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Ratgeber
für Franchise-Interessierte

Das Franchiseunternehmen als Arbeitgeber: Was sollten Angestellte verdienen?

Das Franchising findet als unternehmerisches Konzept weltweit große Verbreitung. Als branchenübergreifende Businessidee ist das Franchiseunternehmen zwar als solches nicht im Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) verankert, es gibt aber eine Reihe von Gesetzesgrundlagen, die bei der Organisation und Umsetzung entsprechender Geschäftsmodelle Anwendung finden.

Bei einem Franchising-System kommt es darauf an, dass mehrere Betriebe, die jeder für sich rechtlich und finanziell unabhängig sind, unter der Imagefahne einer Marke miteinander kooperieren. Das übergreifende Franchise-Konzept ist dabei trotz aller Unabhängigkeit bei der Kooperation vom Franchise-Geber festgelegt und muss vom Franchise-Nehmer umgesetzt werden. Wie verhält es sich aber beispielsweise mit den Vorgaben im Bereich der Löhne und Gehälter? Darf der Franchise-Geber hier regulierend eingreifen oder liegt die Festlegung der Vergütungshöhe im Ermessen des jeweiligen Franchise-Nehmers? Und was sagt der Gesetzgeber zum Thema Gehalt in Franchiseunternehmen?


Der Franchise-Nehmer als selbstständiger Unternehmer
Rein rechtlich gesehen ist der Franchise-Nehmer ein selbstständiger und unabhängiger Unternehmer. Das bedeutet, dass er in eigenem Namen und auf eigene Rechnung Geschäfte tätigt. Dabei hat der Franchise-Nehmer aber dem Franchise-Geber gegenüber die Pflicht, den Betrieb nach dessen Konzept zu führen und unterliegt einem Katalog von Vorgaben. Dies ist notwendig, damit ein einheitliches Franchise-System erhalten bleibt und der Wiedererkennungswert der Einzelunternehmen gewährleistet ist. Für die Nutzung des Franchise-Systems entrichtet der Franchise-Nehmer eine Gebühr an den Franchise-Geber.

In den meisten Franchise-Systemen ist der Franchise-Nehmer verpflichtet, dem Unternehmen seine persönliche Arbeitskraft zur Verfügung zu stellen. Im Rahmen dieser Tätigkeit bleibt der Franchise-Nehmer aber unternehmerisch selbstständig und tritt nicht in ein Angestelltenverhältnis mit dem Franchise-Geber.


Personalverwaltung im Franchise-Unternehmen
Die Einstellung oder Entlassung von Personal obliegt grundsätzlich aber allein dem Franchise-Nehmer, sofern dies dem Rahmenvertrag der Kooperation nicht widerspricht. Er kann innerhalb des Franchise-Konzeptes, das der Franchise-Geber ihm zur Verfügung stellt, selbst seine Angestellten verwalten. Dazu gehört neben der Einstellung, Beförderung oder Entlassung von Mitarbeitern auch die Festlegung ihrer Gehälter. Die Abrechnung der Löhne und Gehälter erfolgt im Franchise-Unternehmen in der Regel unabhängig vom Franchise-Geber über eine eigenständiges System zur Lohn- und Gehaltsabrechnung, das beispielsweise via Software-Download schnell und unkompliziert heruntergeladen werden kann. Da der Franchise-Nehmer gegenüber dem Franchise-Geber aber auskunftspflichtig ist, kann es erforderlich werden, die Personalkosten im Rahmen einer Überprüfung der Gewinn- und Verlustrechnung offenzulegen.


Verdienstmöglichkeiten im Franchise-Unternehmen
Für die Verdienstmöglichkeiten in einem Franchise-Unternehmen gibt es keine eigenständige gesetzliche Regelung. Es existiert keine Gesetzesvorlage, die definiert, was ein Arbeitnehmer, der in einem Franchise-Unternehmen angestellt ist, monatlich oder jährlich verdienen darf oder muss. Die Vergütung ist abhängig von den in der Branche üblichen Gehältern, von der Position, in der der Angestellte tätig ist und je nach Branche gegebenenfalls von Tarifverträgen, die die Bezüge regeln.


