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(Prof. Veronika Bellone - Bellone FRANCHISE CONSULTING GmbH)
Diesmal möchte ich auf die großen Chancen eingehen, die im „Denken in Konsequenzen“ liegen. Ein Vorgehen, dass gerade Franchise-Verantwortlichen nahe sein sollte. Denn der Multiplikatoreffekt im Franchising verpflichtet dazu, Handlungsweisen in ihrer (möglichen) Wirkung auf die Partner/innen und Kunden/Kundinnen zu durchdenken.
Dafür ist es zum Beispiel
wichtig, sich Situationen vorzustellen, die nach einer optimierten Lösung
verlangen. Mangelnder bzw. schlechter Kundenservice
ist da ein dankbares Thema. Und sicher hätte ein jeder/eine jede
von uns Anekdoten dazu beizutragen.
Drücken Sie die Taste 3!
Wie gerne erinnere ich mich an einen älteren
TV-Werbespot von OBI, der den Kundenservice in Heimwerkermärkten persiflierte,
um darüber auf die Kundenfreundlichkeit bei OBI hinzuweisen.
Die Sequenz, in der Mitarbeitende sich in die Gänge flüchten, sobald ein Kunde
die Szenerie betritt, war äußerst humorig. Der Spot ist sicher 20 Jahre alt. Der
Umstand, dass es um den Kundenservice allgemein schlecht bestellt ist, hat
allerdings immer noch eine hohe Aktualität. So durfte ich vor
kurzem den Kundendienst einer Autoverleih-Firma kennen lernen. Da ich die
vereinbarte Mietfrist verlängern und den Rückgabeort ändern wollte, rief ich den
Kundensupport der Ausgabestation am Flughafen an. Als humorvoller Mensch, der
ich bin, habe ich gerne am Spaß anderer teil. Als Kundin am Telefon bin ich
allerdings zunächst verwirrt, wenn sich die Stimme am anderen Ende kaum zu
melden vermag, weil es lustig zu und her geht. Ich war zwar dankbar, überhaupt
nach diversen automatischen Ansagen eine menschliche Stimme zu vernehmen, aber
meine Freude wurde jäh erstickt! Ich war mit einer echten Anfrage
hineingeplatzt! Umgehend wurde ich von der „lustigen Dame“ aufgeklärt, dass sie
gar nichts dazu sagen kann und ich doch die Taste 3 drücken solle. Damit
unterschied sie sich eigentlich nicht von den automatischen
Ansagen, die es per Tastendruck 3 ff gab! In nobler Art bot sie mir an,
mein Anliegen per Fax zu senden. Per Fax! Wir schreiben das Jahr 2011, aber gut.
Die Nummer hatte sie natürlich nicht. Es gab auch keine. Auch nach einem
erneuten Anruf, der ebenfalls „bespaßt“ daher kam, riet mir diese Dame, dass ich
doch eine Mail schicken solle. Natürlich konnte sie mir keine adäquate
Mailadresse nennen. Jene, die man auf der Website ausmachen kann, erfreut einen
dann mit der umgehenden Standardmail, dass Anfragen in ca. 2 –
3 Wochen beantwortet werden. Da fühlt man sich doch richtig gut aufgehoben. Es
gäbe zu diesem Fall noch sehr viel mehr zu sagen, denn es gab noch weitere
Episoden, die allesamt in der Anmutung gipfelten, dass Kunden und
Kundinnen „lästig sind“
.
Multiplikatoren gewinnen!
Es gibt die Regel, dass
Kunden/Kundinnen es 3 Menschen in ihrem Umfeld erzählen, wenn sie eine
positive Erfahrung gemacht haben. 10 Menschen in ihrem Umfeld,
wenn sie eine außergewöhnlich positive Erfahrung gemacht haben. 15 Menschen in
ihrem Umfeld, wenn sie sich geärgert haben. Im heutigen
Blog-Zeitalter dürften sich solche Zahlen vervielfacht haben. Gerade die
„Verärgerten“ erfahren dann häufig, dass es anderen mit dieser oder jener Firma
ebenso ergangen ist. Das zementiert dann die Meinung und das Image der
Firma
.
Damit komme ich zurück zu
meiner anfänglichen Aussage, welche Chancen in einem durchdachten
Service liegen. Das Einnehmen der Sichtweise des
Kunden bzw. der Kundin ist dabei unerlässlich. Obwohl das äußerst
trivial scheint, mangelt es immer wieder genau daran. Wertschätzung und
echte Unterstützung sind mehr wert als mancher Treuepunkt oder die
„zigste“ Kundenkarte. Und das Wunderbare daran ist, dass gerade über die
Struktur eines Franchise-Systems, die Bewusstmachung solcher
wertschätzenden Leistungen sehr effektiv ist. Denn die Franchise-Partner/innen
sind in ihrer unternehmerisch selbstständigen Rolle engagierte Vertreter/innen
eines überzeugenden Leistungspaketes. Es lohnt sich also darüber nachzudenken,
wie man über die Franchise-Partner/innen einen kundenfreundlichen
Service
aufbaut, der letztlich auch motivations- und
umsatzfördernd ist.
Eine individualisierte Antwort des Auto-Verleihers habe ich bis dato noch
nicht – auch wenn sie mittlerweile überflüssig geworden ist. Die Spannung,
welche Kosten sich auf der Kreditkartenabrechnung präsentieren hält ebenfalls
noch an.
Mehr zum Thema „Denken in Konsequenzen“ können
Sie auch in unserem „Praxisbuch Franchising“(http://www.mi-wirtschaftsbuch.de/) lesen.
Zur Person
Prof. Veronika Bellone, gebürtige
Berlinerin, ist seit 1986 im Franchise-Business tätig, ehemals als
Franchisemanagerin bei der Cosy-Wasch-Autowaschanlagen GmbH in Berlin und seit
1991 als selbstständige Franchiseberaterin in der Schweiz. Sie hat u.a. die
Schweizer Post, Mövenpick, Fleurop, Warner Bros. und die Berliner Bäder Betriebe
beraten. Zudem ist sie Professorin an der Hochschule für Wirtschaft
Nordwestschweiz im Fachbereich Marketing. 2009 startet sie mit der Bellone
FRANCHISE CONSULTING GmbH, mit einem relevant erweiterten Leistungsspektrum für
den gesamten deutschsprachigen Raum, neu durch. In Zusammenarbeit mit dem Brand
Consultant Thomas Matla, einem Spezialisten für den Aufbau nationaler und
internationaler Marken, bietet Bellone FRANCHISE CONSULTING Beratungen,
Coachings und Workshops rund um das Thema Franchising – von der Trend Analyse,
über die Markenpositionierung, bis zur Implementierung von Franchise Systemen im
Markt.
office@bellone-franchise.com;
www.bellone-franchise.com; Bellone FRANCHISE
CONSULTING GmbH, Poststrasse 24/ Postfach 1355, CH-6300 Zug, Tel. 0041 41 712 22
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