Für Gründer: Die wichtigsten Informationen für den Start in die Selbstständigkeit


 

Ob man sich selbstständig macht oder nicht, ist eine weitreichende Entscheidung, die gut bedacht sein will. Schließlich setzt man viel Geld aufs Spiel und gibt evtl. eine gute Position als Angestellter auf. In jeder Gründung steckt aber auch die Chance aus Arbeitsfrust Arbeitslust zu machen – sein eigener Chef zu sein und selbstbestimmter arbeiten und leben zu können. Natürlich gibt es auch finanzielle Anreize für Gründer. Schließlich ist man ab dem Zeitpunkt der Selbstständigkeit selbst dafür verantwortlich, wie viel Geld man verdient.

 

 

r Gründer haben wir in zehn Kapiteln die wichtigsten Informationen zusammengefasst, die man rechtzeitig kennen sollte.


  1. Existenzgründung: Ja oder Nein
  2. Geschäftsidee finden
  3. Recherchieren & Informieren
  4. Businessplan erstellen
  5. Finanzierung sichern
  6. Standort finden
  7. Unternehmen gründen
  8. Geschäftsstart
  9. Vorsorgen: Steuern &Versicherung
  10. Beratung & Begleitung im laufenden Geschäft

 

 

 

 

Wichtige Fragen für Gründer

 

1) Existenzgründung: Ja oder Nein

Für viele Menschen ist es eine Traumvorstellung: ein eigenes Unternehmen gründen und sein eigener Chef sein. Doch mindestens ebenso viele Menschen schrecken davor zurück, diesen Traum in die Realität umzusetzen. Wenn man sich jedoch gleich zu Beginn der Planung einer Selbstständigkeit die richtigen Fragen stellt und diese ehrlich beantwortet, muss man keine Angst vor dem Gründen haben. Für Gründer haben wir im FranchisePORTAL einen Selbsttest bereitgestellt, der genau diese wichtigen Fragen beinhaltet. So sollte man nicht nur selbst hinter dem Gründungsvorhaben stehen, sondern auch die eigene Familie. Dies ist für Gründer immens wichtig, da besonders in der ersten Gründungsphase lange Arbeitszeiten und eine hohe nervliche und körperliche Belastung aufkommen können. Wenn die Familie dann nicht den Rücken frei hält und Mut zuspricht, kann es schwierig werden. Mit Unterstützung aber umso leichter.

 

 

Einige Fragen, die sich Gründer stellen sollten:

  • Bin ich bereit, mehr als 40 Stunden in der Woche zu arbeiten?
  • Bin ich in der körperlichen und geistigen Verfassung stressige Phasen durchzustehen?
  • Bin ich entscheidungsfreudig?

 

 

2) Geschäftsidee finden

Den meisten Menschen, die von einer Selbstständigkeit träumen, kommt zunächst nur eine Neugründung in den Sinn; also die Existenzgründung mit einer möglichst noch nie da gewesenen Geschäftsidee. Doch es gibt mehr Möglichkeiten für Gründer als ein innovatives Start-Up. Auch eine Unternehmensnachfolge oder das Nutzen einer bereits erprobten Geschäftsidee sind Optionen für Gründer. Franchise kann für Gründer vor allem dann eine gute Chance sein, wenn es an einer überzeugenden Geschäftsidee mangelt. Mit dem x-ten Kiosk, Café, Web-Shop oder Boutique kann man Erfolg haben – die Gefahr nicht gegen den Wettbewerb bestehen zu können, ist aber nicht von der Hand zu weisen. Mit einem erprobten Geschäftskonzept und unter dem Dach einer bekannten Marke, wie es im Franchising der Fall ist, können gewisse Risikofaktoren für Gründer gemindert werden. Franchise muss aber nicht für jeden Gründer das richtige Konzept sein. Wer jahrelang an seinem Geschäftskonzept gefeilt hat oder sich nicht gerne einem Team anschließen möchte, der ist sicher als Existenzgründer auf eigene Faust besser beraten.

