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Ratgeber
für Franchise-Interessierte

Die ersten Schritte zukünftiger Franchisenehmer

Franchisesysteme erlebten in den letzten 25 Jahren einen massiven Aufwind, insbesondere im Bereich der Gastronomie ergaben sich Möglichkeiten vielfältigster Art für risikofreudige Investoren. Aber auch Negativgeschichten wurden publiziert, gerade bei relativ jungen Systemen fehlte zu Beginn die gemeinsame Anstrengung, um dauerhaft erfolgreich zu sein. Als Franchisenehmer setzt man sich jedoch auch umfangreichen Risiken aus, die im Zweifelsfalle die persönliche Kreditwürdigkeit einschränken oder zur Privatinsolvenz führen. Aus diesem Grunde erscheint es notwendig, weitaus mehr Energie vorab in die Eingrenzung jeweiliger Systeme zu stecken und Arbeitsabläufe zu optimieren.


In diesem Beitrag werden wir uns diesem Thema näher widmen und die Frage beantworten, welche Herangehensweise empfohlen werden kann.


Background des Franchisegebers überprüfen
Sie als Franchisenehmer sind naturgemäß eingeschränkt in Ihrem selbständigen Handeln, auch wenn Sie formal die Befugnis dazu hätten, individuelle Akzente zu setzen. Sie sind demnach zum gewissen Teil darauf angewiesen, einen kompetenten und vor allem liquiden Franchisegeber im Hintergrund zu wissen, welcher Ihnen mit Rat und Tat zur Seite steht. Diese Abhängigkeit, der auch rechtlich nur bedingt beizukommen ist, zählt zu den wichtigsten Check-Ups vor weiteren Überlegungen und Eingrenzungen.

  • Überprüfen Sie die Plausibilität der vom Franchisegeber getätigten Aussagen und Prognosen, indem unabhängige Analysen und Publikationen hinzugezogen werden. Auch die finanzielle Tragweite lässt sich anhand betriebswirtschaftlicher Berechnungen aus dem Jahresabschluss nach HGB ableiten, und zwar insofern, dass eine finanzielle Schieflage oder Liquiditätsengpässe bekannt werden.
  • Von der Pleite bedrohte Firmen haben das Problem, dass für eine Finanzierung eine Sicherung seitens der Gesellschafter abgesichert werden muss. Sind diese dazu nicht bereit, aus welchen Gründen auch immer, so ist grundsätzlich Skepsis angebracht. Auch wenn diese Aussage wissenschaftlich oder fundamental nicht belegbar ist, so empfiehlt sich ein Blick auf die Zu- und Abgänge der Gesellschafter.
  • Erfolgreiche Systeme werden im Rahmen von Branchenpublikationen und dergleichen für ihre Geschäftsidee und -struktur ausgezeichnet, was insofern den Vorteil mit sich bringt, dass eine fachlich kompetente Jury das System für sich analysiert hat. Auch erfolgreiche Systeme sind mangels fehlender Initiativen und dergleichen schon gescheitert, dennoch sollte diesem Aspekt eine Bedeutung zukommen.
  • Pilotprojekte sind gute Grundlagen, um die generelle Struktur eines Systems zu bewerten oder nachzuvollziehen. Hier ist insbesondere eine eine stringente Darstellung und Plausibilität zu achten, oftmals nämlich hat man es mit geschönten Daten zu tun, die eine abweichende Entwicklung womöglich gar nicht erkennen lassen. Betrachten Sie hier den näheren Standort und die räumliche Konzentration von Mitbewerbern, beziehen Sie länderspezifische Umstände mit ein und machen Sie sich vor Ort ein Bild von der Gesamtsituation.


Erfolgsfaktoren in Bezug zueinander setzen
Menschen neigen dazu, Erfolg stets als plausibel und nachweisbar einzuordnen, ohne wirkliche Nachprüfungen hierfür anzustellen. Dieses „blinde Auge“ kann im Rahmen der Auswahl eines Franchisesystems zum Problem werden, wenn nämlich nicht anhand bestimmter Faktoren erklärbar ist, weshalb die Entwicklung stockt oder Produkte plötzlich nicht mehr angenommen werden. Man muss diesen Aspekt grundsätzlich geostrategisch sehen, indem man jeden Raum im Gesamtkontext sieht und auf zugängliches Datenmaterial baut.

