12.09.2003

Chatprotokoll: Finanzierung durch Fördermittel und Überbrückungsgeld

Klaus LockemannHerr Klaus Lockemann:Grüß Gott, ich bin jetzt online und beantworte gerne Ihre Fragen.

Leser:Grüß Gott, Herr Lockemann: Welche Banken stehen Existenzgründern bzw. dem Franchising besonders offen gegenüber?

Klaus LockemannHerr Klaus Lockemann:Grüß Gott, besonders gute Erfahrungen habe ich mit den Sparkassen und Volks- und Raiffeisenbanken gemacht. Größere Gründungen können auch über die privaten Geldinstitute evtl. dargestellt werden. Erster Ansprechpartner sollte immer die eigene Hausbank sein.

Leser:Guten Tag Herr Lockemann. Sehen Sie für Franchisegeber Chancen auf Abschluss von Rahmenvereinbarungen mit Bankengruppen?

Klaus LockemannHerr Klaus Lockemann:Nein, leider nicht. Dies liegt an dem so genannten Regionalprinzip. Jedes Geldinstitut und/oder auch Zweigstelle hat die Verantwortung für sein bestimmtes Gebiet. Desweiteren kann ein Geldinstitut in Hamburg (z.B.) nur schlecht den Markt und die Gegebenheit in München (z.B.) kennen bzw. abschätzen.

Leser:Arbeitslose, die sich selbstständig machen wollen, stehen vor den Alternativen Überbrückungsgeld und Ich-AG. Wann ist welche Maßnahme vorzuziehen?

Klaus LockemannHerr Klaus Lockemann:Das kann eine Rechenentscheidung sein. Sie sollten neben den anderen Bedingungen, wie z.B. Gewinnerwartungen, entscheiden bei welchem Zuschuss Sie besser dastehen. Da dies u.a. von den letzten Bezügen, wie z.B. Arbeitslosenhilfe abhängt die Sie beziehen, sollten Sie eine Beratung bei dem Arbeitsamt in Anspruch nehmen, die Ihnen dann die genauen späteren Bezüge, Überbrückungsgeld oder Zuschuss ausrechnen können.

Leser:Muss ich die Mittel des Arbeitsamtes für die Ich-AG zurückzahlen, wenn ich einen bestimmten Umsatz oder Gewinn überschreite?

Klaus LockemannHerr Klaus Lockemann:Sie dürfen nur einen bestimmte Gewinn erwirtschaften, damit Sie den Zuschuss für eine ICH-AG vom Arbeitsamt bekommen. Nach meinem Wissenstands liegt der Gewinn i.H.v. € 25.000,00 pro Jahr.

Leser:Aber die Bankzentrale könnte doch das Franchisesystem prüfen, so dass die Hausbank dann nur noch den FranchiseNehmer unter die Lupe nehmen muss. Würde das den Banken nicht viel Arbeit sparen?

Klaus LockemannHerr Klaus Lockemann:Theoretisch ja. Praktisch nein. Jede Zweigstelle, Filiale etc. ist für die Vergabe der Kredite eigenverantwortlich. Sie trägt somit letztendlich nicht nur das Risiko, sondern auch die Entscheidung der Kredite.

Leser:Kann man auch ohne Kapital Franchisenehmer werden?

Klaus LockemannHerr Klaus Lockemann:Des hängt von der u.a. auch von der Investitionssumme ab. Für kleinere Gründungen gibt es z.B. von der KfW-Mittelstandsbank (früher DtA) auch Förderprogramme, die nicht unbedingt ein Eigenkapital voraussetzten. Betriebswirtschaftlich macht dies allerdings keinen Sinn. Deshalb sollte der Gründer mind. 15% - 20% der Investitionssumme an Eigenmittel haben.

Leser:Wo finde ich einen Überblick über sämtliche Förderprogramme (EU, Bund und Land) und wie filtere ich das geeignete Programm heraus?

Klaus LockemannHerr Klaus Lockemann:Leider gibt es nur spezielle Datenbanken, die wirklich alle Förderprogramme enthalten. Diese Datenbanken sind aber nur bestimmten Menschen zugänglich. Sie werden es somit schwieriger haben, auch die entsprechenden Förderprogramme selektieren zu können. Nehmen Sie bitte Kontakt mit Ihrer zuständigen Kammer (IHK/HWK) auf, die Ihnen einen seriösen Berater und/oder einen entsprechenden Sachverständigen nennen kann. Dieser kann Ihnen dann weiter helfen.

