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Franchise-Journal

Experten-Chat-Protokoll

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08.01.2010

First Franchise Friday

Frau Mag. Michaela Jung, SYNCON Consulting GmbH

  • Optimierung der Franchise-Zentrale durch klare Prozesse
  • Allgemeine Fragen zum Franchising

Frau Mag. Michaela Jung: Liebe Live-Chat-TeilnehmerInnen, ich wünsche Ihnen ein erfolgreiches Jahr 2010 und freue mich auf den Chat mit Ihnen!
Leser: Guten Morgen Frau Jung, welche Maßnahmen empfehlen Sie, um die Kandidatenansprache im Rahmen der Partnergewinnung weitestgehend zu automatisieren? Wir verlieren einfach zu viel Zeit bei erfolglosen Kontaktaufnahmen.
Frau Mag. Michaela Jung: Lieber Live-Chat-Teilnehmerin, sinnvoll ist es Ihren InteressentInnen einen sogenannten "Franchise-Antrag" zur Verfügung zu stellen. Etwa bereits online über Ihre Website, aber auch nach einer E-Mail- bzw. Telefonanfrage. In diesem "Franchise-Antrag" bitten Sie Ihre Interessenten um eine Selbstauskunft in denjenigen Bereichen, die für Sie relevant sind, damit können Sie eine erste effiziente Vorselektion treffen.
Leser: Einen schönen guten Morgen! Sollten die Geschäftsprozesse möglichst nach den unterschiedlichen Zielgruppen im Franchising (z.B. Franchisenehmer, Endverbraucher, Unternehmen) ausgerichtet werden?
Frau Mag. Michaela Jung: Lieber Live-Chat-Teilnehmer, wenn Sie die internen Prozesse in Ihrem Franchise-System dokumentieren und damit standardisieren möchten, dann empfehle ich Ihnen die Prozesse nach den Phasen einer Franchise-Partnerschaft auszurichten: Rekrutierung (= Suche und Auswahl eines Franchise-Nehmers), Anbindung, laufende Franchise-Partnerschaft und De-Rekrutierung (= Trennung von einem Franchise-Nehmer).
Leser: Hallo, wit welchen schlüssigen Argumenten überzeugen wir unsere Franchisenehmer, dass zusätzliche Controlling-Maßnahmen der Verbesserung der gemeinsamen Leistungserbringung und nicht ihrer verschärften Überwachung dienen?
Frau Mag. Michaela Jung: Lieber Live-Chat-Teilnehmer, zusätzliche Controllingmaßnahmen in einem bestehenden System zu installieren ist sicherlich eine sensible Angelegenheit und braucht viel Überzeugungsarbeit! Sinnvoll ist es - wenn möglich - die Franchise-Nehmer in den Prozeß einzubinden (etwa über die Mitarbeit des Beirates an diesem Projekt), im Rahmen einer Jahrestagung diese neue Leistung durch die Franchise-Zentrale zu präsentieren (etwa auch mittels externer Experten) und in Worhshops die Franchise-Nehmer die Vorteile (und eventuellen Nachteile) herausarbeiten lassen. Es ist wichtig "Betroffene zu Beteiligten" zu machen -> binden Sie Ihre Franchise-Nehmer so stark wie möglich in diese Veränderung mit ein.
Leser: Wie oft sollten wir in welchem Zeitraum mit Interessenten kommunizieren, um bei der Partnersuche das optimale Ergebnis zu erreichen?
Frau Mag. Michaela Jung: Liebe Live-Chat-Teilnehmerin, das ist sehr systemtypisch und kann von mir nicht so allgemein beantwortet werden. Ich versuche es trotzdem: Haben Sie intern vielleicht Standards definiert, in welchem Zeitraum ("Sonnenuntergangs-Regel", 24h-Regel, 48h-Regel etc.) eine Anfrage bearbeitet werden soll? Oder denken Sie an Präsentationstermine, zu denen Sie eine Gruppe von Interessenten einladen wollen? Sicherlich zeigt Ihnen die Erfahrung bzw. der Vergleich mit der Branche wie schnell bzw. in welchem Intervall Sie mit Ihren Interessenten optimalerweise kommunizieren sollten. Persönlich würde ich mich als Interessentin über eine zeitnahe Rückmeldung freuen!
