Lohnfortzahlungsbetrug effektiv vorbeugen - Wirtschaftsdetekteien ermitteln für Unternehmen

Wenn ein Mitarbeiter eines Unternehmens in Deutschland krank wird, hat er ein Recht auf Entgelt- bzw. Lohnfortzahlung. Bis zu sechs Wochen oder 42 Kalendertage lang muss der Arbeitgeber Lohnfortzahlung leisten, erst dann springt die Krankenkasse mit der Krankengeldzahlung ein. Diese Regelung zum Schutz und zur Existenzsicherung des Arbeitnehmers im Krankheitsfall geht auf die Sozialgesetzgebung des späten 19. Jahrhundert zurück und ist in Deutschland seit 1994 im Lohnfortzahlungsgesetz festgeschrieben.

Lohnfortzahlungsbetrug liegt vor, wenn ein Arbeitnehmer bzw. Mitarbeiter dieses Gesetz missbraucht. Das kann auf verschiedene Weise und aus unterschiedlichen Gründen geschehen, etwa:

  • Der Arbeitnehmer täuscht eine Krankheit vor, um mehr Urlaub oder Zeit für private Interessen zu haben.
  • Die Krankheit wird vorgetäuscht, um während dieser Zeit einer unerlaubten Nebentätigkeit nachzugehen, zum Beispiel einer Schwarzarbeit, um das Einkommen aufzubessern.
  • Ein Mitarbeiter, der bereits innerlich gekündigt hat, lässt sich krankschreiben und nutzt die Zeit, um sich bei anderen Arbeitgebern zu bewerben oder vorzustellen.

Im Franchisebereich gibt es ebenfalls verwandte Fälle, etwa Franchisenehmer, die dem Franchiseunternehmen zeitweise oder gar nicht (mehr) zur Verfügung stehen, jedoch weiterhin dessen Eigentum oder Interna (Ausrüstung, Werbematerialien, Kundendaten etc. ) für ihre eigenen Zwecke nutzen - entweder privat oder gewerblich, was beides vertragswidrig sein kann.

Durch solches und ähnliches missbräuchliches Verhalten entstehen den Unternehmen hohe Kosten, und auch die Reputation der Firma kann empfindlich darunter leiden. Überdies schädigt Lohnfortzahlungsbetrug in Zusammenhang mit unerlaubten Nebentätigkeiten das soziale System - er geht zu Lasten der Sozialkassen, des Staats und somit aller Steuerzahler.

Bei Verdacht auf Lohnfortzahlungsbetrug aktiv werden

Kann der Arbeitgeber einem Mitarbeiter willentlichen und bewussten Lohnfortzahlungsbetrug nachweisen, hat er das Recht, auch ohne vorherige Abmahnung die fristlose Kündigung auszusprechen und Strafanzeige zu erstatten. Doch ist es für Unternehmen selbst bei dringendem Verdacht schwierig, einen adäquaten Nachweis zu führen, der auch vor Gericht Bestand hat. In solchen Fällen können Wirtschaftsdetekteien helfen, etwa die Detektei Lentz.

Das renommierte Unternehmen mit Stammsitz in Frankfurt ist auf Ermittlungen im Wirtschaftsbereich spezialisiert und bearbeitet deutschlandweit rund 500 Verdachtsfälle pro Jahr. Neben Lohnfortzahlungsbetrug gehören auch Arbeitsplatzbetrug, Wettbewerbsbetrug sowie Diebstähle und Einschleusungen in Firmen und auf Betriebsgeländen zu den Schwerpunkten der Detektei Lentz. Die allermeisten Fälle können aufgeklärt werden, wobei Aufklärung nicht automatisch Entlarvung bedeutet, sondern eindeutige Klärung: Nach Abschluss der Ermittlungen ist der Verdacht entweder rechtssicher bestätigt oder zu Gunsten des Arbeitnehmers entkräftet.

Im Jahr 2015 bearbeitete die Detektei in Frankfurt 83 Aufträge von Gewerbetreibenden, Unternehmen und Franchisegebern. In 61 Fällen bestand der Verdacht auf Lohnfortzahlungsbetrug im Krankheitsfall, bei 12 ging es um angenommenen Arbeitszeitbetrug. Die Nachweisquote ist sehr gut: In mehr als 90 Prozent der Lohnfortzahlungsfälle und bei 88 Prozent der Arbeitszeitbetrugsfälle konnte der Betrug gerichtsverwertbar festgestellt werden. In der Regel trennten sich die Unternehmen daraufhin von den illoyalen Mitarbeitern, beendeten den teils seit Jahren andauernden Missbrauch und konnten sich so vor weiteren hohen Kosten und Imageverlusten schützen.

