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Dread-Disease-Versicherungen - Wie Unternehmer die Firma bei schweren Krankheiten schützen

Chronisch-degenerative Krankheiten wie Diabetes, Krebs oder Multiple Sklerose stellen ein immer größeres Problem dar. Vor allem in den industrialisierten Gesellschaften sind sie mittlerweile die Hauptursache für Morbidität und Mortalität. Wer eine schwere Krankheit erleidet, kann im Ernstfall möglicherweise seiner gewohnten Arbeit nicht mehr nachgehen. Selbständige und Unternehmer treffen solche Fälle besonders. Sogenannte Dread-Disease-Versicherungen (Schwere-Krankheiten-Vorsorge) knüpfen an dieses Risiko an und bieten einen finanziellen Schutz für besonders schwere Erkrankungen.


Vorsorge für den Ernstfall
Die Angst vor schweren Krankheiten ist vermutlich bei jedem Menschen in unterschiedlicher Ausprägung vorhanden. Ist die körperliche Konstitution einmal beeinträchtigt, kann die gewohnte Tätigkeit meist nicht mehr ausgeübt werden, es drohen finanzielle Engpässe, sofern keine nötigen Rücklagen und keine entsprechende Versicherung vorhanden sind. Für Existenzgründer und Selbständige ist das Risiko besonders groß, da das reibungslose Funktionieren ihres Betriebes auch von ihrer Gesundheit abhängt.


Um solchen Befürchtungen entgegenzutreten, hat der südafrikanische Herzchirurg Marius Barnard 1983 die erste Schwere-Krankheiten-Vorsorge ins Leben gerufen, die sich mittlerweile bis nach Europa ausgebreitet hat. In Deutschland ist sie seit 1993 zugelassen und wird von rund einem Dutzend Versicherungsgesellschaften angeboten.


Versicherungsprinzip von Dread-Disease-Policen
Allen Schwere-Krankheiten-Produkten gemein ist, dass sie beim Eintritt von im Versicherungsvertrag genau definierten Erkrankungen eine zuvor vereinbarte Einmalzahlung gewähren. Der Versicherungsfall greift dabei bereits bei Diagnose und Bescheinigung einer vertraglich festgelegten Krankheit - inwieweit der Versicherungsnehmer noch arbeiten kann oder nicht, oder ob der Erkrankte anschließend wieder gesund werden kann, hat keinen Einfluss auf die Auszahlung.


Versicherbare Krankheiten
Je nach Anbieter können mittlerweile bis zu 50 schwere Erkrankungen in den Versicherungsvertrag eingeschlossen werden. Beispiele hierfür sind

  • Krebserkrankungen
  • Demenz
  • Multiple Sklerose
  • Parkinson
  • Creutzfeldt-Jakob-Krankheit

Ebenso sind Ereignisse wie ein Herzinfarkt, ein Schlaganfall oder Bypass-Operationen versicherbar, genauso wie schwere Unfälle, Verbrennungen, Lähmungen, Transplantationen oder ein Gehör- oder Sprachverlust.


Des Weiteren gibt es auch Versicherer die spezifische Krebsversicherungen für Frauen anbieten. Abgesichert sind dabei meist die häufigsten Frauenkrebsarten wie Brustkrebs, Gebärmutterhalskrebs oder Eierstockkrebs.


Unterschiedliche Versicherungsarten am Markt
Grundsätzlich können Kunden zwischen verschiedenen Arten von Policen wählen. So ist allgemein zwischen eigenständigen Dread-Disease-Produkten, fondsgebundenen Risikoversicherungen oder Kombinationsangeboten zu differenzieren. Bei den Kombiprodukten ist die Schwere-Krankheiten-Vorsorge als Zusatzbaustein neben einer Lebens-, Renten- oder Berufsunfähigkeitsversicherung denkbar. Ebenso existieren Verträge, die ein Dread-Disease-Produkt mit einer Grundunfähigkeitspolice, d.h. einer Risikoabsicherung gegen den Verlust essentieller Fähigkeiten wie Gehen, Hören oder Sprechen, miteinander verbinden.


