wenn das Ergebnisse der Arbeit stimmen, ist der Kunde zufrieden. Ansonsten stellt sich schon im Akquisegespräch heraus, ob die "Chemie stimmt". Das betrifft aber jeden im Vertrieb und nicht nur die ausländischen Partner.

Leser: Wir haben schon über ausländische Franchisenehmer diskutiert - und umgekehrt? Haben Sie einen Hinweis für z.B. einen deutschen Franchisenehmer mit einem ausländischen Franchisegeber? Gibt es etwas besonderes zu beachten?

Autor: Das System sollte auf den deutschen Markt bereits angepasst und erprobt sein. Am besten mit einem eigenen, funktionierenden Pilotbetrieb, dann hätte man das geringste Risiko.

Leser: Warum hat die deutsche Franchise-Wirtschaft noch keine Kampagne zur Gewinnung ausländischer Franchisenehmer eingeleitet? Haben sich Ihre positiven Erfahrungen noch nicht herum gesprochen?

Autor: Ich vermute, dass da eine gewisse Trägheit eine Rolle spielt. Wir sind derzeit dabei, Kontakte zu allen Institutionen zu pflegen, die sich die Betreuung von ausländischen Mitbürgern zur Aufgabe gemacht haben. Wie lange warten wir schon auf eine Kampagne, die das Wissen um die positiven Eigenschaften des Franchising bekannt macht.

Autor: Liebe Chatteilnehmer, vielen Dank für die zahlreichen Beiträge. Ich wünsche Ihnen ein schönes Wochenende, Ihr Uwe Deboben

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