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2/5/2016

Chatprotokoll: Inhalte, Struktur, Tipps für den Businessplan

SYNCON International Franchise Consultants

Bettina MommFrau Bettina Momm:Liebe Teilnehmer, schönen guten Morgen. Gerne beantworte ich Ihnen heute Fragen zum optimalen Businessplan, der Finanzierung Ihres Vorhabens sowie allgemeine Fragen zum Franchising. Ihre Bettina Momm

Bettina MommFrau Bettina Momm:Hier vorab konkret zur Struktur der Zahlen, die der Gründer vorbereiten muss. 1. Annahmen zu Umsätzen und Kosten, Plan Gewinn- und Verlustrechnung auf 4 Jahre, Plan Liquiditätsplanung auf 4 Jahre, Investitionsplanung und Finanzierungsvorschlag mit Eigenkapitaleinsatz.

Leser:Guten Morgen, liebe Frau Momm: In welchen Fällen ist die Vorlage eines Businessplans durch Gründer notwendig?

Bettina MommFrau Bettina Momm:Wenn der Gründer Fremdkapital entweder von der Bank u/o. KfW oder von Investoren möchte. Auch wenn dies nicht der Fall ist und er über genug Eigenkapital verfügt, sollte er für sich selbst einen BP erstellen, der dann später für Soll-Ist-Vergleiche herangezogen werden sollte.

Leser:Mir wurde für die Überprüfung meiner Geschäftsidee die Verwendung eines Tools namens „Business Model Canvas“ empfohlen. Wie aufwendig ist dieses Vorgehen? Was halten Sie von dieser Methode?

Bettina MommFrau Bettina Momm:Tut mir leid, dieses Modell kenne ich nicht gut genug, um kompetente Empfehlungen abzugeben. Gerne beschäftige ich mich aber damit, wenn gewünscht.

Leser:Ist es sinnvoll, sich für die inhaltliche Struktur an einer Businessplan-Vorlage zu orientieren oder sollte jeder Businessplan absolut individuell sein?

Bettina MommFrau Bettina Momm:Auf jeden Fall sollte man sich an einer Vorlage orientieren, das spart Zeit. Die Vorlagen z.B. von der KfW sind auch die, die dann von der Struktur passen und keine zusätzlichen Fragen aufwerfen.

Leser:Und kann ich allgemeine branchenspezifische Inhalte aus anderen Geschäftsplänen übernehmen oder sind Businesspläne urheberrechtlich geschützt? Wo finde ich öffentlich zugängliche Beispieltexte?

Bettina MommFrau Bettina Momm:Im Grunde ja, wenn diese vom Urheber nicht mit einem Copyright versehen sind, ansonsten müssen Sie sich die Genehmigung einholen. Das Internet ist aber voll mit Marktdaten und branchenspezifischen Inhalten. Ich verwende keine Beispieltexte, so dass ich Ihnen leider nicht sagen kann, wo Sie diese finden. Gerne stehe ich Ihnen diesbzgl. zur Verfügung.

Leser:Hallo Frau Momm: Welches sind die wichtigsten Tipps & Tricks, die Sie Gründern für die Ausarbeitung des Businessplans mit auf den Weg geben möchten?

Bettina MommFrau Bettina Momm:Es gibt viele Tipps, aber keine Tricks! Diese sollten eher in einem persönlichen Gespräch erörtert werden. Gerade beim BP spielt die Psychologie desjenigen, der den BP genehmigen muss, eine wichtige Rolle. Und da geht es nicht immer um harte Fakten. Das lässt sich leider in einem Satz nicht zusammenfassen. Es sind sehr viele Punkte, die da eine Rolle spielen. Zunächst ist da ja die Struktur. Es handelt sich um eine ganz solide Arbeit, die vorausgesetzt wird.

Leser:Besteht bei Übernahme fremder Inhalte in den Businessplan nicht die Gefahr, dass es sich um ungeprüfte Aussagen handelt und Nachfragen z.B. seitens der Kreditinstitute nicht zufriedenstellend beantwortet werden können?

Bettina MommFrau Bettina Momm:Ja, genau das ist das Problem, deshalb sollte man wirklich selbst über seinen Markt und seine Konzeptidee recherchieren. Im Banktermin dürfen keine Unsicherheiten auftreten und auf keinen Fall darf ein Banker den Gründer "entlarven", da er merkt, dass er Inhalte "geklaut" hat und selbst nicht darüber Bescheid weiß!

