

Greenfranchising- wie man sein Franchise-System zukunftssicher macht!
Die 9 Spielregeln für Fairplay Franchising
Was ist Franchising wirklich? Eine Stellungsklärung
Macht sinnliche Kommunikation Sinn?
Die Mär vom ultimativen Franchise-Handbuch
Qualitätsstandards im Franchising: Bevormundung oder Existenzsicherung?
Internetvertrieb im Rahmen des Franchisesystems
Franchising für einen perfekten Start in fremden Märkten
Franchise-Kommunikation mit System
Professionelles Personalmanagement für Franchise-Systeme
Wie bleibt ein Franchise-System dynamisch?
Das Franchise-Handbuch: standardisieren, dokumentieren, erfolgreich multiplizieren
Controlling: Kontrolle versus Steuerung im Franchising
(Prof. Veronika Bellone - Bellone FRANCHISE CONSULTING GmbH)
Um einen Eindruck zu den Franchisetrends 2010 geben zu können, ist es wichtig, die generellen Markteinflüsse wahrzunehmen. Es gibt grundlegende Strömungen und Wandlungsprozesse, die sowohl auf die Marktangebote wie auch auf deren Vermarktung wirken.
Franchising als Wachstumsstrategie hängt in seiner Dynamik wesentlich vom Erfolg des Geschäftskonzeptes ab. Ein erfolgreiches Geschäftskonzept hat in der Regel einen Kundennutzen optimal umgesetzt und das besser als seine Mitbewerber. Damit der Kunde den optimalen Nutzen für sich identifizieren kann, ist eine starke Profilierung und Markierung des Anbieters nötig. Liegt dem markanten Angebot dann auch noch ein entsprechendes Wertesystem zugrunde, das von allen Beteiligten mit Enthusiasmus gelebt wird, dann ergibt sich eine Authentizität, die häufig auch eine Kundenloyalität zur Folge hat. So sind zunächst wichtige Strömungen genannt, die für die Unternehmensführung und damit auch für die Expansionsplanung von Bedeutung sind.
Authentische Systeme
Authentizität ist ein Begriff,
der derzeit Hochkonjunktur hat. Ob bei der Auswahl der Kandidaten für den
aktuellen Song Contest oder bei der Markenführung, der Ruf nach Echtheit und
Glaubwürdigkeit, auch hinter den Kulissen, wird immer stärker. Das hat
selbstverständlich auch Auswirkungen auf die Franchisebranche. Abgesehen vom
Erfolg in der angestammten Branche, wird die Authentizität eines
Franchiseangebotes immer wichtiger werden. Ist das Angebot in sich stimmig? Ist
der Auftritt in Anbetracht der Geschäftsidee und des Kundennutzens glaubwürdig
und eigenständig? Spiegelt sich das nachvollziehbar in der Wertekultur des
Franchisesystems wider? Gibt es Entwicklungspotenzial nicht nur für das
Leistungsangebot sondern auch für die Partner/innen? Fragen, die nicht nur
darauf abzielen, die Nachhaltigkeit auf ökonomischer Ebene zu durchleuchten.
Auch die soziale wie ökologische Nachhaltigkeit wird zunehmend bedeutender. Die
Perspektive, der eigene Stellenwert im System, aber auch der Einfluss auf die
Umwelt und das Marktgeschehen als solches sind Fragen, denen sich
Franchise-Unternehmen stellen müssen.
In Zeiten grosser Verunsicherung gewinnt die Suche nach
Vertrauenswürdigem an Bedeutung. Und die Möglichkeiten, sich heute
Hintergrundinformationen, Eindrücke und Urteile über ein Unternehmen und deren
Angebot sowie Wirken am Markt zu holen, sind gerade über die Online-Vernetzung
immens.
Adäquate Zielkundenansprache
Pizza Hut bietet in den USA
die Möglichkeit an, über das iPhone die Pizza günstiger zu bestellen, wenn man
deren iPhone App nutzt. Dunkin’ Donuts’ Facebook-Fan-Seite erfreut
sich über 980'000 Fans und das Twitter-Netzwerk zählt über 39'000
Anhänger. Das US-Unternehmen Mars bietet mit der Marke Skittles nicht nur
Bonbons, sondern verkörpert auch das Marketing der Zukunft. Über http://www.skittles.com/ kann
man mit der Marke interagieren. Die Website enthält überwiegend nutzergenerierte
Inhalte, ist verlinkt mit Facebook, YouTube, Flickr, Twitter und
Wikipedia.
