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Corona und Arbeitssicherheit: Was (Franchise-)Gründer jetzt wissen müssen

Erste Lockerungen der Kontaktsperre in allen Bundesländern lassen besonders Gründer und Kleingewerbe aufatmen: Die Corona-bedingten Maßnahmen mögen zwar noch nicht vollständig vorbei sein, doch immerhin vergrößert sich der eigene Aktionsradius wieder – räumlich wie planungszeitlich. Um die Ungewissheit einer zweiten Infektionswelle abzumildern, ist vor allem vorausschauendes Handeln im Arbeitsschutz notwendig. Welche Punkte betrifft das, insbesondere im Hinblick auf angehende Franchisegründer? Wie profitieren Mitarbeiter und Kunden von den Vorkehrungen, ohne sich durch zu große Einschränkungen ausbremsen zu lassen? In manchen Fällen wurden im Zuge der Corona-Krise in einigen Franchise-Systemen die Gebühren seitens der Zentralen gestundet oder ganz erlassen. Es besteht auf Seiten der Franchise-Geber die Möglichkeit das Franchisekonzept so zu überarbeiten, dass mögliche Schäden weitestgehend begrenzt werden. Dabei muss die Vorgehensweise für alle Standorte transparent und nachvollziehbar kommuniziert werden. 

Arbeitssicherheit in Zeiten von Corona heißt Infektionsschutz

Branchenübergreifend gilt: Wenn Mitarbeiter, Kunden und Geschäftspartner gleichermaßen vor Ansteckung geschützt werden sollen, wird Infektionsschutz allgegenwärtig. Denn durch die Einhaltung der Maßnahmen des Infektionsschutzes bleiben nicht nur alle Beteiligten hoffentlich gesund, es ist auch die Lebensversicherung für viele Kleinbetriebe, um überhaupt wieder eröffnen zu können. 

Um den Infektionsschutz zu gewährleisten und die Neuinfektionen zu verringern, müssen folgende Handlungsrichtlinien eingehalten werden. Dazu gehören das Einhalten eines Mindestabstands von 1,5 Metern und das Tragen einer Atemschutzmaske im Umgang mit Kunden. Gerade der Einzelhandel hat häufig eine begrenzte Verkaufsfläche. Hier lässt sich von den Inhabern gut überwachen, ob sich alle Anwesenden an die Hygieneauflagen halten. Sollten die räumlichen Bedingungen dazu führen, dass es schnell zu eng im Ladenlokal wird, zeugt es von Verantwortungsbewusstsein, trotz vollumfänglicher Ladenöffnungserlaubnissen nur eine bestimmte Anzahl Kunden gleichzeitig eintreten zu lassen. 

Betriebsanweisungen einführen und aktualisieren

Wenn Gründer im produzierenden Bereich tätig sind, müssen die Hygiene-Maßnahmen, die Corona mit sich bringt, als Betriebsanweisungen für alle Mitarbeiter gut sichtbar und leicht verständlich platziert werden. Das können Anweisungen zur Befestigung der Atemschutzmaske sein, ebenso wie Richtlinien zu Abstand und Händewaschen. Im Gastronomie-Bereich kommt es hier besonders auf das strikte Befolgen der Hygienemaßnahmen in der Lebensmittelverarbeitung an. Die strengen Richtlinien gelten auch im Hinblick auf leicht verderbliche Lebensmittel. Es müssen die Eigenschaften der jeweiligen Lebensmittel bekannt sein. Darüber hinaus wird ein fundiertes Fachwissen erwartet. Dazu gehört auch das Lebensmittelrecht, welches zur Kontrolle der Waren oder zum Umgang mit hygienischen Krisen dient. 

Maßnahmen im Betrieb

Bereitstellen von Seife und gegebenenfalls Masken und Desinfektionsmitteln ist Teil der Arbeitsschutzeinhaltung in der momentanen Situation. Auch das Einrichten von Plexiglasschutzfenstern im Kassenbereich und Markierungen als Wartebereich für anstehende Kunden gehören in diese Rubrik. Der Arbeitgeber hat die Pflicht, für die Mitarbeiter alle notwendigen Vorkehrungen zu treffen, die die Ansteckungswahrscheinlichkeit verringern. Gerade in einem kleinen Team ist es entscheidend, dass alle gesund bleiben, daher sind diese Schritte essentiell für das Unternehmen! 

Durchsetzung der Maßnahmen – Sicherheitsbeauftragter

Frischgebackene Gründer haben viele Baustellen. Dazu gehört auch die Benennung eines Sicherheitsbeauftragten, der die Maßnahmen des Arbeitsschutzes durchsetzen sollte. Hier hilft, im Team klar festzulegen, wer für diese Aufgabe zuständig ist. 