Leser:Wovon hängt es in der Regel ab, ob ein Businessplan von den Geldgebern als professionell und überzeugend eingeschätzt wird?

Bettina MommFrau Bettina Momm:Die Beantwortung Ihrer Frage würde mehrere Seiten Text benötigen. Ich versuche es mal kurz: Von der glaubhaften Konzeptidee und ob damit eine realistische Chance besteht, Geld zu verdienen, um den Lebenstandard zu finanzieren und das geliehene Geld der Bank ordnungsgemäß zurückzuzahlen. Kling simpel, ist aber genau der Punkt!

Leser:Was für kostenlose Tools gibt es im Internet, die Gründern bei der Erarbeitung des Businessplans helfen könnten?

Bettina MommFrau Bettina Momm:Sicher jede Menge! Da ich mit diesen Tools nicht arbeite, kann ich Ihnen leider nicht sagen, wo Sie die finden, aber Googele hat da bestimmt jede Menge Antworten. Bedenken Sie aber bitte, dass wenn Sie am Anfang Kosten sparen wollen, Sie das hinterher vielleicht einholt. Professionalität kostet Geld und führt i.d.R. zum Erfolg.

Leser:Welche Informationsquellen stehen für Existenzgründer zur Verfügung? Inwieweit sind sie kostenpflichtig?

Bettina MommFrau Bettina Momm:Das Internet ist voll davon! Der erste Schritt sollte aber die IHK oder die HWK sein. Die KfW bietet auch kostenfreie Gründungsberatung. Aber lesen Sie noch einmal meine vorherige Antwort. Sie erstellen möglicherweise nur einmal in Ihrem Leben einen BP, ein kompetenter Berater macht das täglich. So viel Know-How kann man sich allein nicht aneignen. Auch die Begleitung zum Banktermin erachte ich als überaus wichtig.

Leser:Guten Tag Frau Momm, würden Sie mir im ersten Schritt zum Besuch eines Existenzgründerseminars der IHK raten? Ich hörte, dass IHK-Gründungsberater dann kostenfrei die weitere Gründung begleiten.

Bettina MommFrau Bettina Momm:Ja, siehe Antwort vorher! Bedenken Sie dennoch - Gründung kostet Geld und auch Beratung! Es geht um - nicht weniger - als Ihre Existenz.

Leser:Welche Kriterien muss eine „gute Geschäftsidee“ erfüllen? Wann ist eine Geschäftsidee genial?

Bettina MommFrau Bettina Momm:Danach suche ich auch noch! Eine Geschäftsidee, die mit dem geringsten Einsatz den höchstmöglichen Ertrag bringt! Ansonsten siehe Beantwortung der gleichen Frage oben. Das Konzept muss stimmen, die Gründerperson und das Eigenkapital!

Leser:Welche Beratungshonorare sind im Gründercoaching üblich und wird von der KfW maximal übernommen?

Bettina MommFrau Bettina Momm:Das variiert ca. zwischen Euro 500 und 2.000 je Tag und je nach Berater und Anforderung. i.d.R. fördert die KfW 50% des Beraterhonorars, wenn der Gründer die Voraussetzungen erfüllt. Aber nur bei Beratern, die auch dort gelistet sind.

Leser:Kann die Erstellung des gesamten Geschäftsplans vom Gründer an einen Berater abgetreten werden?

Bettina MommFrau Bettina Momm:Ja, der Berater benötigt dann aber natürlich den Input vom Gründer. Da statten wir den Gründer zunächst mit umfangreichen Checklisten aus.

Leser:Gibt es eine seriöse Untersuchung, in welchem Umfang die Erfolgschancen eines Gründungsvorhabens durch eine professionelle Gründungsberatung erhöht wird?

Bettina MommFrau Bettina Momm:Gibt es bestimmt, aber da müsste ich selbst recherchieren. Daher kann ich Ihnen nur meine persönliche nachweisbare Erfolgsquote nennen, und die liegt bei 95% aller von mir eingereichten Businesspläne und Finanzierungen, und das waren mehrere hundert in den vergangenen 25 Jahren. M.E. handelt es sich um einen "guten Berater", der nur einen Auftrag annimmt, wenn er vorher prüft, ob das Vorhaben bei der Bank u/o KfW durchgeht.

