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4/18/2019

Wie Sie mit Video Storytelling Ihre Franchise-Unternehmen voranbringen

In Franchiseunternehmen sind meist die Franchisegeber mit den Aufgaben des Marketings für die Dachmarke betraut. In den Konzepten und Strategien, die sie entwickeln, tragen sie damit auch Verantwortung für die Franchisenehmer. Video-Storytelling bietet dabei ein effektives Medium, um sich an die drei wichtigsten Adressaten im Franchiseunternehmen zu wenden: Franchisenehmer, Mitarbeiter und Kunden. Hier wird erklärt, wie es funktioniert.

 

 

Abbildung: Das Video ist das Medium der Gegenwart und der Zukunft - in Kombination mit Storytelling ein äußerst mächtiges Instrument.

 

 

Was macht Storytelling so mächtig?

Menschen gewinnt man mit Emotionen statt mit reinen Fakten. Diese Richtlinie gilt längst als Standard in Werbung und Verkaufsgesprächen. Anstatt Kunden mit der sterilen Aufzählung technischer Daten eines Produkts zu langweilen, erhöht es den Kaufanreiz signifikant, wenn Emotionen angesprochen werden.

Doch wie lassen sich diese am besten vermitteln?

Storytelling (zu Deutsch: Geschichtenerzählen) lautet hier die simple Antwort. Denn Geschichten bieten dem Zuhörer bzw. Zuschauer eine emotionale Projektionsfläche. Er identifiziert sich, fühlt sich verstanden und entdeckt seine persönliche Zukunftsperspektive im Fazit der Erzählung. Diese Wirkung lässt sich gerade bei Franchise-Unternehmen unterschiedlich nutzen:

 

1. Kunden von der Marke überzeugen

Markante Geschichten zur Entstehung eines Unternehmens tragen dazu bei, den Kunden ein positives Corporate Image zu vermitteln. Stories, die Kundenerlebnisse in den Mittelpunkt stellen, fördern hingegen die Identifikation mit einer Marke. Und schließlich fungieren gut inszenierte Videos wie ein Magnet für die umkämpfte Aufmerksamkeit der Kunden. Studien zufolge erzeugt allein der Unterhaltungsfaktor eines Videos die größte Motivation, es sich anzusehen.

Fakten sind dagegen zweitrangig. Wer vom Kunden wahrgenommen werden will, sollte die Vorteile, die er kommunizieren möchte, nicht plump aufzählen, sondern in Geschichten mit Witz und Dramatik verpacken. Noch besser ist es, wenn innerhalb dieser Emotionen ein Problem auftaucht, mit dem sich die Zuschauer identifizieren können. Der erzählerische Bogen spannt sich dann zur Problemlösung durch das betreffende Produkt. Auf diese Weise nutzt Video Storytelling die gewonnene Aufmerksamkeit zur Überzeugung des Kunden.

 

2. Franchisenehmer überzeugen

Nicht nur Endkunden inspiriert ein gelungenes Storytelling. Auch Franchisenehmer erfahren durch die Geschichten viel über das Selbstbild des Unternehmens und ihre Möglichkeiten, daran teilzuhaben. Auch in ihrem Fall können die Unternehmenshistorie oder die Kunden in den Mittelpunkt gestellt werden; optimal auf Franchisenehmer zugeschnitten ist allerdings eine Kombination aus Informationsmaterial mit Storytelling-Elementen. Letztere sorgen dafür, dass Informationen im Gedächtnis bleiben. Sachlich präsentierte Fakten, etwa in Form von Bullet Points, neigen dagegen dazu, nach wenigen Minuten wieder vergessen zu werden. Nicht umsonst verbot Amazon-Gründer Jeff Bezos wohl PowerPoint-Präsentationen in seinem Unternehmen. Der Erfolg gibt ihm Recht.

 

3. Mitarbeiter anwerben

Zukünftige Mitarbeiter und potenzielle Bewerber lassen sich ebenfalls durch Video-Storytelling ansprechen. Hier liegt der Fokus darauf, die Corporate Identity bzw. das Leitbild des Unternehmens zu kommunizieren und in prägnanten Geschichten zu erklären, warum es erstrebenswert ist, ein Teil dieser Unternehmens-Welt zu sein. In der Regel produzieren Franchisegeber das Material und stellen es den Franchisenehmern zur Verfügung.

 

 

Wie funktioniert Video-Storytelling?