Leser: Wie unterscheidet sich die neueste Generation der Systemhandbücher von den Vorgängern der letzten Jahrzehnte?
Frau Mag. Michaela Jung: Lieber Live-Chat-Teilnehmer, eine moderne Know-how-Dokumentation umfasst sicherlich neben einem Franchise-Handbuch (in einer Printfassung) ein ergänzendes Intranet. Die Arbeit mit Intranetlösungen wird für immer mehr Franchise-Geber zu einem wichtigen Qualitätsstandard. Und: Die Know-how-Dokumentationen werden (im Gegensatz zu früher) immer detaillierter und umfassender. Aus einem "Schnellhefter" entwickeln sich Handbücher, die mehrere Ringbuchordner umfassen! Eine schöne Entwicklung, die den Franchise-Nehmern wirkliches systemspezifisches Know-how für ihren Erfolg vor Ort im Markt in die Hand gibt.
Leser: Welche Voraussetzungen müssen vorliegen, um ein bestehendes Einzelunternehmen zu franchisieren bzw. welche Fragen muss ich mir dabei als Geschäftsführer stellen?
Frau Mag. Michaela Jung: Lieber Live-Chat-Teilnehmer, die erste (provokante) Frage lautet: "Sind Sie erfolgreich mit dem was Sie tun?" Wenn ja, dann ist es sicher auch möglich Ihr Unternehmen soweit zu standardisieren, um es erfolgreich an beliebig vielen Orten mit Franchise-Nehmern zu multiplizieren! Sind Sie bereit Systemführer zu sein und diese Systemführerschaft Ihren Franchise-Nehmern auch vorzuleben? Und haben Sie finanzielle Rücklagen, um in die Entwicklung eines Franchise-System zu investieren?
Leser: Vielen Dank für Ihre Antworten. Ich habe noch ein paar weitere Fragen: Welche Informationshäppchen sollten wir Interessenten in welchem Stadium der Partnerakquise zukommen lassen, um das Interesse an unserem Franchisekonzept zu verstärken?
Frau Mag. Michaela Jung: Liebe Live-Chat-Teilnehmerin, ich denke es sollte eine "Informationspyramide" sein: zu Beginn sehr breit gefächert Informationen zu dem Leistungspaket der Franchise-Partnerschaft die Sie anbieten. Aber kommunizieren Sie auch gleich von Anfang an die Konditionen für Ihre Interessenten (Gebühren, Investitionen!). So trennen Sie die Spreu vom Weizen. Je konkreter die Gespräche mit dem Interessenten werden, desto konkreter, detaillierter werden Ihre Informationen. Also: Entspricht der Franchise-Nehmer Ihrem Anforderungsprofil und spricht er klar sein Interesse aus, gehen Sie den nächsten Schritt und besprechen die Finanzierung mit ihm bzw. erstellen einen Businessplan. Stimmt der Businessplan, dann wird über den Standort und den Franchise-Vertrag gesprochen. Ist der Standort fixiert geht es in Richtung Franchise-Vertragsunterzeichnung und Übergabe der Know-how-Dokumentation.
Leser: Muss ein Franchisesystem ein umfangreicheres Sortiment an Produkten oder Dienstleistungen anbieten als ein Einzelunternehmen, um seinen Partnern erfolgversprechende Perspektiven aufzuzeigen?
Frau Mag. Michaela Jung: Lieber Live-Chat-Teilnehmer, nein, dass muss ein Franchise-System nicht! Die Vorteile eines Franchise-Systems liegen ganz klar in der Kraft des Netzwerks. Einem Netzwerk eröffnen sich Synergiepotentiale (etwa in den Bereichen Einkauf, Marketing, Training, Controlling, Produkte und Dienstleistungen...), die einem klassischen "Einzelkämpfer" immer verwehrt bleiben.
Leser: Kommt Controlling in letzter Konsequenz ohne ein System von Belohnungen und Sanktionen für eine verbesserte Leistungserbringung aus?