 

 

3) Recherchieren & Informieren

Heutzutage steht die Online-Recherche natürlich an erster Stelle, denn hier lassen sich bereits eine Menge Informationen für Gründer finden. Nach der ersten Orientierung ist das Beratungs- und Informationsangebot der örtlichen IHK‘s oder HWK‘s immer eine gute Idee, vor allem wenn man noch ganz am Anfang steht. Hier gibt es je nach Größe des Einzugsgebietes entweder regelmäßig Seminare für Gründer und/oder individuelle Beratungssprechstunden. Sie sind kostenlos oder für einen geringen Unkostenbeitrag von Gründern zu nutzen.

Vorsicht beim Gründen aus der Arbeitslosigkeit: In diesem Fall sollte man seinem zuständigen Berater nicht zu früh über die Gründungspläne informieren, sondern erst, wenn das Geschäftskonzept schon ausgereift ist. Denn dann erhöhen sich die Chancen den leider nur noch selten vergebenen Gründungszuschuss zu erhalten.

Je konkreter die Geschäftsidee desto intensiver muss in diese Richtung recherchiert werden. Die Branche und der Markt müssen genau unter die Lupe genommen werden. Hier können auch entsprechende Verbände eine gute Informationsquelle sein. Sollte sich bei der Recherche herausstellen, dass eine sicher geglaubte Geschäftsidee doch an einem übersättigten Markt scheitert, sollte man nicht lange zögern, die Idee zu verwerfen. Andere Geschäftsideen lassen sich finden.

Wenn eine Gründung als Franchise-Nehmer im Raum steht, sollte man sich intensiv mit den Systemen befassen und unter anderem andere Franchisenehmer befragen. Natürlich muss man dann die Verträge genau checken; eigenständig oder mit einem entsprechenden Berater. Unternehmensberater stellen ohnehin einen wichtigen Teil in der Gründungsvorbereitung dar. Je unsicherer man sich bei der eigenen Recherche fühlt, umso eher macht die Beratung Sinn. Sie kann einem viele Fehler und Kosten ersparen. Im Franchising kann dies auch durch den Franchisegeber abgefedert werden, da ein Franchisesystem auf die Erfahrungen aller Franchisenehmer zurückgreifen kann.

 

 

4) Businessplan erstellen

Der Businessplan wird von Gründern leider oftmals unterschätzt. Vielmehr wird er als lästiges aber notweniges Übel angesehen, um Banken von einer Geschäftsidee zu überzeugen und so die Finanzierung der Gründung zu sichern. Dabei kann der Businessplan viel mehr sein als das. Er kann ein konkreter Fahrplan, eine Orientierungshilfe für Gründer sein. Voraussetzung hierfür ist, dass man den Businessplan selbst und evtl. mit Unterstützung eines Unternehmensberaters oder auch eines Franchise-Gebers individuell erstellt. Copy-Paste-Vorlagen aus dem Internet können dies nicht leisten. Versteht man den Businessplan als Gründer, so kann man in den ersten zwei Jahren immer überprüfen, ob sich das Geschäft entsprechend der Berechnungen entwickelt und gegebenenfalls rechtzeitig intervenieren.

 

 

5) Finanzierung sichern

Steht der Businessplan ist die Sicherung der Finanzierung der nächste wichtige Schritt für Gründer. Das Bankgespräch mit der eigenen Hausbank steht hier meist an erster Stelle. Denn auch bestimmte Gründer-Kredite, wie sie von der KfW-Bankengruppe angeboten werden, müssen über die Hausbank beantragt werden. Mit einem guten Geschäftskonzept und einem ausgearbeiteten Businessplan sollte das Bankgespräch nicht mehr angsteinflößend sein. Letztlich gilt auch: nur weil die erste Bank nicht zustimmt, muss das nicht auch für die nächste gelten. Sollten mehrere Banken die Finanzierung ablehnen, sollte man noch einmal alle Punkte des Gründungsvorhabens checken. Vielleicht hat man einen gravierenden Punkt übersehen.