Bestehen für eine Franchise-Branche Tarifverträge, ist der Franchise-Nehmer diesen gegenüber in der Regel verpflichtet und kann sich nur in Einzelfällen per Gerichtsurteil daraus lösen. Es besteht die Möglichkeit, dass das Bundesministerium für Arbeit und Soziales in Zusammenarbeit mit einem Ausschuss, in dem die Spitzenorganisationen der Arbeitnehmer und Arbeitgeber aus der betreffenden Branche vertreten sein müssen, einen Tarifvertrag für allgemeingültig erklärt. In diesem Fall sind die darin festgelegten Tariflöhne rechtlich bindend und müssen auch von Franchise-Nehmern für die Angestellten in ihrem Unternehmen übernommen werden. Im deutschen Tarifregister sind derzeit rund 70.000 Tarifverträge eingetragen. Nur 502 davon wurden bislang vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales für allgemeingültig erklärt. Unterliegt die Branche, in der das Franchise-Unternehmen tätig ist, keinem gültigen Tarifvertrag, ist der Franchise-Nehmer als Unternehmensinhaber in der Regel frei in der Festlegung der Löhne und Gehälter für seine Angestellten. Er wird sich grundsätzlich aber an die branchenüblichen Vergütungen in den einzelnen Hierarchieebenen seines Unternehmens orientieren.

Umsatz und Gewinn im Franchise-Unternehmen
Die Bezüge, die der Franchise-Nehmer als Inhaber des Unternehmens abführen kann, hängen vom Gewinn ab, die der Betrieb erwirtschaftet sowie von den Kosten, die zunächst aus den erwirtschafteten Umsätzen zu decken sind. Gegenüber dem Franchise-Geber hat der Franchise-Nehmer durch den Franchise-Vertrag die so genannte Absatzförderungspflicht. Das bedeutet, dass er dazu verpflichtet ist, während der gesamten Vertragslaufzeit seine Arbeitskraft dazu einzusetzen, dass die Dienstleistungen oder Waren, die die Basis des Franchise-Systems darstellen, vertrieben werden, um daraus Umsätze zu generieren und Gewinne zu erzielen. Aus den Umsätzen sind zunächst alle anfallenden Kosten zu decken, darunter fällt je nach Vertragsinhalt auch die Franchise-Gebühr, die an den Franchise-Geber zu entrichten ist.


Diese Gebühr besteht häufig in einer Provision, die prozentual vom Nettoumsatz berechnet wird. In vielen Fällen kommt die Pacht für ein Ladenlokal hinzu, so zum Beispiel oft in der Gastronomie, die sehr häufig in Form von Franchising-Systemen aufgebaut ist. Nicht unüblich ist außerdem eine Vertragsklausel, die den Franchise-Nehmer dazu verpflichtet, einen festgelegten Prozentsatz seines Nettoumsatzes in Marketingstrategien zu investieren, um der Absatzförderungspflicht im Sinne des Franchise-Systems gerecht zu werden.


Die Verdienstmöglichkeiten im Rahmen eines Franchise-Unternehmens richten sich in aller Regel nach der Branche, in der das Unternehmen angesiedelt ist. Sowohl die Gewinne, die der Franchise-Nehmer als Geschäftsführer aus dem Unternehmen abführen kann als auch die Löhne und Gehälter, die für Angestellte festgelegt werden, basieren auf den branchenüblichen Richtwerten. Der Franchise-Geber bleibt bei der Festlegung der Personalkosten grundsätzlich unberücksichtigt, erhält aber einen prozentualen Anteil am erwirtschafteten Nettoumsatz des Unternehmens.


Bildquellen:
Abbildung 1: pixabay.com ©geralt (CCO 1.0)
Abbildung 2: pixabay.com ©geralt (CCO 1.0)
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