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Fresh Food aus alten Containern? – Upcycling von Seecontainern für Food-Start Ups und Franchises


Dass gesundes, organisches Essen voll im Trend liegt, bedarf nur eines kurzen Blickes auf den derzeitigen Stand der Industrie. Gesunde und grüne Franchises und Start Ups schießen wie Bio-Gemüse aus dem Boden und immer mehr Kunden schätzen den leichten Zugriff auf gesunde Snacks.

Doch nicht nur auf dem Teller selbst zeigt sich diese Nachhaltigkeit, denn durch modernes Upcycling erhalten Start Ups und Franchises einen frischen Anstrich, der ebenso stylisch wie ökologisch ist. Durch den Einsatz von Seecontainern etwa erhält ein frisches Konzept eine industrielle Romantik und Vielseitigkeit, die sich in Übersee bereits bewährt hat.

Essen aus der Blechdose – Warum Seecontainer die ideale Heimat für Food Franchises sind

Seecontainer sind in vielen Bereichen unseres alltäglichen Lebens angekommen und werden für den Hausbau, als mobiles Büro, als minimalistische Wohneinheit oder eben für gewerbliche Zwecke verwendet.

Denn die Container an sich sind robust und besitzen mit ihrem industriellen Äußeren just den Look, der durch matte Farbe und harte Formen voll im Trend liegt. Und natürlich sind Seecontainer, die für Fahrten auf den Weltmeeren gemacht wurden, auch gegen die mitteleuropäischen Elemente bestens geschützt.

Dank ihrer Massenfertigung in Fernost gibt es keinen Mangel an Containern und diese sind zu sehr günstigen Konditionen verfügbar.

Ein Container lässt sich hierbei sehr gut ausbauen und transportieren, ihre wahre Größe spielen Container aber dann aus, wenn mehrere von ihnen bei einem Franchise zum Einsatz kommen. Denn Seecontainer sind in ihrer Größe genormt und entsprechend kann eine Inneneinrichtung und ein äußeres Design von Container zu Container übernommen werden. Und da ein Seecontainer perfekt auf jeden LKW passt, können diese mühelos an verschiedene Orte transportiert werden.

Entsprechend gibt es auch einen vielfältigen Markt, auf dem junge Unternehmer sich nach verschiedenen Seecontainern umsehen können. Mit Angeboten wie Containerbasis werden die Container nicht einfach nur gekauft, sondern auch geliefert und in vielen Variationen (z.B. mit Seitentüren oder in der größeren 40-Fuß-Anfertigung) angeboten. So findet jedes Unternehmen den passenden Container, um auch abseits der sieben Weltmeere durchzustarten.

Gewerbe im Container – Was ist notwendig und worauf müssen Unternehmen achten?

Natürlich sind die Seecontainer, wenn sie aus zweiter Hand erworben werden, in sehr unterschiedlichem Zustand.

Grundsätzlich ist immer zu Containern in neuwertigem Zustand geraten. Dies bedeutet, dass sie in der Regel nur aus ihrem Herstellungsland in Asien zur See angeliefert wurden. Diese sehen dann entweder wie neu aus oder haben nur geringe Gebrauchsspuren. Dies ist deswegen so wichtig, weil eine Beschädigung des Lacks ohne fachgerechte Behandlung zu Korrosionsschäden führen kann. Gerade beim Umgang mit Nahrungsmitteln mit Feuchtigkeit und Dämpfen kann dies schneller passieren, als es dem eigenen Unternehmen lieb ist. Ansonsten ist das Upcycling vergleichsweise einfach und auch Unternehmer mit geringem handwerklichen Verständnis können selbst Hand anlegen oder aber Subunternehmer mit geringen Folgekosten beauftragen. Ein voll ausgebauter Container für den Gastrobereich sollte preislich um die 10.000 Euro liegen (natürlich je nach Ausstattung), Rohlinge kosten um die 3.000 Euro.

Notwendig ist eine entsprechende Verkabelung, eine Dämmung und die Installation von Leitungen und Lichtern. Außerdem muss geplant werden, ob der Food-Container statisch sein soll oder auch auf Reisen geht (was im Umkehrschluss Auswirkungen auf die äußeren Anbauten wie Solarzellen hat).

