5/4/2017

Vom Franchise-Nehmer zum Gegner: Die Burger-Ketten Hans im Glück und Peter Pane bekämpfen sich weiter

Vor gut einem Jahr verlor das Gastronomie-Franchise-System Hans im Glück ein Dutzend seiner bis dahin über 40 Standorte durch das Ausscheiden des Groß-Franchise-Nehmers Patrick Junge mit seiner Paniceus Gastro Systemzentrale GmbH. Junge, einst Chef der gleichnamigen Bäckereikette, führt seine Burger-Restaurants nun unter dem Namen "Peter Pane - Burgergrill & Bar". Nach gerichtlichen Auseinandersetzungen im vergangenen Jahr treffen sich die Kontrahenten nun erneut vor Gericht - dieses Mal mit Millionenforderungen.

Bereits kurz nach dem Ausscheiden des Franchise-Partners hatte Hans im Glück gegen die Paniceus Gastro Systemzentrale GmbH geklagt und gewonnen: Das Landgericht München sah aufgrund der Benutzung wesentlicher und originärer Bestandteile des Hans im Glück-Gestaltungskonzeptes in den Peter Pane-Restaurants keine ausreichende Differenzierung gegeben. Peter Pane musste seine Restaurants so umgestalten, dass keine Verwechslungsgefahr mehr gegeben war. Wenig später klagte Hans im Glück erneut: wegen Irreführung auf den Facebook-Seiten von Peter Pane. Das Landgericht Frankfurt gab Hans im Glück Recht und urteilte, der Tatbestand sei gegeben. Peter Pane hatte die ursprünglich für die Hans im Glück-Restaurants eingerichteten Facebook-Seiten nach der Trennung zunächst weitergeführt.

Richter erwartet kompliziertes Verfahren

In der neuen Auseinandersetzung vor dem Münchner Oberlandesgericht fordert Patrick Junge nun 4,2 Millionen Euro von Hans im Glück. Die Kündigung des Franchisevertrags durch Hans im Glück betrachtet Junge als ungerechtfertigt. Man habe diese Summe investieren müssen, "um die Zukunft der Restaurants und der 700 Arbeitsplätze zu sichern", sagte Junge dem Hamburger Abendblatt. Hans im Glück sieht die Angelegenheit anders: Durch die Kündigung sei dem Franchise-Geber ein Schaden von acht Millionen Euro entstanden, heißt es in der Süddeutschen Zeitung. Der Vorsitzende Richter rechnet laut SZ mit "einem ziemlich komplizierten Verfahren". Es gehe nicht nur um Franchise- und Systempartnerverträge, sondern auch um Verträge, die nicht schriftlich fixiert wurden. Eine gütliche Einigung ist nicht in Sicht.

Hans im Glück expandiert deutlich stärker

Im Hinblick auf die Standortzahl hat Hans im Glück den Verlust wettgemacht: Inzwischen gibt es wieder rund 45 Burger-Restaurants der Marke Hans im Glück. Peter Pane listet aktuell 17 Restaurants auf seiner Website. Im Unterschied zu Hans im Glück vergibt Peter Pane bisher keine Franchise-Lizenzen. (red.)

Bild: Sh utterstock / Afri ca Stu dio

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Nachrichten-Redaktion
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