Frau Mag. Michaela Jung: Lieber Live-Chat-Teilnehmer, die Wortwahl ist vielleicht etwas negativ (zumindest erinnert sie mich an den römischen Spruch von "Brot und Spiele"), aber ich denke, dass die Franchise-Nehmer bei konsequenter aktiver Mitarbeit im Systemcontrolling klare Vorteile haben! Nämlich ein zeitaktuelles, betriebswirtschaftliches Monitoring ihres Franchise-Unternehmens und die Möglichkeit zum Vergleich im Franchise-System (Benchmarking). Die Franchise-Nehmer erhalten somit als "Belohnung" die Chance von anderen Franchise-Nehmern zu lernen und deren Erfolge im eigenen Franchise-Unternehmen einzusetzen. Im Gegenzug dazu heißt Nicht-Erbringung von Controllingzahlen bzw. Verweigerung ganz klar, dass die Systemstandards vom Franchise-Nehmer nicht eingehalten werden und dies kann zu Sanktionen führen. Auch das sollte klar an die Franchise-Nehmer kommuniziert werden. Ein Franchise-System lebt von Qualitätsstandards und diese ermöglichen einen Wettbewerbsvorsprung!
Leser: Wie finde ich die für uns effizientesten Medien für die Partnerakquise heraus? Wann macht die Teilnahme an Gründermessen Sinn?
Frau Mag. Michaela Jung: Liebe Live-Chat-Teilnehmerin, ich empfehle Ihnen intern ein Brainstorming zu machen zu einem klaren Anforderungsprofil an Ihre zukünftigen Franchise-Nehmer. Mit einem Anforderungsprofil in Händen, lassen sich dann auch die Zielgruppen definieren, in denen potentielle Franchise-Nehmer zu finden sein werden. Und mit dieser Zielgruppendefinition wird es für Sie sicherlich leicht abzuleiten welche Medien zur Partneransprache für Ihr System effizient sind. Allgemein empfehle ich Ihnen einen Mix aus verschiedenen Medien (wie etwa über das Internet, beispielsweise mit dem Franchiseportal; aber auch in brachentypischen Printmedien; oder die Teilnahme an branchentypischen Messen; aber auch Vorträge und nicht zu vergessen die Mitgliedschaft im nationalen Franchise-Verband!). Die Gründermessen können aus diesem Mix eine sinnvolle Aktion zur Partneransprache sein.
Leser: Wie werden bei der von Ihnen vorgeschlagenen Einteilung der Kernprozesse die Kunden eingebunden, um die es letztlich doch geht?
Frau Mag. Michaela Jung: Lieber Live-Chat-Teilnehmer, es ist zu unterscheiden, ob Sie die internen Prozesse innerhalb der System-Zentrale beschreiben möchten; gemäß dem Motto: "Welche Abteilung macht was" -> dies aber immer im Hinblick auf die Franchise-Nehmer! Oder, ob Sie für Ihre Franchise-Nehmer ein Organisationshandbuch verfassen möchten und dort die Prozesse des Franchise-Nehmers beschreiben wollen -> mit dem Fokus auf den Kunden. Bei Ihrer ersten Frage bin ich davon ausgegangen, dass Sie das interne Prozessehandbuch der Franchise-Zentrale verfassen möchten.
Leser: Guten Morgen! Aus welchen Komponenten bestehen i.d.R. die Leistungen des Franchisegebers, für die seine Partner eine Eintrittsgebühr aufzubringen haben?
Frau Mag. Michaela Jung: Lieber Live-Chat-Teilnehmer, Ihre Franchise-Nehmer bezahlen allgemein die Einstiegsgebühr für: Ihre Marke und das Know-how, ein erfolgreich erprobtes Konzept, ein geschütztes Logo, detaillierte Handbücher, einen Zugang zum systemeigenen Intranet, einen Franchise-Vertrag, einen garantierten Gebietsschutz, in dem keine weiteren Franchisen vergeben werden, eine klare Corporate Identity und ein Corporate Design, die Basis-Ausbildung und ständige Beratung von der Planungs- und Projektphase bis zur Eröffnung.
Leser: Und woraus besteht i.d.R. das Leistungspaket, das der Franchisegeber seinen Partnern als Gegenleistung für die monatlichen Franchisegebühren bereitstellt?