Leser:Guten Tag. Es würde mich interessieren was eigentlich die viel diskutierte Ich-AG genau ist und wie sie sich von den Mini-Jobs abgrenzt.

Klaus LockemannHerr Klaus Lockemann:Bei der ICH-AG können Sie einen Zuschuss beantragen. Der Zuschuss hängt von der Höhe der letzten Bezüge ab. Allerdings ist auch eine Obergrenze definiert. Desweiteren hängt der Zuschuss auch von Ihrem Gewinn ab. Sie dürfen keinen höheren Gewinn als 25.000,00 Euro im Jahr erwirtschaften. Die ICH-AG wurde geschaffen, um Arbeitslose den Weg in die Selbständigkeit zu erleichtern.

Leser:Können Sie mir Fördermittelberater nennen? Mit welchen Kosten ist die Beratung für Existenzgründer verbunden? Ist sie steuerlich absetzbar?

Klaus LockemannHerr Klaus Lockemann:Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass ich hier und heute keine Empfehlungen aussprechen kann und darf. Bitte setzten Sie sich mit Ihrer zuständigen Kammer (IHK / HWK) in Verbindung. Die Kammer kann Ihnen die entsprechenden Berater nennen und ggf. die Honorare.

Leser:Inwieweit decken die Gründungsberater der IHK das Thema 'Finanzierung' ab? Ist die IHK-Beratung wirklich kostenfrei?

Klaus LockemannHerr Klaus Lockemann:Die Beratung in der IHK und/oder HWK ist nach meinem Wissen kostenlos. Allerdings bezweifle ich, dass die Berater der Kammer wirklich alle Fördermöglichkeiten kennen und ausnutzen. Lassen Sie sich eine Empfehlung an einen seriösen Berater (Unternehmensberater, etc.) geben. Ein guter Berater für sollte auch Fähigkeit haben, die Finanzierung entsprechend aufzubauen. Ein weiterer Tipp könnte sein, einen entsprechenden Sachverständigen zu beauftragen. Auch hier kann die Kammer vermitteln, da die Datenbank i.d.R. von der Kammer geführt wird. Unter www.svv.ihk.de können Sie auch die Sachverständigen in der Datenbank selber heraussuchen.

Leser:Entsprechen die Mini-Jobs nicht der früheren 630-Mark-Regelung?

Klaus LockemannHerr Klaus Lockemann:Die 630-Mark-Jobs gibt es schon lange nicht mehr. Früher wurden hierfür auch keine Sozialabgaben bezahlt. Bei den neuen Mini-Jobs müssen heute auch Sozialabgaben bezahlt werden.

Leser:Gibt es Beispiele, dass sich Franchise- oder Lizenzsysteme über die Ausgabe von Genuss-Scheinen finanzieren? Erscheint Ihnen dieser Weg erfolgversprechend?

Klaus LockemannHerr Klaus Lockemann:Mir persönlich sind keine Franchise-System bekannt, die auf dieser Basis finanziert worden sind. In der Zukunft wird immer mehr auf alternative Finanzierungsmöglichkeiten geachtet. Darunter können Mezzanine-Finanzierungen, Leasing, Factoring u.v.m sein. Die Finanzierung muss auf jeden Fall für jedes Vorhaben explizit erstellt werden.

Leser:Hallo. Ich plane einen Handel mit Spirituosen und habe glücklicherweise meine Anfangskapital zusammen. Meine Frage: Wie berechnet man seinen Finanzbedarf in den ersten Monaten/Jahren. Lassen sich Cash Flow, G+V sowie die Bilanzen unter Einbezug von Statistiken und realistischen Annahmen berechnen, um Finanzierungsengpässe zu vermeiden? Wenn ja, wie?

Klaus LockemannHerr Klaus Lockemann:Als erstes müssen Sie einen Businessplan erstellen. Ein wesentlicher Bestandteil von dem Businessplan ist auch der Liquiditätsplan. Aus diesen können Sie dann Ihre Liquidität erkennen. Der Finanzierungsbedarf bei einer Gründung gliedert sich i.d.R. in den Bereichen Sachinvestitionen (z.B. Ladenausstattung), Gründungskosten und Betriebsmitteln (imat. Ausgaben). Entsprechend Ihrem Bedarf in den einzelnen Bereichen, müssen Sie einen entsprechenden Finanzierungsplan aufstellen.

Leser:Welche Unterlagen sollte ein Franchisegeber seinem Partner zur Vorlage bei Bank oder Förderinstitut zur Verfügung stellen?

