Für Jochen Heiland steht Sicherheit an oberster Stelle, als er sich zur Jahreswende 2010 / 2011 beruflich neu orientiert. Jahrzehnte hatte der heute 48-Jährige im erlernten Beruf als Werbekaufmann gearbeitet – für Agenturen, in der Industrie und zuletzt zehn Jahre in der Softwarebranche.
Doch irgendwann wurde ihm klar, dass er mit der Situation nicht mehr
zufrieden war: „Die Entwicklung gerade im digitalen Bereich ging rasant
vonstatten. Ich merkte, dass dies einfach nicht mehr meine Welt war und mir auch
keinen Spaß mehr machte.“ Auf seine Bewerbungen bei anderen Firmen erhielt
Heiland wegen seines Alters allerdings ausgesprochen wenig Resonanz – doch gab
es auch einen Plan B für den Fall, dass er keinen neuen Arbeitgeber finden
sollte.
Denn dann kam für Heiland durchaus in Betracht, sich mit einem bewährten
Geschäftsmodell als Franchisepartner selbstständig zu machen. Mit dem Thema
Franchising hatte er sich aus persönlichem Interesse schon seit über 15 Jahren
beschäftigt: „Ich finde es faszinierend, dass man mit einem eigenen Unternehmen
und guten Marktchancen starten kann, ohne zuvor das Rad neu erfinden zu müssen.
Das ist gut, wenn man wie ich ein eher auf Sicherheit und langfristigen Erfolg
bedachter Typ ist.“ Statistische Zahlen belegen, wie recht er damit hat: Während
60 Prozent der Neugründungen, die „ins Blaue hinein“ erfolgen, nach zwei Jahren
wieder aufgegeben haben, existieren 90 Prozent der Franchisegründungen nach
dieser Zeit immer noch und haben sich am Markt meist gut etabliert.
Zukunftschance Senioren- und Betreuungsmarkt
Der
Seniorenmarkt kam Heiland sehr schnell in den Sinn: Immerhin hat er eine
Lebensgefährtin, die in einer Seniorenresidenz beschäftigt ist – daher weiß er,
dass hier Lösungen gefragt sind. Wegen der zunehmenden Überalterung dürfte
dieser Markt auch einer der aussichtsreichsten Wachstumsmärkte der Zukunft
überhaupt sein. Ein Konzept hat ihn auf Anhieb überzeugt: die pflegeagenturplus,
die regional orientiert arbeitet und Menschen dabei hilft, trotz Pflegebedarfs
weiterhin zuhause zu leben.
Nach zwei ausführlichen Gesprächen in der Zentrale des Unternehmens in
Essen war Heiland sich absolut sicher, für sich die richtige Entscheidung
getroffen zu haben. Und auch er selbst hat den Franchisegeber von seinen
persönlichen und fachlichen Qualitäten überzeugen können. Mit Unterstützung
eines externen Beraters wurde ein Business-Plan erstellt, mit dem Heiland sich
einen Kredit für seine Gründung beschaffen konnte, die am 1. September 2011 dann
offiziell an den Start ging. Zugute kam ihm gerade in der Anfangsphase seine
berufliche Provenienz als Werber. Es war ihm klar, dass der Erfolg davon abhing,
kräftig die Werbetrommel für sein neues Unternehmen zu rühren und auf sich
aufmerksam zu machen, wozu er jede Gelegenheit nutzte.
Heiland setzte das in der Startschulung der pflegeagenturplus vermittelte Wissen konsequent um, besuchte Meinungsbildner, schaltete aber auch nach Vorgabe Anzeigen. PR-Artikel in Anzeigenblättern und regionalen Seniorenmagazinen sind ihm ebenfalls wichtig: „Das kostet zwar zunächst, macht sich aber letztlich bezahlt.“ Kommt ein aussichtsreicher Kontakt zustande, sucht Heiland die Interessenten zu Hause auf, um sie dort persönlich zu beraten. Dankbar ist Heiland insbesondere auch für die Unterstützung, die er von der Systemzentrale erfahren hat: „Die hatten immer ein offenes Ohr für mich, waren geduldig und haben jede Frage schnell beantwortet.“
Heiland vermittelt osteuropäische Betreuungskräfte im Markgräflerland –
einem Gebiet südlich Freiburgs in Richtung französische und schweizerische
Grenze – und denkt nach seinem erfolgreichen Start bereits über eine
Gebietserweiterung nach. Neueinsteigern empfiehlt er, mit Freude an die Aufgabe
heranzugehen: „Überzeugung und Enthusiasmus sind unabdingbar – diese Gefühle
aufzubringen, fällt aber auch nicht schwer, wenn man weiß, dass man Menschen in
Not helfen kann.“
23.01.12 © copyright pflegeagenturplus