Frau Mag. Michaela Jung: Lieber Live-Chat-Teilnehmer, für die laufende Franchise-Gebühr erhalten Ihre Franchise-Nehmer im Allgemeinen: die laufende Beratung und Betreuung, die regelmäßigen Leistungen der Franchise-Zentrale, die Entwicklung der Marketing-Strategien und der –Instrumente, die laufende Weiterentwicklung und der Schutz des Systems, die Pflege und Weiterentwicklung der Produkt-Palette, der Ausbau des Franchise-Systems – die weltweite Expansion, die laufende Ausbildung der Franchise-Nehmer und die Unterstützung bei der Weiterbildung der Mitarbeiter, der Informationsaustausch über das Systemeigene Intranet, die regelmäßigen Meetings, das laufende Controlling, das Benchmarking und die Wirtschaftsplanung, die Vorgabe von Qualitätsstandards und die laufende Qualitätskontrolle,...
Leser: Kennen Sie zufällig ein gutes Open-Source-Programm zur graphischen Abbildung der Geschäftsprozesse?
Frau Mag. Michaela Jung: Lieber Live-Chat-Teilnehmer, da dies nicht wirklich meine Kernkompetenz ist, darf ich Sie bitten mit dem Deutschen Franchise-Verband diesbezüglich für eine Empfehlung Kontakt aufzunehmen. Beim DFV wurde eine Business Community gegründet und ich denke, dass hier für Sie Experten bzw. Empfehler sitzen. Kontakt: www.franchiseverband.com bzw. Tel. +049-30-278902-0.
Leser: Sollten wir die Pressearbeit für die Systemzentrale und die einzelnen Franchise-Nehmer eher in der Zentrale konzentrieren oder eine PR-Agentur damit beauftragen?
Frau Mag. Michaela Jung: Liebe Live-Chat-Teilnehmerin, das hängt ganz klar von dem Know-how und den Kapazitäten ab, die Sie in Ihrer Franchise-Zentrale haben. Tendenziell lagern eher kleine Franchise-Zentralen solche Fachleistungen aus, aber es gibt natürlich auch große Zentralen, die dies inhouse erbringen. Für Ihre Franchise-Nehmer macht das eine wie das andere keinen Unterschied aus. Und wenn Sie Ihre PR-Agentur gut briefen auf Ihre Zielsetzungen und vielleicht eine attraktive Pauschale aushandeln können, dann sollten Sie die Leistung eher auslagern.
Leser: Wie können wir die bundesweite Standortsuche so systematisieren, dass wir schnell und kostengünstig zum Ziel kommen?
Frau Mag. Michaela Jung: Liebe Live-Chat-Teilnehmerin, ich empfehle Ihnen den bereits genannten Mix an Rekrutierungsaktivitäten. Zu überlegen wäre auch, die Suche und (Vor-)auswahl Ihrer Franchise-Nehmer extern an Professionisten zu vergeben.
Leser: Welche Werbemittel stellen Franchisegeber ihren Partnern zur Verfügung? Können die Franchisenehmer von der Systemzentrale qualitativ die Leistungen einer Werbeagentur erwarten?
Frau Mag. Michaela Jung: Lieber Live-Chat-Teilnehmer, das hängt davon ab, was Ihre Franchise-Nehmer brauchen, um im Markt erfolgreich zu sein. Sie haben aufgrund Ihrer Erfahrungen Ihr Franchise-System entwickelt und wissen darum genau, welcher Grad an Professionalisierung zum Erfolg führt. Wichtiger als eine externe Werbeagentur ist, dass Sie sich bewußt machen, wie viel an Mustern, Vorlagen und Formularen (für die Werbung bzw. das Marketing) Sie bereits in Verwendung haben und diese Fülle an Know-how Ihren Franchise-Nehmern ganz leicht mittels Intranet zur Verfügung stellen können. Und durch die Kraft des Netzwerks können Sie gerade bei Merchandising-Artikel attraktive Käufe tätigen.
Leser: Was halten Sie als spezialisierte Consultingfirma davon, den Franchisegebern eine kostenpflichtige Hotline für Fragen und Probleme anzubieten? Ich denke an das Beispiel von Anwaltshotlines.