Fenster oder Luken können einfach ins Material gesägt werden, Innenräume werden idealerweise – passend zum industriellen Schick – mit hellem Holz verkleidet. Mit frechen, hellen Farben und strahlenden LED-Lichtern erhält auch der Container ein räumlich stattliches Innenleben.

Ob und wie außen dekoriert wird, ist Ansichtssache. Seecontainer lassen sich natürlich mit Holzpanels verkleiden und nehmen so einen vollständigen Ökolook ein, doch auch der Charme der hohen See hat seinen Reiz. Ein einfach aufgesprühtes Logo ist da oftmals aussagekräftiger als eine Restauration, der man das Upcycling schon gar nicht mehr ansieht.

Funktioniert Food aus dem Container wirklich?

In den USA gibt es bereits einige Modelle, die Container in den Nahrungsmittelhandel einbauen.

Hinter dem kanadischen Start Up Müvbox verbirgt sich etwa feine Küche aus dem Container. Das Unternehmen hat seinen Sitz im kanadischen Montreal und jedes einzelne Modul besteht aus einem für sich unscheinbaren Container. Aufgeklappt beherbergt der Container jedoch nicht nur eine Küche, sondern auch eine elegante Fläche für die Gäste und besticht durch seinen modernen, schnörkellosen Charme.

 

 

Das Restaurant Pizzaiolle stellte bereits ein Konzeptrestaurant in Old Port (Montreal) auf und macht mit dem mobilen Container gute Erfahrungen.

Denn gerade für Franchise-Unternehmen oder Start Ups, die ihr Food Business rapide expandieren wollen, sind Seecontainer aufgrund ihrer Synergieeffekte eine reizvolle Lösung. Der Ausbau eines Containers ermöglicht schließlich das Erstellen eines identischen Modells für alle folgenden Container. Und durch das mobile Modell können die Container sowohl etwa als Verkäufsstände auf Events genutzt werden.

Auch andere Restaurants wie das Container Restaurant in Colorado oder die El Rey Taqueria in Washington setzen auf einen Seecontainer als Grundlage einer günstigen und vielseitigen (Im)mobilie.

Eines der ausgefalleneren Modelle für Food Start Ups, die auf Container setzen, stammt von Elon Musks Bruder Kimbal, orientiert sich aber nicht am reinen Verkauf von Nahrungsmitteln, sondern macht die Container zu einer vertikal integrierten Farm. Das Start Up Square Roots pflanz aufwendig innerhalb der Container und bietet damit Nahrungsmittel an, die frisch an den Wänden des Containers wachsen. Entwickelt wurden die Technologien von Unternehmen wie Freight Farms und ZipGrow. Unter speziellen LEDs wachsen hier Nahrungsmittel auch in sonst eher feindlichen Umgebungen wie Innenstädten und dank der vertikalen Anordnung wird der Raum extrem effizient genutzt. Food-Start Ups könnten hier also durchaus einen Verkaufsstand durch selbst angebautes Gemüse und Kräuter aus der eigenen Zucht ergänzen.

Snacks für eine neue Generation: Kreative Imbisse mit Containern

Wenn junge, aktive Menschen heutzutage auf der Suche nach Snacks sind, ob in der Mittagspause oder auf Festivals und Konzerten, haben sie höhere Ansprüche als die reine Sättigung.

Auch bei einem kleinen Snackstand sollte das Ambiente passen und auch auf die Nachhaltigkeit wird ein immer stärkeres Augenmerk gelegt. Upcycling bietet hier für junge Unternehmer eine großartige Möglichkeit, um ökologisch und ökonomisch verantwortungsvoll zu handeln und mit wenigen Ausbaumaßnahmen eine attraktive Imbissbude zu bieten.

Dass die Frachtcontainer von hoher See derzeit voll im Trend liegen, hat also durchaus seine Gründe. Abseits von Wohnflächen und Büros bieten die Container viele Möglichkeiten, um die Träume vom großen Geschäft wahr werden zu lassen. Und sie zeigen, dass nicht jede Mahlzeit in metallischer Verpackung gleich minderwertiges Fast Food sein muss...

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