Das Erarbeiten eines Maßnahmenkatalogs, welches auf das Unternehmen zugeschnitten ist, verantwortet ebenso der Sicherheitsbeauftragte. 

Die festgelegten Maßnahmen können auch nach der Corona-Krise relevant sein und eine Grundlage für die Sicherheitsvorkehrungen schaffen. 

Die Vorbereitung ist somit eine hervorragende Basis für anknüpfende Sicherheitskonzepte, von denen die Mitarbeitergesundheit und das Betriebsklima langfristig profitieren. 

Co-Working-Spaces und Bürozeiten

Insbesondere wenn Arbeitsräumlichkeiten – etwa in Co-Working Spaces – mit mehreren Arbeitsgruppen unterschiedlicher Projekte geteilt werden, sind klare Absprachen unerlässlich. Auch die Rücksprache mit der Trägereinrichtung des Arbeitsraumes kann aufschlussreich sein, wenn es um die Festlegung der Zuständigkeiten für den Arbeitsschutz geht. Wer ist verantwortlich für die Nachbestellung der Hygiene-Mittel? Welche Materialien müssen gegebenenfalls gestellt werden? Welche Personen-Auslastung der Büroräume ist zulässig? Offene Kommunikation zu solchen Punkten erleichtert es allen Mitarbeitern mit der ungewohnten Situation umzugehen. 

Sicher durchs Home-Office

Abhängig von den individuellen Aufgaben ist Home-Office die sicherste Lösung für Infektionsvermeidung und somit Teil der Arbeitsschutzmaßnahmen. 

Auch für das Arbeiten im Home Office gibt es Arbeitssicherheits-Verordnungen. Interessant ist hier vor allem die Frage des Versicherungsschutzes. Grundsätzlich gelten im Home-Office die gleichen Versicherungsbedingungen wie bei der Arbeit vor Ort, sprich: der Arbeitnehmer ist während der Arbeitszeit versichert. Dies gilt allerdings nur für Schäden, die deutlich dem erforderlichen Arbeitsprozess zugeordnet werden können. 

Proaktiver Arbeitsschutz besteht auch in der klaren Festlegung der Arbeitszeiten. Häufig befinden sich in den Arbeitsverträgen keine Klausel, die mobiles Arbeiten beinhalten. Dies sollte für das gesamte Team nachgeholt werden. So bleibt gewährleistet, dass wichtige Ansprechpartner zu Kernarbeitszeiten erreichbar sind, aber auch, dass Pausen eingehalten werden können und so Stress und Überlastung durch Pausenzeiten aufgefangen werden. Auf diese Weise können auch längere Zeiträume im Home-Office produktiv gestaltet werden. Außerdem hat der angehende Franchisenehmer nun Anspruch darauf vor Vertragsschluss ausreichend darüber informiert zu werden, wie beispielsweise mit einer Krisensituation wie der Corona-Krise umgegangen werden sollte. 

Kurzarbeit

Die Möglichkeit der Kurzarbeit muss vertraglich mit den Mitarbeitern vereinbart werden. Wenn innerhalb des Arbeitsvertrages keine Regelungen in Bezug auf eine Kurzarbeit festgehalten worden sind, müssten alle Arbeitnehmer der Kurzarbeit nun zustimmen. Die Kurzarbeit kann bei der Agentur für Arbeit gemeldet werden, wenn die üblichen Arbeitszeiten aufgrund der Betriebsschließungen wesentlich verringert sind. Die Förderdauer umfasst grundsätzlich zwölf Monate. Eine Verlängerung auf 24 Monate kann beantragt werden. 

Arbeitsschutz ist Zukunftsplanung

Kleinere Unternehmen gehören zu den stärksten betroffenen Betrieben in der Corona-Krise. Dies gilt insbesondere für kürzlich eröffnete Unternehmen, die zu Beginn eine große Reichweite in der Startphase gewährleisten und ihre Einnahmen sichern müssen. 

Zusätzlich können Betriebe und Geschäfte mit Kontrollen rechnen. Sollten die verhängten Regelungen und Hygienemaßnahmen nicht eingehalten werden, drohen hohe Geldstrafen oder bei groben Verstößen sogar eine Schließung des Geschäftsbetriebs. 

Wer also durch verantwortungsbewusste Maßnahmen im eigenen Unternehmen für eine gesunde Basis sorgt, kann Potenziale analysieren und die Krise lösungsorientiert meistern.


Bildquelle: pixabay.com / pasja1000

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