Leser:Welche Qualifikationen oder Erfahrungen muss der Gründercoach mitbringen, damit er bei der KfW gelistet wird? Kann der Berater auch die Beantragung meiner Fördergelder übernehmen?

Bettina MommFrau Bettina Momm:Der Berater muss mehrere nachweisbare Referenzen einbringen und wird bzgl. seiner fachlichen Qualifikation geprüft. Da besteht ein Antragsverfahren.

Leser:Worin besteht der Unterschied zwischen einer Geschäftsidee und einem Geschäftskonzept bzw. Geschäftsmodell?

Bettina MommFrau Bettina Momm:Damit ist meist das Gleiche gemeint.

Leser:Kann der Berater, der mich bei der Erstellung des Businessplans unterstützt hat, mich auch zur Bank begleiten und bei der Finanzierungsverhandlung eingreifen?

Bettina MommFrau Bettina Momm:Ja, das muss er sogar können. Ich lasse keinen Gründer alleine zur Bank gehen. Im Vorfeld des Termins findet immer ein Gesprächscoaching statt. Da gibt es Dinge, die unbedingt vom Gründer gesagt werden sollen und andere, die vielleicht nicht so förderlich sind.

Leser:Wie gehe ich bei der Beantragung öffentlicher Fördermittel vor? Wovon hängt eine Bewilligung ab?

Bettina MommFrau Bettina Momm:Das kann Ihnen sicher auch Ihre IHK oder HWK erläutern. Die Antragsformulare finden Sie auf der Seite der KfW im Internet. Das ist im Prinzip sehr einfach, es kommt mehr auf den Inhalt an.

Leser:Welche alternativen Finanzierungsformen sollten Existenzgründer zusätzlich in Betracht ziehen?

Bettina MommFrau Bettina Momm:Da nicht jeder den "reichen Onkel in Amerika" hat, gibt es vielleicht in der Familie Unterstützer, die mit Eigenkapital aushelfen. Ansonsten ist es ohne die 20% EK am Gesamtinvestitionsvolumen eher schwierig, Investoren oder Kapitalgeber zu finden. Je größer die Summe dann wird, aber da sprechen wir von mehreren Millionen, ist es einfacher, aber das ist ja meist nicht der Fall.

Leser:Welche Bedeutung haben private oder staatliche Bürgschaften für die Gründungsfinanzierung?

Bettina MommFrau Bettina Momm:Die Bürgschaften der Bürgschaftsbanken, auch der regionalen, gehören zu den klassischen Finanzierungsprogrammen und darauf wird oft zurückgegriffen. Darunter verstehe ich keine alternative Finanzierung. Im privaten Bereich verlangt die Bank i.d.R. die Bürgschaft des Ehe- oder Lebenspartners (vor allem, wenn diese/r über ein dauerhaft festes Einkommen verfügt).

Leser:Darf der Gründercoach auch die Finanzierungsvermittlung übernehmen und dafür eine Provision einbehalten?

Bettina MommFrau Bettina Momm:Vermitteln ja, der Berater muss und soll über gute Bankkontakte verfügen. Dann ist es ein "Heimspiel" für den Berater und natürlich viel einfacher. Provision nein!

Leser:Gibt es für die Gründung aus der Arbeitslosigkeit heraus spezielle Zuschüsse oder Fördermittel?

Bettina MommFrau Bettina Momm:Ja, den Gründungszuschuss vom Arbeitsamt.

Bettina MommFrau Bettina Momm:Das liegt mir noch auf dem Herzen: Wenn der Gründer ein "schlechtes Bauchgefühl" gegenüber dem Gründungsberater hat, aus welchem Grund auch immer, sollte er sich einen neuen suchen.

Leser:Ist es besser, den Businessplan in einem Stück zu erarbeiten, um sich nicht thematische jeweils neu einarbeiten zu müssen, oder würden Sie erst das Grobkonzept verfassen und dann die Details zusammenstellen?

Bettina MommFrau Bettina Momm:Erst das Grobkonzept und dann die Details, aber eher aus dem Grund, dass alle Kapitel ineinandergreifen und logisch verzahnt sein sollen.

Leser:Trifft es zu, dass es für Hartz IV-Bezieher kaum Hoffnung auf ein Gründungsdarlehen der Banken gibt?

