4/24/2017

Franchising auf der großen Leinwand: Die McDonald's Story im Kino

Vor zwei Jahren feierte der Franchise-Riese McDonald's sein 60-jähriges Bestehen: 1955 hatte Ray Kroc das Restaurant-Konzept der McDonald Brüder übernommen. McDonald's ist an mehr als 36.000 Standorten und in über 100 Ländern rund um den Globus aktiv. Die Geschichte des Mannes, der McDonald's gegen den Willen der eigentlichen Gründer zum Franchise-Imperium entwickelt hat, läuft seit vergangener Woche in den Kinos.

Der Film "The Founder" wird von vielen Kritikern in Deutschland als sehenswert gewertet. Das Agieren von Ray Kroc wird dabei aber nicht als hehre Erfolgsgeschichte bewundert. Zeit-Redakteur Martin Schwickert etwa betont die ironischer Verwendung des Titels, weil Ray Kroc eben nicht der Gründer von McDonald's war. Nach seiner Ansicht zeigt der Film vielmehr einen aggressiven Kapitalismus und einen Menschen, dem es durch Ausdauer und Kompromisslosigkeit gelungen ist, ein Imperium aufzubauen. The Founder zeige, dass "auch dieser amerikanische Traum von Ruhm, Reichtum und Milliarden-Gewinnen in Wirklichkeit auf dem Diebstahl und der Pervertierung der Geschäftsidee anderer beruhe". 

Schlüssiges Verkaufsnarrativ statt Qualität

Felix Stephan von der Welt sieht in dem von Michael Keaton verkörperten Ray Kroc einen "übergriffigen, kleinmütigen Ehrgeizling", der "beharrlich auf sein Recht auf Rücksichtslosigkeit" besteht. Nina Rehfeld vom Spiegel spricht von der "schrankenlosen Gier des Superkapitalisten" Ray Kroc. Der Film erzählt dabei auch, wie sich die eigentlichen McDonald's-Gründer - die Brüder Mac und Dick McDonald - lange gegen die "Verwässerung der Qualität" gewehrt hatten. Jan-Philipp Kohlmann (Tagesspiegel ) ist der Meinung, dass der Film auch zeigt, dass es bei Krocs Erfolg eben nicht um Produktqualität oder Originalrezepturen ging, sondern um "größtmögliche Effizienz in Herstellung und Vertrieb" und "vor allem aber auf einem schlüssigen Verkaufsnarrativ".

Immobilienbesitz als Grundlage für erfolgreiches Franchising

Genauer auf die Rolle des Franchisings bei der Expansion von McDonald's gehen wenige Kritiker ein. Dabei zeigt der Film ein wesentliches, von Kroc konsequent umgesetztes Erfolgskonzept, das auch heute viele Franchise-Systeme nutzen, obwohl es mit dem Franchise-Prinzip gar nichts zu tun hat. Diana Dittmer von N-TV.de sieht als eine der wenigen Kritikerinnen und Kritikern auch das Verhalten der Gründerbrüder Mac und Dick McDonald als Grund für Kroc rigoroses Vorhaben. Der Vertrag der Brüder habe Kroc geknebelt, "mit mageren 1,9 Prozent Umsatzbeteiligung abspeist" und zudem "keinerlei Freiraum beim Franchise-Konzept" gelassen.

Auf den Weg, sich gegen die Gründerbrüder durchzusetzen, brachte Kroc ein Tipp des Finanzmanagers Harry Sonneborn. Er empfahl ihm, McDonald's auch zu einem Immobilien-Riesen zu machen. Kroc gegründete darauf hin die McDonald's Corporation und kaufte die Immobilien oder die Grundstücke, auf denen die Burger-Restaurants standen. Der Vorteil: Regelmäßige Pacht- oder Mieteinnahmen von den Franchise-Nehmern und ein hervorragendes Druckmittel. Diana Dittmer sieht darin sogar ein revolutioniertes Franchising. Und in der Tat findet dieses Prinzip, das das Kräfteverhältnis zwischen Franchise-Nehmern und Franchise-Geber stark verschiebt, bis heute viele Nachahmer. (red.)

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Nachrichten-Redaktion
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