

Laut einer Studie zum Thema „Gründungen von Frauen in Deutschland“ von M. Lauxen-Ulbrich und S. Fehrenbach gründen Frauen in anderen Branchen als Männer, nämlich vorrangig im Dienstleistungsgewerbe. Persönliche Dienstleistungen und Tätigkeiten im Gesundheits- und Sozialwesen dominieren, gefolgt von Gründungen im Handel und Gastgewerbe. Die starke Tendenz zu Gründungen mit sozialem Aspekt deuten darauf hin, dass Frauen generell eher eine erfüllende Arbeit suchen, als dass sie auf das große und schnelle Geld aus sind.
Diese Meinung vertritt auch Claudia von Holten, Gründerin des Franchisesystems Amiguitos – Spanisch und Italienisch für Kinder. Erfüllendes Arbeiten, Kontinuität und ein regelmäßiges Einkommen seien ihren – bisher ausschließlich weiblichen – Franchisenehmerinnen wichtiger als Erfolg um des Erfolges willen. Unter den Partnerinnen sind auch viele Migrantinnen, die in Deutschland im Gründungswesen generell eine Minderheit darstellen.
Vor fünf Jahren haben Claudia von Holten und ihre Geschäftspartnerin Juliane Buschhorn-Walter als Existenzgründerinnen durchaus auch negative Erfahrungen gemacht: Das erste Gespräch mit einer Bank verlief unbefriedigend und mit abfälligen Bemerkungen seitens des Bankkaufmanns. Doch die beiden gaben nicht auf und nach dem Wechsel zu einer anderen Bank konnte die Erfolgsgeschichte von Amiguitos ihren Lauf nehmen. Als studierte Ökonomin, Mutter und auf Grund ihrer Erfahrungen in der interkulturellen Personalführung ist Claudia von Holten bestens mit den Problemen ihrer Franchisenehmerinnen vertraut und kann mit Rat und Tat zur Seite stehen. Zwar wäre Amiguitos im Sinne der Kinder froh über männliche Franchisepartner, doch Claudia von Holten sieht auch klar die Vorteile der Zusammenarbeit mit Frauen: Ehrgeiz und Hingabe in der Arbeit, gegenseitige Rücksichtnahme und ein offener Umgang miteinander sind der Schlüssel zum Erfolg.