Bettina MommFrau Bettina Momm:...wie bei allem ...es kommt drauf an! Ich habe auch Hartz IV-Empfänger schon in eine glückliche Selbstständigkeit begleitet. Es kommt auf das Konzept, die Gründungsvoraussetzungen, vor allem die fachlichen und kaufmännischen Hintergründe, die auch darstellbar sein müssen an. Das Eigenkapital kann da auch mal unter 20% sein, wenn alle anderen Faktoren stimmen.

Leser:Aus wie vielen Kapiteln mit welchen Themen besteht üblicherweise ein kompletter Businessplan? Und auf wie viele DIN-A 4-Seiten würden sie ihn ungefähr veranschlagen?

Bettina MommFrau Bettina Momm:Der Einfachheit halber hier mal ein Grobkonzept. Der gesamte BP besteht aus einem kompletten DINA-4 Ordner mit ca. 2 cm Höhe. Die Seitenzahl variiert je nach Konzept erheblich. Inhaltsangabe 1. Executive Summary 2. Konzept und Profil Gründername 2.1 Die Erfolgsfaktoren 2.2 Marketingplan 2.3 Chancen und Risiken Anlagen Flyer Lebenslauf und Zeugnisse Kopie Personalausweis Finanzielle Selbstauskunft Einkommensteuerbescheide SCHUFA Arbeitslosengeldbescheid Versicherungen 3. Markt-, Standort- und Objektanalyse 3.1 Der XXXXmarkt in Deutschland 3.2 Strukturdaten des Makrostandortes Stadt 3.3 Der Mikrostandort in Stadt 3.4 Objektanalyse 3.5 Wettbewerbssituation 4. Kalkulation 4.1 Annahmen zur Kalkulation 4.2 Plan Gewinn- und Verlustrechnung 4.3 Plan Liquiditätsrechnung 4.4 Investitionsplan 4.4 Finanzierungsplan 5. Verträge: Angebote Geräte und Untermietvertrag 6. Kontaktdaten

Leser:Da habe ich mich wohl vertan, was ist dann unter einer "alternativen Finanzierung" zu verstehen?

Bettina MommFrau Bettina Momm:Z.B. über fremde Kapitalgeber - Mezzaninekapital, Joint Venture (Beteiligungskapital - muss aber die Minderheit sein) oder Venture Capital, was meist mit hochverzinslichem Fremdkapital einhergeht.

Leser:Wie lässt sich der für die Umsetzung meines Geschäftskonzepts notwendige Kapitalbedarf ermitteln?

Bettina MommFrau Bettina Momm:Durch eine G+V und Liquiditätsplanung auf mind. 3 Jahre und einen Investitionsplan. Dazu benötigen Sie Ihre geplanten Umsätze (Faktoren der Auftragswerte) und die geplanten Kosten. Eigenkapitaleinsatz, Gründungszuschuss, private Lebenshaltungskosten.

Leser:Eignet sich Network Marketing aus Ihrer Sicht für den kostengünstigen Einstieg in die Selbständigkeit? Woran erkennt man seriöse Anbieter?

Bettina MommFrau Bettina Momm:Meinen Sie mit Network Marketing die Schneeballsysteme oder Strukturvertriebe? Wenn ja, dann Finger weg, wenn Sie nicht einer der Ersten in der Einkommenskette in Deutschland sind.

Leser:Etwas überrascht mich, gehört die Zusammenfassung immer an den Beginn eines Businessplans?

Bettina MommFrau Bettina Momm:Versetzen Sie sich in die Lage eines Bankers oder KfW-Entscheiders, die einen Stapel von Businessplänen abarbeiten müssen. Wenn da nicht ein kurzes und auf den Punkt gebrachtes Executive Summary am Anfang ist, dann ist die Lust, die vielen 100 Seiten durchzulesen und sich selbst die wichtigen Punkte herauszuziehen, sehr gering! ...und somit Ihre Erfolgsaussichten! Es gilt auch hier: Häppchenweise verkauft es sich besser und vor allem mundgerecht aufbereitet!

Leser:Welche Kapitel müssen in der Startphase üblicherweise aktualisiert werden? Würden Sie den Businessplan nach der Gründung kontinuierlich fortschreiben, um die weitere Geschäftsentwicklung damit zu vergleichen?

Bettina MommFrau Bettina Momm:Das wäre echt toll, wenn man das so machen würde. Aber ich habe selten einen Gründer erlebt, der dafür Zeit hatte. Leider! Denn Soll-/Ist-Vergleiche sind außerordentlich wichtig, um schnellstens Maßnahmen zur Korrektur einzuleiten, sollte etwas "aus dem Ruder laufen". Aber da ist die BWA (Betriebswirtschaftliche Auswertung) des Steuerberaters, die monatlich erstellt werden sollte, sicher näher dran.

