11.04.2018

Apobank will Franchise-Geber für Arztpraxen werden - und erntet Kritik

Die Deutsche Apotheker- und Ärztebank (Apobank) finanziert die Gründungen von Apotheken und Arztpraxen. Auf Grund der tief greifenden Veränderungen sowohl in der Banken- als auch in der Gesundheitsbranche befindet sich auch die vor über 100 Jahren gegründete Apobank im Umbruch. Zukunftsfähig machen will sich das Unternehmen auch mit neuen Aktivitäten als Franchise-Geber.

Die Apobank will sich eigenen Angaben zufolge in vielen Bereichen modernisieren und auch ihr Geschäftsmodell überarbeiten. Auf der Agenda stehen zum Beispiel die Optimierung der Prozesse, die Schließung der Bargeldschalter und der Ausbau des Firmen-, Service- und Beratungsgeschäfts. Neuerungen plant die Apobank auch im Bereich des Kerngeschäfts: der Finanzierung von Praxisgründungen. Laut Unternehmen verliert die klassische Einzelpraxis an Bedeutung. Der Trend gehe zu größeren Einheiten wie medizinischen Versorgungszentren (MVZ), in denen Ärzte unterschiedlicher Fachgruppen als Angestellte arbeiteten - darunter immer mehr Frauen.

Franchising als Zwischenstation

Ihre Chance sieht die Apobank nun zum Beispiel als Franchise-Geber für Praxen des neuen Typs. Bei solchen Franchise-Praxen würde die Bank die Infrastruktur bereitstellen, die Gründung vorfinanzieren und den anfangs angestellten Ärzten die Last hoher Startinvestitionen nehmen. Das Franchising ist dabei aber nur als Zwischenstation gedacht. Ziel ist, dass der angestellte Arzt nach einigen Jahren mit Unterstützung der Apobank die Franchise-Praxis in seine eigene umwandelt.

Massive Kritik vom Berufsverband Freie Ärzteschaft

Auf die Ankündigung, Franchise-Praxen eröffnen zu wollen, hat der Berufsverband Freie Ärzteschaft (FÄ), der eigenen Angaben zufolge etwa 2.000 niedergelassene Haus- und Fachärzte als Mitglieder zählt, inzwischen mit Kritik reagiert. Die Apobank besitzte weder medizinische Kompetenz noch sei sie zur vertragsärztlichen Versorgung ermächtigt, heißt es in einer aktuellen FÄ-Pressemitteilung. Zudem sei der Ideenvorstoß der Apobank ein Affront gegen die ärztliche Unabhängigkeit und die zunehmend kritische Diskussion in der Ärzteschaft über die Kommerzialisierung im Gesundheitswesen. Auf den jüngsten Deutschen Ärztetagen sei sehr deutlich geworden, dass Renditeorientierung und ökonomische Fremdbestimmung in der Medizin nichts zu suchen hätten. Die Freie Ärzteschaft fordert ärztliche Mandatsträger im Aufsichtsrat der Apobank daher auf, sich aus ihrer Tätigkeit für die Bank zurückzuziehen, sollte diese derartige Geschäftsideen weiterverfolgen, und ruft darüber hinaus alle Ärzte dazu auf, ihre Geschäftsbeziehungen mit der Apobank zu prüfen. (red.)

Bild: Apobank

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Nachrichten-Redaktion
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