17.08.2017

Haben Sie wirklich ein fundiertes Trainingskonzept?!

 

 

Training ist der Schlüssel zum Erfolg

Kaum ist der Klang der angestoßenen Sektgläser nach Unterzeichnung eines neuen Franchisevertrags verhallt, fragt der neue Franchisepartner reflexartig "Und was kommt jetzt?". „Schulung“ lautet die Antwort des Franchisegebers. Es ist seine einzige Antwortmöglichkeit – und zwar konkret: wann, was, wie, mit wem und warum? Vage Antworten würden hier beim frischgebackenen Franchisepartner zur Kaufreue führen. Schließlich liegt seine emotionale Entscheidung für den Start in die Selbständigkeit mit Ihrem Franchisesystem nun schon einige Wochen zurück. Seitdem verging die Zeit für ihn durch wenig euphorisierende Themen wie Bankenfinanzierung und Standortsuche geprägt und eher schleppend, die Kontakte zu Ihrer Franchisezentrale waren nicht mehr so häufig wie zu Beginn des Beziehungsaufbaus und vielleicht auch nicht mehr so serviceorientiert. Aber jetzt kann es für Ihren Franchisepartner endlich losgehen. Als Franchisegeber haben Sie jetzt die Chance zu zeigen, dass Sie das von Ihnen während der Partnerakquistion gezielt eingesetzte Verkaufsargument Ihres professionellen Schulungsangebots auch halten oder sogar übererfüllen können.

 

 

Im Augenblick unmittelbar nach der Vertragsunterzeichnung legen Sie mit dem Start Ihres Schulungsprogramms einen der wichtigsten Bausteine für eine erfolgreiche Partnerschaft mit Ihrem neuen Franchisepartner!

 

 

Die einführende Schulung findet statt, bevor ein Franchisepartner sein Geschäft eröffnet hat. Nach Geschäftseröffnung nimmt der Franchisepartner parallel zu seinem Geschäftsalltag an weiterführenden Schulungen teil. Diese bieten Sie als Franchisegeber speziell abgestimmt auf die jeweiligen unternehmerischen Entwicklungsphasen ihrer Franchisepartner an:

  • 100-Tage-Programm
  • Die ersten Geschäftsjahre
  • Der erfahrene Franchisepartner
  • Eröffnung weiterer Standorte
  • Unternehmensnachfolge

 

Ganz entscheidend für den langfristigen Geschäftserfolg ihrer Franchisepartner sind deren jeweils ersten 18-24 Monate nach Geschäftseröffnung. Ein professionelles Schulungsangebot ist gerade in dieser Phase alternativlos: Wie sonst wollen Sie die Erfolgsfaktoren Ihres Systems multiplizieren und wie sonst sollen sich neue Franchisepartner – häufig berufliche Quereinsteiger und erstmals Selbständige – das für ihren Geschäftserfolg notwendige Wissen aneignen?

Manche Franchisegeber entwickeln im Laufe der Zeit ihre Schulungsabteilung weiter zu einer eigenen Akademie. Damit unterstreichen sie in besonderer Weise ihr Verständnis von einem Unternehmertum zu dem Neugierde, Lust und Bereitschaft zum kontinuierlichen Lernen einfach dazu gehören. Sie nehmen außerdem die Haltung ein, dass ihr Franchisesystem erst dann so richtig lebendig und erfolgreich wird, wenn es sich – inklusiv des Franchisegebers und seines Teams in der Franchisezentrale – als lernende Organisation versteht.

 

 

So konzipieren Sie ein fundiertes Trainingskonzept!

Versetzen Sie sich zurück ganz zu Beginn Ihrer Schulzeit, also als den meisten von uns Schule noch Spaß gemacht hat. Da waren Sie ganz stolz darauf einen Stundenplan zu bekommen, der Ihnen zeigte, wann Sie was endlich neu lernen konnten. Analog eines Stundenplans sollten Sie Ihren Franchisepartnern ein Schulungsprogramm als Lerngerüst an die Hand geben. Die Komponenten Ihres Schulungsprogramm erstellen Sie anhand folgenden Rasters:

  • Schulungsinhalte/Themen: Akquise, fachlich, kaufmännisch, Management und Organsiation, Unternehmertum, Recht, Markt und Wettbewerb...
  • Form und Medium: Präsenz, Online, Einzel, Gruppen, Telefon, praktische Mitarbeit...
  • Ort: Franchisezentrale, Hotel, beim Franchisepartner...
  • Dauer: einmalig oder im Intervall...
  • Teilnehmerkreis: Franchisepartner, Mitarbeiter von Franchisepartnern, Dienstleister...
  • Schulungstyp: Erstschulung, Wiederholung, kompakte Auffrischung...
  • Verbindlichkeit: verpflichtend, freiwillig, mit oder ohne Prüfung...
  • Wer schult und wer erstellt Inhalte? Franchisegeber als Inhaber, Mitarbeiter der Franchisezentrale, Franchisepartner, Lieferanten, externe Trainer...