Eine gewisse Summe an Eigenkapital muss man für jede Gründung aufbringen. Wer hier nicht genug Rücklagen hat, sollte sein privates Umfeld checken. Aber auch das Eigenkapital kann geliehen werden, zum Beispiel mit dem ERP-Kapital für Gründung. Für eine Gründung in den eigenen vier Wänden via PC und Telefon braucht man natürlich viel weniger Geld, als wenn man ein Ladengeschäft eröffnet. Franchisesysteme können durch ihre Erfahrungswerte meist recht genau angeben, welche Summe Eigenkapital vorhanden sein muss, damit eine Bank die restliche Finanzierung übernimmt. In diesem Video wird der Unterschied zwischen Eigenkapital und Investitionssumme kurz und verständlich für Gründer erklärt:

 



 

 

 

 

6) Standort finden

Der richtige Standort kann für Gründer entscheidend sein. Natürlich ist eine Boutique in einem Einkaufzentrum oder in einer Fußgängerzone besser aufgehoben, als auf der grünen Wiese. Wer Laufkundschaft ansprechen möchte, muss also entsprechend belebte Gegenden wählen. Der Mietpreis für ein Ladenlokal, Büro oder eine Werkstatt ist für Gründer natürlich das entscheidende Kriterium. Doch Kunden müssen das Geschäft auch finden können. Die richtige Balance muss also gefunden werden. Direkter Wettbewerb muss übrigens kein K.O.-Kriterium sein. Je nach Branche belebt der Wettbewerb das Geschäft, wer zum Beispiel in der einen Boutique nicht die passende Jeans findet, der findet sie dann nebenan.

 

 

Wichtige Punkte zur Auswahl eines geeigneten Standortes für Gründer:

  • Die Lage ist entscheiden für den Erfolg mitverantwortlich: Kann die Zielkundschaft Ihr Geschäft gut erreichen? Gibt es Haltestellen in der Nähe und reichlich Parkplätze?
  • Wie viel Miete müssen Sie für den Standort zahlen? Ist das auch auf Dauer leistbar? Muss eine Ablösesumme und/oder Kaution gezahlt werden?
  • Hat die Lage ein gutes Image? Könnten sich die Standortbedingungen bald ändern (Bauvorhaben, etc.)?
  • Renovierungsarbeiten sind als Kostenpunkt nicht zu unterschätzen. Was muss alles erneuert oder neu eingebracht werden?
  • Eine ausführliche Auflistung für Standortkriterien für Gründer stellt die IHK Koblenz hier zur Verfügung.

 

 

7) Unternehmen gründen

Ein Unternehmen „auf dem Papier“ zu gründen ist eigentlich erstaunlich einfach. Hierfür muss man sein Unternehmen beim Gewerbeamt anmelden. Bei den freien Berufen reicht es sogar aus, beim zuständigen Finanzamt eine entsprechende Steuernummer zu beantragen. Die Industrie- und Handelskammern bzw. die Handwerkskammern, die regional zuständig sind, sind für Gründer im Vorfeld die beste Anlaufstelle. Sie können auch aus Besonderheiten, die eine Gründung vielleicht beinhaltet, aufmerksam machen und über die bürokratischen Vorgänge aufklären. Existenzgründer sollten ruhig Hilfe in Anspruch nehmen – in so gut wie allen Städten und Regionen Deutschlands gibt es Wirtschaftsförderungen und auch spezielle Gründerinitiativen. Hier gibt es reichlich Unterstützungsmaßnahmen und praxisnahe Hilfe für Gründer.

 

 

Tipp: Informieren Sie sich rechtzeitig, ob Sie für Ihre Gründung spezielle Nachweise, Zulassungen oder Genehmigungen benötigen. Sie zu beantragen und zu erhalten kann einige Zeit in Anspruch nehmen.

 

 

 

 

8) Geschäftsart

Welche Geschäftsart bzw. Unternehmensform für Gründer in Frage kommt, ist stark von den eigenen Vorlieben und den individuellen Existenzgründungen abhängig. Generell wird zwischen den Ein-Personen-Gründungen, Personengesellschaften, Kapitalgesellschaften und freien Berufen unterschieden. Haftungsbeschränkungen spielen eine wichtige Rolle, ebenso wie die Kosten. Denn bei Gründung einer GmbH (Gesellschaft mit beschränkter Haftung) muss zum Beispiel ein Mindeststammkapital von 25.000 Euro eingebracht werden. Die Variante UG haftungsbeschränkt (Unternehmergesellschaft haftungsbeschränkt) ist für Gründer als Vorstufe der GmbH meist besonders interessant: Das Stammkapital muss nur einen Euro betragen und der Gründer ist in seiner Haftung beschränkt. Dafür muss man jedoch 25 Prozent des Gewinns in eine gesetzliche Rücklage einzahlen, bis das Mindeststammkapital von 25.000 Euro erreicht ist. Die Frage der passenden Geschäftsart ist für Gründer wichtig und komplex. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie hat daher ein eigenes eTraining entwickelt, das Gründern helfen soll.