  • Gefahren lauern beispielsweise dort, wo ein System im Prinzip nur kopiert wurde, derzeit aber mehrere Branchenteilnehmer parallel und erfolgreich agieren können. Hier spielen Wachstumsraten, Eröffnungsangebote und weitere Faktoren eine Rolle – aus betriebswirtschaftlicher Sicht lässt sich jedoch nur bedingt ein erfolgreiches Geschäftsmodell ausfindig machen. Sie sollten deshalb überprüfen, welche Mechanismen es seitens des Franchisegebers gibt, Innovationen hervorzubringen und anzuwenden.
  • Auch die Tatsache, dass ein Modell mitunter mehrfach angepasst oder größer verändert wurde, ist noch kein kritischer Punkt. Sie sollten aber überprüfen, ob damit das Kernproblem angegangen wurde oder, was häufig der Fall ist, nur von A nach B gewandert wurde und Probleme verschleppt oder hinausgezögert wurden. Davon kann man bereits sprechen, wenn beispielsweise nur aufgrund von Ermäßigungen ein gleichbleibend hoher Absatz erreicht werden konnte oder auch, wenn Systeme ohne erkennbaren Grund (wirtschaftliche Rahmendaten) stagnieren.
  • Menschen, die wie Franchisenehmer gewisse Risiken auf sich nehmen, agieren häufig anders als bereits solide wirtschaftende Unternehmer. Sie sind dadurch womöglich risikofreudiger und pragmatischer, was vor allem im Bezug auf die Produktwahl und -entwicklung bezogen werden kann. Die Art und Weise, wie sich Franchisenehmer tatsächlich integrieren können, spielt vor allem zu Beginn eines Projektes eine gewichtige Rolle. Fehlentwicklungen können somit nachweislich schneller und kostengünstiger behoben werden, aber auch Erkenntnisse erfahrener Unternehmer helfen bei der Integration neuer Partner und stärken damit den gesamten Markenauftritt. Überprüfen Sie deshalb, ob ein Beirat gebildet wird oder Sie sich im Rahmen einer ERFA einbringen können.


All diese Untersuchungen erfordern ein gewisses Maß an Kapital, um fachkundige Beratungen in Anspruch zu nehmen oder Datenmaterial sachgerecht aufbereiten zu können. Da die Finanzierung jedoch erst im weiteren Verlauf der Gespräche mit dem Franchisegeber seitens der Bank ermöglicht wird, müssen Sie sich mitunter um eine Zwischenfinanzierung bemühen. Die Experten von www.sofortkredit.com haben sich damit näher beschäftigt und geben Ratschläge, inwiefern Sofortkredite die Bonität schonen können und welche praktischen Ansätze es zu verfolgen gilt.


Mit der Branche in Kontakt kommen
Insbesondere dann, wenn Sie sich selbst als branchenfremd bezeichnen würden, ist ein Blick aus unterschiedlichen Perspektiven auf die Branche selbst notwendig. Allein anhand von Datenmaterial, Präsentationen und dergleichen werden Sie nicht in der Lage sein, einen Großteil der wichtigen Aspekte in den richtigen Kontext zu setzen. Sogenannte Gründermessen sind allgemein gesprochen nur bedingt empfehlenswert, da hier weniger auf die Innovationskraft eines Systems eingegangen wird. Empfehlenswert sind jedoch Messen oder von Branchenverbänden organisierte Events, die eine extrem große Konzentration an Marktwissen schaffen, wovon Sie profitieren können.

  • In Hintergrundgesprächen erfahren Sie Dinge, sowohl negativer als auch positiver Natur, die Sie nicht den Prospekten oder dergleichen entnehmen können. Dabei können Sie schon auf Anhieb unterscheiden, welche Möglichkeiten der Entwicklung auch in einem solchen System stecken oder aber, ob mit Stagnation und Verwaltung zu rechnen ist.
  • Checklisten, wie Sie beispielsweise auch auf diesem Portal in umfangreicher Zahl vorhanden sind, helfen Ihnen bei der Vorbereitung auf die Gespräche. Bleiben Sie sachlich und stellen Fragen, die mitunter auch ganz plausibler Natur sein können. Anhand der klaren oder zweideutigen Aussagen lässt sich feststellen, ob ältere Franchisenehmer das System überhaupt verinnerlicht oder verstanden haben, was vor dem Hintergrund der Zusammenarbeit und des Austausches von Belang ist.
  • Sie binden sich im Zweifelsfalle sehr lange an ein System. Eine Kündigung ist in jedem Fall mit einer nachteiligen Situation für Sie verbunden, die im Vorhinein meist nicht abschließend umrissen werden kann. Stellen Sie sich deshalb auch selbst die Frage, ob Sie die Tatkraft und Motivation mitbringen, als Teil der Aufbauhilfe sich in einem neuen System zu engagieren und zu integrieren. Die Unternehmensnachfolge gestaltet sich nämlich relativ schwer, was Liquidität binden und im Zweifelsfalle zu einer die Existenz bedrohenden Situation führen kann.


Fazit
Viele Faktoren spielen in diesem Sinne eine Rolle, nicht jedem müssen sie dieselbe Aufmerksamkeit zukommen lassen. Es ist jedoch wichtig, das System in all seinen Zügen dahinter zu verstehen, um Rückschlüsse und Entwicklungen richtig deuten zu können. In der Geschichte gab es immer schon Fälle von Missmanagement, sodass gar gute Produkte nicht in ausreichendem Maße vertrieben werden konnten. Es empfiehlt sich deshalb eine stringente Herangehensweise gemäß dem obigen Schema, um allein aufgrund der Sachkenntnis in der Lage zu sein, die richtigen Fragen stellen zu können.

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