Klaus LockemannHerr Klaus Lockemann:Ich hätte bald gesagt, alle Unterlagen. In der heutigen Zeit, Basel II und MaK, werden selbst die Bilanzen und BWA’s des Franchise-Gebers abverlangt. Der Franchise-Geber muss transparent sein. Die Geld- und Förderinstitute wollen erkennen können, dass der Franchise-Geber erfolgreich ist; gerader in einer Partnerschaft. Wenn der Partner (=Franchise-Geber) erfolgreich ist, so kann dann auch der Franchise-Nehmer erfolgreich sein. Dies hängt aber letztendlich wirklich vom Franchise-Nehmer ab.

Leser:Welche Voraussetzungen muss man erfüllen, um staatliche Eigenkapitalhilfe zu bekommen?

Klaus LockemannHerr Klaus Lockemann:In den alten Bundesländern sollten Sie mind. 15% der Investition an Eigenkapital haben. In den neuen Bundesländern kann u.U. auch ohne Eigenkapital geschehen. Die Regelung besagt, dass max. 40% der Investition unter Anrechnung von 15% Eigenmitteln an EKH angerechnet werden können. Aber Aufpassen: Wenn Sie mehrfacher Millionär sind, werden Sie wahrscheinlich keine Eigenkapitalhilfe bekommen. Wie der Name schon sagt, ist das Programm eine Hilfe für/zu Ihr(em) Eigenkapital (Eigenkapitalaufstockung, Eigenkapitalersatz). Da das Programm (EKH) eine so genannte Personenförderung ist, sollte die kaufmännische und fachliche Qualifikation der Person dargestellt werden.

Leser:Welche Vor- und Nachteile weist das Mikrodarlehen der DtA auf?

Klaus LockemannHerr Klaus Lockemann:Das Mikro-Darlehen ist nur „Kleinst-Gründungen“ gedacht. Deshalb ist es auch eine Höchstsumme für dieses Darlehen. Der Nachteil ist, dass das Darlehen relativ teuer ist. Vorteil ist, dass das Darlehen eine Haftungsfreistellung i. H. v. 80% hat. In den Richtlinien heißt es zwar, dass bankübliche Sicherheiten vom Antragsteller gestellt werden müssen. Die Erfahrung hat gezeigt, dass die Geldinstitute, auf Grund der Haftungsfreistellung, keine Sicherheiten verlangen.

Leser:Auf was für Fragen muss man sich bei einem Bankgespräch einstellen. Gibt es bekannte oder typische Fallstricke?

Klaus LockemannHerr Klaus Lockemann:Es gibt eine Reihe von Fragen, die den Rahmen hier sprengen würde. In erster Linie will die Bank erkennen können, ob Sie als Gründer, sich mit dem neuen Unternehmen (mit Ihrer Selbständigkeit) identifizieren können. Mit Ihnen, als Unternehmer, steht oder fällt die Gründung. Dies beinhaltet auch, ob die Familie, (wenn Sie eine haben) und/oder auch derPartner hinter der Gründung steht. Desweiteren will die Bank erkennen können, ob Sie später die Zinsen und Tilgungen der aufgenommenen Darlehen bezahlen können. Die wird anhand des Businessplanes (Prognoseberechnungen) aufgezeigt.

Leser:Welche Rolle spielt die Branche bei der Darlehensprüfung durch die Bank?

Klaus LockemannHerr Klaus Lockemann:Eine wesentliche Rolle. Bei den Geldinstituten gibt es so genannte Branchenbriefe. Da kann es passieren, dass sogar ganze Branchen von der Finanzierung ausgeschlossen sind. Hierzu ein Beispiel: Es gibt einen Franchise-Geber, der in der Erotik-Branche tätig ist. Die Franchise-Nehmer haben sehr starke Probleme, eine Finanzierung für Ihre Unternehmen zu bekommen. Es gibt sogar Förderinstitute, die sich das Recht herausnehmen, bestimmte Branchen nicht zu fördern. Leider.

Leser:Wie hoch sollte im Franchising der Anteil des Eigenkapitals sein und wie wird der Rest optimal finanziert ?

Klaus LockemannHerr Klaus Lockemann:Das Eigenkapital sollte mind. 15% bis 20% der Investitionen betragen. Die Restsumme sollte durch einen Finanzierungsplan sinnvoll aufgebaut sein. Ich kann jetzt und hier keinen Musterplan geben, da der Finanzierungsplan, abhängig von der Person, Branche, Franchise-Geber, Standort, Sicherheiten, u.v.m. individuell erstellt werden muss.