Leser:Im DFV-Newsletter las ich, dass mittlerweile 44,4% aller Existenzgründungen von Einzelunternehmen in Deutschland auf Mitbürger ohne deutsche Staatsangehörigkeit zurückzuführen sind. Was könnte oder sollte die Politik tun, um diesen positiven Trend zu fördern und zu nutzen?

Bettina MommFrau Bettina Momm:Brisante Frage, deren Beantwortung meine politische Einstellung offenbart. Ich habe damit aber kein Problem! Die Zahl ist deshalb so hoch, da die Mehrheit aus Branchen mit Gastro-, Textil oder ähnlichem stammt, die vorzugsweise von unseren Mitbürgern mit Migrantenhintergrund kommt. Zur Zeit habe ich 2 dieser Gründer in der Beratung (Gastro und Textil) und ich freue mich jedes Mal auf die Termine. Diese Menschen packen ihre Chance beim Schopf, die sie in ihren Herkunftsländern so ansatzweise nicht hätten, investieren Geld und schaffen Arbeitsplätze. Die Politik sollte keine Unterschiede zwischen der Herkunft der Gründer machen, das tut sie auch nicht. Nur sollte alles wirklich schneller gehen, damit brachliegende Potenziale (auch bei Flüchtlingen) uns allen zugute kommen.

Leser:Wie geht man bei einer SWOT-Analyse vor, die für die Beurteilung eines Businessplans wichtig zu sein scheint?

Bettina MommFrau Bettina Momm:Da muss ich mal gleich auf meinem Rechner schauen, ob ich eine Vorlage für Sie habe. Helfe Ihnen natürlich gerne dabei: Beispielfragen für die SWOT-Matrix: Stärken • Welche Vorteile haben wir im Vergleich zur Konkurrenz? • Welche Ressourcen stehen uns zur Verfügung? • Wie viel Erfahrung haben wir? • Wie gut kennen wir den Geschäftsbereich? • Was ist an diesem Namen / Produkt / dieser Idee einzigartig? • Schwächen • Welche Nachteile haben wir im Vergleich mit der Konkurrenz? • Haben wir ausreichende Erfahrung in diesem Bereich? • Stehen genügend finanzielle Mittel zur Verfügung? • Ist dies der richtige Zeitpunkt? • Stehen wir hinter dieser Idee? • Chancen • Wie entwickelt sich der Markt? • Woran mangelt es der Konkurrenz? • Ist dies eine Marktnische? • Ist dies eine Innovation? • Können wir exportieren / importieren? • Bedrohungen/Risiken • Gibt es genügend Nachfrage auf dem Markt? • Haben wir das richtige Personal? • Wissen wir was die Konkurrenz plant? • Arbeiten wir mit zuverlässigen Partnern zusammen? • Hängt unser Geschäft von politischen, ökologischen oder technologische Entwicklungen ab?

Bettina MommFrau Bettina Momm:Programm oder Rechner hängt. Melde mich ab und wieder an!

Leser:Welches sind die häufigsten Fehler, wenn Existenzgründer ihr Business selber planen wollen?

Bettina MommFrau Bettina Momm:Da bin ich wieder! Selbstüberschätzung, mangelnde Erfahrung, zu wenig Marktrecherche, Wunschdenken!

Leser:Kann ein ausgefeilter Businessplan im Handel dazu beitragen, skeptische Lieferanten zu überzeugen? Oder wirkt es unprofessionell, etwaigen Geschäftspartnern solche Unterlagen zu überlassen?

Bettina MommFrau Bettina Momm:Ja, das kann helfen! Ich habe schon hin und wieder einen Businessplan einem Vermieter vorgelegt, damit der Gründer die Fläche bekommt, die auch andere gerne gehabt hätten. Mit Lieferanten habe ich da noch keine Erfahrung gemacht. Da kommt es auch auf die Zahlungsmodalitäten an, z.B. ob die Ware als Kommissionsware oder Vorkasse bezahlt werden muss. Ich habe gerade so einen Fall, wo ein türkisches Textillabel in D etabliert werden soll.

Leser:Toll, danke. Das hilft mir ganz konkret weiter!

Bettina MommFrau Bettina Momm:Freut mich!

