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Auswirkungen der Coronakrise auf Gründungsgeschehen und Unternehmertum

Corona und die Auswirkungen auf das Gründungsgeschehen

Seit mittlerweile mehr als sechs Monaten hält die Coronakrise nicht nur Deutschland, sondern die gesamte Welt in Atem. Die Probleme sind nicht nur gesundheitlicher Natur: Aufgrund des zwischenzeitlichen Lockdowns in zahlreichen Ländern erwarten Experten eine Weltwirtschaftskrise. In Deutschland ist die Situation Stand September 2020 zwar nicht ganz so negativ, wie es zu Beginn der Krise erwartet wurde. Dennoch gibt es eine Reihe von Auswirkungen der Coronakrise auf das Gründungsgeschehen sowie auf das Unternehmertum im Allgemeinen. 

Entwicklungen und Vorhersagen zu Beginn der Corona-Pandemie

Die Coronakrise begann spürbar Mitte März, nämlich nachdem die Regierung zahlreiche Maßnahmen getroffen hatte, die unter dem Begriff „Lockdown“ zusammengefasst wurden. Im März und April 2020 waren die prognostizierten Aussichten sowohl für Gründer als auch für die Unternehmen im Allgemeinen sehr negativ. So gab es beispielsweise Ende März eine Studie des Bundesverbandes Deutsche Startups e.V. Es wurden mehr als 1.000 Entscheidungsträger von Startup-Unternehmen befragt, welche Auswirkungen die Coronakrise deren Meinung nach auf das eigene Unternehmen haben würde. 

Die fast einhellige Aussage war damals, dass es enorme wirtschaftliche Herausforderungen gäbe. Ein wesentliches Problem würde darin bestehen, dass gerade neu gegründete Unternehmen keine Kapitalrücklagen hätten, auf die sie wie Jahre am Markt tätige Firmen zurückgreifen könnten. Aus dem Grund war die wesentliche Aussage, dass sich die meisten Entscheidungsträger der StartUps sogar in ihrer Existenz bedroht sehen. 

Geschäftstätigkeit in etwa 90 Prozent der Fälle beeinträchtigt

In der Umfrage gaben rund neun von zehn Teilnehmern an, dass deren Geschäftstätigkeit durch die Coronakrise in mehr oder weniger großem Umfang beeinträchtigt sei. Mehr als 60 Prozent der Befragten sagten sogar aus, dass es sich dabei um eine deutliche Beeinträchtigung handeln würde. Insbesondere kleine Unternehmen sahen mit einem Anteil von etwa 80 Prozent sogar eine existenzielle Bedrohung, die durch die Coronakrise und der damit verbundenen Wirtschaftskrise hervorgerufen werden könnte. 

Positivere Entwicklung und mehr im Optimismus ab Juni 2020

Im Juni dieses Jahres gab es eine kleine Trendwende, was die Zukunftsaussichten von Gründern und Unternehmen in Deutschland allgemein angeht. Ein Anhaltspunkt dafür ist, dass es bis Ende Juni 2020 fast 700 Gründungen in Deutschland gab. Das sogenannte Gründungsgeschehen war also zu diesem Zeitpunkt praktisch nicht von der Coronakrise beeinflusst. Mit fast 700 Neugründungen gab es sogar über 100 Gründungen mehr als im Vorjahreszeitraum im Vergleich. Zu den Bundesländern mit den meisten Gründungen im 1. Halbjahr 2020 gehörten:

  • Berlin: 160 Neugründungen
  • Bayern: 133 Neugründungen
  • Nordrhein-Westfalen: 116 Neugründungen

Wenn man sich die Branche näher betrachtet, in denen die meisten Gründungen stattfanden, dann handelt es sich insbesondere um die Bereiche E-Commerce und Software. Fast ein Drittel aller Gründungen fanden in diesen Branchen statt. 

Als Zwischenfazit kann bisher in diesem Jahr festgehalten werden, dass die Coronakrise sich anscheinend bis dato nicht negativ auf das Gründungsgeschehen deutscher Startups und der gesamten Gründerszene ausgewirkt hat. Allerdings dürfen zu Beschreibung der Gesamtsituation natürlich nicht nur die Startups betrachtet werden. 