 

Notieren Sie dieses Raster in eine Excel-Tabelle und Sie werden nun leicht ihr Schulungsprogramm komponieren können. Nach meiner Erfahrung als Berater von Franchisegebern sind die Inhalte und Kompetenz für die Entwicklung des Schulungsprogramms und der Schulungsinhalte in Ihrem Franchisegeber-Team längst vorhanden. Da hilft auch ein Blick ins eigene webbasierte Franchise-Handbuch. Denn letztlich sollte ja alles was geschult wird, dort auch stehen.

Ist das Raster ihres Schulungsprogramm soweit fertig gestellt, bestimmen Sie eine hauptverantwortliche Person, die für die inhaltliche Ausgestaltung der jeweiligen Komponente und auch für dessen Durchführung verantwortlich ist, also die Referentin oder den Referenten.

So, zu einem vollständigen Schulungsprogramm fehlt jetzt nur noch die Einordnung in die jeweilige Phase der Unternehmensentwicklung – vor Eröffnung, nach Eröffnung, mitten in der Vertragslaufzeit, vor Vertragsverlängerung, vor Unternehmensnachfolge... – und die Festlegung eines genauen Datums.

 

 

Teilnahme am Training: Pflicht oder Kür?

Noch was fehlt: die Kommunikation Ihres Schulungsangebots. Alle Schulungsunterlagen, Videos, Webinar-Aufzeichnungen, Präsentationen usw. sollten ihren sinnvollen Platz im Online-Franchise-Handbuch oder damit verknüpfter Tutorial-Software haben, damit Ihre Franchisepartner immer wieder darauf zugreifen können.

 

 

Außerdem: Berichten Sie in Ihrem internen Newsletter immer wieder über ihre bevorstehenden Schulungsangebote, veröffentlichen Sie die Anmeldelisten, berichten Sie über vergangene Schulungen und vor allem welche Teilnehmer dabei waren. Die Erfahrung zeigt, dass es gerade die erfolgreichen Franchisepartner sind, die regelmäßig Schulungsangebote wahrnehmen.
 

 

Machen Sie Schulungen zu einem ganz selbstverständlichen Teil Ihrer Franchise-System-Kultur und eliminieren Sie so die Frage einiger Franchisepartner, ob man an Schulungen teilnehmen muss. Man nimmt einfach teil. Freiwillig und gerne. Weil Ihre Franchisepartner wissen, dass Ihre Schulungen ihnen einfach etwas bringen.

Und wenn einige Franchisepartner sich doch Ihrem Schulungsangebot systematisch verweigern? Dann lassen Sie sich von ihnen ihre Nicht-Teilnahme schriftlich bestätigen. Immer wieder. Diese Absagen dann entsprechend dokumentieren – für die persönliche Beratung beim nächsten Vor-Ort-Besuch, für die Statistik „Umsatz im Verhältnis zur Schulungsaktivität“ oder im Zusammenhang drohender rechtlicher Auseinandersetzungen.

 

 

Fazit


Mit fast jeder Schulung erreichen Sie mehrere Franchisepartner zugleich. Ihre Schulungsabteilung ist eine zentrale Effizienz- und Erfolgsmaschine Ihres Franchisesystems. Sie ersetzt nicht wichtige individuelle Gespräche mit Ihren Franchisepartnern, schafft aber häufig erst die notwendigen Zeiträume dafür.

Noch ein wichtiger Hinweis: Schulung ist nie nur Schulung, sondern parallel immer auch Teambuilding. Sehen Sie als Franchisegeber deshalb insbesondere die von Ihnen angebotenen Präsenzschulungen als Möglichkeiten der Teambildung mit und unter ihren Franchisepartnern. Das ist auch wie früher in der Schule: am meisten hat uns das Mit- und Gegeneinander in den Pausen das Leben gelehrt. Lassen Sie also bei der Planung Ihres Schulungsprogramms genügend Luft für Small Talk, gemeinsames Tun sowie Themen, die eigentlich nicht auf der Agenda standen, sich aber in der jeweiligen Trainingssituation plötzlich in den Vordergrund schieben und jetzt optimal behandelt werden können, bevor sich Ärger im Netzwerk aufstaut.

Ein Blick von außen ist oftmals sehr hilfreich, wenn Franchisegeber ihr Schulungsprogramm neu strukturieren und didaktisch sinnvoll aufbauen möchten. Deshalb bietet unsere Franchiseberatung sowohl spezielle Workshops als auch praktische Begleitung bei der Umsetzung von neuen Schulungsprogrammen an. Nehmen Sie gerne Kontakt mit uns auf: 03328 – 338 98 78 oder info@unternehmen-selbstaendigkeit.de.

 

 

Expertenstimme Eugen Marquard

Autor:

Unternehmen Selbständigkeit - Die FranchiseMacher

Glossar