Leser:Was ist eigentlich das sog. VENTURE CAPITAL und wo kann man so was bekommen? Qualifiziert man sich als Franchisenehmer auch dafür?

Klaus LockemannHerr Klaus Lockemann:Venture-Capital oder auch Risiko-Kapital wird ausschließlich von den Venture-Capital-Gebern wie z.B. 3i, Business-Angel ausgegeben. Mir ist leider kein Franchise-Unternehmen bekannt, dass Venture-Capital erhalten hat. Ich glaube auch nicht, dass die Franchise.Branche das Zielgebiet der Venture-Capital-Geber ist. Früher haben die Kapitalgeber in der „neuen Technologie“ sehr stark investiert. Seit dem der Markt zusammen gebrochen ist, sind die Geldgeber eher zurückhaltender geworden.

Leser:In Ihrem letzten Chat am 27.6. haben Sie die möglichen Konsequenzen von Basel II erläutert. Werden Franchisenehmer bei den Ratings bessere Chancen als Einzelkämpfer haben?

Klaus LockemannHerr Klaus Lockemann:Jeder Franchise-Nehmer muss einzeln als Kreditnehmer geratet werden. Im Verhältnis 60:40, werden die harten und weichen Faktoren berücksichtigt. Harte Faktoren sind Bilanzen, BWA’s, u.v.m also Zahlenmaterial. Weiche Faktoren sind Personen, Management u.v.m.. Wenn Sie einem guten und erfolgreichen Franchise-System angehören, so kann dies im Rating positiv für Sie gewertet werden.

Leser:Ich habe Ihren letzten Chat leider nicht verfolgt. Was bedeutet Basel II?

Klaus LockemannHerr Klaus Lockemann:Basel II definiert die Eigenkapitalhinterlegung der Geldinstitute bei der Herausgabe von Kredite. In der Zukunft werden die Kreditnehmer geratet. Desto höher das Risiko für ein Geldinstitut ist (schlechtes Rating), desto mehr Eigenkapital muss das Geldinstitut hinterlegen. In der Vergangenheit musste das Geldinstitut für einen Kredit 8% der Kreditsumme an Eigenkapital aufweisen. In der Zukunft kann der Betrag bis zu 12% der Kreditsumme betragen.

Leser:Sind auch Privatpersonen von den neuen Kreditvorschriften betroffen?

Klaus LockemannHerr Klaus Lockemann:Wenn Sie als Privatperson eine Firma gründen, z.B. als Franchise-Nehmer, auf jeden Fall. Gerade die Finanzierung in einer Existenzgründung ist mit eine der risikoreichsten Finanzierungen für das Geldinstitut. Wenn Sie einen Konsumkredit brauchen, z.B. Kauf eines Fernseher, da eher nicht.

Leser:In den USA gibt es 1 Mal im Monat Treffen im Silicon Valley, an denen sich Existenzgründer und Investoren treffen (7 Minute Meeting). Gibt es solche relativ informellen Treffen mit privaten Investoren auch in der BRD? Was muss man tun, um daran teilzunehmen?

Klaus LockemannHerr Klaus Lockemann:Ja, mir sind solche Treffen bekannt. Gerade in der Existenzgründung gibt es „Angel“ und ehemalige Manager, die Jungunternehmen hilfreich unterstützen. Wenden Sie sich bitte an Ihre Kammer, die kann Ihnen vielleicht solche Treffen vermitteln.

Leser:Ich benötige ca. 50.000 Euro für die Gründung einer Exportfirma. Ist das Startgeld der Mittelstandsbank bei dieser Größenordnung die beste Lösung ?

Klaus LockemannHerr Klaus Lockemann:Ohne weitere detaillierte Angaben, kann ich die Frage nicht so einfach beantworten. Das Startgeld hat den Vorteil, dass es eine 80% Haftungsfreistellung hat. Dafür ist es auch etwas teurer als andere Förderprogramme. Je nach Standort Ihres Unternehmens, würde ich auch die Möglichkeit der Förderung durch das entspr. Bundesland prüfen. Die Bundesländer haben eigene Förderprogramme, die auch mit Haftungsfreistellung preisgünstiger sind.

Leser:Welche Anforderungen stellen Förderinstitute, Hausbanken und Bürgschaftsbanken an die Franchise-Interessenten, bevor sie sich finanziell engagieren?