Nicht nur vollendeter Lohnfortzahlungsbetrug ist eine Straftat. Auch der Versuch, den Arbeitgeber oder Franchisegeber zu täuschen, ist strafbar. Wenn der Wirtschaftsdetektiv in Frankfurt, im Rhein-Main-Gebiet oder bundesweit tätig wird und einem Verdacht nachgeht, trägt zuerst der Auftraggeber - in diesem Fall also der Arbeitgeber - die Kosten. Wird durch die Observationen und Ermittlungen der Detektei jedoch der Nachweis erbracht, dass ein Lohnfortzahlungsbetrug oder Arbeitsplatzbetrug vorliegt, muss der überführte bzw. verurteilte Arbeitnehmer nicht nur mit der Kündigung rechnen: Im Rahmen der Schadensersatzpflicht können ihm auch die Kosten für die Detektei und für das Gerichtsverfahren zu Lasten gelegt werden.

Schutz des Mitarbeiters vs. Schutz der Unternehmensinteressen

Lohnfortzahlung im Krankheitsfall gehört zu den Pflichten des Arbeitgebers und ist in Deutschland - anders als in vielen anderen Ländern - fest im Gesetz verankert. Doch auch krankgeschriebene Arbeitnehmer haben Pflichten. So müssen sie etwa dem Arbeitgeber ein Attest vom Haus- oder Facharzt vorlegen und während der Krankheitszeit alles tun, um so schnell wie möglich wieder gesund und im Unternehmen einsatzbereit zu sein. Diese Regelung bietet jedoch viel Raum für Interpretation - vor allem, da immer mehr Krankmeldungen mit schwer nachweisbaren psychischen Krankheiten wie Stress, Burnout, Bore-out oder Depressionen begründet werden.

Wer sich wegen Bandscheibenproblemen oder Grippe krankschreiben lässt und dann beim Fußballtraining, in der Disco oder beim Reparieren seines Dachs beobachtet wird, wird den Verdacht auf vorgetäuschte oder stark übertriebene Beschwerden kaum entkräften können. In so deutlichen Fällen gibt es auch eine klare (und durchaus strenge) Rechtsprechung. Allerdings existieren viele Krankheiten, nicht nur psychische, bei denen die Genesung weder Bettruhe noch strenge körperliche Schonung oder das Zuhausebleiben erfordert. Im Einzelfall festzustellen, ob ein Mitarbeiter sich genesungsfördernd verhält, oder ihm genesungswidriges Verhalten nachzuweisen, erfordert also nicht nur Aufmerksamkeit, sondern Erfahrung und Fachwissen, Intuition, Empathie und Objektivität gleichermaßen.

Den wenigsten Arbeitgebern fällt es leicht, einen Wirtschaftsdetektiv mit der Observation eines krankgeschriebenen Mitarbeiters zu beauftragen. Dieser Schritt ist nicht alltäglich und auch selten der erste, sondern eher die Ultima Ratio bei Verdachtsfällen, die sich anders (zum Beispiel durch Fragen und persönliche Gespräche) weder erhärten noch entkräften ließen. Häufig ist das Vertrauensverhältnis zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer zu diesem Zeitpunkt bereits angeschlagen oder sogar zerrüttet. Umso wichtiger ist es, dass die Detektei sich bei ihren Ermittlungen diskret verhält, stets auf dem Boden der Gesetze bleibt und auch die Compliance-Leitlinien des Unternehmens im Auge behält. Denn nur so kann ein eindeutiger Nachweis erbracht werden, der vor Gericht Bestand hat. Und nur so haben Arbeitgeber und Arbeitnehmer auch die Möglichkeit, zu einem störungsfreien und produktiven Arbeitsverhältnis zurückzukehren, falls der Verdacht sich nicht bestätigt.

Im besten Fall sollte die Wirtschaftsdetektei frühzeitig beauftragt werden - nicht nur zum Schutz handfester finanzieller Unternehmensinteressen und der allgemeinen Solidargemeinschaft, sondern auch zu Wahrung der Gesetze und des innerbetrieblichen Friedens. Weder Verdacht und Misstrauen noch tatsächliches betrügerisches Verhalten dürfen sich im Betriebsklima dauerhaft etablieren. Das Beauftragen eines außenstehenden Experten verhindert außerdem, dass der Arbeitgeber sich selbst ins Unrecht setzt, emotional zu stark beteiligt wird oder seine Beweise später nicht verwertbar sind. Durch rasches Handeln und professionelle, juristisch einwandfreie Maßnahmen zur Gegensteuerung bekennt sich die Unternehmensführung zu ihren Compliance-Grundsätzen, zu allen loyalen Mitarbeitern und zu Ehrlichkeit und Gerechtigkeit im Arbeitsalltag.

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