Leser:Bei welchem Ergebnis wird die Wirtschaftlichkeit eines Gründungsvorhabens von Hausbank, KfW oder Investoren bejaht?

Bettina MommFrau Bettina Momm:Das Ganze muss "kapitaldienstfähig" sein. Die Bank hat da ein ganz bestimmtes normiertes Berechnungsverfahren. Konkret heißt das, ob Sie in der Lage sind, sich selbst und evtl. die Familie nach er Anlaufzeit aus der Gründung langfristig zu finanzieren und die Kredite fristgerecht zurückzuzahlen.

Leser:Danke für Ihre Offenheit! Ich sehe es ähnlich und frage mich, was aus den „blühenden Landschaften“ in Ostdeutschland wird, wenn Migranten diese Regionen künftig meiden und als positiver Wirtschaftsfaktor weitgehend entfallen.

Bettina MommFrau Bettina Momm:Ja, da hoffen wir wohl alle, dass dies nicht so eintrifft, wie es sich zur Zeit gestaltet. Aber wir alle haben es in der Hand, unser Land mitzugestalten, beherzt unsere Meinung zu sagen und uns von einer kleinen Gruppe nicht einschüchtern zu lassen. Da können wir aus der Historie sehr viel lernen!

Leser:Wird der Businessplan vom Bankberater nur auf generelle Machbarkeit und Plausibilität geprüft oder werden wirklich alle Planzahlen im Detail nachgerechnet?

Bettina MommFrau Bettina Momm:Das kann so oder so sein! Ein gewissenhafter Banker prüft gernerell auf Plausibilität und rechnet meist "von hinten". Z.B. sind die prognostizierten Umsätze in der Zeit, mit dem Personal und mit dem Kundenpotenzial (z.B. bei Gastro Frequenzmessung vor dem Laden) auch realistisch errechnet worden. Wenn da ein Fehler drin ist, wird der ganze BP angezweifelt. Also, das Ganze muss wirklich perfekt durchdacht sein!

Leser:Kann ich als Existenzgründer die erforderliche Standortanalyse selber durchführen? Wie gehe ich in diesem Fall vor und was muss ich beachten?

Bettina MommFrau Bettina Momm:Ja, das ist auch bei der MIKRO-Ananlyse anzuraten. Da gibt es Checklisten, je nachdem welches Gewerbe Sie betreiben wollen. Zuletzt habe ich selbst bzw. meine studierenden Töchter (weil ich keinem anderen trauen wollte) tagelang in einem Café gesessen, um eine Frequenzmessung und Zielgruppendefinition zu unterschiedlichen Tageszeiten durchzuführen. Auf der gegenüberliegenden Seite wollte ein Gründer ein Ladenlokal für ein Gastrokonzept eröffnen.

Bettina MommFrau Bettina Momm:Natürlich kommt es bei der Standortanalyse nicht nur auf die Frequenzmessung, sondern auch auf die generelle Lage, sind Stufen vor der Immobilie, wie ist sie geschnitten, wie ist das Gewerbeumfeld, Kaufkraft etc. an. Dies trifft aber im Wesentlichen auf Gastro und Einzelhandel zu.

Leser:Was sollte die Bundesregierung zur Schaffung gründerfreundlicher Rahmenbedingungen und zur Stärkung der Innovationskraft zusätzlich tun? Es geht uns wirtschaftlich doch nicht so gut, dass wir auf einen weiteren Abbau der Arbeitslosigkeit verzichten können.

Bettina MommFrau Bettina Momm:...dieses doch sehr komplexe Thema biete ich Ihnen gerne an, persönlich telefonisch mit Ihnen zu diskutieren. Aber was heißt "wirtschaftlich nicht so gut" ...im Vergleich zu was und wem? Klar, der alte Gründungszuschuss (ist schon ein paar Jahre her) mit Anspruchsberechtigung von 9 Monaten und Einklagbarkeit, da ein Rechtsanspruch bestand, war schon besser!

Bettina MommFrau Bettina Momm:Ich bedanke mich recht herzliche für Ihre interessanten Fragen und hoffe, dass Ihnen die ein oder andere Antwort auf dem Weg Ihres Gründungsvorhabens geholfen hat. Gerne stehe Ich Ihnen selbstverständlich als Beraterin auch individuell zur Verfügung. Viele Grüße und HELAU aus Wiesbaden - Ihre Bettina Momm

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