Frau Mag. Michaela Jung: Liebe Live-Chat-Teilnehmerin, für unsere bestehenden Kunden sind wir immer kostenlose Ansprechpartner bei Fragen und Problemen! Das ist ein Syncon-Service. Neukunden stehen wir selbstverständlich im Rahmen eines kostenlosen und unverbindlichen Erstgesprächs für ihre Fragen und Probleme zur Verfügung. Sie treffen dann die Entscheidung, ob Sie die anstehenden Fragen gemeinsam mit uns (im Auftrag) angehen, oder diese ohne uns bearbeiten. Eine Hotline ist aus meiner Sicht nicht notwendig.
Leser: In welchem Rahmen soll die Ursachenforschung für negative Abweichungen betrieben werden? In Einzelgesprächen, regionalen Workshops, überregionalen ERFA-Tagungen?
Frau Mag. Michaela Jung: Lieber Live-Chat-Teilnehmer, meine Gegenfrage lautet: Tritt eine Abweichung vereinzelt auf, oder ist ein "Gesetz der Serie" erkennbar. Tritt sie vereinzelt auf, würde ich mit diesen Franchise-Nehmer das strukturierte Gespräch suchen (etwa anlässlich des regelmäßigen Besuches durch den Partner-Manager). Strukturiertes Gespräch deswegen, weil es nicht nur beim Gespräch bleiben soll, sondern auch konkrete Maßnahmen vereinbart werden müssen. Erkennen Sie das "Gesetz der Serie" ist zu hinterfragen, was Sie in der Franchise-Zentrale vielleicht verändern könnten, damit Ihre Franchise-Nehmer den Nutzen sehen können? Ergänzt sollte diese Selbstanalyse werden, um die von Ihnen erwähnten Workshops (etwa im Rahmen einer Jahres- oder ERFA-Tagung). Sehr empfehlenswert bei solchen Abweichungen ist auch die aktive Einbindung des Beirates!
Leser: Hallo! Brauchen wir nicht Top-Mitbewerber, um unsere Betriebe mittels Benchmarking zu Spitzenleistungen zu führen? Was tun, wenn die Mitbewerber auf ähnlichem Niveau agieren?
Frau Mag. Michaela Jung: Lieber Live-Chat-Teilnehmer, das tolle im Franchising ist, dass Sie das Benchmarking intern (!) durchführen können. D.h. Sie messen Ihr System nicht mit dem Mitbewerb, sondern benchmarken die Franchise-Nehmer untereinander. So können Sie und Ihre Franchise-Nehmer lernen, welche Faktoren zu mehr Erfolg führen.
Leser: Wie viel Zeit würden Sie für die Optimierung der Geschäftsprozesse im Rahmen eines Pilotbetriebes veranschlagen? Gibt es seitens der Franchise-Verbände einen Mindestzeitraum für die Erprobung des Geschäftskonzeptes?
Frau Mag. Michaela Jung: Lieber Live-Chat-Teilnehmer, als Richtwert können Sie von der Empfehlung ausgehen, dass mindestens 2 Jahre lang an mindestens 2 Standorten pilotiert werden sollte, bevor es in die Multiplikation geht.
Leser: Sollten wir uns für eine eigene PR-Abteilung entscheiden, müssen wir einen überregionalen Presseverteiler erstellen. Können wir irgendwo einen Verteiler mit franchise-interessierten Medien beziehen?
Frau Mag. Michaela Jung: Liebe Live-Chat-Teilnehmerin, ich empfehle Ihnen hier beim Deutschen Franchise-Verband nachzufragen. Dort bekommen Sie sicher ein Liste aller Medien, die mit Franchise-Bezug in Deutschland erscheinen. Kontakt: www.franchiseverband.com bzw. Tel. 030-278902-0.
Leser: Setzen die Franchisegeber vorwiegend auf externe Fortbildungsveranstaltungen oder beschäftigen sie eigene Trainer? Können die Franchisenehmer auch in letzterem Fall pädagogische Kenntnisse voraussetzen?
Frau Mag. Michaela Jung: Lieber Live-Chat-Teilnehmer, meist werden die systemtypischen Inhalte von Mitarbeitern aus der Franchise-Zentrale geschult, oder auch von erfolgreichen Franchise-Nehmern. Und ich denke als Franchise-Geber sollte es Ihnen wichtig sein, dass diese internen Trainer didaktische Kenntnisse haben, denn ansonsten lernen Ihre Franchise-Nehmer nicht viel... Ist ein Mitarbeiter fachlich gut, aber nicht didaktisch, kann er ja in diesem Bereich selbst an Trainings teilnehmen (Stichwort "Train-the-Trainer"). Für Inhalte, die nicht explizit aus dem System kommen, werden sehr oft auch externe Professionisten eingesetzt, etwa für die Bereiche: Verkauf, Persönlichkeitsentwicklung, Unternehmensführung, WWS...