Die Kontrolle über die Markenkommunikation wird hier den überwiegend
jungen Kunden und Fans übertragen. Auf diese Zielgruppe wirkt das offen,
transparent und authentisch. Das liegt daran, dass diese Zielkundschaft mit den
digitalen Medien aufgewachsen ist und gewohnt ist, sich zeitnah auszutauschen,
zu bewerten und Gegebenes, Vorgefertigtes nicht einfach akzeptiert. Ein Privileg
der Jugend, das immer schon gegolten hat, nur entscheidet es hier über den
Erfolg und Misserfolg von Marken.
Zur Zielgruppendefinition kommt zukünftig neben den demografischen und
verhaltensspezifischen Merkmalen, die Generationenzugehörigkeit hinzu. Handelt
es sich um Digital Natives oder Digital Immigrants. Zu den Digital Natives zählt
die Generation, die nach 1980 geboren ist und seit der Jugend mit dem Internet,
Mobiltelefonen und Online-Medien vertraut ist. Hingegen sind die Digital
Immigrants vor allem mit den klassischen Medien wie Zeitungen und Fernsehen
aufgewachsen.
Für die Unternehmenskommunikation wichtige Indizien, sich
nicht nur mit den Ausprägungen der Zielkunden jetzt auseinanderzusetzen, sondern
auch deren Entwicklung einzuplanen.
Gutes Tun
Greenfranchising hält Einzug in einer
ganzen Reihe von Franchisesystemen, modifiziert etablierte Konzepte und
bereichert neue Angebote. Der sich verändernden heterogenen Zielgruppe von
potenziellen Franchisenehmern und –nehmerinnen wird das gerecht, denn die stark
zunehmende Anspruchsgruppe der LOHAS (Lifestyle of Health and Sustainability) –
die sich mit Gesundheit und Nachhaltigkeit auseinandersetzt - erfasst
unterschiedlichste soziodemografische Segmente und ist damit auch Thema von
Existenzgründern und –gründerinnen. Es heisst, dass allein in Deutschland ca. 30
– 35% der Bevölkerung LOHAS (Lifestyle of Health and Sustainability)
sind.
Neue grüne Unternehmenskonzepte siedeln sich vorzugsweise im Bereich
alternativer Energiequellen, ökologischer Textilien oder alternativer
Mobilitätskonzepte an. Aber auch in Teilbereichen oder bisher eher „ungrünen“
Branchen, wie der schnellen Systemgastronomie, lässt sich Gutes tun und durch
Franchising wirkungsvoll vervielfältigen. So setzen die weltgrössten
Gastronomie-Franchisesysteme, wie „Subway®“ mit seinen „Eco-Stores“ oder
„Dunkin`Donuts“ mit seinem „Green Store“ in Florida, USA deutliche nachhaltige
Zeichen.
Auf der ökologischen Ebene der nachhaltigen Ansätze gibt es noch großen
Handlungsbedarf. So wundert es nicht, dass hier ständig neue und innovative
Konzepte entstehen und etabliert werden. Eine kleine, aber erfolgreiche
Initiative stellt „CharityStar“ dar. Sie wurde als Sponsorengemeinschaft von der
„I:Collect AG“ und deren Handelspartnern „ADLER Modemärkte“, „Vögele
Shoes“, „MISTER MINIT Schuhreparatur“, „RENO“ und „Stichweh Reinigungen“ (die
letzteren drei sind Franchise-/Lizenzunternehmen) ins Leben gerufen.
CharityStar belohnt wohltätige Projekte, soziale Aktionen und gemeinnützige
Ideen regelmäßig mit 1.000 Euro. Die genannte Sponsoren-Gemeinschaft stellt die
Gewinnsumme zur Verfügung. Ziel der Unternehmen ist es, zum gemeinnützigen
Handeln zu motivieren und durch das Abgeben von ausgedienten Kleidungsstücken
und Schuhen gleichzeitig die Umwelt zu schonen (http://www.charitystar.com/).
Lesen Sie im 2. Teil (März 2010) welche Branchen boomen werden.
17.02.2010 ©copyright Bellone Franchise Consulting GmbH