Spezielle Angebote für Führungskräfte und Schlüsselpersonen
Wenn ein Mitarbeiter in einer bedeutenden Führungsposition aufgrund einer Krankheit ausfällt, kann dies weitreichende Konsequenzen haben. Sowohl sein Know-how als auch sein Erfahrungsschatz stehen dann zunächst nicht mehr zur Verfügung. Dies kann sogar zu finanziellen Problemen für den Betrieb führen. Um einem solchen Problem vorzubeugen, bieten einige Versicherer die Dread-Disease-Versicherung für eine oder mehrere Schlüsselkräfte, sogenannte Keypersonen, im Unternehmen an.


Kosten und Leistungen im Vergleich
Die Kosten einer Dread-Disease-Versicherung entsprechen in etwa einer preiswerten Berufsunfähigkeitsversicherung. Sie bemessen sich wie bei anderen Risikoabsicherungen auch nach

  • dem Alter bei Vertragsabschluss
  • dem Gesundheitszustand sowie
  • der gewählten Ziellaufzeit und
  • Versicherungssumme.

In jedem Fall lohnt sich einer intensiver Vergleich der Produkte am Markt, da sowohl im Hinblick auf die Versicherungsart, die versicherbaren Krankheiten und die Kosten und Leistungen zum Teil deutliche Unterschiede existieren. Eine wichtige Entscheidungshilfe können dabei Tests und Ratings zu den Anbietern und Angeboten sowie eine unabhängige Expertenberatung sein. So hat beispielsweise Stiftung Warentest, n-tv, Guter Rat oder die WirtschaftsWoche die Angebote am Markt genauer unter die Lupe genommen.


Vor- und Nachteile im Überblick
Die Vorsorge gegen schwere Krankheiten kann gerade für Kosten, die im Zusammenhang mit dem Auftreten schwerwiegender Krankheiten oder Ereignisse stehen, eine sinnvolle Absicherung sein. Vorteilhaft im Vergleich zur Berufsunfähigkeitsversicherung ist, dass die Gesundheitsprüfung weniger aufwendig ist und bei einigen Anbietern sogar psychische Leiden wie schwere Psychosen oder Depressionen versicherbar sind. Da das Ausmaß des Einflusses auf die Arbeitsfähigkeit keine Rolle spielt, gestaltet sich auch die Prüfung des Leistungsfalls weniger zeitintensiv und aufwendig. Darüber hinaus können Kinder mit in den Vertrag aufgenommen werden.


Die genaue Leistungsdefinition kann jedoch auch nachteilig sein. Tritt eine Erkrankung ein, die nicht im Vertrag integriert ist, geht der Versicherungsnehmer leer aus. Zudem knüpfen einige Versicherungsunternehmen die Auszahlung der Einmalzahlung an den Grad der Krankheit. So muss beispielsweise eine Krebserkrankung ein bestimmtes Stadium erreichen, damit der Versicherungsfall eintritt. Zudem ist die Absicherung relativ teuer. So muss der Versicherungsnehmer bei einer Auszahlungssumme in Höhe von 100.000 Euro je nach Alter und Ziellaufzeit mit Jahresbeiträgen von rund 1.000 Euro rechnen.


Alternative zur Berufsunfähigkeitsversicherung
Aufgrund der weniger strengen Annahmevoraussetzungen kann die Schwere-Krankheiten-Vorsorge vor allem für Personen mit Vorerkrankungen eine Alternative zur privaten Berufsunfähigkeitsversicherung sein, da sie dort häufig keine Police erhalten oder teure Risikozuschläge oder Ausschlüsse in Kauf nehmen müssen. Doch auch wenn die Leitungsspektren der beiden Versicherungen teilweise übereinstimmen, bleibt die Berufsunfähigkeitsversicherung nach wie vor die bessere Risikoabsicherung zur Sicherung des Lebensstandards.


Fazit: Die Dread-Disease-Versicherung ist ein Nischenprodukt für Personen, die aufgrund von Vorerkrankungen oder aufgrund eines risikoreichen Berufes keine Berufsunfähigkeitsversicherung mit einem guten Preis-Leistungs-Verhältnis erhalten. Sie kann zur Finanzierung der Krankheitskosten und bei genetischer Disposition, die eine schwere Erkrankung wahrscheinlicher machen, sinnvoll sein. Zudem sind entsprechende Versicherungen speziell für wichtige Mitarbeiter im Unternehmen erhältlich, um die finanziellen Verluste eines möglichen Ausfalls auszugleichen. Die Berufsunfähigkeitsversicherung bleibt dennoch die erste Wahl bei der Absicherung der Arbeitskraft.

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