Leser: Unter welchen Voraussetzungen sollte ein Optimierungsansatz der Führungsebene zur Entscheidung vorgelegt werden?
Frau Mag. Michaela Jung: Lieber Live-Chat-Teilnehmer, verstehe ich Sie richtig, dass Sie fragen unter welchen Voraussetzungen dem Franchise-Geber (Führungsebene) ein Optimierungsansatz (durch die Franchise-Nehmer) vorgelegt werden soll? Ein gutes Instrument, um Neuerungen und Optimierungsvorschläge zu kanalisieren ist der Franchise-Beirat. Ich würde also vorschlagen, dass es eine Aufgabe Ihres Franchise-Beirates (in dem auch Vertreter der Franchise-Zentrale sitzen) ist, Ideen und Vorschläge durch die Franchise-Nehmer kritisch zu prüfen. Erst wenn solch eine Prüfung erfolgt ist und diese für umsetzungswert vom Franchise-Beirat erachtet wurde, dann wird diese dem Franchise-Geber zur Begutachtung und Letztentscheidung vorgelegt.
Leser: Wir möchten das notwendige Prozess-Know-How gerne selber erwerben. Gibt es Schulungsveranstaltungen – speziell für künftige Franchisegeber - zur Optimierung der Geschäftsprozesse?
Frau Mag. Michaela Jung: Lieber Live-Chat-Teilnehmer, da empfehle ich Ihnen die Veranstaltungen des Deutschen Franchise-Institutes. Das aktuelle Seminarprogramm finden Sie auf: www.dfi-online.de
Leser: Was halten Sie von dem EFQM-Modell für Excellence als Leitfaden für die Erstellung von Franchise-Handbüchern? Eignen sich ergänzend ISO- und DIN-Normen zur Strukturierung des Franchise-Systems?
Frau Mag. Michaela Jung: Lieber Live-Chat-Teilnehmer, ich habe verstanden, dass sich EFQM mit der Unternehmensbewertung und Unternehmensausrichtung beschäftigt. Auch ISO-Zertifizierung und DIN-Normen haben wichtige Aufgaben für Unternehmen. Was aus meiner Sicht mit diesen Vorgehensweisen nicht abgedeckt wird, sind die Abläufe in Bezug auf die Franchise-Nehmer. Bei den oben genannten Modellen stehen entweder die Unternehmensbewertung, die Transparenz bzw. die Einhaltung von Standards im Mittelpunkt. In Franchise-Prozessemanuals stehen die Verantwortlichkeiten und Abläufe in Bezug auf die Franchise-Nehmer im Fokus.
Leser: Wenn wir neben dem internen Benchmarking auch den externen Vergleich suchen, sollten wir uns dann eher mit Franchiseunternehmen aus verwandten Branchen oder mit Filialunternehmen aus unserer Branche vergleichen?
Frau Mag. Michaela Jung: Lieber Live-Chat-Teilnehmer, wenn Sie ein anderes Franchise-System zum Benchmarking einladen, könnten Sie auch die Erfolgsfaktoren eines Franchise-Systems benchmarken. Mit einem Benchmark-Unternehmen aus der Branche könnten Sie wiederum verstärkt Branchenfaktoren benchmarken. Die Frage ist nur, lässt sich ein Mitbewerber von Ihnen darauf ein?
Frau Mag. Michaela Jung: Liebe Live-Chat-TeilnehmerInnen, vielen Dank für die interessanten zwei Stunden und den Austausch. Bitte melden Sie sich bei mir, falls weitere Fragen auftauchen: michaela.jung@syncon.at, Ihre Michaela Jung
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Franchise-Treff

06.08.2010 10:00 Uhr

mit Frau Mag. Barbara Schwaighofer

Themenbereich

Franchise-Paket, Leistungsbausteine

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30.07.2010, Frau Prof. Veronika Bellone

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02.07.2010, Frau Mag. Michaela Jung

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