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(Thomas Doeser - Rechtsanwalt)
So seltsam es klingen mag, in wirtschaftlichen Krisenzeiten wächst das Interesse an Franchisekonzepten und die Zahl der Interessenten nimmt deutlich messbar bei den meisten Franchiseanbietern zu. Wirtschaftliche Krisenzeiten wie man sie derzeit erlebt führen zu massiven Verlusten, Entlassungen und zahlreichen Insolvenzen. Nichts bleibt wie es war und weitere Entwicklungen sind seriöserweise nicht vorhersagbar.
Selbstständigkeit gewinnt bei Krisen an
Attraktivität
Es ist zwar eine alte Weisheit, dass Krisen auch Chancen
bedeuten, was die Chinesen in der Doppelbedeutung des Wortes wei dji (Krise und
Chance) zum Ausdruck bringen. Auch erfahrene Insolvenzverwalter weisen darauf
hin, dass das Scheitern des Einen möglicherweise das Glück des Anderen sein
kann. Tatsache ist jedoch, dass Veränderungen erst dann einfacher werden, wenn
die Situation so schlecht ist, dass Veränderungen die einzige Möglichkeit zur
Anpassung an solche Situationen darstellen. Daher ist bei Verschlechterung des
Arbeitsmarktes immer festzustellen, dass die Selbstständigkeit neue
Attraktivität gewinnt und vor allem systemgestützte Selbstständigkeit mit einem
Franchisekonzept.
Geringeres Risiko durch Franchising
Man hat inzwischen gelernt,
dass gute Franchisekonzepte eine risikoärmere Möglichkeit einer
Selbstständigkeit bedeuten, auch wenn man dafür vielleicht Einschränkungen
seiner unternehmerischen Freiheit akzeptieren muss und in einem einheitlichen
System mit dafür notwendigen Regeln eingebunden ist. Aber es sind genau diese
Regeln, die für den Erfolg und damit die Sicherheit sorgen, weshalb man als
Franchisepartner durch Erfüllung seiner Mitwirkungspflichten in einem solchen
System direkte unternehmerische Verantwortung für sich und das System übernimmt.
Ob aber Franchisesysteme krisensicher sind ist eine andere Frage.
Franchising ist funktional eine
Vertriebsmethode und man muss sich bei der Entscheidung für ein Franchisekonzept
natürlich an dem Markt für die Produkte und Dienstleistungen des
Franchisesystems orientieren. Man wird als Franchisenehmer ja der lokal
zuständige Vertriebspartner des Franchisegebers und muss also von den
Systemleistungen eines Franchiseanbieters dann auch in Krisenzeiten
selbstständig existieren können. Es ist auf den ersten Blick immer verlockend,
wenn man die umfangreichen Unterstützungsangebote eines Franchisegebers liest,
dessen Schulungsumfang, Eingliederungs- und Ausstattungsleistungen sowie auch
die Finanzierungskonditionen und die laufenden Betreuungsleistungen. Umso mehr
sollte man bei der Planung einer Selbstständigkeit in Krisenzeiten darauf
achten, das richtige Produkt- und Dienstleistungsangebot zu haben, nicht nur
einfach ein Franchisekonzept, für dessen Produkte und Angebote die Verbraucher
derzeit vielleicht nicht mehr genug Geld ausgeben.
Entstehung
neuer Franchiseangebote
In den
USA gibt es zum Beispiel neue Franchiseangebote, die sich
den veränderten Zielgruppen in der Krise anpassen, zum Beispiel Billigketten
im Einzelhandel, Mietstationen und sogar Pfandhäuser. Wir werden erleben,
wie in Krisenzeiten neue Franchiseangebote für neue Märkte und Zielgruppen entstehen, die
auch erfolgversprechende Chancen für neue Selbstständigkeit bieten. Junge neue
Konzepte und Franchiseangebote verdienen in diesen
Zeiten Aufmerksamkeit, sofern die Strategie und erkennbare Wettbewerbsvorteile
stimmig sind. Franchiseinteressenten sollten bei der Auswahl der Franchiseanbieter
nach deren Strategien in der Krise fragen und wie
man mit deren System in diesen wirtschaftlich unsicheren Zeiten
während der Dauer des Franchisevertrages und darüber hinaus eine sichere Existenz
darstellen kann.
Beratungsmöglichkeiten nutzen!
Bei der oft notwendigen
Finanzierung der Selbstständigkeit durch einen Einstieg in ein Franchisesystem
sind viele Beratungsoptionen verfügbar, angefangen bei der Agentur für Arbeit,
den IHKs sowie Verbänden und Banken. Gerade jetzt sollte man diese ausführlich
und frühzeitig nutzen, nicht zuletzt auch deshalb, weil die staatlichen
Fördermaßnahmen für Gründungen im Rahmen des Konjunkturhilfeprogramms deutlich
erhöht worden sind. Vorausgesetzt man findet mit einer Hausbank eine
entsprechende Unterstützung, eventuell mit Hilfe eines Franchisegebers, kann man
auch in Krisenzeiten mit dem passenden Franchisesystem eine Selbstständigkeit
wagen.
Nur Franchising des Franchising wegen sollte man
auf keinen Fall erwägen und sich stattdessen auf die möglichen Marktentwicklungen und Zielgruppen
konzentrieren, mit denen man die nächsten Jahre seine Existenzgrundlagen
zu sichern gedenkt.
Herr RA Thomas Doeser ist als namhafter Anwalt der „European Franchise Lawyers Association“ (E. F. LAW) angeschlossen. Diese spezialisierten Rechtsanwälte verfügen über eine mehr als 15-jährige Erfahrung und Praxis in der erfolgreichen Lösung komplexer vertriebsrechtlicher Sachverhalte auf nationaler und internationaler Ebene (www.franchiseanwalt.net).
Kontakt
Rechtsanwalt Thomas Doeser
Robert Gradmann Weg
1 · 72076 Tübingen · Tel. (0 70 71) 600 630 · E-Mail: tdoeser@t-online.de
Quelle: franchiseErfolge
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