Die zentrale Frage beim Storytelling ist: Wie gelange ich an eine mitreißende Geschichte?

 

1. Storysuche

Hier sind die Unternehmer selbst gefragt, in ihrer Biografie, unter ihren Mitarbeitern und ihren Kunden zu forschen und die erzählerischen Juwelen zu entdecken. Hilfreich ist dabei das „Prinzip der Heldenreise“. Der Autor Joseph Campbell identifizierte es vor 70 Jahren in seinem Buch „The Hero with the Thousand Faces“, das heute als Bibel des modernen Films und Marketings gilt. Ihm zufolge funktionieren alle Geschichten, die die Welt bewegten, nach denselben Prinzipien. Egal ob Odysseus, Star Wars oder Grimms Märchen – die Protagonisten durchlaufen immer wieder 12 zentrale Stationen und sprechen damit archaische Gefühle im Publikum an. Wer klug ist, inszeniert auch Unternehmens-Videos wie eine Heldenreise. Es gibt allerdings auch funktionierende Alternativformate, die sich je nach Situation erfolgreich einsetzen lassen.

 

2. Die Story erzählen - mit dem Prinzip der Heldenreise

Zunächst braucht es einen zielgruppengerechten Protagonisten. Dieser wird in seinem gewohnten Umfeld präsentiert, bevor er mit einer Herausforderung konfrontiert wird. Ängste und Hemmungen werden genauso thematisiert wie hilfreiche Unterstützer und Mentoren. Die eigentliche Reise des Helden ist geprägt von Hoch- und Tiefpunkten, Freunden und Feinden und einer zentralen Prüfung, die auch im Scheitern enden könnte. Hat der Protagonist diesen Test überwunden, gewinnt er: Geld, Respekt, Ansehen aber in erster Linie emotionale Vorteile, die seine Persönlichkeit ergänzen. Auf diese Weise gestärkt präsentiert er sich nun in seinem Umfeld und lässt den Zuschauer an seinem Wachstum teilhaben.

 

3. Im richtigen Video-Format präsentieren

Beim Storytelling dürfen die einzelnen Videos natürlich nicht mit dem Anspruch eines dreiteiligen Blockbusters gedreht werden – immerhin ist die Aufmerksamkeitsspanne des adressierten Publikums umkämpft und schnell ausgeschöpft. Besonders gut eignen sich daher Formate in der Länge von maximal 3 Minuten. Ein Erklärvideo, das Storytelling als Methode nutzt, bringt Produkte besonders gut in das Gedächtnis des Kunden. Hier werden die Argumente, die das Produkt (oder das Franchisemodell) attraktiv für den Kunden machen, in eine Geschichte verpackt.

Auch die Frage, wie der Artikel (oder das Geschäftsmodell) dem Konsumenten (oder Franchisenehmer) weiterhelfen kann, beantwortet das Video erzählerisch. Nach den Antworten auf das „Warum?“ und das „Wie?“ taucht das „Was?“ nur nachrangig auf. Eigenschaften des Produktes oder Geschäftsmodells sind nur wichtig, wenn sie ein Alleinstellungsmerkmal (USP) darstellen. Auf detaillierte Aufzählungen technischer Daten sollten Videos verzichten.

 

4. Verbreiten

Die Unternehmenswebseite, Werbespots für soziale Medien oder Klickwerbung sind geeignete Transportmedien für kurze Storytelling-Videos. Auch längere Texte sollten stets von knappen Erklärvideos aufgelockert werden. Das honoriert nicht nur Google, sondern es bleibt auch den Adressaten positiv im Gedächtnis und erhöht die Chance auf einen erneuten Kontakt. Letztlich ist es jedoch auch wichtig, anhand von Nutzungsstatistiken nachzuvollziehen, wie gut das Video bei der Zielgruppe ankam. Auf diese Weise lässt sich zudem immer mehr über die Zielgruppe herausfinden.

 

 

Fazit

Seit Odysseus Abenteuern in der Antike hat sich kaum etwas geändert – noch immer lassen sich Menschen am besten von „tatsächlich erlebten“ Geschichten begeistern. In der digitalen Welt von heute ist das beherrschende Medium allerdings visuell und die Aufmerksamkeitsspanne kurz. Video-Storytelling ist hier die ideale Antwort, um Kunden und Geschäftspartner auf sich aufmerksam zu machen.

 

Bildquelle:

Abbildung 1: @ Melionaire (CC0-Lizenz) / pixabay.com

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