Die Digitalisierung verändert die Partnerbetreuung

Auf dem Franchise-Matching-Day 2017 in Frankfurt am Main traf das FranchisePORTAL-Team Frau Mag. Michaela Jung zum Video-Interview. Sie ist Senior Consultant bei der Franchise-Beratung Syncon International. Ihre Kernkompetenz beschreibt sie mit dem Thema Know-how-Dokumentation und dem Verfassen von Franchise-Handbüchern auf nationaler Ebene sowie Erarbeitung von Master-Manuals auf internationaler Ebene.

FranchisePORTAL wollte wissen, wie sich die Digitalisierung im Partnermanagement des Franchising auswirkt. Michaela Jung spricht von einer momentan sehr spannenden Phase. Die Häufigkeit der Besuche von Partnermanagern vor Ort reduziert sich sukzessive, während die digitale Unterstützung für die Franchisepartner zunimmt. Besonders innovative Franchisesysteme teilen einen Großteil ihres Wissens digital. Dies beginnt schon mit der Grundausbildung. Diese findet zwar zumeist noch als Präsenztraining statt. Doch bereits im Vorfeld wird immer häufiger mit kleinen, videounterstützten Lerneinheiten gearbeitet. Im Idealfall beinhalten diese einen Abfragebogen, um zu prüfen, ob das Vermittelte verstanden wurde.

Ein intelligentes und proaktives Intranet bereichert den Know-how-Transfer. Meetings lassen sich durch Webinare, Skype-Termine oder Telefonkonferenzen ersetzen. Dafür steigt der Stellenwert der seltener stattfindenden persönlichen Treffen und Gespräche mit den Partnerbetreuern, Managern und Franchise-Kollegen. Für die Partnermanager sieht Michaela Jung dadurch große Vorteile. Denn die Alltagsthemen und Handlungsinstruktionen bleiben, da digital vermittelt, weitgehend ausgespart und das Treffen kann als Coaching-Gespräch zum Vorteil beider Seiten genutzt werden.

Als ungünstig beschreibt es Michaela Jung, wenn die Inhalte aus dem gedruckten Buch 1:1 ins Intranet übertragen werden. Einfach nur das Medium zu wechseln, löst nicht das Problem des Franchising, so die Syncon-Expertin in dem Video-Interview. Es geht darum, die Partner zum aktiven Abrufen des Know-how zu bewegen. Dies lässt sich im Intranet mit verschiedenen Möglichkeiten steuern. So kann das System eine Pinnwand bieten, die den Wettbewerb unter Franchisenehmern abbildet. Zum Beispiel, indem die Partner dort posten, welche Kunden sie akquiriert, welche Marketingaktivitäten sie gestartet oder zu welchen Trainings sie sich angemeldet haben. Darüber hinaus sollte das Intranet für den aktiven Know-how-Transfer genutzt werden und beispielsweise videounterstützte Einarbeitung mit Test-Fragebögen bieten.

Autor:

SYNCON International Franchise Consultants

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