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Seit September 2010 ist Hans Fux Area Development Manager für Deutschland, Österreich, die Schweiz und Luxemburg bei der Franchise-Gastronomie-Kette Subway Sandwiches. Zuvor war der gelernte Hotelkaufmann u. a. in Führungspositionen bei der LSG Airport Gastronomie und bei Yum! Restaurants International tätig. Im Exklusivinterview mit dem FranchisePORTAL äußert sich Fux ausführlich zu den Herausforderungen seiner neuen Aufgabe, Kritikpunkten, die in der Vergangenheit geäußert wurden und den weiteren Plänen von Subway Deutschland.
FranchisePORTAL: Herr Fux, Sie haben viel Erfahrung in
der Systemgastronomie gesammelt, u. a. als Manager der Yum!-Marken Pizza Hut und
Kentucky Fried Chicken. Was hat Sie daran gereizt, für Subway aktiv zu
werden?
Hans Fux: Die unterschiedlichen Stationen bei Yum! International oder auch zuletzt als Geschäftsführer der LSG Airport Gastronomie GmbH, die ja selbst auch als Franchise-Nehmer auftreten, haben mir vor allem gezeigt, wie wichtig eine Marke ist, um in einem umkämpften Markt ganz oben stehen zu können. Ob Gäste, Lieferanten oder Vermieter, alle fühlen sich zunehmend von Markenwelten – ob national oder lokal – angesprochen. No-Name-Konzepte haben heute in der Systemgastronomie kaum eine Chance. Ich selbst würde mich ebenfalls als Markenmensch bezeichnen, der sich von einer Weltmarke wie Subway gleich angesprochen fühlt. In Deutschland hat Subway noch ein großes Potenzial – und bringt alles dafür mit, um als Marke ganz oben stehen zu können. Den Weg dorthin aktiv mitgestalten zu können, ist für mich auch eine große persönliche Herausforderung.
FranchisePORTAL: Subway gibt es über 34.000-mal in
rund 95 Ländern. Wie lässt sich die Erfolgsformel des Franchise-Systems in
wenigen Worten zusammenfassen?
Hans Fux: Mit seiner Idee, Sandwiches frisch vor den Augen des Gastes zu belegen, hat Fred DeLuca Mitte der 1960er Jahre in der damals von Burgern geprägten amerikanischen Fast-Food-Kultur eine Marktnische besetzt, die heute mitnichten an Aktualität und Attraktivität verloren hat. Jeder Gast kann ganz nach seinem Geschmack selbst entscheiden, mit welchen Zutaten sein Sandwich belegt werden soll. Daneben verfügt Subway über ein Unternehmenskonzept, das sich durch einen vergleichbar einfachen Betriebstyp auszeichnet und eine hohe Flexibilität bei der Besetzung neuer Märkte mitbringt. Franchise als Expansionsform gibt Subway dabei seit über 35 Jahren die notwendige Stärke, Märkte systematisch erschließen zu können.
FranchisePORTAL: Ihren Posten haben Sie von
Interimsmanager Marty Adomat, dem Schwager des Subway-Gründers Fred de Luca, im
September 2010 übernommen. Grund für den Führungswechsel waren u. a. anhaltende
Probleme mit Franchise-Partnern in Deutschland. Was hat Ihre Analyse der
Probleme in der Zwischenzeit ergeben und mit welchen Maßnahmen möchten Sie
Subway in Deutschland wieder auf Kurs bringen?
Hans Fux: Zunächst einmal habe ich viele sehr positive Dinge vorgefunden – von umfangreichen aktuellen Marktanalysen renommierter Institute bis hin zu sämtlichen Werkzeugen, die ein Partner benötigt, um sein Unternehmen erfolgreich betreiben zu können.
Subway hat 1999 in Berlin das erste Restaurant in Deutschland eröffnet und
ist aktuell über 650 Mal bundesweit vertreten. Gleichwohl wir uns aktuell in
einer Konsolidierungsphase befinden, ist keiner anderen Gastronomie-Marke in
Deutschland in den letzten Jahren eine vergleichbare Entwicklung gelungen, und
es zeigt sich hier das große Potenzial dieser Geschäfts- und Unternehmensidee.
Subway hat in dieser Zeit zudem eine hohe Markenbekanntheit aufgebaut. 84
Prozent der Deutschen kennen uns und rund die Hälfte war schon mal bei uns. Mit
Fokus auf den klassischen Fast-Food-Kunden gibt es insgesamt 60 Mio. potenzielle
Gäste. Und denen müssen wir zukünftig mit Hilfe einer klaren Kommunikation noch
stärker verdeutlichen, wofür Subway steht und was wir ihnen bieten. Daneben legt
die Analyse Optimierungspotenzial in der Kundenbindung offen. Wir müssen in
jedem einzelnen Restaurant die gleichbleibend hohe Qualität bieten, die der Gast
von der Marke Subway auch erwartet. Im Restaurant selbst entscheidet sich
schließlich auch, ob aus einem Erstkäufer ein Stammgast
wird.
Aufbauend auf einer handfesten und stichhaltigen Analyse
haben wir in den letzten Monaten einen strategischen Plan entwickelt und
angefangen umzusetzen, der im Wesentlichen auf drei Säulen fußt: Im Mittelpunkt
der ersten Säule steht das Marketing zur Gewinnung neuer Gäste. Die zweite Säule
fokussiert sich – abgestimmt auf das Marketing – auf die operativen Abläufe, um
die Produkt- und Servicequalität der Restaurants weiter zu stärken. Bei der
dritten Säule geht es um die Menschen, deren Leidenschaft und Fähigkeiten für
mich den Unterschied in unserem Geschäft ausmachen. Subway Deutschland muss
insgesamt viel stärker lernen, als eine Mannschaft zu spielen, denn nur dann
können wir auf dem Feld auch gewinnen. Es ist kein Geheimnis, dass bei manchen
Franchise-Partnern die Leidenschaft für die Marke verloren oder angekratzt ist.
Wir haben daher vor einigen Wochen angefangen, mit jedem dieser Partner
individuelle Gespräche zu führen. Wann immer jemand wieder ins System zurück
möchte, versuchen wir hier einen Weg zu finden, den beide Seiten gemeinsam gehen
können und wollen. Und das gilt natürlich auch für den Fall, dass jemand das
System verlassen möchte. Ich bin mir sicher, dass wir aus diesem notwendigen
Prozess gestärkt hervorgehen werden.
Weiter zum zweiten Teil des Interviews
20.04.2011 ©copyright FranchisePORTAL
Das Interview ist Teil des Virtuellen Messestands im FranchisePORTAL.