Anstieg der Arbeitslosenzahlen als markante Auswirkung

Auf der einen Seite scheint sich die Coronakrise nicht negativ auf das Gründungsgeschehen in Deutschland ausgewirkt zu haben, wie wir im vorherigen Abschnitt erläutert haben. Auf der anderen Seite lässt sich allerdings nicht verleugnen, dass sich die Krise auf andere Wirtschaftsbereiche wesentlich negativer ausgewirkt hat. Dies betrifft zum einen das Unternehmertum im Allgemeinen. 

Zahlreiche Unternehmen gaben bereits an, dieses Jahr mit einem erheblich geringeren Gewinn als im Vorjahr oder sogar mit Verlusten abschließen zu müssen. Eine weitere negative Auswirkung ist zum anderen der Anstieg des der Arbeitslosenzahlen zwischen Januar und Juni 2020. 

Die Entwicklung der Arbeitslosenzahlen während der Coronazeit stellt sich zwischen Januar und Juni wie folgt dar:

  • Januar: 2.426.000
  • Februar: 2.396.000
  • März: 2.335.000
  • April: 2.644.000
  • Mai: 2.813.000
  • Juni: 2.853.000

Zwischen März und Juni dieses Jahres ist die Arbeitslosenzahl in Deutschland somit um mehr als 500.000 Menschen angestiegen, die ihren Job verloren haben. Dabei hat insbesondere das in Deutschland gezahlte und weltweit einmalige Kurzarbeitergeld dazu beigetragen, dass nicht wesentlich mehr Arbeitnehmer ihre Stellung verloren haben. Das Kurzarbeitergeld gilt bis Ende des kommenden Jahres (31.12.2021) und staffelt sich ab Beginn der ersten Inanspruchnahme wie folgt: 

  • 1. bis 3. Monat: 60 % bzw. 67 % Kurzarbeitergeld
  • 4. bis 6. Monat: 70 % bzw. 77 % Kurzarbeitergeld
  • Ab 7. Monat: 80 % bzw. 78 % Kurzarbeitergeld

Experten sind sich einig darüber, dass das hierzulande gültige Kurzarbeitergeld wesentlich dazu beigetragen hat, dass nicht deutlich mehr Menschen bereits jetzt von der Arbeitslosigkeit betroffen sind. 

Corona Hilfspakete stützen Unternehmen

Eine weitere Maßnahme neben dem Kurzarbeitergeld, die definitiv dazu beigetragen hat, dass nicht bereits zahlreiche Unternehmen insolvent sind und die Arbeitslosenzahl sich auf deutlich mehr als drei Millionen Menschen beläuft, sind die von der Regierung geschnürten Corona-Hilfspakete. 

So gab es beispielsweise ein Corona-Hilfspaket als Soforthilfe von bis zu 50 Milliarden Euro. Selbstständige sowie Unternehmen von maximal fünf Beschäftigten erhielten bis zu 9.000 Euro für drei Monate, während Unternehmen mit einer Mitarbeiterzahl von bis zu zehn Beschäftigten sogar bis zu 15.000 Euro für drei Monate im Rahmen dieses Paketes abrufen konnten. 

Darüber hinaus reduzierte die Regierung zeitlich befristet die gültigen Mehrwertsteuersätze. Durch diese Maßnahme soll insbesondere der Konsum angekurbelt und damit ebenfalls Unternehmen geholfen werden. Der normale Steuersatz wurde bis Ende des Jahres von 19 auf 16 und der ermäßigte Steuersatz von sieben auf fünf Prozent reduziert. 

Fazit zur Auswirkung der Coronakrise auf Unternehmen

Als Fazit lässt sich im September 2020 festhalten, dass die befürchteten wirtschaftlichen Auswirkungen der Coronakrise auf Startups und das Unternehmertum im Allgemeinen bis dato glücklicherweise nicht so negativ gewesen sind, wie es zu Beginn der Corona-Pandemie aussah. Zwar ist die Arbeitslosenzahl mit über 500.000 Menschen deutlich gestiegen. Jedoch sehen die entsprechenden Zahlen in den weitaus meisten anderen Ländern wesentlich schlechter aus. 

Auf das Gründungsgeschehen scheint die Krise nahezu gar keinen Einfluss zu haben. Dennoch wird sich nach Ansicht der Fachleute erst im Herbst und Winter dieses Jahres zeigen, wie viele Unternehmen die Krise tatsächlich zumindest relativ unbeschadet überleben.


Bildquelle: Juraj Varga auf Pixabay

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