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Franchise-Journal

Interviews aus dem Franchising

Interview mit Matthias Schroeter, FRANNET

Herr Matthias Schroeter ist Geschäftsführer und Master-Franchisor des Beraternetzwerks FRANNET. Das Unternehmen ist darauf spezialisiert potentielle Existenzgründer bei der Auswahl des passenden Franchise-Systems zu unterstützen. An dieser Stelle ist es sicher erwähnenswert, dass er selbst auch Erfahrungen im Management großer Unternehmen gemacht hat, bevor er schließlich Master-Franchisor für Deutschland bei FRANNET wurde.


FranchisePORTAL: Herr Schroeter, kann Franchising auch für freigestellte Manager und Führungskräfte interessant sein? Wo liegt der Reiz für die betreffenden Personen?

Matthias Schroeter: Viele Menschen auch aus dieser Gruppe wissen zu wenig über Franchise und was es für sie und ihre berufliche Zukunft bringen kann, weil wir alle durch Erziehung, Ausbildung und Beruf zu guten abhängig Beschäftigten erzogen werden, nicht aber zu Unternehmern. Wenn man sich aber mit Franchise beschäftigt und Berater oder Webseiten zu Rate zieht, erkennt man langsam, dass es eine echte Karriere-Alternative sein kann.

Die Anziehungskraft von Franchise als arbeitsteilige und somit risikoreduzierte Wirtschaftsform der Zukunft für kleine und mittelständische Unternehmen hängt stark von persönlichen Faktoren ab. Zum Einen ist es der Leidensdruck, der einen weg vom letzten Unternehmen gebracht haben, d.h. die Frustration in der letzten Tätigkeit wegen Problemen mit dem Vorgesetzten, der Unternehmenspolitik, Intrigen, Mobbing, mangelnder Anerkennung der eigenen Leistung, zu geringem Verdienst oder bei Beförderungen übergangen worden zu sein. Zum Andern gibt es aber auch bei einigen Führungskräften eine positive Zukunftsvision; den Wunsch, dass es noch etwas Anderes, etwas Besseres geben muss:  Karriere, höheres Einkommen, selbst zu bestimmen, wo es lang geht, ein Vermögen aufzubauen, finanzielle Unabhängigkeit, Anerkennung der eigenen Leistung, sich selbst zu verwirklichen oder etwas Nachhaltiges zu tun.

Generell bietet Franchise für freigestellte Manager und Führungskräfte einen risikoreduzierten Weg zum eigenen Unternehmen. Man kann ein in der Praxis erfolgreich erprobtes Geschäftsmodell gewinnbringend für sich nutzen und muss das Rad nicht neu erfinden. Man ist Unternehmer, aber nicht allein. Man arbeitet in einer arbeitsteiligen Organisation, die sich gegenseitig unterstützt, aber man ist sein eigener Chef. Man braucht häufig kein Fachwissen, weil das Franchise-System das bereits hat und über Schulungen weitergibt, aber man muss ein Geschäft und/oder Menschen managen können.

    
FranchisePORTAL: Welche Qualifikationen und Erfahrungen bringen Manager mit, die sie zu begehrten Franchise-Nehmern machen? Anders gefragt, wieso suchen manche Franchise-Systeme gezielt nach solchen Persönlichkeiten?

Matthias Schroeter: Manager haben gelernt sich neuen Situationen anzupassen, zu planen, Probleme aus dem Weg zu räumen, Erfolg zu produzieren, mit Menschen als Kunden oder Mitarbeitern gut umzugehen und gesteckte Ziele zu erreichen. Meist sind sie auch gut mit Eigenkapital ausgestattet, so dass die Finanzierung der Investition weniger Schwierigkeiten bereitet. Die Tatsache, dass Sie zu Managern wurden zeigt, dass Sie sich in einem System, dem Unternehmen, zurechtgefunden haben und sich gegenüber anderen Mitbewerbern durchsetzen konnten. Solche Eigenschaften sind bei Franchise-Gebern gefragt, weil dies auch die Faktoren sind, die gute von mittelmäßigen und schlechten Franchise-Nehmern unterscheiden.
Dann stellt sich aber die Frage, warum auch solche Führungskräfte im Franchising scheitern können. Die Antwort ist, weil Führungskraft und Franchise-System nicht zusammen passen. Wenn jemand viel Entscheidungsspielraum braucht, darf er nicht in ein stark strukturiertes System gehen. Wenn jemand ein hohes Sicherheitsbedürfnis hat, sollte er kein junges Unternehmen, sondern ein schon gut etabliertes Unternehmen für sich wählen. Daher ist es wichtig sich vorher genau zu prüfen, was man will und was für einen wichtig ist, um dann nach einem passenden Franchise-System zu suchen. In dieser wichtigen Phase bieten unsere Berater kompetente Unterstützung an.

