

Franchising als Chance für die Generation 50plus
Motivation zur Existenzgründung im Ruhestand
3. Fähigkeiten und Grenzen der „jungen Alten“
In Mitteleuropa sehen die heute 50-, 60- oder 70-Jährigen nicht nur jünger aus, sie sind im Durchschnitt auch gesünder und leistungsfähiger als die vorangegangenen Generationen. Durch die Verlangsamung des Alterungsprozesses sind sie häufig noch fit genug für das „Abenteuer Selbständigkeit“. (Existenzgründung: Weg in die Selbständigkeit )
Doch hält sich in der Gesellschaft hartnäckig das Klischee, dass ältere Menschen nicht mehr lernfähig oder lernwillig seien. Tatsächlich nehmen mechanische Faktoren wie geistige Schnelligkeit und Merkfähigkeit ab dem 25. Lebensjahr kontinuierlich ab, wenn nicht geistige Herausforderungen und moderate körperliche Bewegung dem Abbau entgegen wirken. Dagegen erreichen pragmatische Faktoren wie die Ansammlung von Erfahrungen und soziale Kompetenzen erst mit 55 bis 60 Jahren ihren Höhepunkt und bleiben bis etwa 85 Jahre konstant. (Bewährtes mit Neuem verbinden – die Notwendigkeit des Lernens )
Der 50-ste Geburtstag ist oft Anlass, persönlich und beruflich Bilanz zu ziehen, sich sehr persönliche Fragen nach den eigenen Lebenszielen zu stellen und die Weichen für das weitere Leben neu zu stellen. (Perspektivwechsel in der Lebensmitte )
Im letzten Jahrzehnt ist ein zunehmendes Interesse der Altersgruppe über 50 am Gründungsgeschehen zu verzeichnen. Gründungen der Altergruppe 50 plus erfolgen vorwiegend im Rahmen traditioneller Existenzgründungen als Einzelkämpfer. Dabei gründen sie ihr Unternehmen meist in Branchen, in denen sie über besondere Erfahrungen verfügen oder sie beschränken sich auf Kleinstgründungen in diversen Dienstleistungsbereichen. Bei den Gründungen wird weniger das Lebensalter zum Problem, als dass es sich meist um Kleinstfirmen ohne große Wachstumschancen handelt. (Ist Existenzgründung auch für Menschen über 50 Jahre ein Thema? )
Als Vorteil gegenüber jüngeren Gründern kann die Altersgruppe 50plus auf ihre größere Lebenserfahrung, spezifische Branchenkenntnisse, langjährige Kundenkontakte und ein finanzielles Polster verweisen. Andererseits ist die Angst zu scheitern, das in Jahrzehnten erworbene Vermögen wieder zu verlieren und die verbleibenden Lebensjahre in Armut zu verbringen, bei den Menschen über 50 stärker ausgeprägt. (Ist Existenzgründung auch für Menschen über 50 Jahre ein Thema? )
Das Einzelkämpfer-Dasein ist für ältere Gründer, die ihr bisheriges Berufsleben mit zahlreichen Kollegen und Mitarbeitern verbracht haben und auf eine gewachsene Unternehmensstruktur zurückgreifen konnten, anfangs oft mit Eingewöhnungsproblemen verbunden. Sie fühlen sich häufig allein gelassen und überlastet, da die vielfältigen Anforderungen in der Aufbauphase an den Kräften zehren. Vorbeugend könnte die Suche eines vertrauenswürdigen Mitgesellschafters in Betracht gezogen werden. Der Gründer könnte auch die Leistungen von Gründernetzwerken nutzen oder sich in Bürogemeinschaften einmieten. Bei ausreichend Startkapital bietet sich die Einschaltung eines kompetenten Unternehmensberaters oder Coaches an. (Ältere Gründerinnen und Gründer )