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Zielgruppen » Silverpreneure klopfen an die Pforten des Franchising

Motivation zur Existenzgründung im Ruhestand

2. Motivation zur Existenzgründung im Ruhestand

Seit 1995 hat der Anteil über 50-jähriger Gründer bzw. Gründerteams in Deutschland um 3 Prozentpunkte auf über 20 Prozent zugenommen. Angesichts der demografischen Entwicklung wird dieser Trend voraussichtlich anhalten, so dass bis 2050 mit einer Steigerung auf etwa 27 Prozent aller Gründungen gerechnet wird. (Das Gründungsgeschehen in Deutschland: die Entwicklung der letzten 10 Jahre )

In den USA kamen bereits im Jahr 2006 die meisten Gründer aus der Altersgruppe der 55- bis 64-Jährigen (Quelle: Ewing Marion Kauffman Foundation 2006), die Selbständigkeit als eine neue berufliche Herausforderung im „Ruhestand“. (50 plus: Existenzgründungen durch ältere Gründerinnen und Gründer )

Das Zukunftsinstitut Kelkheim hat die wichtigsten Megatrends der „Silver Society“ ermittelt. Als wichtigste Motive dieser Altersgruppe für eine Unternehmensgründung „in den besten Jahren“ sind Selbstverantwortung, Selbstbestimmung und Selbstverwirklichung zu nennen.Die Kultur des vitalen Alterns und des lebenslangen Lernens erfasst die Arbeitsbiografien. Mehrere Berufe, mehrere Arbeitgeber, wechselnde Arbeitsumfelder werden zur Normalität. („Silverpreneure“ – Potenziale einer alternden Gesellschaft )

Neben dem Motiv der Selbstverwirklichung nimmt unter älteren Gründern der Anteil derjenigen zu, die aus einer finanziellen Notlage heraus oder aus Mangel an Erwerbsalternativen ein Unternehmen gründen (50plus – Selbstständigkeit als Alternative).  So sind altere Menschen verstärkt von Langzeitarbeitslosigkeit betroffen und sehe nach einer längeren Arbeitslosigkeit keine Chance mehr, wieder eine Anstellung zu finden. In bestimmten Regionen Deutschlands, vorwiegend in Ostdeutschland. besteht weiterhin ein massiver Mangel an Arbeitsplätzen. Hinzu kommen Frauen, die nach langer Familienpause keine Anstellung mehr finden.Die eigene Unternehmensgründung kann eine zweite Karriere einleiten, in der sich die beruflichen Herausforderungen ohne die früheren Zwänge bewältigt lassen. (Gründungen durch Ältere )

Die Unterscheidung zwischen „Necessity“-Gründern (= Personen, die aus Mangel an Erwerbsalternativen gründen) und „Opportunity“-Gründern (= Personen, die eine ihnen günstig erscheinende Geschäftsidee umsetzen wollen) hat angesichts der zunehmenden Förderung von Existenzgründungen aus der Arbeitslosigkeit an Bedeutung gewonnen. Der Anteil der „Necessity“-Gründer macht in Deutschland 20% bis 30% der Gründer aus, wobei die Zahlen je nach Beobachtungsjahr und Datenquelle schwanken. Ihr  Anteil beträgt bei der Gruppe der von der Bundesagentur für Arbeit geförderten Existenzgründungen rund 75%. Im Durchschnitt sind sie älter, wurden seltener im Berufsfeld der Gründung ausgebildet, kommen häufig aus Ostdeutschland und waren vor dem Eintritt in die Selbständigkeit länger arbeitslos. Dagegen gibt es keine Unterschiede in Bezug auf Geschlecht und schulischer Ausbildung. Eine Analyse der Erfolgsaussichten beider Gruppen ergab, dass Opportunity“-Gründer mit ihrer Gründung zwar im Durchschnitt ein höheres Einkommen erzielen, jedoch keine deutlichen Unterschiede in Bezug auf die Verweildauer in der Selbständigkeit festzustellen sind. „Necessity“-Gründer sind genauso erfolgreich wie „Opportunity“-Gründer, wenn sie in dem Berufsfeld der Gründung ausgebildet wurden. (Unterschiedliche Eigenschaften von Not- und Opportunitätsgründern und ihre Auswirkungen auf den Erfolg der Selbständigkeit)

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