  
FranchisePORTAL: Ist nur Multi-Unit-Franchising oder Master-Franchising für Manager interessant? Oder finden Sie auch den Betrieb eines einzelnen Franchise-Outlets für Manager attraktiv?

Matthias Schroeter: Wofür sich Manager letztlich entscheiden, hängt von vielen persönlichen Faktoren neben dem vorhandenen Eigenkapital ab. Denn Multi-Unit oder Master-Franchising erfordert zwar mehr Eigenkapital, aber auch die Bereitschaft dies einzusetzen. Einige Manager haben als Angestellte Millionenbudgets erfolgreich gemanagt, aber sobald es ans Investieren des eigenen Geldes geht, sieht die Welt wieder ganz anders aus. Selbstvertrauen es zu schaffen, die Bereitschaft auch ein größeres Risiko einzugehen oder überhaupt die Vision was mit der Selbstständigkeit angestrebt werden soll, spielen hier eine wesentliche Rolle. Daher ist die Gruppe von Managern abhängig von Ihren Zielen für eine Unit bis hin zum Master interessant.


FranchisePORTAL: Für wie sinnvoll/attraktiv halten Sie das Investment in ein Franchise-System?

Matthias Schroeter: Zunächst haben die meisten Manager Franchise nicht auf Ihrem Karrierebildschirm. Wenn wir ihnen dann in unseren kostenfreien FRANNET Franchise-Seminaren, die Unterschiede zur abhängigen Beschäftigung und die Funktionsweise, Chancen, aber auch die Risiken des Franchising erklären, entzündet sich ein Feuer der Begeisterung. Die nächste kritische Hürde ist, dass man seine Angestellten Mütze absetzt, wenn es um die Investition geht. Der Satz „ich baue als Manager dem Franchise-System das Geschäft in meinem Gebiet auf und muss dafür auch noch eine Franchise-Gebühren bezahlen“, zeigt, dass das System Arbeits- und Gewinnteilung noch nicht verinnerlicht ist. Besonders deutlich wird dies bei Master-Lizenzen, wenn man jenseits der 500.000 Euro investieren muss, um ein in einem anderen Land bereits erfolgreiches Franchise-System ins eigene Land zu bringen und aufzubauen. Dass man dabei, wenn es funktioniert, Einkommen und Vermögen jenseits der Million Euro erzielen kann, weil es sich um ein in der Praxis bewährtes Erfolgsmodell handelt, erfordert nicht nur die Sichtweise des Managers, sondern auch die des Investors, der bereit und in der Lage ist diese Summe zu setzen.

Wenn man genügend Informationen über sich und die relevanten Franchise-Systeme gesammelt hat, man genau weiß worauf man sich einlässt und die feste Überzeugung mitbringt, dass man den Weg gehen will und es schaffen wird, dann ist Franchise der ideale Schritt von der abhängigen Beschäftigung in die eigene Selbstständigkeit. Man springt nicht ins kalte Wasser, sondern man hat die Temperatur geprüft und weiß, was auf einen zukommt. Als Manager trifft man überlegte Entscheidungen und weiß dann auch wie man die gesteckten Ziele erreicht.


FranchisePORTAL: Manager oder Führungskräfte sind es gewohnt Entscheidungen alleine zu treffen. Kann das in der Zusammenarbeit mit einer Franchise-Zentrale nicht problematisch sein? Schließlich muss man sich doch an gewisse Vorgaben halten?

Matthias Schroeter: Die Frage, ob ein Interessent sich an die Regeln eines Franchise-Systems halten wird, ist eine der entscheidenden für Erfolg oder Misserfolg überhaupt. Man kann sich vorab für ein System mit viel oder weniger System-Regeln entscheiden, aber wenn man sich nach der Entscheidung nicht an die Vorgaben hält, birgt das ein hohes Risiko zu scheitern. Die Zielgruppe Manager unterscheidet sich in diesem Punkt aber nur unwesentlich von anderen Zielgruppen. Jeder Manager hat erfahren, dass er sich an Regeln des Unternehmens, des Marktes oder des Staates halten muss. Aber es gibt auch hier Unterschiede in der Persönlichkeit. Menschen und somit auch Manager, die nicht zuhören können, allein von sich überzeugt sind und nur ihr eigenes Ding machen wollen, raten wir vom Franchising ab. Gleichzeitig weisen wir sie auch darauf hin, dass diese Einstellung auch bei der Eigengründung oder beim Kauf eines existierenden Unternehmens ein hohes Risiko birgt.

 

02.02.2011 ©copyright FranchisePORTAL (vi)

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