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Franchise-Journal

Interviews aus dem Franchising

Interview mit Günter Reimers, Inhaber der Unternehmensberatung pro image


Bereits seit zwanzig Jahren führt der Strategie- und Präsentationsspezialist Günter Reimers seine erfolgreiche Unternehmensberatung. Als konzeptioneller Berater machte er sich beim Aufbau bedeutender Unternehmen und Franchisesystemen, darunter auch OPTIMA-Dachgärten, einen Namen und ist seit 2004 Ehrenmitglied des DFV.



Herr Reimers, wie schätzen Sie die Situation der deutschen traditionellen Handwerksbetriebe im Zuge der Wirtschaftskrise ein?


Handwerksunternehmen, besonders die kleinen und mittleren Unternehmen mit 5 bis 10 Mitarbeitern, sind relativ krisenstabil. Das liegt in der übersichtlichen Größe und Struktur und in der ständigen Übung, sich auf den wechselnden Bedarf einzustellen. Gute Handwerksunternehmen haben in der Regel einen guten Mitarbeiterstamm, den sie in Hochkonjunkturzeiten durch Hilfskräfte ergänzen und bei rückläufiger Marktentwicklung freisetzen.
Besonders Handwerker, die im gehobenen privaten Bereich tätig sind und kundenorientiert arbeiten, pflegen ihre Stammkunden. Sie haben auch in Krisenzeiten ihr gutes Auskommen.


Wo sehen Sie die Stärken und Schwächen eines typischen, kleinen Handwerksunternehmens?


Kleinere Handwerksbetriebe, die gute Arbeit leisten und sich nicht als Subunternehmer missbrauchen lassen, haben zwar einen begrenzten Wirkungskreis, kommen aber gut über die Runden. Voraussetzung ist jedoch, dass neben guter Arbeit die Organisation und die Buchhaltung funktionieren.
Stark gefährdet sind kleine Unternehmen, die sich an zu großen Aufträgen verheben. Dann nehmen in der Regel die Reklamationen zu, der Geldeingang stockt und vernachlässigte, gute Stammkunden springen ab. Die größte Schwäche der kleinen Betriebe liegt im kaum vorhandenen Marketing. Sie sind in ihrem Bedarfsfeld "Mädchen für alles". Nur wenige schaffen es, durch eine zielgerichtete Spezialisierung lohnende Nischen zu erobern.


Bietet Franchising Ihrer Meinung nach für das Handwerk im Vergleich zu anderen Branchen besondere Chancen?


Traditionelle Handwerker waren und sind dem Franchising gegenüber wenig aufgeschlossen. Besonders der deutsche Handwerker ist gut ausgebildet. Die Dreierstruktur – Auszubildender (Lehrling), Geselle, Meister – in Begleitung von Praxis und Berufs- und Meisterschulen, bietet gute Voraussetzungen für ein Auskommen als Mitarbeiter oder für die Selbständigkeit. Handwerks-Innungen und -Kammern sehen ihre Aufgabe im erfolgreichen Erhalt dieser Existenzen. Franchising wird eher als eine Konkurrenzform gesehen.
Bei der jüngeren Generation ist ein Bewusstseinswandel festzustellen. Besonders die innovativen Kräfte halten wenig von Innungen und Kammern. Sie sind aber sehr anspruchsvoll und finden auf der Franchisegeberseite wenig attraktive Systeme.


Gibt es innerhalb des Handwerks Bereiche für die Sie Franchising als Unternehmensform als weniger sinnvoll erachten?


Am wenigsten sinnvoll sind die traditionellen Handwerksfelder, wie z.B. die Bau- und Möbelschreinereien, der Maurer- und Zimmererbetrieb, der Dachdecker, der Installateur und Heizungsbau und der klassische Malerbetrieb.
Hier bestimmen weitgehend der große Befähigungsnachweis (Meisterbrief) die Marktzugangsberechtigung. Wer seinen Meisterbrief in der Tasche hat und im klassischen Sinne sein Handwerk ausüben will, für den ist das Franchising uninteressant.


Halten Sie Franchising bezüglich des deutschen Handwerks für zukunftsweisend?


Auch das deutsche Handwerk wird sich verändern. Es kommt nicht darum herum, sich auf anspruchsvolle spezielle Aufgaben zu konzentrieren, also attraktive Nischen zu besetzen. Wie z.B. Küchen- und Badmodernisierung, Wärmedämmung von Häusern, Fenstermodernisierung ohne Dreck in kurzer Zeit, Türenmodernisierung mit erhöhter Sicherheit, Feuchtigkeits- und Schimmelbeseitigung, Dach- und Terrassenbegrünung mit ganzjähriger Wasserversorgung oder Beschichtung von Fußböden in Betrieben mit hohen, speziellen Ansprüchen. Diese Beispiele zeigen, wo die lohnende Reise hingeht. Sie zeigen auch deutlich, dass für den klassischen Handwerker nur wenige Bedarfsfelder bleiben.
Die Zukunft gehört dem professionellen Problemlöser und Spezialisten. Und hier bietet das Franchising vielfach die optimale Form der Selbständigkeit. Franchising ist also zukunftsweisend auch für den deutschen Handwerker.


10.08.09 ©opyright FranchisePORTAL (vi)


Kontakt:
pro image - Strategie & Franchising
Email: Reimers@pro-image-franchising.de   Homepage: www.pro-image-franchising.de

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