 

 

Rechtsformen für:

Ein-Personen-Gründungen

Personengesellschaften

Kapitalgesellschaften

  • Einzelunternehmen
  • Ein-Personen-GmbH
  • UH`G (haftungsbeschränkt)
  • Ein-Personen-AG
  • Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR)
  • Kommanditgesellschaft (KG)
  • Offene Handelsgesellschaft (OHG)
  • Partnerschaftsgesellschaft (PartG)
  • Partnerschaftsgesellschaft mit beschränkter Berufshaftung (PartG mbB)
  • GmbH & Co. KG
  • Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH)
  • UG (haftungsbeschränkt)
  • Kleine Aktiengesellschaft (AG)

 

 

9) Vorsorgen: Steuern & Versicherung

Vorsorge ist besser als Nachsorge – das gilt natürlich auch für Gründer. Sogar ganz besonders, denn ist man einmal selbstständig, muss man besonders eigenverantwortlich mit dem Thema Versicherung umgehen. Elementar ist das Thema Krankenversicherung. Ob gesetzlich oder privat, nötig ist die Krankenversicherung für Selbstständige auf jeden Fall. Die Entscheidung sollte von Gründern gut durchdacht sein, denn meist ist es später schwierig, wenn man von der privaten wieder in die gesetzliche Krankenversicherung wechseln will. Generell gilt beim Thema Versicherungen für Selbstständige mehr oder weniger das Gleiche wie für Privatpersonen, nur die Relevanz kann sich verschieben. Interessante Versicherungen für Gründer und Selbstständige können sein:

 

  • Krankenversicherung
  • Privathaftpflichtversicherung
  • Rentenversicherung
  • Berufsunfähigkeitsversicherung
  • Autoversicherung
  • Lebensversicherung
  • Rechtsschutzversicherung
  • Gewerbeversicherung

 

 

Und auch das Thema Steuern ist für Gründer wichtig: zum einen muss man recherchieren, welche Steuern überhaupt auf einen zukommen, da dies auch Standort- und Unternehmensabhängig ist. Zum anderen muss man entsprechend frühzeitig für Rücklagen sorgen, wenn Steuerzahlungen anstehen. Die Summen, die hier zustande kommen, können selten bis gar nicht einfach aus der Portokasse bezahlt werden. Für Steuerzahlungen sollte man frühzeitig Rücklagen bilden. Die Hilfe eines Steuerberaters in Anspruch zu nehmen, kann sich gerade zu Beginn der Selbstständigkeit rechnen.

 

 

10) Beratung und Begleitung im laufenden Geschäft

Wer die neun Punkte für Gründer bis hierhin verfolgt hat, könnte nun meinen, dass es damit getan sei. Das Unternehmen ist angemeldet und eröffnet, man hat sich abgesichert und auch mal eine Expertenmeinung zu Rate gezogen. Jetzt geht es in den neuen beruflichen Alltag als Selbstständiger. Doch allzu schnell verliert man genau hier – im täglichen Abarbeiten alles Dringendem – eine vorausschauende Unternehmensplanung aus den Augen. Dies kann man selbst in die Hand nehmen und sich zum Beispiel mit anderen Unternehmern regelmäßig treffen, um sich auszutauschen. Solche Unternehmertreffen, auch speziell für Gründer, gibt es in fast jedem Landkreis und in jeder Stadt. Im Franchising dient der Austausch unter den Franchise-Partnern und mit der Zentrale unter anderem der Weiterentwicklung des eigenen Unternehmens . Aber auch eine Unternehmensberatung kann natürlich Sinn machen, um den eigenen Betrieb abzusichern und weiterzuentwickeln.

 

 

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