Klaus LockemannHerr Klaus Lockemann:Die Förderinstitute reichen die Förderung grundsätzlich nur über die Hausbank aus. Die Hausbank trägt somit das volle Risiko und hat entsprechend hohe Anforderungen. Die Bürgschaftsbanken übernehmen eine Ausfallbürgschaft bis zu max. 80% der Finanzierung. Entsprechend sind die Anforderungen ebenfalls als hoch zu betrachten. Dies kann volle Transparenz des Franchise-Nehmers und des Franchise-Gebers bedeuten.

Leser:Richtet sich das Kreditangebot der Mittelstandsbank nur an Gründer oder auch an bestehende Unternehmen?

Klaus LockemannHerr Klaus Lockemann:Das Förderangebot der KfW-Mittelstandsbank richtet sich an Gründer und an bestehende Betriebe. Selbst die so genannten Gründungsdarlehen (EKH, ERP-Existenzgründungsprogramm, Unternehmerkredit) können in den einzeln definierten Zeitrahmen der Programme von bestehende Betriebe beantragt werden.

Leser:Noch ein für mich fremder Begriff! Was bedeutet MaK?

Klaus LockemannHerr Klaus Lockemann:MaK bedeutet: Mindestanforderung an die Kreditvergabe der Kreditinstitute. Im Dezember 2002 hat die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) in einem Rundschreiben definiert, wie die Kreditvergabe (Ablauf) geschehen soll. Es würde leider den Zeitrahmen sprengen, jetzt die ganzen Details zu erklären. Aber wenn Sie an dem Thema Interesse haben, können Sie mich gerne kontaktieren.

Leser:Werden die Beteiligungsprogramme der DtA nach der Fusion unverändert fortgeführt?

Klaus LockemannHerr Klaus Lockemann:Eine kleine Änderung hat es schon gegeben. Das DtA-Existenzgründungsprogramm z.B. gibt es leider nicht mehr. Dafür wurde der Unternehmerkredit eingeführt. Mit Sicherheit werden doppelte Förderprogramme der ehem. DtA und KfW entsprechen korrigiert. Desweiteren wurde aber auch eine neue Finanzierungsform, die Mezzanine- Finanzierung, angekündigt.

Leser:Genau darum geht es. Meine Frage beinhaltete allerdings mehr das WIE! Sie würden mir sehr helfen, wenn Sie mir ein paar Tips zur konkreten Aufstellung/ Berechnung des Cash Flow geben könnten.

Klaus LockemannHerr Klaus Lockemann:Ich bitte um Verständnis, dass ich das jetzt hier und heute nicht so einfach machen kann. Der Plan muss für Sie individuell erstellt werden. Darf ich Ihnen den Vorschlag machen, dass Sie mir eine E-Mail senden, und ich Ihnen dann außerhalb des Chats helfen darf?

Leser:Sollte ich zu der Kreditverhandlung mit der Bank einen Berater (z.B. den Franchise-Geber) mitnehmen?

Klaus LockemannHerr Klaus Lockemann:Dies ist ein zweischneidiges Schwert. Der Franchise-Geber kann von dem Geldinstitut als abhängig betrachtet werden. Der Franchise-Geber will einen Franchise-Nehmer haben, weil er daran Geld verdient. Allerdings kann der Franchise-Geber sehr gut Informationen über das System geben. Einen externen Berater kann ich Ihnen empfehlen. Der Berater kann Ihnen Hilfestellung geben und sieht die Angelegenheit meistens aus einer anderen Sichtweise. Meine Empfehlung: Fragen Sie ruhig Ihren Banker bei der Terminvereinbarung, ob er den Franchise-Geber bei dem Bankgespräch dabei haben will.

Leser:Worauf führen Sie den Erfolg der Ich-AGs zurück? Anscheinend haben die Ich-AGs enorm zugenommen.

Klaus LockemannHerr Klaus Lockemann:Die ICH-AG ist eine einfache Möglichkeit, um aus der Arbeitslosigkeit heraus zu kommen. Da die ICH-AG noch sehr jung ist, müssen wir die Zukunft abwarten, wie sich diese Form entwickelt. Heute haben wir noch zu wenige Erfahrungen, um ein Urteil darüber abzugeben.

Klaus LockemannHerr Klaus Lockemann:Schade, die Zeit ist mal wieder viel zu schnell vergangen. Es hat mir sehr viel Freude gemacht, Ihnen Rede und Antwort zu stehen. Ich bedanke mich herzlich und wünsche Ihnen viel Erfolg bei Ihrem Vorhaben. Ein schönes Wochenende.

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